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Kazé veröffentlicht den CLAMP Crossover-Anime auf Deutsch

Tsubasa Chronicle – Willkommen im CLAMP-Wunderland

Anfang der 2000er machten die vier Zeichnerinnen von CLAMP auch hierzulande mit ihren Werken von sich reden und konnten schnell eine große Fan-Schar für sich begeistern. Mit Werken wie „X“ „Magic Knight Rayearth“, oder „Card Captor Sakura“ verzauberten sie Fans jeden Alters. Mit „Tsubasa Reservoir Chronicle“ warfen CLAMP 2003 alle vorher erfolgreichen Reihen in einen Kessel und schauten, was daraus wurde.

Im Königreich Clow forscht der junge Archäologe Shaolan in mysteriösen Ruinen, um zu beenden, was sein Vater vor Jahren begonnen hat. Die andere wichtige Person in Shaolans Leben ist Sakura, Prinzessin des Landes Clow und seit früher Kindheit eng mit ihm befreundet. Trotz der sehr unterschiedlichen sozialen Stellung verbindet die beiden eigentlich mehr als Freundschaft, was aber keiner so richtig zugeben will.

Als Shaolan mal wieder bis spät in die Nacht in den Ruinen forscht, geht Sakura ihn besuchen. Dabei ruft sie allerdings eine dunkle Macht auf den Plan, die ihr ihre Erinnerungen stiehlt und diese in Form von Federn in verschiedene Welten verteilt. Der Priester Yukito schickt Shaolan und Sakura zu Yuuko Ichihara, der Hexe der Dimensionen. Diese erklärt, dass Shaolan Sakuras Erinnerungen wieder einsammeln muss, um sie zu retten. Allerdings fordert sie für ihre Hilfe einen hohen Preis, Sakuras Erinnerungen an ihren Freund. Parallel zu Shaolan und Sakura tauchen auch noch der verstoßene Krieger Kurogane und der auf der Flucht befindliche Magier Fye de Flourite bei der Hexe auf. Um ihren jeweiligen Wunsch erfüllt zu bekommen, müssen die beiden Shaolan begleiten und ebenfalls ihr wertvollstes Gut opfern …

Die Reise der vier unfreiwilligen Gefährten führt sie durch verschiedene Welten, in denen sie neue Freunde treffen und sich gegen die verschiedensten Gegner behaupten müssen. Fans von CLAMP finden in der Serie Charaktere aus den zahlreichen früheren Werken wieder, die in dieser Handlung aber eine eigene Persönlichkeit besitzen. Trotzdem sind Ähnlichkeiten zu früher bekannten Figuren kein Zufall und sehr erwünscht.

Figuren aus verschiedenen Serien vereint Artikelbild Bild: CLAMP / 講談社/NHK /NEP

Wir kennen uns doch?!

Mit „Tsubasa Chronicle“ schlägt CLAMP zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite erzählt die Reihe eine schöne Fantasy-Story mit Witz, Drama und Romantik. Auf der anderen Seite ermöglicht sie ein Wiedersehen mit Figuren, die die Fans aus anderen Reihen bereits kennen und lieben. Die Geschichte weiß sowohl neue Betrachter zu unterhalten und ermöglicht gleichzeitig den Fans der verschiedenen Reihen ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Bekannten.

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Die Geschichte insgesamt entwickelt sich sehr langsam, sodass man als Zuschauer genug Zeit hat, vor allem die Hauptfiguren Shaolan und Sakura besser kennenzulernen, dafür kommt die Vorstellung Kuroganes und Fys anfänglich ein wenig zu kurz, nichtsdestotrotz gelingt es bald eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen und ihre Beweggründe zumindest ansatzweise zu verstehen, ob man sie nun vorher schon kannte oder nicht.

CLAMPS Crossover
Unwillige Gefährten Artikelbild Bild: CLAMP / 講談社/NHK /NEP

Obwohl Vorkenntnisse der einzelnen CLAMP-Manga nicht unbedingt nötig sind, um die Handlung zu verstehen, erweisen sie sich natürlich von Vorteil, um bestimmte Anspielungen und Konstellationen zu verstehen. Trotzdem erweist sich die ruhig ausgebaute, immer wieder mit kleinen Action-Elementen versehene, Story als unterhaltsam und ist vor allem für Fantasy-Fans ein echter Hingucker, den sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Vier Menschen und ein Hase reisen durch die Welt

Was die grafische Umsetzung der Geschichte angeht, trat das Studio Bee Train in große Fußstapfen, sind die Manga von CLAMP doch immer wieder auch eine Fundgrube an außergewöhnlichen Designs mit einem schönen Blick für Details und Nuancen, in denen auch die kleinsten Dinge manchmal tiefere Bedeutung haben, als man auf den ersten Blick meinen möchte. Trotzdem erweist sich auch der Anime als überaus sehenswert und lässt bei der Umsetzung der Manga-Welt in bewegte Bilder wenig Wünsche offen.

Sowohl die Figuren als auch die Hintergründe sind individuell und ebenfalls mit einem Blick für Kleinigkeiten ausgearbeitet. Bei dem breiten Ensemble, das sich auf der Reise in die verschiedenen Welten ergibt, fehlt letzten Endes natürlich etwas die Zeit, um alle Charaktere, auf die die unfreiwillige Reisegruppe trifft, entsprechend auszuarbeiten. An dieser Stelle hilft es halt doch, wenn man zumindest einige Werke von CLAMP kennt, sodass man diese Lücken selbst füllen kann.

CLAMP reisen durch Zeiten und Welten
Reise durch die Zeit Artikelbild Bild: CLAMP / 講談社/NHK /NEP

Insgesamt erweist sich „Tsubasa Chronicle“ trotzdem als Anime, der stark über die Bilder funktioniert. Gerade deshalb spricht die Serie aber ebenfalls beide Gruppen von Zuschauern an, die die Vorlagen kennenm aber auch ebenso solche, die mit den Werken von CLAMP bisher nicht so sehr in Kontakt gekommen sind. Die einen freuen sich darüber, die Figuren aus den Manga „Laufen“ zu sehen, die anderen bekommen einen optisch sehr ansprechenden Anime zu sehen, der weder bei großen Landschaften noch bei actionreichen Fights an Schärfe und Aufmerksamkeit verliert.

Wen man so trifft

Auch die deutsche Synchronisation ist in Ordnung, ohne allerdings mit der Qualität der Bilder mithalten zu können. Erfreulicherweise konnte für die Hauptfigur Sakura erneut mit Manja Doering besetzt werden, sodass es einen stimmlichen Wiedererkennungseffekt zum Sakura-Anime gibt, der ebenfalls hierzulande schon vor einiger Zeit erschienen ist. Shaolan, der im Sakura-Anime von David Turba gesprochen wurde, erhält diesmal von Konrad Bösherz seine Stimme, was bei der Erfahrung des Sprechers aber kein Manko darstellt.

Auch die anderen Figuren sind gut getroffen, wobei es auch hier das eine oder andere Mal zu einem „Wiedersehen“ mit den Sprechern aus den ursprünglichen Serien gibt, was vor allem für Fans natürlich auf der einen Seite den Wiedererkennungswert erhöht, auf der anderen aber auch ein wenig verwirrt, denn die Figuren sind teilweise schon anders angelegt, als in den ursprünglichen Reihen.

Cardcaptor Sakura mal anders
Sakura und Shaolan Artikelbild Bild: CLAMP / 講談社/NHK /NEP

Auch die deutsche Release-Box der ersten Staffel macht optisch einiges her. Die darin enthaltenen Einzel-Volumes sind schön gestaltet und widmen sich den jeweiligen Hauptfiguren und geben einen kurzen Einblick in deren Geschichte. Zwar kommt die Box ohne weitere Extras daher, allerdings bietet sie die gute Möglichkeit, direkt in die Geschichte einzutauchen und sich gefangen nehmen zu lassen, ohne allzu lange auf die Fortsetzung warten zu müssen.

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Fazit

Insgesamt erweist sich „Tsubasa Reservoir“ als eine sehr gelungene Mischung aus verschiedenen Genres, sodass für so ziemlich jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Mischung aus liebenswerten Figuren und den unterschiedlichsten Welten sorgt für Unterhaltung, auch wenn sich die Geschichte an sich nur langsam entwickelt und stark an ein Roadmovie erinnert.

Auch beim deutschen Sprechercast gibt es wenig zu beanstanden. Fans, die bereits frühere Anime-Adaptionen, die hierzulande erschienen sind, gesehen haben, werden die eine oder andere Stimme aus den vorherigen Serien wiedererkennen, aber auch die anderen Figuren sind gut besetzt. Insgesamt ist Tsubasa Reservoir sowohl etwas für langjährige CLAMP-Fans aber auch für Zuschauer geeignet, die sich gern in eine Fantasy-Welt entführen lassen.

Info

Staffel eins - Gesamtedition
Tsubasa Chronicle Season 1 Bild: CLAMP / 講談社/NHK /NEP

Tsubasa Chronicle 
Original Name: ツバサ・クロニクル
Studio: Bee Train
Deutscher Publisher: Kazé Deutschland
Regisseur: Koichi Mashimo
Drehbuch Hiroyuki Kawasaki
Musik: Yuki Kajiura
Erschienen am: 06. August 2020 (Gesamt-Box)
Synchronisation: Elektrofilm Postproduction Facilities
Dialogregie: Detlef Klein / Bernd Dominiak
Länge: 26 Episoden
Freigegeben ab: 12 Jahren
Genre: Fantasy, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Bei Amazon kaufen

REVIEW OVERVIEW

Story
88 %
Animation
93 %
Synchronisation
91 %
Preis
90 %

Unser Fazit

"Tsubasa Reservoir" ist vor allem für CLAMP-Fans ein richtiger Hingucker, weil sie darin viele Figuren, die sie aus den Serien des Zeichnerinnen-Quartetts kennen, wieder treffen. Da teilweise sogar dieselben Sprecher gewonnen werden konnten, ist der Wiedererkennungswert noch gesteigert. Aber auch Liebhaber schön erzählter Fantasy-Geschichten werden an der Serie ihren Spaß haben und vielleicht Lust bekommen, sich die eine oder andere Serie selbst noch anzusehen.
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