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Scrapped Princess – Süßes Gift

Wir prophezeien einen spannenden Abend

Mit einer Gesamtbox ermöglicht Nipponart dem Fantasy-Anime Scrapped Princess ein schön verpacktes Revival hier in Deutschland. Kann der Inhalt da mithalten?

Das Mädchen Pacifica Casull reist mit ihren Geschwistern Shannon und Raquel durch das Land Leinwan. Die drei Geschwister sind auf der Flucht vor dem Militär des Landes. Denn Pacifica ist die Scrapped Princess, die Prinzessin der Zerstörung, die an ihrem 16. Geburtstag das Ende der Welt einläuten soll. Während ihre Adoptiv-Geschwister alles tun, um ihre kleine Schwester zu beschützen, sammeln sich, je näher Pacificas Geburtstag rückt, immer mehr neue Freunde, aber auch mächtige Gegner um die Dreier-Gruppe.

Scrapped Princess basiert, wie viele andere Fantasy-Anime-Reihen, auf einer Light Novel, was man dem Handlungsaufbau vor allem am Anfang auch anmerkt. Es dauert ein wenig, bis die Handlung richtig in Schwung kommt. Allerdings lohnt es sich, diese dramaturgische Durststrecke durchzustehen, denn im Laufe der Zeit bietet Scrapped Princess alles, was das Fantasy-Herz begehrt, einschließlich einiger unerwarteter Wendungen.

Pacifica als Scrapped Princess
Bild: Bones

Mein Leben als Prophezeiung

Die Grundidee der Story wirkt auf den ersten Blick ein wenig althergebracht. Eine Heldin der etwas anderen Art macht sich auf, um die Welt zu retten, wobei dies ja eigentlich nicht Pacificas Aufgabe ist. Mit einer Prophezeiung fängt meistens nichts Gutes an, wie es auch bei dem Mädchen der Fall ist. Ihr wurde bei der Geburt geweissagt, dass sie das Ende der Welt einläuten würde. Ein Ende kann aber auch einen neuen Anfang bedeuten, daran denkt in diesem Augenblick jedoch keiner. Für den König ist klar: Das Kind muss sterben. Dieses Unterfangen funktioniert Gott sei Dank nicht, da einige seiner Untergebenen wenigstens noch ein wenig Menschlichkeit ihr Eigen nennen.

Obwohl die Geschichte Scrapped Princess in einer Fantasy-Welt spielt, werden auch sehr weltliche Probleme aufgeworfen. Auf der einen Seite geht es um Treue, die sowohl zwischen den Geschwistern Casull und ihren Freunden herrscht als auch in der Kirche, die innerhalb der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Die Religion rund um den Gott Mauser, der die Welt angeblich beschützt und leitet, macht aus Pacifica eine Gejagte. Die Priester und ihre sogenannten Friedensbringer haben aber immer auch ihre eigenen Pläne im Hinterkopf, bei denen es darum geht, ihre eigene Macht aufzubauen. Dabei werden sie vom König tatkräftig unterstützt, der nichts lieber täte als sein Reich weiter zu vergrößern.

Mauser und Pacifica
Bild: Bones

Dadurch, dass immer mehr äußerst unterschiedliche Personen zu der ursprünglichen Geschwister-Gruppe stoßen, wird die Handlung im Laufe der Zeit immer ausgereifter. Später geht es nicht mehr immer nur darum, vor dem Feind zu flüchten, sondern auch eine wachsende Gemeinschaft zusammenzuhalten. Dies gestaltet sich schwierig, vor allem wenn ein Mitglied überall im Land als eine Art Monster in menschlicher Gestalt verschrien ist. Viele Mitglieder haben erst einmal damit zu kämpfen, dass Pacifica die Scrapped Princess ist, aber je mehr ihre Begleiter sie kennenlernen, desto klarer wird ihnen, dass das Mädchen alles anderes ist als eine Art Göttin der Zerstörung.

Pacifica und ihre „Familie“ holen den Zuschauer in eine Welt, in der die Religion eine wichtige Rolle spielt und Menschen manchmal mehr sind als sie auf den ersten Blick scheinen. Der Handlungsaufbau verläuft am Anfang zwar ein wenig schleppend, aber sobald die Gruppe wächst, wird es interessanter. Insgesamt gelingt dem Studio Bones eine gute Mischung aus einprägsamer Geschichte und sympathischen Figuren.

Wo Legenden enden

Insgesamt lebt Scrapped Princess zu einem Teil natürlich auch von den sehr verschieden dargestellten Figuren, die sich in der Fantasy-Welt tummeln. Obwohl Leinwan sehr an das Europa des Mittelalters erinnert, hat sich vor allem die Magie stark entwickelt. Die Technik hingegen steckt noch in den Kinderschuhen und findet nur wenig Beachtung, zumindest auf den ersten Blick. Im Laufe der Zeit bemerkt man, dass sie sich auf manchen Ebenen sehr weit entwickeln konnte. Spätestens wenn Zefiris auf der Spielfläche erscheint, ist jedem klar, die Mischung aus Technik und Magie kann erstaunlich Dinge zustande bringen. Und ganz ehrlich, Drachen sind cool, egal ob magisch, maschinell oder irgendwas dazwischen.

Freunde und Vertraute
Bild: Bones

Für die grafische Umsetzung von Ichiro Sakakis Light Novel Scrapped Princess ist das Studio Bones verantwortlich, sodass dem Zuschauer optisch schon am Anfang einiges geboten wird. Obwohl der Anime aus dem Jahr 2003 stammt, muss er sich hinter neueren Produktionen nicht verstecken. Die Welt von Leinwan ist mit viel Liebe zum Detail dargestellt und auch die Figuren besitzen alle ihren eigenen, wenn auch manchmal etwas kantigen, Charme. Die technischen Komponenten scheinen zwar auf den ersten Blick nicht wirklich in diese Fantasy-Mittelalter-Welt zu passen, aber auch hier gelingt den Animatoren rund um Regisseur Soichi Masui eine durchaus gelungene Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten.

Das Studio Bones leistet beim Anime wirklich sehr gute Arbeit, sodass die Serie ihr Revival auf jeden Fall verdient hat, auch wenn die Handlung am Anfang ein wenig stockt. Allerdings kann man von einem Studio, in dessen Portfolio so beliebte Reihen wie Fullmetall Alchemist, Soul Eater oder aktuell Bungo Stray Dogs auftauchen, nichts anderes erwarten als fundierte, grafisch anspruchsvolle Arbeit bis ins Detail. Wer Magie mag, wird vor allem von den teils sehr aufwendigen Magie-Kämpfen begeistert sein.

Vom Anfang bis zum unerwarteten Ende

2007 verpasste das Studio G&G dem Anime aus dem Jahre 2002 ein deutsches Antlitz, indem es die deutsche Synchronisation übernahm. Unter der Regie von Christian Schneider entstand eine Übertragung, die ebenfalls wenig zu wünschen übrig lässt. Die Sprecher wurden passend ausgewählt und machen in ihren Rollen wirklich eine gute Figur.

Geschwister auf Reisen
Bild: Bones

Corinna Dorenkamp hat mit der Rolle der Pacifica keine einfache Aufgabe übernommen, denn die Prinzessin der Zerstörung legt manchmal Stimmungsschwankungen an den Tag, die schon extrem sind. Diese Differenziertheit in ihrem Charakter kann ihre deutsche Stimme gut übertragen, wobei die Sprünge von tieftraurig bis zickig für die Sprecherin kein Problem darstellen. Sie schafft es, Pacifica weiterhin sympathisch rüberkommen zu lassen, obwohl das Mädchen zeitweise wirklich schwierig ist und ihr die Herzen vor allem am Anfang der Geschichte nur bedingt zufliegen.

Heiko Obermöller und Julia Ziffer übernehmen die Rollen der Geschwister Casull und liefern als diese ebenfalls gute Arbeit ab. Heiko Obermöller und Corinna Dorenkamp funktionieren sehr gut zusammen und machen so die besondere Beziehung, die Pacifica zu ihrem großen Bruder hat, greifbarer und inniger. Julia Ziffer hingegen macht als Raquel ihre Aufgabe auch ganz gut, wenn sie auch manchmal ein wenig zu distanziert daherkommt. Insgesamt passt sie aber zum Grundton ihrer Rolle.

Als besonderes Schmankerl neben der deutschen Synchronisation, die für ihr Alter wirklich hervorragend gelungen ist, legt Nipponart der Gesamtbox noch ein kleines Booklet mit den wichtigsten Informationen zu den Figuren der Serie sowie einen großen Sticker des Box-Covers bei.

Fazit

Scrapped Princess ist ein Anime, der insgesamt Spaß macht, auch wenn er ein wenig holprig beginnt und man etwas Zeit braucht, um mit der Heldin warmzuwerden. Hat man diese Anfangsphase allerdings hinter sich gebracht, zieht die abwechslungsreiche Handlung den Zuschauer in ihren Bann und wartet mit so mancher Wendung auf, bis hin zum großen Finale, das dann alles bietet, was das Fantasy-Herz begehrt.

Dass Nipponart die gesamte Geschichte in einer Box veröffentlicht, erweist sich bei diesem Handlungsaufbau als echter Vorteil, denn so kann man nicht nur die gesamte Reihe in einem Stück genießen, sondern macht auch nicht den Fehler, die Reihe nach den ersten Episoden abzuschreiben. Die gelungene deutsche Synchronisation tut ihr Übriges.

Info

Scrapped Princess Box
Bild: Bones

Scrapped Princess Gesamtedition
Original Name: スクラップド・プリンセス
Transkription: Sukurappudo Purinsesu
Studio: Bones
Deutscher Publisher: Nipponart
Regisseur: Soichi Matsui
Drehbuch: Reiko Yoshinda
Musik: Masumi Ito
Erschienen am: 12. Juli 2019
Synchronisation: G&G Studios, Kaarst
Dialogregie: Richard Westerhaus
Dialogbuch: Christian Schneider
Freigegeben ab: 12 Jahren
Länge: 24 Episoden
Genre: Fantasy, Drama
Medium: Blu-ray, DVD

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Unsere Meinung

Story
85 %
Animation
90 %
Synchronisation
90 %
Preis
95 %

Unser Fazit

Scrapped Princess hat seinen Charme, auch wenn es ein wenig dauert, bis dieser richtig zum Tragen kommen. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, in die Welt von Pacifica und ihren Geschwistern einzutauchen, erlebt einen Anime, der viel zu bieten hat.
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