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Auf Gleis eins erhält Einfahrt: Ikomas persönlicher Höllen-Express

Kabaneri of the Iron Fortress – Nächster Halt: Zombie-Apokalypse

Mit „Kabaneri of the Iron Fortress“ liefert Kazé eine Mischung aus Road-Movie und Zombie-Reißer. Das Kern-Team, das bereits „Attack on Titan“ realisierte, liefert erneut eine bildgewaltige Serie, auch wenn die einzelnen Staffeln ein wenig kurz ausfallen.

In der Zeit der feudalen Revolution sucht ein aggressiver Virus die Menschen in Hinomoto heim, die sich daraufhin in Kabane, lebende Leichen, verwandeln. Diese Zombies sind sehr stark und nur äußerst schwer zu töten. Die einzige Möglichkeit, einen Kabane wieder ins Grab zu schicken besteht darin, sein Herz, das von einem besonderen Schild umgeben ist, zu zerstören, oder ihm den Kopf abzuschlagen.

Die Menschen haben ihre Bahnhöfe in festungsähnliche Gebilde umgebaut und die einzige Verbindung zwischen diesen besteht in Festung-Zügen, die von Bahnhof zu Bahnhof fahren. Der Dampf-Schmied Ikome lebt im Bahnhof Aragane als dort ein Zug voll Kabane ankommt, die sofort über die Menschen herfallen. Auch er wird gebissen, weil er aber verhindern kann, dass das Kabane-Gift seinen Kopf erreicht, bleibt er bei Verstand und verwandelt sich in einen sogenannten Kabaneri, ein Wesen mit der Kraft der Kabane, das sein menschliches Herz aber behalten hat.

Steampunkt-Stadt in Kabaneri of the Iron Fortress
Zwischen Tradition und Moderne Bild: Wit Studio

Ikoma nutzt alle seine neuen Fähigkeiten, um den Menschen von Aragane zu helfen. Während den Überlebenden des Angriffs durch seine Hilfe die Flucht gelingt, muss sich der Kabaneri mit dem Misstrauen und offener Feindseligkeit auseinandersetzen …

Zwischen Menschen und Monstern

Die erste Staffel „Kabaneri of the Iron Fortress“ umfasst lediglich vier Episoden, dementsprechend schnell entwickelt sich die Handlung. Die einzelnen Episoden sind vollgepackt bis zum geht nicht mehr und während der Zuschauer noch einen Aspekt der Story verarbeitet, baut sich in der Regel bereits das nächste Drama auf. Trotzdem gelingt es dem Team um Regisseur Tetsuro Araki, die Geschichte weder gehetzt noch überladen wirken zu lassen.

Vor allem die Stimmung weiß zu überzeugen. Die Menschen leben seit Jahren in Angst vor den Kabane, die immer wieder viele Opfer fordern, trotzdem versuchen sie einen Alltag aufzubauen, der mal mehr mal weniger funktioniert. Vor allem die anfängliche Bedrohung und das Misstrauen der Menschen untereinander sorgt für eine gewisse Spannung. Denn wer gebissen wird, verwandelt sich nicht sofort in einen Kabane, deswegen werden immer wieder Menschen beschuldigt Kabane zu sein. Während Ikoma dieses Verhalten nur bescheuert findet, fordert die unterschwellige Angst immer wieder unschuldige Opfer.

Held aus Kabaneri of the Iron Fortress
Helden mit Ecken und Kanten Bild: Wit Studio

Auch das Team um Charakter-Designer Haruhiko Mikimoto leistet außergewöhnlich gute Arbeit. Obwohl man sich wegen der Dichte der Handlung nur auf wenige wichtige Figuren konzentrieren muss, wirken diese sehr überzeugend und erweisen sich als differenziert in ihrer Darstellung. Vor allem Ikoma als Held wider Willen und die weibliche Kabaneri Mumei geben dem Zuschauer zu denken. Beide erweisen sich als ähnlicher als auf den ersten Blick erwartet und sorgen durch ihr Zusammenspiel immer wieder für außergewöhnliche Momente auch abseits der Kampf-Schauplätze, auf denen natürlich vor allem Mumei alle anderen zu überstrahlen weiß.

Insgesamt weiß „Kabaneri of the Iron Fortress“ mit einer gelungenen Mischung als Aktion, Splatter aber auch ruhigen und emotionalen Momenten zu punkten. Die dichte Handlung weiß den Zuschauer zu fesseln und macht auf jeden Fall neugierig auf die folgenden Staffeln, die sich Kazé ebenfalls sichern konnte.

Immer mit Vollstampf voraus

Das Wit Studio leistet auch bei der grafischen Umsetzung der Geschichte gute Arbeit. Die Gestaltung als Mischung aus feudalen System und Steam Punk erweist sich als stimmig und vermag die besondere Atmosphäre der Story zwischen Niedergang der Welt und Aufbau neuer Technologien zu transportieren. Auch die Hintergründe wurden mit einem passenden Blick fürs Detail umgesetzt.

Zombies und andere finstere Gesellen
Kabane im Anmarsch Bild: Wit Studio

Auch die Kabane erweisen sich als leuchtende Blickfänge. Anstatt sich einfach in wilde Monster zu verwandeln, werden die toten Körper von einer Art goldenen Substanz durchzogen, die unter der Haut hervorscheint und somit für eine außergewöhnliche Gestalt bei den Zombies sorgt, die von denen anderer Serien merklich abweicht. Dies ist ein weiterer Beweis, welchen Wert das Studio auf seine Details legt und warum der Anime sich als Hingucker, zumindest für ältere Zuschauer, erweist.

Insgesamt erweist sich der Anime als netter Streifen für eine nette Anime-Band. Die Mischung aus Action, Drama und ein paar Zombies, die niedergemäht werden können, wird vor allem Fans von Mystery-Reihen begeistern. Die schönen Bilder und ansprechende Charaktere machen die Reihe auch für weiblichen Zuschauer interessant, natürlich muss Frau aber mit den Splatter-Elementen klar kommen.

Immer ordentlich drauf

Die Übersetzung ins Deutsche wurde von Oxygen Sound Studios übernommen. Das Studio sicherte sich für „Kabaneri of the Iron Fortress“ die Mitarbeiter einer Vielzahl erfahrener Sprecher, die ihre Aufgabe auf mehr als gut machen. Deswegen ist auch die deutsche Tonspur des Anime sehr zu empfehlen und steht in ihrer Qualität dem japanischen Original in nichts nach.

Kabaneri of the Iron Fortress Mumei
Kabaneri Mumei in Action Bild: Wit Studio

Vor allem die Schwestern Friedel (Marie Christin) und Lydia Morgenstern leisten als Mumei und Ayame sehr gute Arbeit und funktionieren als Figuren, selbst wenn sie einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, sehr gut zusammen. Zwischen diesen beiden sprachlich sehr starken Sprecherinnen muss sich Leonhard Mahlich schon einige Mühe geben, um zu überzeugen. Insgesamt kann man mit der deutschen Übersetzung aber sehr zufrieden sein.

Auch die schöne Verpackung des deutschen Release sorgt dafür, dass man mit „Kabaneri of the Iron Fortress“ nicht viel falsch macht. Der Digipack enthält noch einen kleinen Episoden-Führer und ist vom Design her ebenfalls ein schöner Hingucker. Die Box ist mit einem schönen Cover versehen, das die wichtigsten Figuren der ersten Staffel zeigt und gleichzeitig Hinweise auf die Fortsetzung liefert.

Kabaneri of the Iron Fortress
Cover-Bild der deutschen Version Bild: Kabaneri of the Iron Fortress

Fazit

„Kabaneri of the Iron Fortress“ punktet mit einer Mischung aus Steam Punk und Zombie-Splatter dürfte für allem für Liebhaber knallharter Action interessant sein. Vor allem die stark gezeichnete Animation entführt den Zuschauer direkt in die Handlung, die wegen der Kürze der einzelnen Staffel stark komprimiert ist.

Auch die deutsche Synchronisation weiß mit starken Sprechern zu überzeugen. Da die Handlung auch immer wieder leisere Töne anschlägt, erweist sich diese Auswahl als durchaus gerechtfertigt. Aufgrund des guten Gesamteindrucks ist bereits nach der ersten Volume klar, warum der Anime auch in Japan so beliebt gewesen ist.

Info

Kabaneri of Iron Fortress
Kabaneri of Iron Fortress – Vol. 1 Bild: Kazé Deutschland

Kabaneri of the Iron Fortress 
Original Name: 甲鉄城のカバネリ
Transkription: Kōtetsujō no Kabaneri
Studio: Wit Studio
Erschienen am: April 2016 (Japan)
Deutscher Publisher: KAZÉ
Regisseur: Tetsuro Araki
Drehbuch: Ichiro Okouchi
Musik: Hiroyuki Sawano
Synchronisation: Oxygen Sound Studios
Dialogregie: Rieke Werner
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Mystery, Action
Medium: Blu-ray, DVD

REVIEW OVERVIEW

Story
90 %
Animation
93 %
Synchronisation
90 %
Preis
88 %

Unser Fazit

"Kabaneri of the Iron Fortress" konnte in Japan viele Preise einheimsen. Was die japanischen Zuschauer so begeistert, wird schon nach dem ersten Volumen klar. Die Mischung aus knall-harter Zombie-Action sorgt für Spannung und die leisen Momente bringen Gefühl in die Ge-schichte. Eine ansprechende deutsche Synchronisation rundet das Action-Erlebnis passend ab.
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