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nipponart spendiert uns endlich eine Komplett-Box der gefühlvollen Mecha-Story

RahXephon – Die Welt ist von Klängen erfüllt

Bereits 2004 bis 2005 brachte Panini „RahXephon“ sowohl als Manga als auch als Anime hierzulande als DVD auf den Markt. Jetzt gönnt nipponart dem Mecha-Drama eine Neuauflage als Gesamtedition in Blu-ray-Qualität.

Das Jahr 2012 ändert die Geschichte in Tokyo auf rapide Art und Weise. Die Mu, außerirdische Wesen, kommen auf die Erde und übernehmen die Stadt. Gegen ihre Kampf-Roboter, die Dolems, scheint keine irdische Waffe zu wirken. Die einzige Möglichkeit besteht darin, die Invasoren in der Stadt unter einer Kuppel einzusperren. Seitdem können die Menschen dort die Stadt nicht mehr verlassen, auch die Zeit verläuft innerhalb der Kuppel langsamer als außerhalb. Als Tokyo-Jupiter ist die Stadt seitdem von der Außenwelt abgeschottet.

Der Schüler Ayato lebt unter dieser Kuppel, besucht dort die Schule und verlebt einen Alltag, ohne von dem Krieg, der außerhalb tobt, etwas zu bemerken. Er ist gerade mit seinen Freunden unterwegs als er einen Kampf zwischen einem Dolem und den Truppen von außerhalb Tokyos miterlebt. In den Wirrungen dieses Kampfes trifft er auf seine Mitschülerin Reika, die ihn zu dem geheimnisvollen Kampf-Roboter RahXephon führt …

RahXephon erwacht
RahXephin erwacht Bild: BONES – Yutaka Izubuchi / Rahxephon project

Ayato steigt in „RahXephon“ und muss feststellen, dass die Welt um einiges größer ist als er sie sich vorgestellt hat. Schon bald findet sich der Schüler zwischen allen Fronten wieder und muss sich entscheiden, wer er nun eigentlich ist und was noch wichtiger ist, wer er eigentlich sein möchte. Und das in einem Alter, in dem die meisten Jugendlichen schon genug mit ihrem eigenen Hormon-Haushalt zu tun haben.

Die kleine, große Welt

Während „RahXephon“ auf den ersten Blick wie ein typischer Mecha-Anime aussieht, verfügt die Geschichte über einiges an Tiefgang und wirft viele Fragen auf, bei denen er zumindest versucht, eine Antwort zu geben. Vor allem die Menschen innerhalb Tokyos wirken auf den ersten Blick ein wenig seltsam, denn sie scheinen nicht zu merken, dass sie eigentlich von der Außenwelt isoliert sind. Das gesamte Leben spielt innerhalb der Grenzen der Stadt. Mal einen Ausflug ins Umland? Wer braucht das schon. Urlaub auf dem Land? Sowieso langweilig. Das scheint die Prämisse zu sein, gegen die auch nur wenige aufbegehren.

Gleichzeitig geht es um das immer wieder gern verwendete Thema, wie man reagiert, wenn der „Feind“ unerwartet zum „Freund“ zu werden scheint. Denn genau in dieser Situation findet sich der Protagonist Ayato wieder. Er wurde innerhalb Tokyo-Jupiters geboren und hat wie alle Mu blaues Blut, was die Außerirdischen immer wieder deutlich von den Menschen unterscheidet. Als er mit „RahXephon“ flieht, denkt er noch, dass er jetzt als Mensch unter seinesgleichen leben kann. Das funktioniert auch ganz gut, bis herauskommt, dass sein Blut doch nicht so rot ist wie erwartet.

Geheimnisvolle Reika
Mädchen mit Geheimnissen. Bild: BONES – Yutaka Izubuchi / Rahxephon project

„RahXephon“ stellte das Regie-Debüt von Yutaka Izubuchi dar, sodass dieser sich für sein erstes Projekt viel vorgenommen hatte. „RahXephon“ sollte mehr werden als ein Mecha-Anime. Ein groß gefasstes Ziel, das dazu führt, dass der Regisseur viele seiner eigenen Ideen in die Handlung einbaute. Insgesamt kann festgestellt werden, dass er eine Geschichte kreieren konnte, die sowohl packend als auch gefühlvoll ist. Der ganz große Wurf ist es dann aber doch nicht geworden, weil die Handlung insgesamt ein wenig überfrachtet erscheint. Obwohl die Serie 26 Episoden umfasst, bleibt am Schluss das Gefühl, dass die Story eigentlich noch so viel mehr hätte erzählen können.

Insgesamt bleibt die Geschichte sehr gefühlsbetont und lässt Ayato viel Zeit die verschiedensten Dramen zu erleben. Dabei kommt leider die typische Mecha-Action, die auf epischen Kämpfen beruht, ein wenig zu kurz. Vor allem die eingebaute Dreiecks-Beziehung zwischen Ayato-Reika-Haruka entwickelt sich eher enttäuschend, da dieser innerhalb der Geschichte zu wenig Raum gegeben wird, als dass die schlussendliche Auflösung wirklich überzeugen könnte.

Traumpaar mit Hindernissen
Haruka und Ayato Bild: BONES – Yutaka Izubuchi / Rahxephon project

Eine andere Zeit

Was beim Ansehen von „RahXephon“ zuerst auffällt, ist das 4:3-Format. War dies bei der Entstehung der Serie 2002 noch gängiges TV-Format, muss man sich auf einem heutigen Fernseher erst daran gewöhnen. Wer sich die Box anschafft, weiß aber in der Regel, dass der Anime nicht der neuesten Generation entstammt, sodass das historische Format sehr gut zum Nostalgie-Feeling der Serie beiträgt.

Dementsprechend erweist sich auch die Animation teilweise als eher holprig. Vor allem bei den wenigen Kampf-Sequenzen fällt auf, dass die Szenen schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Vor allem, wenn es richtig schnell wird, neigen die Bilder dazu zu verschwimmen, was man von heutigen Reihen eher nicht mehr gewohnt ist. Nichtsdestotrotz weiß die Geschichte mit individuell gestalteten Figuren und einer guten Mischung aus Natur und High-Tech, zumindest was man damals darunter verstand, zu punkten.

Ishturi
Reika Mishima Bild: BONES – Yutaka Izubuchi / Rahxephon project

Die Schwäche in der Animation weiß nipponart mit einer schön gestalteten Box allerdings auszugleichen. Die Cover-Szene macht Lust darauf, sich auf die Geschichte von Ayato und Reika einzulassen, selbst wenn das Ende anders ausfällt als Romantik-Fans erwarten. Auch wenn die Discs an sich ohne Extras daherkommen, sind drei schicke großformatige Sticker der Gesamt-Box beigelegt.

Eine Welt aus Klängen

Bei einem Anime, in dem Musik so eine wichtige Rolle spielt, muss natürlich auch der Soundtrack entsprechend ausfallen. Ichiko Hashimoto versucht sich an dieser schwierigen Aufgabe und erstellte eine Mischung aus klassischen Melodien und modernen Klängen, die die Geschichte passend unterstützen. Der Titelsong „Hemisphere“ stammt von Yoko Kanno, die mit ihren gefühlvollen Stücken schon so manchen Anime stimmungsvoll unterlegte und auch an dieser Stelle wieder wundervolle Arbeit abliefert.

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Die Animation stammt aus dem Jahr 2002, sodass man die Messlatte im Vergleich zu heutigen Produktionen nicht zu hoch legen sollte. Insgesamt leistet das Circle of Arts Studio gute Arbeit, selbst wenn man Sprecher verpflichtet, die noch nicht auf große Anime-Erfahrung zurückblicken konnten. Lässt man sich auf die Umsetzung ein, findet man immer wieder Figuren, die ihren ganz eigenen Charme besitzen, sowohl auf positive als auch negative Art und Weise.

Daniel Krause, der die Rolle des Ayato übernahm, hatte wirklich keine leichte Rolle, gerade weil die Stimmung des Jungen manchmal schon extrem ausfällt. Zwischen heroischem Kämpfer und wehleidigem Jüngling muss sein Sprecher eine breite Palette an Stimmungen rüberbringen, was ihm die meiste Zeit auch ganz gut gelingt.

Ayato der Spieler
Ayato Kamina Bild: BONES – Yutaka Izubuchi / Rahxephon project

Die Sprecherin von Haruka, Susanna Sandvoss, war bereits vor ihrer Zeit als Haruka in einer wichtigen Rolle in anderen Anime dabei. Allerdings bleibt sie die meiste Zeit stimmlich so oberflächlich wie es die Beziehung ihrer Figur zu Ayato bleibt. Deswegen fällt es gerade zum Ende hin schwer, ihr die verzweifelte Liebe abzukaufen, weil sie irgendwie aus allen Wolken zu fallen scheint.

Fazit „RahXephon“

Obwohl „RahXephon“ inhaltlich nicht DER große Wurf geworden ist, macht die Geschichte trotzdem Spaß und weiß mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Allerdings muss man als Zuschauer der Handlung aufmerksam folgen, weil wichtige Aspekte schon einmal nur in einem Nebensatz erwähnt werden. Wer die Story zumindest ansatzweise vollständig verstehen will, muss mitdenken.

Die Story konzentriert sich auf die wichtigsten Figuren, sodass man zu diesen schnell eine Beziehung aufbauen kann. Die Bandbreite ist groß genug, dass jeder schnell einen persönlichen Liebling findet. Auch wenn das Beziehungsgeflecht teilweise ein wenig schwierig ist und in der Auswertung manchmal doch ziemlich schwach daherkommt, fiebert man mit und wünscht allen, dass sie irgendwie ihr Glück finden.

Die deutsche Veröffentlichung lässt außer dem Bild-Format wenig zu wünschen übrig. Vor allem die Box weiß mit einer schönen Gesamt-Präsentation zu überzeugen. Wer sich also auf die Welt von „RahXephon“ einlässt, erlebt eine abwechslungsreiche Story, bei der das Ende unter dem Strich viel zu früh kommt.

Info

rahxephon_bd_cover_3d
©2001 BONES·Yutaka Izubuchi/Rahxephon project

RahXephon
Original Name: ラーゼフォン
Transkription: Rāzefon
Studio: Bones
Erschienen am: Januar – September 2002 (Japan)
Deutscher Publisher: nipponart
Regisseur: Yutaka Izubuchi
Drehbuch: Chiaki Konaka, Yutaka Izubuchi
Musik: Ichiko Hashimoto
Synchronisation: Circle of Arts
Dialogregie: Susanna Sandvoss, Detlef Klein
Dialogbuch: Marika von Radvanyi, Stefan Kolo
Freigegeben ab: ab 12 Jahren
Genre: Sci-Fi, Drama
Medium: Blu-ray, DVD

REVIEW OVERVIEW

Story
90 %
Animation
85 %
Synchronisation
88 %
Preis
95 %

Unser Fazit

"RahXephon" ist eine Mischung aus Mecha-Action und Fantasy-Drama. Die Story weiß mit schön gestalteten Figuren zu überzeugen, selbst wenn die Handlung unter dem Strich noch Raum für mehr gelassen hätte. Retro-Fans und diejenigen, die mit Anime aufgewachsen sind, werden sich schnell in die Animation verlieben, die zwar mit der heutigen Zeit nicht mithalten kann, aber trotzdem ihren Charme hat.
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