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Elfen Lied war ein Welt-Erfolg, ob Lynn Okamoto diesen wiederholen kann?

Brynhildr in the Darkness – Die Aliens sind unter uns

Mit dem Manga „Elfen Lied“ eroberte der Zeichner Lynn Okamoto international eine große Fan-Gemeinde, ein Erfolg, mit dem seine zweite Veröffentlichung „Brynhildr in the Darkness“ nicht ganz mithalten konnten. Trotzdem wurde auch diese Geschichte als Anime umgesetzt, der trotzdem seinen ganz eigenen Reiz hat. Kazé veröffentlichte den Anime hierzulande auf vier Volumen und in einer Gesamt-Edition.

Ryouta Murakami und seine Kindheitsfreundin Kuroneko lieben es, die Sterne zu beobachten. Vor allem Kuroneko glaubt felsenfest an Außerirdische. Ihre Abenteuerlust bringt die Kinder in große Schwierigkeiten, denn während eines folgenschweren Unfalls verletzt sich Ryouta schwer und Kuroneko stirbt. Obwohl dies schon lange her ist, kämpft der jugendliche Ryouta immer noch mit seinen Erinnerungen und ist weiterhin leidenschaftlicher Astrologe, um den Traum seiner Freundin wahrzumachen und Außerirdische zu finden.

Kindheitserinnerungen
kleine Brynhildr oder auch Kuroneko Bild: Lynn Okamoto / Shueisha / VAP,YTV,YTE,GENCO, DAX PRODUCTION

Dass diese vielleicht näher sind als gedacht, bemerkt er als eines Tages das Mädchen Neko Kuroha auf seine Schule wechselt, die seiner Kindheitsfreundin wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Neko verhält sich Ryouta gegenüber sehr abwehrend und schwört Stein und Bein, den Jungen noch nie gesehen zu haben. Abends besucht Neko Ryouta in seiner Sternwarte und warnt ihn davor, dass er bald sterben wird. Als Ryouta in Lebensgefahr gerät, offenbart Neko übernatürliche Kräfte, mit denen sie den Jungen retten kann. So lernt Ryouta nicht nur, dass Neko eine „Hexe“ ist, sondern dass es auch zahlreiche andere Mädchen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gibt, die aus einer geheimen Forschungseinrichtung geflohen sind und jetzt ums Überleben kämpfen.

Im Laufe der Zeit stoßen immer mehr Mädchen zu der Gruppe rund um Ryouta, Neko und deren Freundin Kana, die alle ihre eigenen Geschichten und Traumata mitbringen. Obwohl natürlich die Action eine gewisse Rolle spielt, sind es vor allem die zwischenmenschlichen Ereignisse rund um Ryouta und die „Hexen“, die den besonderen Reiz der Geschichte ausmachen.

„Hexen“ aus dem Labor

„Brynhildr in the Darkness“ ist inhaltlich eine Mischung aus Fantasy, Drama und Action. Während die „Hexen“ mit ihren Fähigkeiten auf den ersten Blick beneidet werden könnten, erweist sich die Geschichte hinter diesen Kräften als sehr viel interessanter. Eigentlich  handelt es sich bei ihnen im eigentlichen Sinne um Versuchskaninchen, wobei die Mädchen instrumentalisiert werden, um den Interessen einiger weniger zu dienen. Dass diese aus der Situation fliehen, ist ebenso verständlich.

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Die Idee, dass Menschen durch Experimente außergewöhnliche Fähigkeiten bekommen, ist nicht neu, in der vorliegenden Umsetzung aber trotzdem spannend erzählt. Gerade durch die verschiedenen Hintergründe und Persönlichkeiten der Mädchen findet jeder Zuschauer schnell einen Lieblingscharakter. Dadurch, dass die Figuren immer mal wieder Einblicke in ihre Vergangenheit gewähren, wirken sie außerdem nahbarer und tragen somit ebenfalls zur Spannung innerhalb der Geschichte bei.

Wissenschaft auf hohem Niveau
Magie der Wissenschaft Bild: Lynn Okamoto / Shueisha / VAP,YTV,YTE,GENCO, DAX PRODUCTION

Zwar leidet darunter ein wenig die Geschwindigkeit der Erzählung, allerdings musste das Team um Kenichi Imaizumi immerhin die Handlung von 18 Manga-Bänden in 13 Episoden, plus einer Zusatz-Folge unterbringen, sodass das Tempo an sich durchaus ansprechend ist. Die Action nimmt ebenfalls einen kleinen Raum ein, bleibt aber hinter den teils sehr dramatischen Einblicken in das Leben der Hexen zurück. Gerade deswegen ist „Brynhildr in the Darkness“ aber sowohl für männliche als auch weibliche Zuschauer interessant. Während sich die Herren der Schöpfung an den actionreichen Kämpfen erfreuen können, bleibt immer noch genug fürs Herz übrig, um auch die holden Damen bei Laune zu halten.

Brynhildr im Spiegel der Zeit

Lynn Okamoto bedeutet immer auch einen gewissen Anteil Gewalt und Fan-Service, der auch bei „Brynhildr in the Darkness“ durchaus vorhanden ist. Deswegen ist der Anime nur für ältere Zuschauer zu empfehlen. Allerdings bleibt alles im Rahmen, obwohl einige Szenen nichts für Menschen mit einem schwachen Gemüt sind. Die Mädchen sind auf spezielle Pillen angewiesen, damit ihre Körper nicht von den Aliens, denen sie ihre Fähigkeiten verdanken, zerstört werden. Allerdings wird den flüchtigen Hexen natürlich der Nachschub abgeschnitten, sodass viele der Zerstörung ihres Körpers nichts entgegenzusetzen haben.

Magerinnen haben kein leichtes Leben
Ende mit Schrecken Bild: Lynn Okamoto / Shueisha / VAP,YTV,YTE,GENCO, DAX PRODUCTION

Insgesamt weiß der Anime aus dem Studio Arms mehr mit der Story als mit der grafischen Umsetzung zu überzeugen. Zwar sind die weiblichen Charaktere oftmals optisch gut ausgestattet, an der Mimik hapert es aber. Oftmals wirken die Gesichter einfach nur nichtssagend und können die Emotionen, die die Figuren eigentlich in sich tragen, nur schwer transportieren. Zwar geht der persönliche Stil Okamotos ebenfalls in diese Richtung, allerdings hätte man im Anime mehr Möglichkeiten für ein wenig zusätzlichen emotionalen Ausdruck zu sorgen, die nicht genutzt werden.

Auch bei den Kampfszenen kann die Serie nicht mit anderen Produktion ihrer Zeit mithalten. Gerade, wenn es richtig hoch hergeht, wirkt die Darstellung oft verschwommen, sodass die Kämpfe an sich eher unrund wirken. Brunhilde, auch Brynhildr geschrieben, ist eine kämpferische Figur oder auch Walküre der nordischen Sagenwelt. Dementsprechend erscheint es im Anime logisch, dass es nur weibliche Hexer gibt, während Ryouta und die Wissenschaftler die einzigen männlichen Charaktere sind, denen eine größere Bedeutung beigemessen wird.

Freunde klarer Worte

Brynhildr und ihre Freunde
lebende Puppe Bild: Lynn Okamoto / Shueisha / VAP,YTV,YTE,GENCO, DAX PRODUCTION

Auch was die Sprache angeht, ist „Brynhildr in the Darkness“ nur bedingt für jüngere Zuschauer geeignet. Vor allem die „Magierin“ Kazumi Schlierenzauer nimmt so gut nie ein Blatt vor den Mund und benutzt neben ihren Fäusten, vor allem Ryouta gegenüber, gern eine deutliche Sprache, um ihre Anliegen vorzutragen. Ihre Sprecherin Manuela Bäcker blickt schon auf eine lange Anime-Karriere zurück, sodass sie die coole Kazumi, die das Herz aber trotzdem am richtigen Fleck hat, überzeugend darstellen kann.

Auch die anderen Mitglieder des Casts machen ihre Sache gut, sodass der Anime auch in Deutsch angeschaut werden kann. Vor allem Arlette Stanschus muss sich mächtig ins Zeug legen, schließlich muss sie als eine Art Roboter-Stimme der fast vollständig gelähmten Kana einen gewissen menschlichen Anstrich geben, obwohl diese eher aussieht wie eine hübsch zurecht gemachte Puppe in Lebensgröße. Gleichzeitig muss Jesse Grimm als Ryouta versuchen in der Masse holder Weiblichkeit, die ihn umgibt, nicht unterzugehen und seinen „Harem“ bei Laune zu halten.

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Fazit

„Brynhildr in the Darkness“ weiß inhaltlich mit einer Story zu überzeugen, die man auf den ersten Blick nicht erwartet. Die Magierinnen verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten, die allerdings ihren tödlichen Preis haben. Gerade die Dramen, die sich um die weiblichen Figuren drehen, sorgen für Spannung. Die Tatsache, dass Ryouta als Hahn im Korb versuchen muss, die verschiedenen Mädchen halbwegs unter Kontrolle zu halten, sorgt auch für die eine oder andere amüsante Situation.

Zwar sorgen die verschiedenen Charaktere für Abwechslung und halten die Spannung hoch, insgesamt springt der Funke aber nicht über. Der Anime liefert das Material für einen entspannten, spannenden Fernseh-Abend, der ganz große Sprung ist dem Studio Arms mit seiner Umsetzung aber nicht gelungen, was unter anderem an den meist eher statischen Gesichter der Figuren liegt.

Info

Brynhildr in the Darkness
Brynhildr in the Darkness Bild: Lynn Okamoto / Shueisha / VAP,YTV,YTE,GENCO, DAX PRODUCTION

Brynhildr in the DarknessOriginal Name: 極黒のブリュンヒルデ
Transkription: Gokukoku no Buryunhirude
Studio: Arms
Deutscher Publisher: KAZÉ Anime
Regisseur: Kenichi Imaizumi
Drehbuch: Yukinori Kitajima
Musik: Nao Tokisawa
Erschienen am: Juli 2020
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH
Dialogregie: Clemens Gerhard
Dialogbuch: Peer Pfeiffer
Länge: 13 Episoden + 1 OVA
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Drama, Science Fiction
Sprachen: Deutsch, Japanisch mit deutschen Untertiteln
Medium: Disk (DVD und Blu-ray)

Unsere Meinung

Story
89 %
Animation
81 %
Synchronisation
88 %
Preis
84 %

Unser Fazit

"Brynhildr in the Darkness" verbindet Drama mit Fantasy und streut noch eine Prise Gewalt und Fan-Service darüber. Insgesamt bietet die Handlung verschiedene interessante Aspekte, kann die wenigsten allerdings zu Ende auflösen, sodass die Handlung oftmals gefühlt vor sich hin plätschert. Für einen spannenden Anime-Abend bietet die Reihe allerdings trotzdem mehr als genug Material.
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