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Home Popkultur Anime Gintama Volume 1 (Blu-ray) - Eine Minute Animation ist eine Menge Arbeit!

Gintama Volume 1 (Blu-ray) – Eine Minute Animation ist eine Menge Arbeit!

Am 10. April erschien beim Publisher KSM Anime die erste Box des beliebten Shōnen-Anime Gintama mit den ersten 13 Episoden. Diese haben wir uns selbstverständlich für euch angeschaut.

Gintama spielt in einer alternativen Welt zum Ende der Edo-Periode im 19. Jahrhundert. Außerirdische, die sich Amanto nennen, haben in Japan die Macht ergriffen und das Tragen von Schwertern verboten. So kam es zum Niedergang der Samurai. Doch Gintoki Sakata fühlt sich weiterhin den Idealen der Samurai verpflichtet und trägt ein (Holz-)Schwert. Weil er sein altes Leben nicht mehr fortsetzen kann bzw. will, beginnt Gintoki ein neues Leben als „jack of all trades“, wobei er für Geld fast alle Aufträge annimmt. Seiner selbst gegründeten „Alles-Agentur“ (Yorozuya) schließen sich durch gewisse Umständen der junge Shinpachi Shimura, das Amanto-Mädchen Kagura und ihr pelziger Begleiter Sadaharu an. Gemeinsam stellen sie die Stadt Edo mehr auf den Kopf, als sie Aufträge erfüllen können.

Verrückt oder einfach nur genial?

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Der Anime ordnet sich u.a. dem Shōnen-Genre zu und erfüllt dementsprechend diverse Stereotypen. Das Besondere bei Gintama ist jedoch, dass permanent absichtlich auf die Erfüllung dieser Klischees hingedeutet wird und diese so auf humorvolle Weise ins Lächerliche gezogen werden. Nicht selten kommt es dabei vor, dass zahlreiche andere Manga- und Anime-Titel ebenfalls durch den Kakao gezogen werden. So erwarten den Zuschauer gleich zu Beginn der Serie Anspielungen auf Titel wie Bleach, One Piece und viele mehr. Nebenbei wird kräftig Werbung für das Weekly Shonen Jump Magazin gemacht. Hin und wieder holt der Anime sogar noch weiter aus und verweist auf westliche Klassiker wie Star Wars oder E.T. Oftmals werden diese Gags, die ab und an auch ziemlich obszön sein können, mit Wortspielen oder Doppeldeutigkeiten übermittelt.

Was die Handlung und die Charaktere angeht, nimmt sich der Anime selbst nie wirklich ernst, obwohl er in einigen Sequenzen vorgibt, es zu versuchen. Doch auch das ist in der Regel bloß eine falsche Fährte. Eine weitere Eigenschaft der Serie ist das ständige Durchbrechen der vierten Mauer. Trotz des hohen Comedy-Anteils mangelt es nicht an Action – und selbst einige ernste Sequenzen lassen sich sehen. Immerhin werden auch die vermeintlich düsteren Vergangenheiten der Figuren thematisiert. Daher sollte man nicht zu schnell davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen reinen Comedy-Titel handelt.

Die Story an sich ist zu Beginn sehr simpel gehalten und wird nach einer Doppelfolge zur Einführung erst einmal in der Zeit zurückgedreht, sodass wir die Zusammenkunft der Hauptcharaktere besser nachvollziehen können. Der Aufbau der Geschichte wirkt zunächst eher episodisch, doch ein roter Faden ist dennoch erkennbar. Die originelle Mischung aus Samurai und Aliens funktioniert hierbei äußerst gut.

Das sind doch bloß Cartoon-Figuren… Oder nicht?

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Die Charaktere haben im Prinzip alle einen Sprung in der Schüssel, manche mehr, manche weniger. Genau das macht die drei Pleitegeier von der Alles-Agentur und einige Mitglieder der Shinsengumi auch so faszinierend, da sie ziemlich speziell sind, um es mal vorsichtig zu formulieren. Mit ihren durchgeknallten und unterschiedlichen Persönlichkeiten ziehen sie den Zuschauer in ihren Bann und bringen ihn nicht selten zum Schmunzeln. Da verzeiht man ihnen auch schnell mal einen gelegentlichen obszönen Spruch, sofern man solchen für gewöhnlich abgeneigt ist. Zudem wirkt es oftmals so, als hätten manche von ihnen eine Tasse Kaffee zu viel getrunken, so aufgedreht wie sie sein können. Kagura ist dafür ein ideales Beispiel.

Eine starke und besondere Auffälligkeit bei den Charakteren ist, dass sie so dargestellt werden, als seien sie sich ihrer fiktiven Existenz als Figur in einem Anime (oder Manga) bewusst. Dies lässt sich an diversen Aussagen einiger Charaktere festmachen. Das ist zwar etwas merkwürdig, aber gleichzeitig ebenso amüsant. Ein weiteres Merkmal von Gintama sind die häufig sinnfreien Dialoge und Diskussionen. Entweder folgen hier Antworten, die mit der Ausgangsfrage kaum oder gar nichts zutun haben, oder alle Beteiligten driften völlig vom Thema ab und machen erneut ihre Anspielungen.

Old but Gold

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Als Ganzes betrachtet, hat der Anime bereits 11 Jahre auf dem Buckel. Das sieht man ihm im ersten Volume natürlich auch dementsprechend an, was aber nicht bedeutet, dass er optisch versagt. Tatsächlich ist die Animation sogar ziemlich gut für den damaligen Stand und vor allem wenn es um Mimik geht, macht Studio Sunrise alles richtig. Man sollte den damaligen Stil natürlich nicht mit heutigen Titeln vergleichen, aber an der aktuellen Staffel kann man immerhin erkennen, dass ein großer Fortschritt vorhanden ist. Da der Anime in Japan auch mehrfach pausierte, kann man in späteren Volumes somit sicher mit einigen positiven qualitativen Sprüngen rechnen.

Was die Musik betrifft, finden wir im ersten Volume je ein Opening- und ein Ending-Theme vor, die sich beide ganz gut anhören und sicher vor allem bei langjährigen Fans Freude erwecken. Dem schließt sich ein breitgefächer Soundtrack an, der auf verschiedene Richtungen zurückgreift, um die einzelnen Sequenzen optimal zu untermalen.

Die deutsche Synchronisation schlägt wieder zu!

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Vorab sei angemerkt, dass natürlich wie immer ein Großteil reine Geschmackssache ist. Ob die Stimmen nun passen oder nicht, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Aus persönlicher Sicht lässt sich allerdings sagen, dass Figuren auch überzeugend gesprochen werden können, ohne dass der deutsche Sprecher dem originalen vom Klang her ähneln muss. Beispielsweise trifft Jacob Weigert Protagonist Gintoki zwar mit einem völlig anderen Ton als Tomokazu Sugita, doch das heißt noch lange nicht, dass er als Sprecher keine gute Arbeit leistet. Seine Stimme klingt tatsächlich keinesfalls ähnlich, aber dass es gefühllos oder monoton sei, kann man eher nicht behaupten. Er interpretiert den Charakter eben auf eine etwas andere Art und Weise. Wer den Anime zuvor schon auf Japanisch geschaut hat, wird es natürlich schwer haben, sich an die Synchronisation zu gewöhnen, doch dafür gibt es schließlich den Originalton auf der Disk. Neueinsteiger dürften sich dagegen schneller daran gewöhnen.

Viel wichtiger als die Sprecherwahl ist jedoch die Übersetzung allgemein. Wer sich nämlich länger mit dem Anime beschäftigt, wird schnell merken, dass ganz schön viele Wortspiele und Doppeldeutigkeiten verwendet werden, die sich größtenteils auf die japanische Kultur, Geschichte oder Gesellschaft beziehen. Diverse Fans befürchteten nämlich, dass diese sprachlichen Feinheiten in der deutschen Tonfassung völlig verblassen und verloren gehen würden, da man sich bei der Übersetzung entweder nicht genügend damit auseinandersetzt, oder die Anspielungen mit der deutschen Sprache schlichtweg einfach nicht funktionieren. Tatsächlich geht so einiges auf Deutsch unter oder wird einfach unverständlich formuliert, das lässt sich eben leider nicht ändern. Das heißt aber nicht, dass dies zwangsläufig in jedem Fall zutrifft. Überraschenderweise ist vieles sogar ziemlich gut übernommen und umgesetzt. Wenn man bestimmte japanische Begriffe oder Zusammenhänge eventuell kennt, fällt es einem sogar umso leichter, diese Schwierigkeiten zu überbrücken.

Kurz gefasst lässt sich sagen, dass der deutsche Ton (zumindest bei diesem Anime) zwar nicht an das Original herankommt, aber dennoch überzeugend ist. Man sollte der Synchronisation auf jeden Fall eine Chance geben. Fans, die gerne mal auf die deutsche Vertonung zurückgreifen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zufrieden sein, vor allem da zahlreiche bekannte Sprecher aus anderen Anime zu hören sind. Ein Großteil ist u.a. aus Titeln wie Naruto bekannt.

Das erste Volume ist mit einer zusätzlichen Papphülle erhältlich und enthält je zwei Blu-ray-Disks und Postkarten.

Info

Gintama Box 1 © KSM Anime
Gintama Box 1 © KSM Anime

Gintama
Original Name: 銀魂
Transkription: Gintama
Studio: Sunrise
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Shinji Takamatsu (Folge 1–105), Yoichi Fujita (Folge 100–201)
Drehbuch: Akatsuki Yamatoya
Musik: Audio Highs
Erschienen am: 4. April 2006 (Japan), 22. März 2017 (Deutschland – Animax on Demand)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg
Dialogregie: Kerstin Draeger
Länge: 201 Episoden (1. TV-Anime-Adaption; Folge 1-13 in dieser Box)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Shōnen, Action, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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