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LEONINE holt einen wahrlich zauberhaften Anime zu uns nach Deutschland

Die Welt in allen Farben – Iroduku

Mit „Die Welt in allen Farben“ holt LEONINE einen Anime nach Deutschland, der mit einer zauberhaften Geschichte aufwartet, die optisch auch noch mehr als ansprechend verpackt ist. Die Mischung aus Magie, Teenie-Drama und ganz großen Gefühlen zieht den Zuschauer in ihren Bann und lässt ihn nicht mehr los.

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In der Welt des Anime gehört Magie zum Alltag, auch wenn sie nicht von viele Menschen aktiv angewendet werden kann. Die Schülerin Hitomi Tsukishiro gehört zu Menschen, die dies eigentlich können. Ein traumatisches Ereignis in ihrer Kindheit führt allerdings dazu, dass sie die Magie hasst. Außerdem kann sie seit damals keine Farben mehr sehen, ihre Welt besteht nur noch aus grauen Tönen. Hitomis Großmutter Kohaku ist eine sehr begabte Magierin und schickt ihre Enkelin an einem Abend mit einem Zeit-Zauber insgesamt 60 Jahre zurück in die Vergangenheit, in eine Zeit, in der sie selbst noch die Oberschule besucht und im selben Alter ist wie Hitomi.

Durch den Zauber landet Hitomi im Zimmer von Yuito Aoi. Als aus dessen Fenster türmt, wird sie von seinen Freunden Asagi und Kurumi gefilmt. Hitomi ist mit der Welt der Vergangenheit ziemlich überfordert, weil viele technische Hilfsmittel, die den Alltag in ihrer Zeit leichter machen, im Jahr 2018 noch nicht zur Verfügung stehen. Später trifft Hitomi wieder Asagi und ihre Freunde, die ihr anbieten, sie zu dem Zauberladen zu führen, den ihre Familie bereits seit Generationen betreibt. Dort wird das Mädchen mit offenen Armen aufgenommen.

Neue Freunde
Alte Zeit und neue Freunde Bild: IRODUKU The World in Colors Project

In der Schule lernt Hitomi die ehemaligen Klassenkameraden ihrer Großmutter und deren jüngere Form besser kennen. Gemeinsam erlebt die Gruppe, die sich der Fotografie verschrieben hat, ihren Alltag. Nachdem Hitomi zufällig ein Bild von Yuito sieht, stellt sie fest, dass sie dort die Farben sehen kann. Zwischen den beiden eher ruhigen Charakteren entspinnt sich langsam eine enge Verbindung. Allerdings ist es irgendwann an der Zeit für Hitomi wieder in ihre Zeit zurückzukehren.

Die Sache mit der Magie

Hitomis Welt in Grau und Schwarz Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Zu Anfang wird der Zuschauer direkt in Hitomis kleine graue Welt geworfen, in der das Mädchen, auch durch ihre eigenen Entscheidungen, sehr einsam ist. Mit ihrer Fähigkeit Farben zu sehen hat Hitomi auch ihre Lebensfreude verloren. Da sie generell ein eher introvertierter Charakter ist, fällt es ihr außerdem schwer, sich anderen zu öffnen und so Freunde zu finden. Um ihrer Enkelin wieder auf die Beine zu helfen, schickt ihre Großmutter sie zurück in ihre eigene Jugend, wohl wissend, dass sie und ihre Freunde, die Hitomi dort treffen wird, deren Welt wieder Farben verliehen werden.

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Insgesamt macht es sich P.A. Works mit dieser Zeitreise aber ziemlich einfach, denn obwohl Hitomi die Welt der Vergangenheit eher fremd ist, wird sie in ihrer Vergangenheit-Familie ohne große Fragen aufgenommen und einfach ins Familienleben integriert. Auch das Zusammentreffen mit denjenigen, die ihr auf ihrer Reise in die Welt der Farben helfen, erfolgt relativ schnell. Allerdings werden innerhalb kürzester Zeit sehr viele verschiedene Charaktere eingeführt, für die kaum Zeit bleibt, sie und ihre Geschichten ordentlich vorzustellen. Insgesamt legt das Studio mehr Wert auf eine aufwendige Optik als darauf, die Figuren richtig vorzustellen. Deswegen fällt es teilweise auch schwer, mit diesen richtig warmzuwerden.

Magie als Kunst
Magische Kunst Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Auch Hitomis Geschichte und deren Beweggründe werden erst im Laufe der Zeit offengelegt, sodass es die Protagonistin den Zuschauern nicht leicht macht, sich ihr emotional anzunähern. An dieser Stelle hätte man der Geschichte einfach mehr Zeit geben sollen, anstatt sie in 13 Episoden zu pressen. Erst zum Ende hin gewinnt die Handlung so richtig an Tempo und gerade, wenn es so richtig schön dramatisch wird, heißt es für Hitomi zurück in ihre Zeit. Auf diese Weise verhindert P.A. Works aber zumindest, dass die Handlung ins Kitschige abgleitet. Denn selbstverständlich muss nur der Richtige daher kommen und schon sieht Hitomis Welt wieder völlig anders, eben kunterbunt, aus.

Trotzdem weiß „Die Welt in allen Farben – Iroduku“ den Zuschauer zu unterhalten. Die Situationen, in die Hitomi nicht nur ihre Zeitreise, sondern auch ihre fehlende Erfahrung was Magie angeht, stolpert sorgen immer wieder für Erheiterung. Auch die Figuren und deren wechselseitige Beziehungen sorgen dafür, dass die Geschichte insgesamt nicht langweilig oder langatmig wirkt, vielmehr bleiben Fragen und Andeutungen offen, für die man sich ein paar weitere Erklärungen gewünscht hätte.

Plötzlich ist die Welt bunt

Was „Die Welt in allen Farben“ an der Handlung fehlt, macht das Studio P.A. Works mit den Animationen mehr als wett. Gerade die krasse Diskrepanz zwischen der Welt, wie Hitomi sie sieht und der ihrer Freunde wird wunderbar herausgearbeitet. Während die Menschen in ihrem Umfeld eine Kaskade aus Farben erleben, sieht das Mädchen nur verschiedene Grautöne, was auch im Alltag für mancherlei Unfällen sorgt. Optisch kann man an dieser Stelle natürlich viel machen, was auch zur Stimmung innerhalb der Geschichte beiträgt.

Welt der Farben
Farben bestimmen das Leben Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Wenn Hitomi dann die Welt der Farben für sich wieder entdeckt, wird diese prächtiger dargestellt, als sie eigentlich ist. Diese Art der Darstellung begeistert aber gleichzeitig den Zuschauern, denn sie wirkt sich auf die verschiedenen Aspekte aus. Selten wurden in einem Anime eine Landschaft oder nur ein einfacher Abendhimmel mit so viel Liebe zum Detail und auch zu kleinen Farbnuancen dargestellt, wie in Die Welt in allen Farben.

Auch die Magie, die Hitomi und ihre Familie zustande bringt, sorgt immer wieder für Begeisterung und das nicht nur bei den Menschen in ihrer Umgebung. In diesen Momenten greift das Anime-Studio immer wieder tief in die Effekt-Kiste und sorgt so für mehr zauberhafte Bilder, die zwar so in der Realität nicht funktionieren würden, die Welt des Anime dafür aber noch weiter bereichern. Trotzdem der Anime aus dem Jahr 2018 stammt, brauchen sich die Animationen insgesamt hinter heutigen Werken nicht zu verstecken.

Leider bleiben die Figuren, was ihre Gestaltung angeht in dieser Welt der Feinheiten ein wenig auf der Strecke. Man begnügt sich mit Charakteren, wie sie in jedem 0815-Schul-Anime vorkommen und belässt es größtenteils auch bei diesen Stereotypen, die zwar einen gewissen Wiedererkennungswert haben, dem Gesamtbild des Anime aber nicht gerecht werden.

Vorteil und Nachteile gesammelt
Figuren im Einheits-Schick Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Die deutsche Synchronisation aus dem Hause EuroSync in Berlin überzeugt mit einer fundierten Arbeit, die aus den insgesamt eher schwachen Charakter das Maximum herauszuholen versucht. Leslie-Vanessa Lill hat bereits einigen Anime-Figuren ihre Stimme geliehen, was ihr bei ihrer aktuellen Aufgabe nicht geschadet hat. Hitomi ist keine leicht zu sprechende Rolle, denn anfangs wirkt sie extrem verschlossen, sodass kaum eine Annäherung an sie möglich ist, der eher gleichmütige Gesichtsausdruck ist an dieser Stelle ebenfalls keine Hilfe, deswegen muss die Sprecherin viel über die Stimme regeln, um dem Charakter wenigstens ein wenig Leben einzuhauchen.

Meister-Magierin mit Anlaufschwierigkeiten
„Oma“ Kohaku Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Petra Barthel und Marie Hinze leisten als Kohaku Tsukishiro ebenfalls gute Arbeit und schaffen es ansprechend die Entwicklung, die ein Mensch im Laufe seines Lebens nehmen kann rüberzubringen. Während die junge Kohaku noch eher unbedarft und mit viel Elan durchs Leben stürmt, erweist sich die ältere zwar als ernsterer Charakter, ohne allerdings den Schalk ihrer Jugend völlig vergessen zu haben.

Nur Vincent Fallow als Yuito Aoi fällt ein wenig auf, denn er klingt ein wenig älter, als es seine Rolle impliziert. Selbst wenn man bedenkt, dass Yuito ein sehr ernster und erwachsener Charakter ist, erscheint seine Stimme für einen Oberschüler schon sehr erwachsen.

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Fazit

Fans ruhiger Geschichten werden an „Die Welt in allen Farben“ ihre Freude haben, denn die Handlung entwickelt sich mit viel Zeit und vor allem die Entwicklung der Beziehungen der Charaktere zu Hitomi erfolgt langsam. Auch die zarte Liebesgeschichte zwischen ihr und Yuito wird schön erzählt, auch wenn das klassische Happy End leider doch ausbleibt.

Vor allem die grafische Umsetzung weiß zu begeistern, denn was die Bilder angeht, brennt P.A. Works ein Feuerwerk ab, das seines gleichen sucht. Auch das Spiel mit Farbe und Schweiß-Weiß-Szenen sorgt für eine sehr gelungene Abwechslung und hebt den Anime ansprechend von anderen Werken ab. Zwar können die Figuren mit der allgemeinen Gestaltung der Geschichte nicht mithalten, trotzdem können sich die Zuschauer auf eine schöne abendfüllende Serie freuen.

Info

Iroduku kommt nach Deutschland
Iroduku auf Deutsch Bild: IRODUKU The World in Colors Project

Die Welt in allen Farben – Iroduku
Original-Name: 色づく世界の明日から
Transkription: Irozuku Sekai no Ashita kara
Studio: P.A. Works
Deutscher Publisher: LEONiNE
Regisseur: Toshiya Shinohara
Drehbuch: Yuko Kakihara
Musik: Yoshiaki Dewa
Erschienen am: 6. Oktober 2018 (Japan), 19. Februar 2021 (Deutschland)
Synchronisation: EuroSync GmbH, Berlin
Dialogregie: Yannick Forstenhäusler
Länge: 13 Episoden
Freigegeben ab: 12 Jahren
Genre: Drama, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch (mit deutschen Untertiteln)
Medium: Blu-ray / DVD

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Unsere Meinung

Story
88 %
Animation
95 %
Synchronisation
89 %
Preis
88 %

Fazit

"Die Welt in allen Farben –Iroduku" weiß vor allem optisch zu überzeugen. Das Zusammenspiel von statisch schwarzen und weißen Sequenzen mit denen in Farbe sorgt für eine außergewöhnliche Stimmung. Vor allem bei den Farbbildern zeigt das Anime-Studio P.A. Works was es draufhat. Die Figuren können diesem hohen Anspruch zwar nur bedingt gerecht werden, allerdings macht der Anime trotzdem Spaß und weiß mit einer Mischung aus Drama, Romantik und Magie zu überzeugen.
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