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Drei Kurzfilme rund um bekannte Figuren der Serie

Psycho-Pass Sinners of the System – Wiedersehen mit alten Freunden

Für alle Fans, die von der Serie Psycho-Pass nicht genug bekommen konnten, hat sich das Studio Production I.G. mit Psycho-Pass Sinners of the System (kurz Psycho-Pass SS) etwas einfallen lassen. In den drei Kurzfilmen können die Zuschauer mehr über ihre geliebten Charaktere aus der Serie erfahren und noch tiefer in die Science-Fiction-Welt von Psycho Pass eintauchen.

Psycho-Pass Sinners of the System erschien erstmalig im Jahr 2019 in Japan. In Deutschland wird es seit Juli dieses Jahres über Kazé vertrieben. Eigentlich sollten die Filme auch in einer Anime Night im Kino laufen, doch das fiel wegen Corona leider aus. Insgesamt gibt es drei Kurzfilme, Cases genannt, die sich jeweils mit den Hintergründen verschiedener Charaktere beschäftigen und eigene kleine Geschichten erzählen. Wer die Serie nicht kennt, kann die Filme als eigenständige Geschichten verstehen, das Hintergrundwissen aus der Serie ist aber definitiv hilfreich und steigert das Verständnis.

Drei Cases mit verschiedenen Schwerpunkten

Der erste Case, Schuld und Sühne, beschäftigt sich mit Mika Shimotsuki. Diese wird als Ermittlerin in eine Isolationseinrichtung für Kriminelle geschickt. Hier gehen seltsame Dinge vor sich, die sie gemeinsam mit dem Vollstrecker Nobuchika Ginoza untersuchen soll. Dabei merken die beiden schnell, dass es Bereiche gibt, zu denen ihnen der Zugang verwehrt bleibt. Sie treffen auf verschiedene andere Figuren, die entweder in der Einrichtung arbeiten oder dort inhaftiert sind und kommen einem Geheimnis auf die Spur, das weitreichende Folgen hat und vielleicht besser ein Geheimnis hätte bleiben sollen. Und am Ende steht die Frage, wer eigentlich die Guten und wer die Bösen sind.

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Im zweiten Case, First Guardian, stehen Drohnenpilot Teppei Sugo und Vollstrecker Tomomi Masaoka im Vordergrund. Vor allem Sugo kämpft dabei mit den Dämonen seiner Vergangenheit, die nicht so glatt und reibungslos verlaufen ist, wie er es sich gewünscht hätte und ihn mit vielen Fragen zurücklässt. Doch ein Drohnenangriff auf Tokyo nimmt seine Aufmerksamkeit in Beschlag und zusammen mit Masaoka stellt er schnell fest, dass nicht alles so sein muss, wie es scheint.

Der dritte Case, Jenseits von Liebe und Hass, schließt die Kurzfilm-Trilogie ab. Hier folgen wir Shinya Kogami. Dieser ist inzwischen in Tibet gelandet und widmet sich dort der Aufgabe, Flüchtlinge zu retten, die von Guerilla-Kämpfern angegriffen wurden. Dabei trifft er auf Tenzing Wangchuk, ein kleines Mädchen, das die Schrecken seiner Vergangenheit nicht einfach hinnehmen will. Stattdessen bittet sie Kogami, sie im Kämpfen auszubilden. Er willigt ein, warnt sie aber, dass der Pfad der Rache ein heimtückischer sein kann. Während der Ausbildung denkt er auch über seine eigene Vergangenheit und seine Fehler nach.

Die Geschichten drehen sich um die bekannten Figuren aus der Serie und erlauben uns, mehr über sie zu erfahren, ihre Hintergründe kennenzulernen und teilweise auch zu erfahren, wer sie vor oder nach der Serienhandlung von Psycho-Pass waren. Dabei drehen sich die Themen hauptsächlich um ähnliche Aspekte wie in der Serie. Die Früherkennung von Verbrechern und ihre Psycho-Pässe, von denen die Serie ihren Namen hat, spielt jeweils eine Rolle, wenn auch nicht in allen Filmen eine gleich große.

Mehr zum Thema:  AnimagiC 2019: Kazé kündigt Psycho-Pass SS an

Generell lässt sich sagen, dass sich die Kurzfilme nicht nur von den Figuren, sondern auch von der Handlung her stark unterscheiden. In jeder Geschichte steht etwas anderes im Fokus, eine andere Frage, die das Zentrum des Films bildet und auch wenn sie aufgeklärt wird, den Zuschauer mit seinen eigenen Gedanken zurücklässt.

Für jeden Geschmack etwas dabei

Dabei wird vermutlich jeder Zuschauer seinen Lieblingsfilm finden. Bei dem einen steht die Action mehr im Fokus, bei einem anderen die Frage nach Vergangenheit und Moral. Diese Mischung sorgt für Abwechslung, kann aber auch den Nachteil bergen, dass eventuell ein Film übersprungen oder ausgelassen wird, weil nicht so viel Interesse an dem Thema oder der Figur besteht.

Technisch sind alle drei Filme stark. Man merkt, dass die Filme noch recht neu und damit auf einem hohen Stand sind. Die Animationen wirken vor allem in Kampfszenen sehr stark und durch den Stil wird ebenfalls eine Botschaft übermittelt. So sind zum Beispiel im ersten Case die Gefangenen nur sehr schemenhaft gezeichnet, sehen sich teilweise ähnlich und wirken wie eine Masse, was ihnen die Individualität nimmt.

Auch die Musik und die Stimmen sind größtenteils gut gewählt. Die Musik passt zu den jeweiligen Sequenzen und transportiert die Geschichte so mit. Auch die Synchronstimmen passen zu den Figuren. Bei den bekannten Figuren sind es die gewohnten Stimmen, sodass keine Umstellung erfolgen muss. Und auch die meisten neuen Charaktere sind gut vertont, sodass keine große Umstellung nötig ist. Nur die Abmischung macht manchmal Schwierigkeiten, manche Passagen sind wesentlich leiser als andere und so muss man den Ton recht häufig verstellen.

Das Steelcase, in dem die Blu-Ray kommt, ist sehr schön anzusehen und fühlt sich wertig an. Dafür wird zu großen Teilen auf Extras verzichtet, was etwas schade ist, vor allem für den recht hohen Preis von über 60 Euro.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Filme für alle Fans der Serie wärmstens zu empfehlen sind. Man lernt mehr über die schon bekannten Figuren, taucht weiter in die Welt ein und trifft aber auch auf neue Figuren, die fast durchgängig eine Bereicherung sind. Bei den drei Filmen ist für jeden Geschmack etwas dabei, was natürlich dazu führen kann, dass dem Zuschauer nicht alle Filme gleich gut gefallen. Aber keiner der Filme fällt gegenüber den anderen stark ab, sie haben ein durchgehend hohes Niveau – nur mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Auch technisch sind die Filme gut, einzig die Abmischung stimmt an mancher Stelle nicht so ganz. Der Preis ist für drei Kurzfilme mit insgesamt etwa drei Stunden Laufzeit und ohne weitere Extras hoch, aber auch nicht unangemessen hoch. Fans der Serie können also auf jeden Fall zuschlagen, wer die Serie nicht kennt, wird die Filme verstehen, aber mit dem Hintergrundwissen aus der Serie machen sie mehr Spaß und man erhält einen tieferen Einblick.

Info
Drei Geschichten mit unterschiedlichen Figuren aus der Psycho-Pass Welt

Psycho-Pass Sinners of the System
Original-Name: サイコパス Sinners of the System
Studio:
Production I.G.
Erschienen am:
20. Juli 2020
Regisseur:
Naoyoshi Shiotani
Drehbuch:
Ryō Yoshigami und Makoto Fukami
Musik:
Yugo Kanno
Dauer:
150 Minuten
Freigegeben ab:
16 Jahren
Genre:
Science Fiction
Medium: Dics –
Bei Amazon kaufen

REVIEW OVERVIEW

Story
80 %
Animation
90 %
Synchronisation
80 %
Preis
65 %

Unser Fazit

Spannend und vor allem für Fans der Serie ein Muss! Die drei Storys bieten viel Abwechslung und tiefe Einblicke in die bekannte Welt.
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