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Der Film wurde nicht umsonst für mehrere Preise nominiert

Okko und ihre Geisterfreunde – Willkommen im Geister-Ryokan

„Okko’s Inn“ ist eine bekannte japanische Kinderbuch-Reihe, geschrieben von Hiroko Reijo. Die Geschichte von „Wakaokami wa Shougakusei!“ spielt in einem traditionellen Ryokan und gewährt einige Einblicke in das Leben in einem solchen Gasthaus.

Die Großmutter der kleinen Oriko Seki, von allen nur kurz Okko genannt, betreibt ein traditionelles japanisches Gasthaus, Ryokan, in dem ihre Eltern immer mal wieder aushelfen. Als die Familie auf dem Weg nach Hause ist, ereignet sich ein schrecklicher Unfall, den nur Okko, wie durch ein Wunder, überlebt. Das erste, was das Mädchen nach dem Unfall sieht, ist ein kleiner Junge, der in der Luft schwebt.

Da Okko nun Waise ist, zieht sie zu ihrer Großmutter und wird ins Ryokan integriert, wo sie auch den Jungen, Uri-Bo, wiedersieht. Bald wird ihr klar, dass es sich bei diesem um einen Geist handelt, den nur Okko sehen kann.

Da sich Uri-Bo immer wieder in die Gespräche einmischt, rutscht dem Mädchen heraus, dass sie die Nachfolge ihrer Großmutter antreten möchte. Ehe sich Okko versieht, ist sie die „kleine Wirtin“ und muss alles lernen, was es über die Gästebetreuung zu wissen gibt. Glücklicherweise erhält Okko von weiteren Geistern und sogar Dämonen Hilfe auf ihrem Weg …

Ryokan mit Untermieter
Okko und Uri-Bo, Bild: Hiroko Reijo, Asami, KODANSHA / WAKAOKAMI Project

Die Mischung aus traditionellem Leben und Geistern, die immer wieder für Chaos sorgen, erweist sich als unterhaltsam und auch lehrreich. Gerade für Kinder, die sich für Japan und seine Kultur interessieren, ist dieser Film sehr gut geeignet, aber auch erwachsene Zuschauer werden an der liebevoll erzählten Geschichte ihren Spaß haben.

Die Wirtin, die mit den Geistern spricht

Der Film beginnt sehr vorsichtig und zeigt gleich von Anfang an, dass Tradition eine große Rolle darin spielt. Insgesamt werden viele Eigenarten der japanischen Kultur angesprochen, wie traditionelle Tänze und die Eigenarten der Onsen, die immer noch zahlreiche Menschen nach Japan locken. Er weiß diese Themen aber über fantasievolle Figuren zu transportieren, sodass sich der Zuschauer nicht langweilt.

Vor allem die Tatsache, dass Okko Geister sehen kann, spielt natürlich eine große Rolle. Allerdings bemerkt man auch schnell, dass der Film auf einer Bücherreihe basiert, denn die einzelnen Schicksale der Geister werden zwar angesprochen, sodass man etwas über sie erfährt, aber für eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit ihnen fehlt insgesamt leider die Zeit.

Die Story wurde auch in einer Anime-Serie umgesetzt, die von Anime on Demand im Stream angeboten wird. Wer tiefer in die Welt von Okko und ihren Freunden eintauchen möchte, sollten einen Blick auf diese werfen.

Arbeit im Ryokan
Kleine Wirtin im Ryokan, Bild: Hiroko Reijo, Asami, KODANSHA / WAKAOKAMI Project

Gerade die Beschreibung des alltäglichen Lebens in einem Ryokan stellt einen weiteren Grund dar, warum der Anime so interessant ist. Die kleine Okko muss alles Wichtige, was die Gästebewirtung angeht, von der Pike auf lernen und sich gleichzeitig noch mit den ländlichen Mitbewohnern in Form von Spinnen und Eidechsen auseinandersetzen, was für ein Mädchen aus der Stadt schon einen kleinen Kulturschock darstellt.

Die 95 Minuten von „Okko und ihre Geisterfreunde“ sind bis zur letzten Szene vollgepackt mit Emotionen, sodass der Zuschauer von Anfang bis Ende mitfiebert und überlegt, mit welcher Wendung sich das Mädchen als Nächstes auseinandersetzen muss. Gerade die fröhliche Art der Protagonistin sorgt dafür, dass der Movie einfach Spaß macht.

Vorsicht Zucker

Madouse und DLE kreieren gemeinsam eine Geschichte zwischen dramatischen Wendungen und zuckersüßen Figuren, wie es die Roman-Vorlage erwarten lässt. Der Film ist deswegen sowohl für Kinder als auch ältere Zuschauer geeignet, zumindest wenn diese mit Kawaii-Figuren keine Probleme haben.

Denn kaum ein Charakter des Films kommt ohne die Shojo-typischen Riesen-Augen aus. Die Tatsache, dass selbst die Zimtzicken und Dämonen im Movie einen guten Kern haben und super süß daherkommen, tut ihr Übriges.

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Im Vergleich zur Serie wurde beim Movie ein völlig neuer Produktionsstab zusammengestellt, was man vor allem den Animationen ansieht. Während das Design in der Serie reichlich einfach daherkommt, haben sich die Macher des Movies mehr ins Zeug gelegt, was vor allem den Figuren zugutekommt, die wesentlich „lebendiger“ aussehen als in der Serie. Kyoko Yauchi, die die Rolle der Animations-Regisseurin übernahm, legt einen wichtigen Fokus auf die Darstellung der handelnden Charaktere, sodass diese die herzerwärmende Geschichte meisterhaft unterstreichen.

Gegensätze sind manchmal so gleich
Süße Zicke, Bild: Hiroko Reijo, Asami, KODANSHA / WAKAOKAMI Project

Insoweit halten sich Serie und Movie die Waage, während die Serie natürlich mehr Zeit findet, die Figuren und ihre Eigenarten zu beleuchten, weiß der Movie mit einer ebenfalls niedlichen Geschichte und einem ansprechenderen Design zu punkten.

Alles kein Drama

Hamburger Synchron übernahm die Übersetzung ins Deutsche und holte dafür eher unbekannte Sprecher ins Boot. Gerade für einen Film, der im Original so viele Preise (unter anderem 2019 Best Animation Japan Movie Critic Award) gewonnen hat oder zumindest in die engere Auswahl (Oscar 2020) gekommen ist, hätte man schon einen etwas versierteren Cast aussuchen können, aber insgesamt haben es die deutschen Sprecher ordentlich hinbekommen.

Emily Seubert gibt in der Rolle kleinen Okko, die zwischen scheinbaren Selbstgesprächen mit ihren Geisterfreunden und dem respektvollen Umgang mit Gästen im Ryokan hin- und herpendelt, eine gute Figur ab. Aber auch die emotionalen Momente weiß die im Anime-Bereich bisher wenig erfahrene Sprecherin durchaus ordentlich zu vertonen.

Auch Lino Kelian als Uri-Bo, Florentine Stein als Miyo und Gerlinde Dillge als Okkos Großmutter schlagen sich in ihren Rollen gut. Allerdings fehlt auch an dieser Stelle insgesamt die Zeit, um eine echte Bindung aufbauen zu können. Die Szenen wechseln schnell ineinander, sodass zwar für ordentlich Abwechslung gesorgt ist, aber die emotionale Tiefe ein wenig auf der Strecke bleibt.

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Fazit

„Okko und ihre Geisterfreunde“ machen auch als Movie Spaß, selbst wenn die Handlung zeitweise ein wenig gehetzt wirkt. Insgesamt ist es immer schwierig, eine Reihe in einen Film zu packen und dabei allen Aspekten der ursprünglichen Handlung gerecht zu werden. Trotzdem weiß der Film mit einer Mischung aus Comedy, Drama und jede Menge Herz doch zu überzeugen.

Die deutsche Umsetzung präsentiert sich ordentlich, wenn auch nicht überragend. Insgesamt schaffen es die Sprecher aber, die knapp 90 Minuten gut mit Leben zu füllen. Selbst wenn die deutsche Veröffentlichung der Geschichte um die kleine Okko ohne weitere Extras daherkommt, bleibt die herzerwärmende Handlung doch in Erinnerung. Da der Film auch für Kinder geeignet ist, steht einem netten Familien-Anime-Nachmittag mit wahrlich Geist-reicher Unterhaltung nichts im Wege.

Info

Okko und ihre Geisterfreunde
Okko und ihre Geisterfreunde Bild: Hiroko Reijo, Asami, KODANSHA / WAKAOKAMI Project

Okko und ihre Geisterfreunde – Der Film 
Original Name: 若おかみは小学生!
Transkription: Waka Okami wa Shōgakusei!
Studio: Madhouse / DLE
Erschienen im: Juni 2018 (Japan)
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Kitaro Kosaka
Drehbuch: Reiko Yoshida
Synchronisation: Hamburger Synchron GmbH
Dialogregie: Arlette Stanschus
Freigegeben ab: 6 Jahren
Genre: Slice of Life, Drama, Comedy
Medium: Blu-ray, DVD

Story
88 %
Animation
85 %
Synchronisation
83 %
Preis
89 %

Unser Fazit

"Okko und ihre Geisterfreunde" überzeugt mit einer schönen Mischung aus Comedy und Drama. Die Figuren sind insgesamt so liebenswert dargestellt, dass selbst die größte Zicke noch zu einer echten Freundin wird. Für Kinder und diejenigen, die kurzzeitig in eine andere Welt abtauchen wollen, ohne allzu viel nachdenken zu müssen, ist die Geschichte auf jeden Fall zu empfehlen.
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