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Ein kleiner Teufel in der Gestalt eines jungen Mädchens

The Saga of Tanya the Evil: Krieg bleibt immer gleich

Wer Anime und Militär mag, kommt an „The Saga of Tanya the Evil“ nicht vorbei. Ein junges Mädchen kämpft in einer Parallelwelt, die unserem Europa nicht unähnlich ist, in einem Krieg mit Magie auf Seiten des Imperiums und wird von ihren Feinden als Teufel bezeichnet.

Doch wo kommt sie her und warum kämpft sie so verbissen in diesem Krieg? Diese Fragen klärt „The Saga of Tanya the Evil“. Wir haben uns die gesamte Serie mit ihren 12 Folgen, die bei Kazé erscheint, für euch auf Blu-Ray angeschaut.

Plötzlich in einer anderen Welt

Kommen wir zunächst zur Handlung der Serie, die auf der Light-Novel „Yōjo Senki“ von Carlo Zen basiert. Ein japanischer Angestellter, der nicht gerade für seine Nettigkeit bekannt ist, wird vor eine U-Bahn geschubst. Doch statt zu sterben, versetzt ihn Gott, den er als Wesen X bezeichnet, weil er nicht an Gott glaubt, in eine Parallelwelt, die unserem Europa nicht unähnlich ist. Gleichzeitig teilt ihm das Wesen X mit, dass er, wenn er das nächste Mal auf eine nicht natürliche Art stirbt, nicht wiedergeboren werden wird.

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Doch damit nicht genug, er wird noch dazu als kleines Mädchen mit dem Namen Tanya in einem Waisenhaus geboren. In den ärmlichen Verhältnissen sieht Tanya keine Chance für sich und ergreift daher die Gelegenheit in sehr jungen Jahren zum Militär zu gehen, als bei ihr eine hohe Magiefähigkeit festgestellt wird. Diese Fähigkeit macht sie schnell zur Besten der Akademie und schon nach kurzer Zeit kann sie selbst Soldaten ausbilden. Dabei tritt dann auch erstmals ihre manchmal überzogen gewaltbereite Art hervor.

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Als sich das Imperium, dem sie dient, immer weiter in Kämpfe verwickelt sieht, muss auch Tanya an die Front. Gleich in ihrem ersten Einsatz wird sie zur Kriegsheldin und erhält mit neun Jahren eine der höchsten Auszeichnungen des Militärs. Trotz ihres kindlichen Aussehens ist sie nun auch bei den Feinden mit ihren Fähigkeiten gefürchtet. Doch wie wird sie sich weiter schlagen in dieser Welt, in die sie eigentlich nicht gehört? Und wie vermeidet sie, in diesem Krieg zu sterben und damit für immer tot zu sein?

Spannende Story mit moralisch fragwürdigen Elementen

Nun ein paar Worte zur Story. Die Geschichte ist spannend erzählt, wenn auch nicht immer ganz chronologisch, was beim ersten Anschauen etwas verwirrend ist. Trotzdem bleibt der Verlauf der Geschichte interessant und man möchte erfahren, wie es weitergeht. Die Figuren sind gut geschrieben, sie lassen sich zudem gut voneinander abgrenzen. Allerdings fehlt es ein wenig an Sympathieträgern, denn nur wenige Figuren wirken sympathisch und auch der Protagonistin bringt man nicht unbedingt viel Liebe entgegen. Das ist aber gleichzeitig auch eine Stärke der Serie. Sie zeigt so auf, dass es in einem Krieg nicht zwangsläufig eine gute Seite gibt.

Tanya kämpft mit ihrer Magie auch in der Luft
Tanya kämpft mit ihrer Magie auch in der Luft

Auf der anderen Seite kann man als Kritik anmerken, dass Gewalt und Patriotismus in der Serie etwas zu unreflektiert dargestellt werden. Da Krieg das zentrale Thema der Serie ist, stehen er und die damit verbundene Gewalt natürlich im Fokus. Doch da sie auch von der Protagonistin, mit der man sich identifizieren soll, exzessiv ausgeübt wird, ohne dass sie im Großteil der Serie moralisch hinterfragt wird, könnte man der Serie vorwerfen, etwas zu gewaltverherrlichend zu sein.

Eindeutige Bezüge zur Geschichte

Auch der Patriotismus, dem Tanya als Soldatin des Imperiums anhängt, wird zu wenig kritisch beleuchtet. Der Krieg wird in den Fokus gestellt und in einigen Teilen wirkt es sogar so, als würde er verherrlicht. Hier wird ein recht eindeutiger Bezug zur Geschichte aufgemacht. Nicht nur ähneln die Farben der Flagge des Deutschen Reichs, auch auf der Karte, die immer mal wieder eingeblendet wird, befindet sich das Imperium in etwa an der Stelle des Deutschen Reichs vor dem Ersten Weltkrieg. Auch einige Figuren ähneln historischen Personen wie etwa Josef Stalin.

Da die Serie allerdings ab 16 freigegeben ist, kann man davon ausgehen, dass die Zuschauer alt genug sind, um sich selbst kritisch mit den Themen Krieg, Gewalt und Patriotismus auseinanderzusetzen.

Grafik mit leichten Schwächen

Bildlich ist die Serie nicht schlecht, hat aber auch leichte Schwächen. Die Figuren, vor allem die Hauptfiguren, sind gut gezeichnet, aber manchmal auch etwas überzeichnet. Die Reaktionen, vor allem von Tanya, wirken oft zu heftig und dadurch unrealistisch. Im Gegensatz dazu sind Hintergründe und Nebenfiguren manchmal etwas zu einfach gezeichnet, sodass man merkt, dass der Fokus auf den Hauptfiguren liegt. Die Schlachtszenen und Kämpfe sehen gut und in weiten Teilen realistisch aus. Nur hin und wieder sind Feuer oder Explosionen etwas zu einfach gehalten und wirken dadurch nicht echt.

Der Wahnsinnspricht ihr oft aus dem Blick
Der Wahnsinn spricht ihr oft aus dem Blick

Die Tonqualität dagegen ist sehr gut und auch die Synchronisation gelungen. Die Stimmen passen zu den Figuren, vor allem die Stimme von Tanya ist sehr gelungen, ihr immer wieder aufkeimender Wahnsinn wird deutlich. Auch die Geräusche in den Schlachten sind gut abgemischt, man muss die Lautstärke beim Schauen kaum verändern. Das Reinhören in die japanische Originalversion zeigt, dass auch hier die Stimmen sehr gelungen sind, wobei die Aussprache einiger deutsch anmutender Namen teilweise sehr witzig klingt.

Fazit: Gute Unterhaltung für viel Geld

Noch ein kleiner Blick auf Ausstattung und Extras. Die 12 Folgen kommen verteilt auf drei Discs mit je vier Folgen in einem gemeinsamen Pappschuber. Zudem ist jede Volume noch einmal in einem eigenen Pappschuber verpackt. Außen auf den Schubern befinden sich jeweils aufwendig gestaltete Bilder von Tanya, die allerdings teilweise auch etwas seltsam anmuten.

Jede Volume kommt mit einem etwa 30-seitigen Booklet in Farbe, das sowohl Beschreibungen der Folgen und Figuren sowie Zeichnungen aus der Entstehung der Serie beinhaltet. Die Booklets bieten eine schöne Ergänzung und geben einen tieferen Einblick in die Geschichte. Auch ein paar Extras in Form von kurzen Clips und Opening sowie Ending befinden sich auf den Discs. Dafür liegt der Preis sehr hoch, die erste Volume mit Schuber kostet 38,99 €, die Volumes 2 und 3 liegen bei 34,99 €. Damit muss man für die gesamte Serie und etwa 5 Stunden Spielzeit fast 110€ ausgeben.

Die Uniformen stellen immer wieder einen Bezug zur echten Historie her
Die Uniformen stellen immer wieder einen Bezug zur echten Historie her

Im Fazit lohnt sich die Serie für alle Fans von Anime mit Militär- und Kriegsbezug. Die Geschichte ist spannend und interessant erzählt, die Figuren gut charakterisiert, wenn auch etwas wenig Sympathie rüberkommt. Negativ zu bemerken ist die über weite Teile fehlende Reflexion bezüglich Krieg, Gewalt und Patriotismus. Dafür ist es interessant, die Geschichte mit der echten Historie vom Europa des 20. Jahrhunderts zu vergleichen. Ein Wermutstropfen ist der Preis, der viele, die nicht echte Fans sind, abschrecken dürfte.

Info
The Saga of Tanya the Evil
Original-Name: 幼女戦記
Studio: Studio NUT
Erschienen am: September bis November 2019
Regisseur: Yutaka Uemura
Musik: Shūji Katayama
Dauer: je 100 Minuten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Action, Fantasy
Medium: Dics – Bei Amazon kaufen

REVIEW OVERVIEW

Story
80 %
Animation
70 %
Synchronisation
90 %
Preis
35 %

Unser Fazit

Im Fazit lohnt sich die Serie für alle Fans von Anime mit Militär- und Kriegsbezug. Die Geschichte ist spannend und interessant erzählt, die Figuren gut charakterisiert, wenn auch etwas wenig Sympathie rüberkommt. Negativ zu bemerken ist die über weite Teile fehlende Reflexion bezüglich Krieg, Gewalt und Patriotismus. Dafür ist es interessant, die Geschichte mit der echten Historie vom Europa des 20. Jahrhunderts zu vergleichen. Ein Wermutstropfen ist der Preis, der viele, die nicht echte Fans sind, abschrecken dürfte.
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