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Kazé bringt Gesamtausgabe auf Blu-ray heraus

Mirai Nikki Gesamtausgabe: Kampf um Leben und Tod

Manchmal tut auch ein Blick in die Vergangenheit gut, weshalb wir uns hin und wieder auch Anime anschauen, die schon etwas länger verfügbar sind. So wie in diesem Falle Mirai Nikki. Der Anime, der auf der Manga-Reihe von Sakae Esuno basiert, erschien in den Jahren 2011 bis 2012 in Japan.

Nun erschien eine vollständige Neuausgabe bei Kazé. Diese kam im August 2020 in Deutschland auf den Markt und vereint alle 26 Folgen der Serie auf fünf Blu-rays. Zudem gibt es noch ein OVA. Die Gesamtlaufzeit beträgt dabei siebeneinhalb Stunden, ausführliche Unterhaltung ist also garantiert.

Mirai Nikki: Battle Royale mit Zukunftstagebüchern

Spätestens seit Die Tribute von Panem sind Battle Royale Serien überall in der Welt beliebt. Doch Mirai Nikki nahm sich dieses Themas schon ab 2006 an. Die Serie dreht sich um Yukiteru Amano, der als Schüler ohne wirkliche Freunde Zuflucht in einer Phantasiewelt sucht, in der er auch seinen imaginären Freund, einen Gott namens Deus Ex Machina und dessen Begleiterin Murmur, erfindet. Eines Tages erzählt Deus ihm von einem Spiel, das er sich ausgedacht hat, und in dem mehrere Personen mithilfe von Zukunftstagebüchern auf Leben und Tod kämpfen müssen.

Mehr zum Thema:  Interview mit dem »Mirai Nikki«-Schöpfer Sakae Esuno

Am nächsten Morgen stellt Yukiteru fest, dass seine Phantasiewelt vielleicht doch nicht so sehr Phantasie ist, denn tatsächlich kann sein Tagebuch, das er auf seinem Handy führt, nun all seine Beobachtungen aus der Zukunft anzeigen. Schnell stellt sich heraus, dass es insgesamt zwölf Tagebuchträger gibt, deren Tagebücher alle unterschiedliche Funktionen haben. Die Tagebuchträger müssen gegenseitig ihre Identitäten aufklären und sich auslöschen, indem sie die Tagebücher der anderen zerstören. Wer am Ende übrig bleibt, wird der neue Gott, denn Deus’ Zeit läuft langsam ab.

Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, bei dem Yuki schnell Verbündete findet und auf Gegner trifft, wobei nicht immer alles ist, wie es zu sein scheint. Wer steht auf welcher Seite, wer verfolgt welche Ziele und wer wird am Ende siegen?

Mirai Nikki ist eine der beliebtesten Animeserien in Japan und auch in Europa inzwischen sehr bekannt und beliebt. Sie zeichnet sich durch ihren Spannungsbogen sowie die zahlreichen Charaktere und überraschenden Wendungen aus. Die 26 Episoden vollziehen den Kampf gegen die verschiedenen Tagebuchträger nach, wobei manche nur recht kurz auftreten und die Auseinandersetzung mit ihnen nur eine Folge lang dauert, andere begleiten Yuki über viele Episoden hinweg und es entstehen teilweise sogar Bündnisse. Eine Besonderheit der Tagebuchträger (die Namen der weiteren werden aus Spannungsgründen hier nicht verraten) ist, dass ihre Tagebücher alle verschiedene Arten von Tagebüchern sind, die verschiedene Funktionen aufweisen.

Spannung und Wendungen, aber auch unnachvollziehbare Handlungen

Der große Pluspunkt der Serie ist zweifelsohne ihre Spannung. Zwar kann man davon ausgehen, dass die Hauptfigur recht lange überleben wird, aber auch das ist nicht immer ohne Zweifel klar und wie sich der Kampf mit den eigenen Verbündeten gegen die übrigen Tagebuchträger entwickelt, ist oft unvorhersehbar. Auch gibt es immer wieder überraschende Wendungen, die dafür sorgen, dass die Serie zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.

Auch die Vielfalt der Charaktere ist positiv herauszuheben, ebenso wie die Tatsache, dass die meisten von ihnen eine recht ausführliche Hintergrundgeschichte erhalten. So erfährt man etwas über ihre Beweggründe und auch die Gegner sind meist nicht einfach die „Bösen“ sondern haben ebenfalls nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln.

Manchmal fehlt diese Nachvollziehbarkeit aber gerade bei den Handlungen der Hauptfiguren, allen voran Yukitero und Yuno, die ebenfalls von Folge 1 an wichtig ist. Beide haben zwar durchaus Hintergrundgeschichten, die ihre Handlungen erklärbar machen sollen, aber einige sind dennoch einfach nur unlogisch, genau wie ihr Verhalten teilweise sehr anstrengend ist. Das macht es für den Zuschauer schwerer, sich mit ihnen zu identifizieren und teilweise auch, mit ihnen mitzufiebern. Hin und wieder könnte man sich vielleicht sogar bei dem Gedanken erwischen, einer der Gegner möge sie doch endlich töten.

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Doch das ist gleichzeitig auch eine Stärke, denn so verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse und so kann sich jeder Zuschauer auch aus den anderen Figuren Personen aussuchen, mit denen er besonders mitfiebert und denen er die Daumen drückt.

Ein weiterer Kritikpunkt könnte zudem das Ende des Anime sein. Natürlich soll hier nicht zu viel verraten werden, aber nachdem man mit den Figuren so lange mitgefiebert, ihre Entwicklung verfolgt und den Kampf um Leben und Tod mit ihnen durchgestanden hat, kommt das Ende dann doch recht plötzlich und heftig und lässt zudem durchaus auch Raum für Spekulationen. Es ist alles in allem ein etwas unbefriedigendes Ende.

Technik und Details punkten

Die technische Umsetzung ist dafür stark. Zwar ist der Zeichenstil etwas kindlich angehaucht, was teilweise in einem sehr starken Kontrast zu den durchaus gewalttätigen Handlungen steht, und nicht komplett realistisch, aber gerade das macht ihn aus und gibt den einzelnen Figuren durch sehr unterschiedliches Aussehen schnell eine Individualität.

Die Sprecher sind großteilig gut gewählt, sie spiegeln die Emotionen der Figuren wider und nerven auch mit ihren Stimmen, wenn sich die Figuren mal nervig verhalten. Nur bei ein oder zwei Nebenfiguren passt die Stimme im Deutschen nicht perfekt. Im japanischen Original sind die Stimmen durch die Bank hinweg gut gewählt.

Ebenfalls positiv herauszuheben ist die Detailverliebtheit der Schöpfer von Manga und Anime, besonders gut zu beobachten an der Namensgebung der Figuren. Die zwölf Tagebuchträger, die im Falle eines Sieges ja selbst zu Gott werden, sind mit einer Ausnahme alle nach Dei Consentes benannt. Diese sind eine Gruppe von 12 Göttern, die von den Römern besonders verehrt wurden. So steht Yukiteru etwa für den römischen Hauptgott Jupiter und Yuno für Juno, dessen Frau. Auch die Nachnamen sind teilweise sprechende Namen und sollten nicht vor dem Schauen der Serie analysiert werden, weil sie einiges vorwegnehmen könnten.

Fazit

Insgesamt handelt es sich bei Mirai Nikki um eine starke Serie vor allem für Fans von Battle Royale Geschichten. Die Spannung ist trotz der hohen Episoden-Anzahl hoch, die Auswahl an Figuren reichlich und es mangelt nicht an Überraschungen. Auch technische Umsetzung und Detailverliebtheit sind positiv herauszuheben.

Dafür sind die Handlungen vor allem der Hauptfiguren nicht immer ganz nachvollziehbar, manchmal möchte man sie schütteln oder gar von einem Gegner getötet sehen. Und auch das Ende ist nicht ganz befriedigend und kann den Zuschauer nach Abschluss der Serie etwas frustriert und vielleicht auch verwirrt zurücklassen. Dennoch für Fans von Action-Anime und spannenden Geschichten definitiv zu empfehlen. Der Preis ist mit über 90 Euro sehr hoch, man bekommt dafür allerdings auch eine über siebenstündige Spielzeit, was ihn schon etwas relativiert. Zu Verpackung oder Extras können wir an dieser Stelle leider nichts sagen, da wir als Reviewmaterial nur die Blu-rays erhalten haben.

Info

Die Gesamtausgabe von Mirai Nikki kommt von Kazé
Die Gesamtausgabe von Mirai Nikki kommt von Kazé. Bild: Kazé

Mirai Nikki Gesamtausgabe

Original-Name: 未来日記
Studio: asread
Erschienen am: 24. August 2020
Regisseur: Naoto Hosoda
Charakter-Design: Hidetsugu Hirayama
Musik: Tatsuya Katō
Dauer: 450 Minuten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Mystery
Medium: Dics – Bei Amazon kaufen

REVIEW OVERVIEW

Story
70 %
Figuren
70 %
Animation
80 %
Preis
70 %

Unser Fazit

Unterhaltsam, spannend, aber manchmal auch ein bisschen anstrengend. Man fiebert mit, aber nicht immer sind die Handlungen komplett nachvollziehbar. Dennoch sorgen überraschende Wendungen für gute Unterhaltung und auch technische Umsetzung und Detailliebe sind stark.
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