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Aokana – Four Rhythm Across the Blue und der Zirkus im Himmel

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Während wir heutzutage noch auf große Maschinen angewiesen sind, um uns in die Lüfte zu erheben, brauchen die Charaktere aus „Aokana – Four Rhythm Across the Blue“ dafür nur ein paar Schuhe. Was man mit diesen außergewöhnlichen Tretern noch alles anfangen kann, zeigt der Anime mehr als eindrucksvoll.

Die Menschen auf dem Vier-Insel-Archipel, das irgendwo in Japan liegt, haben eine sehr außergewöhnliche Art zu Reisen entwickelt. Mit sogenannten Grav-Shoes sind die Menschen in der Lage, sich fliegend fortzubewegen. Wem das einfache Schweben zu langweilig ist, spielt Flying Circus, ein Game bei dem es darum geht, fliegend verschiedene Bojen zu erreichen und damit Punkte zu sammeln.

Die fröhliche Asuka Kurashina ist auf dem Archipel aufgewachsen, weil ihr Vater aber versetzt wurde, verließ die Familie die Inseln, bevor Asuka alt genug war, um Grav-Shoes zu benutzen. Trotzdem träumt das Mädchen seit jeher vom Fliegen. Deswegen ist sie Feuer und Flamme, als sie auf die Inseln zurückkehrt und von ihren neuen Mitschülern Masaya Hinata und Misaki Tobisawa per Luftpost mit zur Schule genommen wird.

Die beiden erklären sich bereit, Asuka das Fliegen beizubringen. Als das Mädchen vom Flying Circus erfährt, ist sie nicht mehr zu bremsen und legt sich direkt am ersten Tag mit einem Profi in dieser Sportart an. Bei diesem Wettstreit gelingt Asuka ein außergewöhnlich schwerer Move. Jetzt müssen sich ihre Klassenkameraden fragen, ob sie ein Naturtalent vor sich haben oder die Neue einfach nur Anfängerglück hatte.

Freunde kämpfen gemeinsam
Asuka und Misaki aus Aokana Bild: sprite / NekoNyan / HIKARI FIELD

Wie Asukas Reise in die Welt des Flying Circus ausgeht, erzählt „Aokana“ als niedliche kleine Geschichte, die eine Mischung aus Comedy, Drama und Action darstellt. Die Visual Novel für Erwachsene lief in Japan sehr erfolgreich. Anders als die Vorlage ist der Anime aber auch für jüngere Zuschauer geeignet, sofern man Schwindelfrei ist.

Dem Himmel so nah

Die Komplett-Box „Aokana“ umfasst zwölf Episoden, dementsprechend rasant entwickelt sich die Handlung, schließlich müssen in knapp 280 Minuten Laufzeit zwei Turniere und diverse Trainingseinheiten untergebracht werden. Für eine große Einführung bleibt da nicht viel Zeit, sodass die Handlung mit Asukas Ankunft auf dem Vier-Insel-Archipel beginnt. Die Vorgeschichte der Grav-Shoes wird nur kurz erwähnt.

Da Asuka in der fliegenden Welt ein Neuling ist, erhält der Zuschauer die Möglichkeit mit ihr gemeinsam in diese Welt und ihre Regeln einzutauchen. In Anbetracht der Tatsache, dass einige technische Details dabei nicht unerwähnt bleiben dürfen, fehlt am Ende leider die Zeit, um die Figuren richtig auszufüllen. Zwar erhält man in kleinen Rückblicken immer wieder Einblicke in die Leben und Beweggründe der verschiedenen Charaktere, allerdings bietet die Idee eindeutig Raum für mehr.

Flying Circus - Kämpferinnen der Lüfte
Flying Circus Bild: sprite / NekoNyan / HIKARI FIELD

Auch die verschiedenen Probleme der Charakter wie Versagensängste, Traumata der Vergangenheit und andere persönliche Aspekte werden zwar kurz angesprochen, aber letztendlich nicht voll zu Ende, beziehungsweise auserzählt. Die Probleme werden meistens durch ein klärendes Gespräch gelöst und dann herrscht wieder Friede-Freude-Eierkuchen.

Auch die Action am Himmel wird leider dem Tempo geopfert. Zwar werden einige Trainingseinheiten und Ausschnitte aus den Wettbewerben gezeigt, um das volle Potenzial des Flying Circus aber auszuleben fehlt auch ein wenig der Raum, vor allem wenn man die tollen Bilder, die in diesen Szenen unter anderem zu sehen sind, genießen möchte.

Auf leuchtenden Bahnen

Der Anime „Aokana“ lief in Japan von Januar bis März 2016. Dementsprechend ist der Anime schon ein wenig älter, was man den Bildern im Allgemeinen auch ansieht. Während die Szenen des Alltags zwar eine fundiert gute Qualität aufweisen, sind es aber die Sequenzen während des Flying Circus bei denen das Studio Gonzo zeigt, dazu es in puncto Animationen fähig ist.

Während die Grav-Shoes im Alltag noch ziemlich normal aussehen, sind die Profi-Schuhe der Spieler schon ein Blickfang, woran auch die passenden Anzüge der vorrangig weiblichen Spieler ihren Beitrag leisten. An dieser Stelle setzt der Anime auch auf ein wenig Fan-Service, denn die Outfits fallen teilweise schon reichlich knapp aus. Da Aokana aber für Zuschauer ab sechs Jahren geeignet ist, bleibt es auch hier in der Umsetzung eher oberflächlich.

Aokana - Four Rhythm Across the Blue
Riese mit kleinen Hindernissen Bild: sprite / NekoNyan / HIKARI FIELD

Bei der Gestaltung der Figuren gaben sich die Verantwortlichen rund um Regisseur Fumitoshi Oizaki Mühe, den Vorlage von Illustrator Hideyu Togarashi gerecht zu werden. Alle Charaktere weisen ein eigenes Design auf, wobei sich die Persönlichkeiten auch im Design der Flying-Circus Anzüge wiederspiegeln. So trägt Asuka ein helles und fröhliches Outfit, während sich eher ernste Charaktere wie Misaki oder die große Widersacherin am Ende, Saki Inui, in eher gedeckte Farben kleiden.

Eine weite Reise

Die deutsche Übersetzung übernahm das Studio  DMT – Digital Media Technologie aus Hamburg, das schon viele Animes ins Deutsche übertragen hat. Dementsprechend hochwertig erweist sich die deutsche Synchronisation, die das Niveau des Anime fast noch ein wenig hebt. Die Dialoge sind passend ins Deutsche übertragen und auch die deutschen Stimmen passen zu den Figuren.

Die fröhliche, wenn auch manchmal ein wenig wehleidige Asuka Kuroshima wird von Leonie Landa gesprochen, die schon vorher an Anime-Produktionen mitwirkte, was man bei ihrer Umsetzung auch heraushört. Sie schafft es gut diese Mischung aus manchmal leicht naivem Mädchen und dann wieder ernster Sportlerin gut zu transportieren, auch wenn die Wechsel manchmal ein wenig drastisch ausfallen.

Die Sprecher funktionieren in den verschiedenen Teams auch sehr gut. Denn während die verschiedenen Schulen des Öfteren zusammen trainieren, bleiben sie im Turnier doch immer noch Gegner, sodass dort der Ton schon einmal ein wenig rauer wird, was im Anime aber auch nur angedeutet wird. Insgesamt sind die meisten Teams sehr auf ein gutes Miteinander konzentriert, sodass auch die Wettkampf-Stimmung nicht voll zum Tragen kommt.

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KSM Anime veröffentlichte die insgesamt zwölf Episoden bereits ab Ende 2018 in zwei Volumens, wobei die Zuschauer jetzt die Gelegenheit erhalten, die gesamte Story in einem Rutsch zu schauen. Wer allerdings die Einzel-Volumen hat, braucht die Box nicht unbedingt, denn diese kommt ohne weitere Extras daher.

Fazit „Aokana“

„Aokana – Four Rhythm Across the Blue“ ist an sich eine niedlicher kleiner Anime, der vor allem während der Game-Szenen zu punkten weiß, denn dort zeigt das Studio Gonzo, was es drauf hat. Allerdings gelingt es nicht das volle Potenzial der durchaus spannenden Story auszuschöpfen. Einige zwischenmenschlich wichtige Aspekte werden zwar angesprochen, erhalten aber nicht den Raum, den sie eigentlich verdienen.

Es ist der Umsetzung anzumerken, dass man vor allem dem Flying Circus eine wichtige Rolle einräumt, dabei aber vergisst, dass es die Spieler sind, die zum Charme des Spiels beitragen. Die Figuren sind leider zu klischeehaft, um wirklich zu überzeugen, sodass der Anime zwar Spaß macht, aber nicht wirklich zum Mitfiebern anregt. Liebhaber süßer Slice-of-Life und Fantasy-Geschichten werden „Aokana“ aber trotzdem genießen können.

Info

Aokana - Four Rhythm Across the Blue Gesamt
Aokana – Four Rhythm Across the Blue Gesamtedition Bild: sprite / NekoNyan / HIKARI FIELD

Aokana – Four Rhythm Across The Blue
Original Name: 蒼の彼方のフォーリズム
Transkription: Ao no Kanata no Four Rhythm
Studio: Gonzo
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Fumitoshi Oizaki
Drehbuch: Yoshiki Yamakawa
Musik: Reiko Yoshida
Erschienen am: Januar 2020 (Deutschland)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH
Dialogregie: Martin May
Länge: 12 Episoden
Freigegeben ab: FSK 6
Genre:  Slice of Life, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

REVIEW OVERVIEW

Story
82 %
Animation
85 %
Synchronisation
88 %
Preis
80 %

Unser Fazit

"Aokana – Four Rhythm Across the Blue" ist eine schön erzählt Geschichte über das Fliegen, die mit ein wenig Action noch aufgepimpt wurde. Nett gezeichnete Figuren entführen in eine Welt, die vorrangig im Himmel interessant wird, dabei aber die irdischen Aspekte der Handlung ein wenig aus dem Blick verliert. Insgesamt macht die Story zwar Spaß, an die große Erfolge des Studios Gonzo reicht sie aber bei weitem nicht heran.
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