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Gesehen: Sailor Moon Crystal, Vol. 1 (Blu-ray)

Ende April 2016 brachte Kazé die erste Ausgabe von Sailor Moon Crystal mit den Folgen 1 bis 7 auf den deutschen Markt. Wir warfen einen Blick in dessen Blu-ray-Version.

Worum geht es?

Usagi Tsukino ist im zweiten Jahr der Mittelschule, etwas tollpatschig und eine richtige Heulsuse, dennoch entpuppt sie sich als Frohnatur. Eines Tages trifft sie auf Luna, einer schwarzen Katze mit einem Halbmond auf der Stirn. Diese macht Usagi zur Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit. Mit einem Verwandlungsstift wird sie zu Sailor Moon und nimmt den Kampf gegen böse Kreaturen auf. Wie gut, dass das Mädchen unerwartet Unterstützung von einem Maskierten bekommt. Unerklärliche Begebenheiten bahnen sich an …

Die Story

Wer Naoko Takeuchis Sailor Moon-Manga gelesen hat und den populären Originalanime von Toei Animation aus den 90ern kennt, der weiß, dass die Serie großteils aus Filler-Folgen besteht. Des Weiteren wurden nur gewisse Handlungsaspekte übernommen oder umgeschrieben und vieles erst gar nicht aufgegriffen. Pretty Guardian Sailor Moon Crystal sollte genau dies ändern: Ziel der Macher ist es, einen Anime zu kreieren, welcher auch tatsächlich nach der Manga-Vorlage geht.

Sailor Moon Crystal Vol 1
© Naoko Takeuchi/PNP/Kodansha/Toei Animation
© 2016 VIZ Media Switzerland SA

Das Ergebnis lässt sich bereits in den ersten sieben Episoden auf Volume 1 sehen. So führen diese Folgen die Charaktere Usagi Tsukino, Ami Mizuno, Rei Hino, Makoto Kino und Mamoru Chiba ein, wenngleich dies auf eine ähnliche Art geschieht, wie im 90er Anime. Handlungstechnisch bleiben die ersten sieben Folgen der Manga-Vorlage treu – dementsprechend besitzen die Episoden auch den Titel der ersten sieben Kapitel.

Abweichungen in der Story sind dennoch zu erkennen. Gewisse technische Dinge wurden selbstverständlich von den Machern modernisiert (man bedenke, der Manga stammt aus den 90ern, da gab es natürlich noch keine Smartphones). Auch bleiben dem Zuschauer Jadeite und Nephrite noch etwas länger in der Handlung erhalten, was allerdings die Neugier des Betrachters steigert.

Neben dieser positiven Abweichung existieren jedoch auch negative. Sowohl im Originalanime als auch in der Manga-Vorlage ist es in Episode 4 Alkohol, der Usagi in ihrem Prinzessinnen-Kleid schläfrig macht. Für Sailor Moon Crystal haben sich die Macher für eine andere (unlogische) Variante entschieden. Leider ein gescheiterter Versuch dem Alkoholthema auszuweichen. Relativ schwach empfand ich ebenso den Kulissenwechsel in Folge 6: Während Usagi hier zunächst weit entfernt vom Schlachtfeld ist, taucht sie dort relativ schnell auf, um dann nach dem Sieg wieder an den Ursprungsort zurückzukehren (ihre verletzten Freunde dort zurückzulassen), wo Tuxedo Mask auf sie wartet. Eine etwas fragwürdige Situation, würde ich mal behaupten.

Sailor Moon Crystal Vol 1
© Naoko Takeuchi/PNP/Kodansha/Toei Animation
© 2016 VIZ Media Switzerland SA

Die Idee

Naoko Takeuchi verbindet in ihrem Sailor Moon-Manga das Magical-Girl-Genre mit mythologischen sowie astronomischen Elementen und lies sich von der japanischen Volkserzählung der Mondprinzessin Kaguya inspirieren. In einem weiteren Artikel ging ich bereits ausführlich auf die Inspirationen ein. Selbiges findet man natürlich auch in Sailor Moon Crystal wieder. Die Idee finde ich für einen Titel aus den 90er Jahren originell und sehr märchenhaft. Dazu kommt auch der Fakt, dass das Werk als Vorreiter des aktuell beliebten Magical-Girl-Genres gilt und die Rolle der starken Frau in den Vordergrund stellt.

Die Charaktere

Die Charaktere besitzen ihre bekannten Marotten, wie man sie aus dem Originalanime der 90er kennt, nur teilweise. Der Fokus liegt bei ihrem Verhalten weniger auf das Provozieren von Slapstick, wodurch die Protagonisten reifer beziehungsweise braver wirken. Dies fällt allerdings weniger bei der tollpatschigen Usagi auf, sondern vielmehr bei Rei. Bei ihr muss man anmerken, es gibt in Sailor Moon Crystal so gut wie keine Sticheleien ihrerseits gegenüber Usagi, wie man es aus dem 90er Anime kennt. Was allerdings auch auffällt: Mamoru/Tuxedo Mask wird – wie es die Manga-Vorlage vorsieht – stärker im Geschehen positioniert und auch die Romanze zwischen ihm sowie Usagi deutlicher dargestellt.

Die Einführung der Charaktere Ami Mizuno (Sailor Merkury) und Rei Hino (Sailor Mars) ist im Storyverlauf leider nicht volltrefflich gelungen, wobei dies auch im Manga der Fall. Die zwei Figuren wirken im Anime bisher noch sehr steif und leblos, auch ist das Zusammenspiel zwischen den beiden und Usagi zu oberflächlich gestaltet. Dies liegt aber mitunter auch daran, dass die Geschichte relativ schnell voranschreitet (eben wie im Manga), was natürlich den Nachteil mit sich bringt, dass den Figuren nicht die Zeit gegeben wird, sich zu entfalten.

Die Animation

Toeis Animationen sind dem heutigen Niveau angepasst, die Farben darin vielleicht etwas zu sehr aufgehellt bzw. weich gezeichnet. Dennoch gab das Studio Pretty Guardian Sailor Moon Crystal ein i-Tüpfelchen: Die Verwandlungssequenzen wurden CGI animiert! Sie entpuppt sich meiner Meinung nach aber nicht als übertrieben dargestellt. Gerade weil die Animation sonst eher nach heutigem Standard und unspektakulär ausschaut, setzte Toei hier ein ansprechendes Augenmerk. Auch entpuppen sich die Eyecatcher als simple aber attraktiv. Wiederum sind ebenso die Videos zum Opening und Ending hübsch anzuschauen.

Sailor Moon Crystal Vol 1
© Naoko Takeuchi/PNP/Kodansha/Toei Animation
© 2016 VIZ Media Switzerland SA

Verwendet wurde das Charakterdesign aus der Manga-Vorlage. Naoko Takeuchis Artworks sind an sich schon sehr speziell, was auch nicht weiter schlimm ist. Leider gelingt es Toei Animation nicht, die Qualität auf demselben Level beizubehalten, sodass die Proportionen und Gesichtszüge oftmals schief und krumm aussehen, was die Figuren noch »ungewöhnlicher« wirken lässt – natürlich im negativen Sinne. Dazu kommen leider seltsam gesetzte Gesichtsschattierungen.

Der Sound

Die musikalische Untermalung verspricht märchenhafte Stimmung. Der Zuschauer hört hier teilweise orchestrale Hintergrundmusik, welche spannende oder romantische Momente treffend untermalt. Sowohl Opening- als auch Ending-Song entpuppen sich als melodisch, wenngleich der Gesang von Momoiro Clover Z weniger überzeugt.

Die Synchronisation

In der japanischen Vertonung kehrt Kotono Mitsushi als einzige Seiyu aus dem Originalanime in ihre Rolle der Heldin Usagi Tsukino/Sailor Moon zurück. Alle anderen Figuren wurden neu besetzt. Bei der deutschen Vertonung wurde dies genauso gehandhabt. Toei wählte in diesem Fall die Synchronsprecher in einem Casting aus und wollte selbst beim Drehbuch, welches Uwe Thomsen, Sonja Tièschky und Beate Pfeiffer erarbeiteten, garantieren, dass keinerlei Fehler gemacht werden, wenngleich dies dennoch passiert ist. 

Im Großen und Ganzen hielt man sich darin an die japanische Fassung, allerdings haben sich kleine Änderungen oder Fehler eingeschlichen. In meinen Augen der derbste: Frau Haruna = Frau Frühling. Auf die japanischen Suffixe verzichteten die Autoren (z.B. Mamo-chan = Mamo), was ich jedoch nicht als negativ empfinde (ist mir lieber als eine eingedeutschte Verniedlichung oder ein erzwungenes Japanisch). Die Attackennamen und Verwandlungssprüche entsprechen dem japanischen Original, auch bei der Betitelung der Figuren achtete man darauf, dass sie der Vorlage zugrunde liegen. So werden die Planetennamen der Sailor-Kriegerinnen in englischer Aussprache wiedergegeben.

Hierzulande kehrt Sabine Bohlmann in die Rolle der Sailor Moon zurück. Sie verlieh der Heldin bereits in der ersten Staffel des Originalanime ihre Stimme, was dem Ganzen in meinen Augen eine gewisse Nostalgie verleiht. Sabine Bohlmann ist für mich einfach die bessere „Sailor Moon“ (auch im Kontrast zu ihrer japanischen Besetzung) und meistert die Aufgabe sehr gut.

Mit Johannes Raspe (u.a. Feststimme von Robert Pattinson) wurde Mamoru/Tuxedo Mask besetzt. Zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig findet er schnell in die Rolle hinein und spielt sie sehr gut aus.

Sailor Moon Crystal Vol 1
© Naoko Takeuchi/PNP/Kodansha/Toei Animation
© 2016 VIZ Media Switzerland SA

Leslie-Vanessa Lill spricht im Deutschen Ami/Sailor Mercury. Mit ihrer Interpretation habe ich persönlich noch Probleme, da es sich an einigen Stellen so anhört, als würde sie ihre Stimme vorsätzlich in die Höhe drücken, wenngleich Lill Amis Persönlichkeit gut darstellt. Die Verwandlungssprüche werden von ihr auch noch nicht so auf dem Punkt gebracht – da fehlt mir etwas mehr Begeisterung.

Laura Maire haucht wiederum Rei/Sailor Mars Leben ein. Mit ihr bekommt der Charakter nicht nur eine warme, kräftige Stimme, die besonders bei Attacken und dem Verwandlungsspruch zur Geltung kommt, sondern auch eine weiblich klingende, die Reis mysteriöse Art gut transportiert. Wenngleich sie dies zu Beginn vielleicht noch ein wenig zu viel zum Ausdruck bringt – in Episode 3 sprach die Synchronsprecherin manche Dialoge etwas zu wehleidig. Dennoch findet auch Maire in den darauffolgenden Episoden in ihre Rolle hinein.

Auch etwas gewöhnungsbedürftig ist zumindest anfangs die sanfte Stimmfarbe von Lea Kalbhenn auf Makoto/Sailor Jupiter. Dennoch gewöhnt man sich schnell daran. Auch sie spielt die Rolle authentisch aus.

Angela Wiederhut ist wiederum als Queen Beryl zu hören. Diese kennt man normalerweise aus sanft/weiblich klingenden Figuren. Als Queen Beryl drückt sie ihre Stimme jedoch in einigen Dialogen in die Tiefe, was dann leider nicht so authentisch klingt. Dies macht Wiederhut allerdings nicht durchweg. Im Großen und Ganzen macht sie einen akzeptablen Job, was man auch über den restlichen deutschen Cast sagen kann.

Auf Caroline Combrinck (Minako/SailorVenus), die in Volume 1 nur kurz zu hören ist, und den deutschen Stimmen der vier Generäle gehe ich in der Rezension zu Ausgabe 2 näher ein.

Extras

Euch erwarten als Extras ein Booklet, vier Postkarten und zwei Magnete. Auf der Disc selbst sind das Clear Opening sowie Ending inkludiert.

Sailor Moon Crystal Vol. 1
Sailor Moon Crystal Vol. 1

Fazit

Sailor Moon Crystal präsentierte in den ersten sieben Folgen wenige Defizite in der Darstellung der Protagonisten und im Storyverlauf. Ein bisschen mehr hapert es dagegen bei der Animation hinsichtlich des Charakterdesigns, welches nicht durchweg konstant gut erscheint. Die deutsche Vertonung kommt qualitativ daher, wenngleich man sich an die neue Besetzung gewöhnen muss. Im neuen Cast stechen mir persönlich Johannes Raspe, Lea Kalbhenn und Laura Maire positiv hervor. Im Dialogbuch haben sich allerdings wenige Fehler eingeschlichen. Insgesamt betracht hält sich dieses jedoch überwiegend an die japanische Fassung. Kazé schenkte dem Release eine schicke Aufmachung. Selbst die japanischen DVD/Blu-ray-Covers wurden verwendet (ob nun als Frontbild oder für die beiliegenden Postkarten). Für „Sailor Moon“-Fans ist diese Publikation ein Pflichtkauf, um die Serie originalgetreu kennenzulernen.

Info
Sailor Moon Crystal, Vol. 1
Original Name: 美少女戦士セーラームーンCrystal
Transkription: Bishojo Senshi Sailor Moon Crystal
Studio: Toei Animation
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Munehisa Sakai
Drehbuch: Yuji Kobayashi
Musik: Yasuharu Takanashi
Erschienen am: April 2016
Synchronisation: Rescue Film GmbH, München
Dialogregie: Pascal Breuer, Caroline Combrinck, Dominik Auer
Länge: Folge 1 bis 7, 175 Minuten
Freigegeben ab: 12 Jahren
Genre: Magical Girl, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Medium: Blu-ray, DVD
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