Stats

Anzeige
Home Reviews Anime Reviews Review: Attack on Titan Volume 1 (Blu-ray) - Nur ein stumpfer Hype?

Review: Attack on Titan Volume 1 (Blu-ray) – Nur ein stumpfer Hype?

Am 28. Oktober erschien beim Publisher Kazé das erste Volume zum beliebten Anime Attack on Titan. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und daher haben wir hier unseren Eindruck zu den ersten 7 Episoden.

Worum geht es?
Attack on Titan handelt vom jungen Eren Jäger, seiner Adoptivschwester Mikasa Ackermann und seinem besten Freund Armin Arlert, die zusammen mit dem verbliebenen Rest der Menschheit in Städten leben, die durch riesige Mauern vor den Angriffen der Titanen, gigantische Wesen, die Menschen scheinbar grundlos verschlingen, geschützt sind. Eines Tages durchbrechen die Titanen die erste Mauer und die Menschen werden weiter zurückgedrängt. Durch das Kindheitstrauma möchte Eren Jäger unbedingt gegen die Titanen kämpfen und tritt dem Militär bei.

Die Story

Attack on Titan Vol. 1
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

So beliebt wie die Serie ist, so gibt es auch viele Leute, die den Hype überflüssig finden und nicht nachvollziehen können. Die ersten Episoden können zumindest ziemlich gut unterhalten und vor allem der Auftakt mit der ersten Episode ist äußerst überzeugend. Mit einer passenden Mischung aus Dark Fantasy, Action und Drama gelingt es Attack on Titan den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, sofern einem das Setting liegt.

Mit Unterstützung einiger Flashbacks sowie Erklärungen im Erzählermodus wird man an das zuvor Geschehene herangeführt, sodass man langsam ein Gespür für das Thema entwickelt. Was genau es mit den Titanen auf ch hat, wird aber vorerst verschleiert, doch es deutet sich an, dass es nicht bloß gefräßige Biester sind, die ihren Hunger stillen wollen.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee. / Wit Studio

Die Atmosphäre ist überwiegend ernst, während in Action-Szenen zusätzlich eine starke düstere Note dazustößt. Comedy-Elemente sind ebenfalls vereinzelt vorhanden, halten sich aber sehr in Grenzen. Die Action-Szenn selbst sind überaus unterhaltsam und durch die Dynamik sehr variationsreich. Was die eigentliche Handlung betrifft, so wirkt diese durch diverse Zeitsprünge anfangs etwas überstürzt. Im Laufe der Episoden ergeben diese Sprünge dafür immer mehr Sinn, da man so schneller zu den Kämpfen gegen die Titanen gelangt, auch wenn innerhalb von 6 Episoden gleich 5 Jahre vergehen. Das Training hätte man ein wenig mehr ausdehnen können, doch die meisten Zuschauer wollen natürlich die Kämpfe gegen die Giganten so schnell wie möglich sehen, daher passt das.

Trotz dessen dass der Anime einem gewissen Hype ausgesetzt ist, sollte man ihn nicht unbedingt als „Mainstream“ oder „stereotypisch“ abstempeln. Ein apokalyptisches Szenario dieser Art kommt zwar häufig vor, doch die Art, wie es hier zur Geltung gebracht wird, ist das Besondere und hebt Attack on Titan dementsprechend hervor. Oder um die Frage „Ist der Hype berechtigt?“ kurz zu beantworten: Ja, bisher schon. Warten wir also gespannt den Rest ab.

Die Charaktere

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee. / Wit Studio

Die Serie weist eine Vielzahl an interessanten Charakteren mit einem breiten Spektrum verschiedenster Eigenschaften vor. Protagonist Eren Jäger wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Shounen-Held, der aus der Gruppe hervorsticht und mit bloßer Willenskraft alle retten kann. Nach einigen Episoden wird dieser mögliche Eindruck schnell korrigiert, denn es passieren ihm mehr schlimme Dinge als gute. Seine Willensstärke ist zwar tatsächlich seine beste Eigenschaft, aber das sichert ihm noch lange nicht einen Triumph nach dem anderen. Sympathisch ist der sture und heißblütige Grünschnabel aber allemal, weshalb man mit ihm durchgehend mitfiebert. Allerdings lässt er sich zu sehr von Rachegelüsten leiten. Mal sehen, ob er noch eine dramatische Entwicklung hinlegen wird.

Der weibliche Favorit unter den Figuren dürfte bei den meisten wohl Mikasa Ackermann sein. Die ruhige und bedachte junge Frau glänzt mit ihrer mysteriösen Art, die man erst im späteren Verlauf nachvollziehen kann. Sie ist nicht so wortgewandt wie Eren, doch ihre Familie und Kameraden stehen bei ihr an oberster Stelle. Armin Arlert hingegen ist eher der passive Typ und hält sich oft zurück, obwohl er in der Theorie ein Genie zu sein scheint. Seine ängstliche und unsichere Persönlichkeit wird ihm leider oftmals zum Verhängnis, auch wenn er beschließt, ebenfalls der Aufklärungsfront beizutreten. Trotzdem kann auch er die Fans für sich gewinnen.

Attack on Titan
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee. / Wit Studio

Hinzu kommen noch zahlreiche Charaktere wie Sasha, Connie, Reiner oder Annie, die ebenfalls mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten den Anime bereichern. Nicht jeder von ihnen ist direkt etwas Besonderes, aber interessant sind sie alle auf ihre persönliche Art. Außerdem kommen ja noch einige tolle Charaktere, wie z.B. Levi, erst im späteren Verlauf. Daher ist noch alles offen.

Außer der Änderung von Zukunftsplänen einiger Charaktere gibt es keine sehr auffälligen Entwicklungen, abgesehen vom Erwachsenwerden und der Erweiterung des Bewusstseins über den Ernst der Lage. Doch das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

Die Animation

Attack on Titan Vol. 1
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

Das Design und die Animation sind ebenfalls ausschlaggebende Faktoren von Attack on Titan. Erschienen ist der Anime bereits 2013, doch optisch kann er mit heutigen Titeln nicht nur mithalten, sondern übertrifft einen Großteil auch problemlos. Die Bewegungsabläufe und Umgebungseffekte laufen flüssig und detailliert. Aufgrund der Manöver über den Dächern wird das Ganze nochmal um einiges dynamischer und lebendiger. Des Weiteren sind ab und zu einige Standbilder eingebaut, die die Dramatik betonen.

Das Charakter-Design lässt sich in zwei Kategorien unterteilen, nämlich in die der Menschen und Titanen. Die Menschen sind originell in Szene und heben sich in ihrer Darstellung von anderen Anime hervor. Oft machen sich auch absichtlich dick gezeichnete Kanten und Umrisse deutlich. Was die Farben betrifft, so sind diese gut gewählt und hauchen der Serie die entsprechende düstere Atmosphäre ein. Die Titanen wiederum wirken durch ein besonderes Design, einer anderen Farbmischung und die zusätzlichen CGI-Effekte teilweise schon dreidimensional. Allerdings unterscheiden sie sich nicht nur von den Menschen, sondern oft sogar auch untereinander. Einen idealen Vergleich stellen beispielsweise der Kolossale Titan und der (nennen wir ihn mal) „Kawaii-Augen-Titan“ dar.

Was das Opening angeht, so treffen die genannten Elemente auch hier zu. Das Ending hingegen hat seinen ganz eigenen Stil, sowohl im Punkt Animation als auch im Design. Das Ganze erinnert leicht an bewegte Gemälde, die etwas im Stil eines Daumenkinos erzählen (um es bildlich auszudrücken).

Der Sound

Attack on Titan Vol. 1
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

„Guren no Yumiya“ – Dieser Name dürfte den meisten etwas sagen, denn hierbei handelt es sich um das erste Opening, welches sich großer Beliebtheit erfreut. Der epische Song trifft mit seinen kräftigen Klängen ganz die Stimmung des Anime und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Das Ending ist um ein Vielfaches ruhiger und melancholischer. Die eher traurigeren Töne liefern den perfekten Ausklang aus einer spannenden Episode.

Wer Hiroyuki Sawano kennt, dem dürfte der Soundtrack dieser Serie nicht allzu fremd vorkommen. Der Komponist ist u.a. verantwortlich für die Musik in Guilty Crown, Blue Exorcist und Sengoku Basara. Zu aktuelleren Titeln zählen außerdem Kabaneri of the Iron Fortress vom selben Studio sowie seine Beteiligung an Seraph of the End. All diese Anime – so auch Attack on Titan – haben gemeinsam, dass die Spannung, Dramatik und Euphorie durch den Soundtrack enorm erhöht werden. In diesem Fall sind sogar ein paar orientalisch angehauchte Stücke vertreten.

Des Weiteren fallen häufig auch Songs mit Vocals auf. Diese stören aber nicht im geringsten, sondern untermalen die jeweilige Situation jedes Mal hervorragend. Die bisherigen waren auf Englisch, doch im späteren Verlauf folgen sogar einige mit deutschem Text. Selbst wenn es ein wenig undeutlich gesungen ist, so ist es doch mal eine nette Abwechslung.

Die Synchronisation

Attack on Titan Vol. 1
©Hajime Isayama, Kodansha / „ATTACK ON TITAN“ Production Committee.

In letzter Zeit dürfte dies wohl eine der besten Synchronisationen von Kazé werden. Mal ganz von der vortrefflichen Qualität und Übersetzung abgesehen, sind vor allem die Sprecher wunderbar besetzt. Im Grunde könnte man diesen Anime als „Allstar-Titel“ bezeichnen. Von Konrad Bösherz (Suzaku / Code Geass) und Tim Knauer (Neji / Naruto), über Esra Vural (Sayaka / Madoka Magica) und Marios Gavrilis (Okabe / Steins;Gate), bis hin zu Klaus-Dieter Klebsch (Yami Marik / Yu-Gi-Oh!) und Marieke Oeffinger (Akame / Akame ga Kill) ist alles dabei. Nicht nur, dass die Besetzung stimmt, auch die Rollen werden glaubwürdig und überzeugend ausgefüllt. Einige haben sogar Ähnlichkeit mit dem Original, was die Sprechweise angeht.

Ebenso sind die drei Hauptrollen Eren, Mikasa und Armin ideal mit Max Felder, Nicole Hannak und Christian Zeiger besetzt. Beim ersten Volume kann man sich wirklich nicht beschweren und bekommt gut was für sein Geld geboten. Ein möglicher Störfaktor für eingefleischte Fans der Originalfassung könnte eventuell die Aussprache von Erens Namen sein, da hier das R nicht gerollt, sondern ganz normal ausgesprochen wird.

Extras (wird nicht bewertet)
Dem ersten Volume von Attack on Titan liegen mit der Limited Edition zusätzlich zum Sammelschuber ein Poster, ein Aufnäher, ein Lesezeichen sowie ein 16-seitiges Booklet bei. Die Disk enthält zudem einige Mini-Episoden.

Info

Attack on Titan
Attack on Titan / © Kazé

Attack on Titan
Original Name: 進撃の巨人
Transkription: Shingeki no Kyojin
Studio: Wit Studio
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Tetsurō Araki
Drehbuch: Yasuko Kobayashi
Musik: Hiroyuki Sawano
Erschienen am: 7. April 2013 (Japan), 28. Oktober 2016 (Deutschland)
Synchronisation: VSI Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 25 Episoden
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Drama, Fantasy, Action, Mystery, Seinen, Splatter
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren