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Hardball Films verhilft einem neuen Anime-Klassiker zu einer neuen Chance

„Murder Princess“ – Prinzessin mit Waffenschein

Nachdem Hardball Films mit „Gunslinger Girl“ und „Emma“ bereits einige ältere Anime zu einem neuen Release verholfen hat, legt der Publisher mit „Murder Princess“ seine erste Mini-Serie vor. Die Mini-Serie aus dem Hause Bee Train umfasst 6 Episoden und erscheint vollständig auf einer Disc.

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Im Reich Forland steht es nicht zum Besten. Der Wissenschaftler Dr. Akamashi, der bisher dem Hof diente, hat eine Revolution angezettelt und unterstützt von zwei Androiden und einer Armee Ghuls bereits das Schloss erobert. Der König möchte seine Tochter Alita in Sicherheit bringen, ihre Kammerzofe Milano übernimmt die Rolle der Prinzessin, die in den Wald flüchtet. Dort werden sie und ihre Begleiter von einem Monster angegriffen, das von der Kopfgeldjägerin Falis und ihren Begleiterin Dominikov und Pete ausgeschaltet wird.

Plötzlich Prinzessin

Durch eine Unachtsamkeit Alitas stürzen beide Frauen über eine Klippe, wobei sie die Körper tauschen. Alita steckt jetzt im Körper von Falis und diese ist die Prinzessin von Forland und mit dieser Entwicklung ganz und gar nicht einverstanden. Nach einiger Überredungsarbeit seitens Alitas ist die Kopfgeldjägerin bereit, ihre Rolle zu spielen, bis ihr Bruder Kayt, der eigentliche Thronfolger, wieder aus dem Krieg zurück ist. Ehe sich Falis versieht, wird sie zwischenzeitlich zur Königin gekrönt und hat neben Pete und Dominikov jetzt auch die Kammerzofe Milano (alias Alita) an ihrer Seite.

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Da selten alles so klappt, wie geplant, warten noch einige Überraschungen auf die alte und neue Prinzessin. Da die Handlung sich nur über 6 Episoden erstreckt, geht es insgesamt sehr schnell in der Geschichte voran, sodass keine Langeweile aufkommt. Dass bei der Logik dann manchmal einiges auf der Strecke bleibt, ist nicht weiter verwunderlich.

Fragen bleiben offen, aber was solls
Alles klar, so weit? Bild: SI, MW / MA

Kopf ab wird Chefinnen-Sache

Eine Prinzessin und eine toughe Frau, die mit allen Wasser gewaschen ist, tauschen die Rollen. Keine wirklich neue Idee, aber in „Murder Princess“ ganz nett umgesetzt. Beiden Frauen, sowohl Alita als auch Falis, wirken sympathisch und haben ihre Gründe, ihre Rolle auf ihre Art und Weise zu spielen. Zwar lässt sich Falis ziemlich schnell zum Rollentausch überreden, aber bei der knappen Zeit, fehlt ebenjene für lange Diskussionen. Warum allerdings den Untertanen nicht auffällt, dass aus ihrer netten, liebenswerten Prinzessin eine schwertschwingende Walküre geworden ist, damit sollte sich der Zuschauer nicht belasten.

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Auch die Tatsache, dass Kayt, der große Bruder, den Schwindel lange nicht bemerkt, sollte man nicht groß hinterfragen. Männer spielen neben der „Murder Princess“ eh nur eine nachgeordnete Rolle. Auch die Vorgeschichte kommt ein wenig kurz und wird nur temporär eingestreut. Deswegen bleiben auch die Beweggründe einiger Figuren leicht im Unklaren, was dem Spaß beim Zuschauen aber keinen Abbruch tut. Falis erweist sich als sehr aufbrausender Charakter, was ebenfalls zur Komik innerhalb der Geschichte beiträgt.

Insgesamt bietet „Murder Princess“ eine gelungene Mischung aus Fantasy und Action, aufgepeppt mit ein wenig Drama und Komik. Zwar sollte man nicht zu viel mitdenken und einigen Entwicklungen hätten ein paar Erklärungen gutgetan, trotzdem macht die Serie Spaß und gerade wegen der Kürze ist sie perfekt für einen entspannten Anime-Abend, ohne allzu viel Nachdenken.

Eine Prinzessin, die weiß, was sie will
Schlagkräftige Dame Bild: SI, MW / MA

Eine Princess mit Durchschlagskraft

Der Anime stammt auf dem Jahr 2007, was sich auch in der Optik niederschlägt. Die Animationen sind vor allem, was die Figuren angeht sehr gut. Vor allem Falis Begleiter Dominikov und Pete sind echte Eye-Catcher, weil sie eine Mischung aus Punks und Monstern sind, die trotzdem das Herz auf dem rechten Fleck haben. Später wissen die Beiden noch mit einigen optischen Überraschungen zu überzeugen, die für die Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Die Kämpfe sind dynamisch gestaltet und nichts für allzu zart besaitete Zuschauer, denn Falis macht in der Regel keine Gefangenen und wenn die „Murder Princess“ erst einmal losgelassen ist, müssen ihre Gegner die Köpfe einziehen. Trotz des Tempos bleiben die Grafiken ansprechend und scharf, sodass man auch diese Szenen gerne sieht. Die Kämpfe unterstreichen auch die sehr konträren Persönlichkeiten von Alita und Falis, weswegen es noch mehr verwundert, dass kaum jemand mal fragt, was mit der zurückhaltenden Prinzessin passiert ist.

Das ursprüngliche Setting erinnert sehr an das Mittelalter, deswegen die Androiden von Dr. Akamshi schon ziemlich aus dem Rahmen fallen, auch wenn sie an niedliche kleine Kinder erinnern und sich die meiste Zeit auch so verhalten. Während die beiden anfangs eher nerven, beginnt man sie mit der Zeit liebzugewinnen, vor allem, wenn sie sich ein wenig weiterentwickeln. Leider bleibt wegen des eng geschnitten zeitlichen Rahmens auch hier wenig Zeit, um alle Figuren und Settings richtig zur Geltung zu bringen.

Androidin mit Waffenschein
Klein aber oho Bild: SI, MW / MA

Bitte etwas Damenhafter, Prinzessin!

Die deutsche Synchronisation stammt aus dem Jahr 2007 und erweist sich als recht ordentlich gemacht. Das Studio VSI Synchron aus Berlin hat sich im Bereich Anime-Synchronisation mittlerweile hierzulande einen Namen gemacht und liefert wieder gute Arbeit ab. Die Stimmen sind gut gewählt, sodass der Anime sowohl auf Deutsch als auch in der japanischen Original-Sprache Spaß macht. Weil es sich nur um eine Mini-Serie handelt, die allerlei Fragen offenlässt, ist es wichtig, dass zumindest die Figuren überzeugen können, wofür eine passende Synchronisation ihren Teil beträgt.

Im Großen und Ganzen konnte sich das Studio auf einen eher kleinen Personenkreis konzentrieren, denn die Handlung wird größtenteils von Alita / Falis und ihren Begleitern und der Prinzessin / Milano und ihrem inneren Kreis getragen. Vor allem Josephine Schmidt als Alita / Milano und Sarah Riedel als Falis / Alita müssen zwei sehr verschiedene Charaktere auf einen Nenner bringen.

Alita und Falis
Prinzessin wider Willen Bild: SI, MW / MA

Denn die eigentliche Alita und die toughe Falis sind zwei sehr gegensätzliche Charaktere, was sich auch in ihrer Stimme ausdrückt. Beide Sprecherinnen bekommen diesen Spagat aber gut auf die Reihe. Auch die anderen Charaktere sind ansprechend getroffen, sodass der Anime in beiden Sprachen zu überzeugen weiß.

Hardball Films veröffentlicht die komplette Mini-Serie auf einer Disc, die in einer hübschen Box mit Schuber verpackt ist. Wie bei allen anderen Neuveröffentlichungen des Publishers dürfen sich die Fans über ein weiteres Extra freuen. Neben der hübschen Verpackung liegt „Murder Princess“ ein Mini-Poster des ursprünglichen Covers, sowie drei Postkarten bei.

Fazit

Freunde macht manb in jeder Lebenslage
Figuren, die in Erinnerung bleiben Bild: SI, MW / MA

„Murder Princess“ ist eine Mischung aus Fantasy-Metzelei und ein wenig Comedy. Vor allem die Androiden-Mädchen und Falis auffällige Begleiter sorgen für jede Menge Schmunzel-Momente. Die Geschichte ist schnell erzählt und sorgt für Kurzweil, auch wenn sie nicht bis zum Ende durch erzählt wird. Einige lose Enden bleiben und machten am Anfang noch Hoffnungen auf eine Fortsetzung. Trotzdem macht die Story Spaß und weiß zu unterhalten. Für einen netten Anime-Abend ist „Murder Princess“ sehr gut geeignet, wer sich allerdings in der Geschichte verlieren möchte, wird über die Kürze ein wenig enttäuscht sein.

Auch die grafische Umsetzung lässt wenig zu wünschen übrig, wenn man überlegt, dass der Anime bereits 15 Jahre auf dem Buckel hat. Die Kämpfe wirken dynamisch und die Figuren sind detailreich und gerade wegen ihrer unterschiedlichen Charaktere eine gute Mischung, die für Unterhaltung sorgt. Passende deutsche Stimmen und eine gute Synchronisation tun das ihre dazu, „Murder Princess“ zu einem Anime zu machen, der eine zweite Auflage durchaus verdient hat.

Die ansprechende Präsentation von Hardball Films erweist sich ebenfalls als Blickfang im Regal und unterstreicht den Charme des Anime noch. „Murder Princess“ liefert mehr als der Titel auf den ersten Blick verspricht. Im Anime ist der Titel später als Respektbezeugung gemeint, was sich auch im neuen deutschen Release widerspiegelt.

Info

Murder Princess in HD
Hardball Films veröffentlicht Murder Princess erstmals auf Blu-ray Bild: SI, MW / MA

Murder Princess
Original Name: マーダー·プリンセス
Transkription: Mada Purinsesu
Studio: Bee Train
Deutscher Publisher: Hardball Films
Regisseur: Tomoyuki Kurokawa
Drehbuch: Tatsuhiko Urahata
Musik: Yasafumi Fukuda
Erschienen am: 2007
Synchronisation: VSI Synchron GmbH
Dialogregie und Drehbuch: Peer Pfeiffer
Länge: 6 Episoden
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Fantasy, Action
Sprachen: Deutsch, Japanisch, mit deutschen Untertiteln
Medium: DVD + Blu-Ray
Bei Amazon kaufen

Unsere Meinung

Story
85 %
Animation
89 %
Synchronisation
90 %
Preis
90 %

Fazit

"Murder Princess" ist ein weiterer Anime, dem Hardball Films zu einem zweiten Release in Deutschland verholfen hat. Bisher hat der Publisher bei der Wahl seiner Anime ein gutes Händchen bewiesen. Auch dieses Mal. Die Mischung aus Fantasy-Geschichte, sympathisch spleenigen Figuren und ein bisschen Hau-Drauf-Mentalität wissen zu unterhalten. Auch wenn die Geschichte ein wenig mehr Raum gutgetan hätte, ist "Murder Princess" perfekt für einen entspannten Anime-Abend geeignet, bei dem man nicht viel mitdenken, sondern einfach die stimmungsvollen Bilder genießen möchte.
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"Murder Princess" – Prinzessin mit Waffenschein"Murder Princess" ist ein weiterer Anime, dem Hardball Films zu einem zweiten Release in Deutschland verholfen hat. Bisher hat der Publisher bei der Wahl seiner Anime ein gutes Händchen bewiesen. Auch dieses Mal. Die Mischung aus Fantasy-Geschichte, sympathisch spleenigen Figuren und ein bisschen Hau-Drauf-Mentalität wissen zu unterhalten. Auch wenn die Geschichte ein wenig mehr Raum gutgetan hätte, ist "Murder Princess" perfekt für einen entspannten Anime-Abend geeignet, bei dem man nicht viel mitdenken, sondern einfach die stimmungsvollen Bilder genießen möchte.