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Unser Eindruck zur zweiten Season des Anime

Attack on Titan Staffel 2 (Blu-ray) – Unruhen innerhalb der Mauern

Der Publisher KAZÉ begann im Oktober 2016 mit dem deutschen Release des weltweit beliebten Anime „Attack on Titan“ („Shingeki no Kyojin“). Im August und Oktober 2019 folgte hierzulande schließlich auch die zweite Staffel der Serie auf zwei Volumes, die wir uns ebenfalls für euch angeschaut haben.

Bereits mit der deutschen Veröffentlichung der ersten Staffel präsentierten wir euch unseren Eindruck von „Attack on Titan“. Auch der zwölfteiligen Fortsetzung nahmen wir uns bereits während der Ausstrahlung des Simulcasts beim Streaming-Anbieter Anime on Demand in groben Zügen an. Nun möchten wir genauer auf die Materie eingehen und ebenfalls die deutsche Fassung unter die Lupe nehmen.

An dieser Stelle möchten wir euch auf mögliche Spoiler zu den ersten beiden Staffeln der Serie hinweisen, da wir im Folgenden auf die gesamte zweite Season eingehen werden.

Unverhoffte Entdeckungen

Staffel 2 von „Attack on Titan“ knüpft nahtlos an die Geschehnisse ihres Vorgängers an. Nach dem zerstörerischen Titanen-Kampf zwischen Eren und Annie innerhalb der Mauern sind zunächst alle Anwesenden damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings keine, da durch einen Riss in der Mauer als Folge des besagten Kampfes ein Titan in der Mauer entdeckt wird, der sich jedoch nicht regt.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

Ohne zu zögern nimmt sich Hanji der Sache an und versucht an mehr Informationen durch den Anführer der Mauersekte zu gelangen. Dieser schweigt jedoch trotz radikaler Maßnahmen seitens Hanji, die man so auch nicht von ihr erwartet hätte. Dadurch stellt sich heraus, dass die Anhänger der Mauersekte noch so einiges mehr über die Titanen wissen, als man anfangs dachte und dass womöglich ein noch viel größeres Übel auf die Menschen innerhalb der Mauern wartet.

Während sich Hanji mit dem verletzten Levi, Eren und Co. an den nächsten Schritt macht, befindet sich der Rest der 104. Trainingseinheit – also die Gruppe um Reiner, Christa und Co. – unbewaffnet in einer entfernten Unterkunft, fern ab von den aktuellen Ereignissen. Dies hat aber seine Gründe. Nichtsdestotrotz scheinen diese ebenfalls nicht in Sicherheit zu sein, da wie aus dem Nichts überall Titanen erscheinen, worunter einer besonders durch sein riesiges, tierisches Erscheinungsbild auffällt, der zudem auch noch sprechen kann. Während sich auch diese Gruppe mit weiteren Mitgliedern des Aufklärungstrupps wie Mike und Nanaba auf den Weg macht, erhalten wir erste Einblicke in die Hintergründe von Connie und Sasha, deren jeweilige Heimat ebenfalls vom überraschenden Einmarsch der Titanen heimgesucht wurde.

Eingekesselt in einer verlassenen Unterkunft, beginnt für die Gruppe erneut das Grauen mit dem aussichtslosen Kampf ums nackte Überleben. Denn obwohl Titanen bei Nacht nicht aktiv sein sollten, wird ihr Turm dennoch von diesen überrannt und Reiners Team muss sich mit so gut wie keinen Mitteln verteidigen.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

Fragen über Fragen

An diesem Punkt, ca. ab der Hälfte, nimmt die Staffel wieder richtig Fahrt auf und die Spannung steigert sich unaufhörlich. Im Laufe der Episoden erfahren wir zusätzlich einiges mehr über Reiner, Bertholdt, Ymir und Christa, während eine Schlacht nach der anderen folgt. Auch Eren, Mikasa, Hannes und Co. sind endlich wieder mit von der Partie. Zur Ruhe kommt bis zum Ende der Staffel dabei erstmal keiner, da eine Wendung die nächste jagt.

Obwohl man als Zuschauer schon sehr vieles im Vorfeld erahnen kann, bleiben viele Dinge weiterhin verschleiert und auch die bereits erwarteten Wendungen und Enthüllungen sind keinesfalls langweilig. Vielmehr steigt das Verlangen danach, die gesamte Staffel am Stück zu schauen, da nicht nur die Handlung spannend und fesselnd ist, sondern vor allem die Darstellung ihrer Zeit voraus ist. Dies bezieht sich nicht nur auf die Animation und den Soundtrack, sondern ebenso auf die allgemeine Stimmung und Atmosphäre innerhalb von „Attack on Titan“, die zunehmend düsterer und vielseitiger erscheint.

Mangaka Hajime Isayama und Wit Studio schaffen es, ein Werk zu kreieren, das im Laufe der Story zwar mehr Fragen aufwirft, als welche zu beantworten, jedoch ist dies im Fall von „Attack on Titan“ keineswegs negativ anzusehen. Tatsächlich fängt man als Zuschauer selbst an mitzurätseln, ohne den Überblick oder das Interesse zu verlieren. Isayama gelingt es dabei, mit den zahlreichen Mysterien und Fragen so zu jonglieren, ohne dass es zu viel oder gezwungen wirkt. Was Thematiken wie den Tiertitanen, Erens Keller oder den wahren Feind der Menschheit angeht, lassen uns Isayama und Wit Studio in der zweiten Staffel weiterhin im Dunkeln tappen.

Die Charaktere kommen bei all dem auf keinen Fall zu kurz. Fernab der bereits genannten Figuren, die im Fokus stehen, wird der restliche Cast, der ohnehin schon facettenreich bestückt ist, nicht vernachlässigt. So haben beispielsweise auch Armin oder Erwin ihre glorreichen Momente, ohne die in der Staffel ganz schön etwas gefehlt hätte. Natürlich verliert Eren nicht seine Stellung als der etwas andere Protagonist und darf ebenfalls ordentlich austeilen, aber auch einstecken – und das nicht nur physisch. Im Übrigen war es ein raffinierter Schachzug, Levi in der vorherigen Staffel eine Verletzung davontragen zu lassen, damit er – zum Nachteil seiner Fans – in diesem Abschnitt nicht wieder alles im Alleingang alles mit seiner Übermacht regelt. So kommen nämlich die anderen Charaktere auch mal zum Zug, ohne dass es gestellt wirkt.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Staffel 2 von „Attack on Titan“ nicht lange fackelt und direkt dort mit der Action weitermacht, wo die Vorgängerstaffel aufhörte. Mit neuen Hintergrundgeschichten wie der von Ymir, packenden Kämpfen sowie zahlreichen Wendungen und Intrigen kann der Anime weiterhin überzeugen, ohne langweilig zu werden oder zu überzogen zu wirken. Wer Spaß an Staffel 1 hatte, wird Staffel 2 mindestens genauso genießen und direkt die nächste verschlingen wollen.

Dynamisch ist hier kein Ausdruck

Neben einer mehr als nur spannenden Handlung und epischen Momenten glänzt „Attack on Titan“ auch in der zweiten Season mit einem unfassbar guten und kraftvollen Soundtrack, der unter die Haut geht. Die ohnehin schon hervorragende Animation wird durch die Musik nur umso authentischer. In diesem Sinne lässt sich also sagen, dass die visuelle Meisterleistung von Wit Studio absolut mit dem musikalischen Talent von Komponist Hiroyuki Sawano (auch bekannt aus „Seraph of the End“, „Blue Exorcist“ oder „Re:Creators“) harmoniert.

Besonders in den buchstäblich gigantischen Schlachten kommt die Animation erst so richtig zur Geltung. Die gelungen durch CGI geprägten Titanen – selbst wenn einige absurd und lustig ausschauen – verlieren nicht ihren Charme und durch den Einsatz der 3D-Manöver-Apparate ist „dynamisch“ mittlerweile ein untertriebener Ausdruck. Gleiches gilt für Transformationssequenzen und die detailreichen Hintergründe. Nicht grundlos erfreut sich „Attack on Titan“ daher ebenso in seiner Aufmachung großer Beliebtheit.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

Zur deutschen Synchronfassung hingegen bleibt nicht allzu viel hinzuzufügen, da sie wie bereits in der ersten Staffel nicht nur sehr gelungen ist, sondern auch dem Originalton gerecht wird. Sowohl der Cast als auch die Leistung und Umsetzung sind qualitativ hochwertig und es fällt stark auf, dass viel Mühe darin steckt. Stimmen wie die von Max Felder (Eren), Nicole Hannak (Mikasa), Marios Gavrillis (Reiner), René Dawn-Claude (Jean), Esra Vural (Ymir) oder Peter Flechtner (Erwin) sind nur einige der zahlreichen Beispiele für eine reich bestückte Synchronbesetzung.

Zwar ist dieses Thema letzten Endes wieder überwiegend Geschmackssache, aber objektiv kann man hier überhaupt nicht meckern. Die VSI Synchron GmbH in Berlin hat in Zusammenarbeit mit René Dawn-Claude, der für Dialogbuch und -regie verantwortlich ist, eine deutsche Synchronisation abgeliefert, auf die man ruhigen Gewissens stolz sein kann.

Extras: Die zweite Staffel von „Attack on Titan“ ist auf zwei Volumes verteilt, die in der Limited Edition insgesamt mit 2 Booklets, einem Poster und 3 Magneten mit den Wappen der Mauern gefüllt sind. Zum ersten Volume (Limited Edition) erhält man zudem einen robusten Sammelschuber, in dem die beiden Volumes verstaut werden können.

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Info

Attack on Titan
Attack on Titan

Attack on Titan Season 2
Original Name: 進撃の巨人
Transkription: Shingeki no Kyojin
Studio: Wit Studio
Deutscher Publisher: KAZÉ
Regisseur: Masashi Koizuka
Drehbuch: Yasuko Kobayashi
Musik: Hiroyuki Sawano
Erschienen am: 1. April 2017 (Japan), 19. August 2019 (Deutschland)
Synchronisation: VSI Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 12 Episoden
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Action, Drama, Fantasy, Mystery
Sprachen: Deutsch, Japanisch (mit deutschen Untertiteln)
Medium: Blu-ray / DVD

Unsere Meinung

Story
80 %
Animation
85 %
Synchronisation
90 %
Preis
85 %

Unser Fazit

Die zweite Season zu "Attack on Titan" setzt unmittelbar nach dem brutalen Kampf aus Season 1 an und macht genauso spannend weiter. Die Staffel kommt mit zahlreichen Wendungen, Intrigen und Hintergrundinformationen daher. Dabei werden endlich auch weitere Charaktere in den Fokus gerückt und es scheint sich etwas noch viel Größeres anzubahnen. Untermalt wird all dies von einer hervorragenden Animation und einem Soundtrack, der für Gänsehaut sorgt.
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