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peppermint anime zeigt, dass Magical Girls alles andere als niedliche Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit sein können

Magical Girl Spec-Ops Asuka – Bei diesen Kriegerinnen können die Böse einpacken

Anime-Klassiker wie „Sailor Moon“ und „Kamikaze Kaito Jeanne“ machten das Genre Magical Girl international bekannt und prägten das Bild, das die Zuschauer von diesen Serien haben. Dass es aber auch ganz anders geht, beweist „Magical Girl Spec-Ops Asuka“. peppermint anime veröffentlicht die actionreiche Serie hierzulande.

Im Jahr 2016 überfallen Disas, Monster aus einer anderen Welt, die Erde, weil sie die Menschen als neue Nahrungsquelle auserkoren haben. Um gegen die Wesen zu kämpfen, schlossen sich die Menschen mit den Naturgeistern zusammen. Diese statteten elf Mädchen mit magischen Fähigkeiten aus und verwandelten sie in Magical Girls. Zum Endkampf gegen den Herrscher der Disas traten neun Kriegerinnen an, von denen aber nur fünf die letzte Schlacht überlebten. Zu diesen Magical Five gehörte Asuka Otori (Repture Asuka).

Nach den traumatischen Ereignissen während dieser Schlacht, entschließt sich Asuka ihrer Aufgabe den Rücken zu kehren und ein ganz normales Leben als Oberschülerin zu führen. Mit der quirligen Nozomi Makino und der ruhigen Sayako Hata findet Asuka an ihrer neuen Schule schnell Freundinnen. Allerdings gibt es weiterhin sehr irdische Gruppierungen, die dafür sorgen, dass Asuka ihre Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann. Als dann die ersten wieder aufgetauchten Disas gegen Menschen vorgehen, muss Asuka erneut zum Magical Girl werden.

Magie des Alltäglichen
Herrlich Normal Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Im Laufe der Zeit stoßen weitere Mitglieder der Magical Five wieder zu Asuka, die ihre eigenen Traumata und Erinnerungen mitbringen. Zwischen bösen Magical Girls, Disas und sehr realen Monstern muss Asuka lernen, dass sie ihr einfaches Leben mit Waffengewalt verteidigen muss, ob sie es nun will oder nicht.

Knallharte Magical Girls

Klassiker wie „Sailor Moon“, „Wedding Peach“ oder „Kamikaze Kaito Jeanne“ sind auf ein eher jüngeres Publikum ausgerichtet, sodass die Kämpfe ohne großes Blutvergießen auskommen. Die Gegner werden mittels Magie vernichtet oder weggesperrt und der Kampf gegen böse menschliche Organisationen, die manchmal ebenso viel Schaden anrichten können, werden gar nicht thematisiert. „Magical Girls Spec-Ops Asuka“ beweist, dass auch magische Kriegerinnen mal verlieren können.

Mehr zum Thema:  Warum ist Sailor Moon eine der wichtigsten Figuren der Anime/Manga-Welt?

Insgesamt erweist sich der Anime für Zuschauer mit schwachen Nerven als eher ungeeignet, denn er bedient sich klarer Bilder und auch die Kämpferinnen fallen definitiv nicht unter das Schema der zartbesaiteten holden Damen. Die Magical Girls wissen mit ihren Waffen umzugehen und sind auch bereit diese gegen Menschen zu richten, sodass abgeschnittene Gliedmaßen keine Seltenheit darstellen. Den Bösen ist alles recht, um ihr Ziel zu erreichen, sodass sie auch vor Folterung und Verstümmelung nicht zurückschrecken.

knallhart Magical Girl Action
Nichts für schwache Nerven Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Während in den meisten Magical Girl-Anime ein klarer Schnitt zwischen der Identität als Kriegerin und dem normalen Leben gemacht wird, zeigt „Magical Girl Spec-Ops Asuka“ das auch dies nicht so einfach ist. Asuka und ihre Mitstreiterinnen müssen sich im Alltag fit halten, um ihre Kämpfe bestehen zu können, denn nur weil man magische Kräfte hat, heißt das nicht automatisch, dass man auch eine Super-Kriegerin sein muss.

Der Anime umfasst bisher 12 Episoden, in denen die Kämpfe gegen die Gegner eine große Rolle spielen, dementsprechend bleibt aber weniger Zeit für die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Bei insgesamt fünf noch lebenden Magical Girls und den verschiedenen neuen Gefährten, die diese im Laufe der Zeit finden, fehlt am Ende die Zeit, um allen Gerecht zu werden.

Dementsprechend sind manche Entscheidungen nur schwer nachzuvollziehen. Insgesamt bietet der Anime eine Mischung aus Action und Mystery, der vor allem bei Zuschauern, die mit einer eher härteren Gangart keine Probleme haben, für ein unterhaltsames Abendprogramm sorgt.

schlagende Argumente
War Nurse Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Im Zweifel voll auf die Zwölf

Magical Girl Spec-Ops Asuka basiert auf dem gleichnamigen Manga von Makoto Fukami und Seigo Tokiya, sodass das Design für die Charaktere durch diesen bereits vorgegeben war. Vor allem bei Asukas Kampf-Dress lassen sich noch viele Hinweise auf klassische Magical Girls finden, wie wir sie kennen, so sind Schleifen und Spitze auch an ihrem Outfit zu finden. Dann ist es mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon vorbei, denn wenn Asuka kämpft fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen.

Die Kampfszenen sind auch ein Grund, warum die Serie in Deutschland erst ab 16 Jahren zugelassen ist, denn die magischen Kriegerinnen gehen nicht zimperlich mit ihren menschlichen und übernatürlichen Gegnern um. Die Bösen hingegen greifen auch tief in die Gewalt-Trickkiste, um ihre Ziele durchzusetzen. Verschiedenen traumatischen Erinnerungen der Mädchen an frühere Kämpfe sorgen ebenfalls dafür, dass die Serie keine leichte Kost darstellt.

Auch Magical Girls können sterben
Folgen der Vergangenheit Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Die Kampfszenen sind nichtsdestotrotz äußerst sehenswert. Dabei zeigen die Magical Girls nicht nur, was sie können, auch das Tempo und zeichnerische Umsetzung wissen zu überzeugen. Obwohl es dabei magisch und flink zur Sache geht, bleiben die Bilder gestochen scharf und man ist froh, dass bestimmte Aspekte nur angedeutet werden.

Auch die verschiedenen Fähigkeiten der Mädchen sind perfekt in Szene gesetzt. Dass bei manchen der Charaktere die emotionalen Ausdrücke ein wenig zu kurz kommen, kann mit deren schweren Vergangenheit teilweise begründet werden, allerdings bleiben die Augen, vor allem bei den Magical Girls, zu oft ziemlich emotional leer, was ein wenig schade ist und dem Anime gut gestanden hätte.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Für die deutsche Synchronisation setzte das Studio @alpha Postproduktion auf eine bunte Mischung aus Sprechern mit viel und eher weniger Erfahrung, was der Qualität aber in keiner Weise Abbruch tut, denn die wichtigen Rollen sind ansprechend besetzt. Mit Maren Rainer übernahm eine Sprecherin die Hauptrolle, die ihre Fähigkeiten bereits in verschiedenen Anime-Projekten unter Beweis stellte.

Auch Magical Girl-Erfahrung brachte sie mit, die deutschen „Sailor Moon“-Fans werden sie als Stimme von Michiro Kaio / Sailor Neptun noch im Ohr haben. Patricia Strasburger blickt auch auf eine längere Karriere als Synchronsprecherin zurück, was ihrer Rolle Nozomi Makino ebenfalls zugutekommt, schließlich muss das Mädchen mit ihrer neuen Freundin einiges durchmachen.

Unterstützung in allen Lebenslagen
Ein magischer Helfer muss sein Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Kein Magical Girl kommt ohne nicht-menschlichen Helfer aus. Die Kämpferinnen rund um Asuka haben einen kleines Katzen-ähnliches Wesen namens Sacchuu, das ihnen bei ihren Aufgaben zur Seite steht. Dank der Stimme von Julia Bautz macht das niedliche Kerlchen nicht nur als Helfer, sondern auch als eine Art Sprecher für die nächste Folge stets eine gute Geister-Figur.

Allerdings machen auch die bisher eher unerfahrenen Sprecherinnen Melanie Olbert als Kurumi Mugen / War Nurse und Eleni Möller-Architektonidou als Abigail ihren Job einwandfrei. Für allem Möller-Architektonidou hat als fies-durchgeknalltes Magical Girl mit schwerem Hang zum Sadismus  keine leichte Aufgabe.

Die deutsche Präsentation von „Magical Girl Spec-Ops Asuka“ erweist sich als ebenso fundiert, wenn auch nicht spektakulär, wie die Synchronisation. peppermint anime veröffentlicht die Serie auf zwei Volumen, die jeweils mit einem Schuber versehen sind. Auf den Discs selbst sein Clear Opening und Ending zu finden, sowie einige Trailer.

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Fazit

Fans klassischer Magical Girl-Anime sollten von „Magical Girl Spec-Ops Asuka“ die Finger lassen, denn dort gehen einige Klischees, die man aus den „Ende Gut, alles Gut“ Reihen kennt ziemlich schnell und rabiat den Bach runter. Wer sich allerdings auf die alternative Darstellung der magischen Kämpferinnen einlässt, wird ebenso gefesselt. Die Mischung aus Action, knallharten Magie-Kämpfen und immer wieder emotionalen Momenten halten den Zuschauer bei Laune und sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird.

Mittlerweile sorgen Reihen wie „Magical Girl Site“ dafür, dass das Genre auch hierzulande seine kindliche Unschuld verliert. Gleichzeitig wirkt die Vorstellung, dass junge Mädchen als eine militärische Waffe genutzt werden, verstörend. Die Tatsache, dass es viele der Kriegerinnen wieder zum Militär zurückzieht, macht die Handlung nicht gerade leichter, sodass der Anime wahrlich nicht für Zuschauer mit schwachem Nervenkostüm geeignet ist.

Info

pepermint anime Veröffentlichung
Magical Girl Spec-Ops Asuka Vol. 1 Bild: Makoto Fukami, Seigo Tokiya / Square Enix / MAGICAL GIRL SPEC-OPS ASUKA Project

Magical Girl Spec-Ops Asuka
Original Name: 魔法少女特殊戦あすか
Transkription: Mahō Shōjo Tokushusen Asuka
Studio: Liden Films
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Hideyo Yamamoto
Drehbuch: Makoto Fukami / Norimitsu Kaiho
Musik: R.O.N
Erschienen am: 12. Januar 2019 (Japan), 23. Juni 2020 (Deutschland)
Synchronisation: @alpha Postproduktion, München
Dialogregie: Katharina von Daake
Länge: 12 Episoden
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Action, Drama, Mystery
Sprachen: Deutsch, Japanisch (mit deutschen Untertiteln)
Medium: Blu-ray / DVD

Unsere Meinung

Story
82 %
Animation
81 %
Synchronisation
88 %
Preis
80 %

Unser Fazit

"Magical Girl Spec-Ops Asuka" hat mit bekannten Magical Girl-Reihen, mit denen vielen von uns aufgewachsen sind, nicht wirklich viel zu tun. Die Kriegerinnen für das Gute haben es nicht nur mehr allerlei seltsamen Wesen aus einer anderen Welt zu tun, sondern schlagen sich auch immer wieder mit sehr irdischen Terroristen und Gruppierungen herum, wobei die Damen alles andere als Feinfühlig zu Werke gehen. Mit einer Mischung aus knallharter Action, Mystery und viel Drama ist die Reihe definitiv nur für ältere Zuschauer geeignet.
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