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Ein Tanz-Anfänger zwischen blühenden Blumen und fliegenden Fetzen

Welcome to the Ballroom and the Show must go on

Obwohl Tanzen unter den Sport-Anime nicht gerade ein beliebtes Thema darstellt, weiß „Welcome to the Ballroom“ von Anfang an zu begeistern. Ob die Geschichte diesen ansprechenden Anfang durchhalten kann, schauen wir uns an.

Tanz-Anfänger Tatara hat sich gemeinsam mit seiner Partnerin Mako einiges vorgenommen, schließlich wollen die beiden beim Tenpei Cup, einem großen Tanzturnier, antreten. Allerdings zählt in Tataras Augen nicht nur dabei zu sein, denn er will Shizuku und ihren neuen Partner Gaju schlagen, damit dieser seine Schwester wieder als Tanzpartnerin zurücknimmt. Das man allein mit Ambitionen keinen Wettbewerb gewinnen kann, muss der Schüler dann aber auf die harte Tour lernen.

Woran der Nachwuchstänzer aber auch nicht wirklich gedacht hat ist, wenn Mako wieder mit ihrem Bruder tanzt und Shizuku sowieso für das Super-Talent Kiyoharu vorgesehen ist, wer schwingt dann mit ihm weiterhin das Tanzbein? Mit der hübschen Chinatsu ist zwar bald ein adäquater Ersatz gefunden, allerdings sieht die Schönheit mit dem Tanz-Traumkörper so überhaupt nicht ein, sich von einem wie Tatara herumschubsen zu lassen. Da müssen Tataras neue „Freunde“ Gaju und Kiyoharu noch ordentlich nachhelfen und sogar Tataras Lehrer Sengoku muss seinen Charme spielen lassen.

Aller Anfang ist schwer
unwillkommene Partner Bild: T,K/ODS

„Welcome to the Ballroom“ bietet Einblicke in die Welt des Turniertanzes, allerdings ohne dabei die Entwicklungen der Figuren und ihrer Eigenarten zu vergessen. Die eng gestrickte Handlung wartet mit weiteren unerwarteten Wechseln auf und wohin die Reise der Charaktere letzten Endes führt, bleibt abzuwarten.

Zwischen Idealität und Realität

Tatara erweist sich als Jungtänzer mit einigem Talent, das sich immer wieder an den Stellen zeigt, wenn er es denn wirklich dringend braucht. Mit Talent allerdings lässt sich kein Turnier gewinnen, was er in der ersten Hälfte von „Welcome to the Ballroom“ auch schmerzlich lernen muss. Denn obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht, Tanzen ist Hochleistungssport und nichts was man mit ein bisschen guten Willen hinkriegt.

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Während der Jungtänzer langsam in diese für ihn neue Welt hinein wächst, entwickelt sich auch Tataras Charakter weiter, wobei ihm immer noch das Selbstbewusstsein fehlt, um sich wirklich durchzusetzen, was sich vor allem am Anfang des zweiten Teils der Handlung zeigt. Denn während seine vorherige Partnerin sich meistens zurücknimmt und Tatara unterstützt, findet er in der starken Chinatsu eine junge Dame, die sich nur wenig sagen lässt. Diese Herausforderung wirkt sich aber auf ihre Zusammenarbeit aus, weswegen die beiden wohl oder übel immer weiter an sich arbeiten müssen.

Gleichzeitig zum sportlichen Wechsel geht Tatara jetzt auch auf eine neue Schule. Während seine Familie mit ihm an dieser Stelle mitfiebert, wissen sie immer noch nicht, was ihr Filius eigentlich in seiner Freizeit so treibt. Mit seiner Entwicklung als Tänzer verändert sich aber auch Tataras Alltag, denn während er in seiner alten Schule eher der stille Außenseiter war, findet er an seiner neuen sogar einen Freund, auch wenn es sich dabei „nur“ um Gaju handelt. Auch die Verbindung zu Kiyoharu entwickelt sich weiter, auch wenn Tatara immer noch nicht so richtig versteht, welch hochkarätigen Freundeskreis er da eigentlich um sich schart. Aber mit irgendwas muss er Chinatsu ja überzeugen und wenn es schon nicht die eigenen Fähigkeiten sind, können ein paar coole Buddies nicht schaden.

Slapstick im Ballroom
Alltag in Tataras Ballroom Bild: T,K/ODS

Wohin die Reise von Tatara und Chinatsu noch gehen wird, verrät das bisher abschließende Volume der Reihe. Die Weichen, die der Anime aber bisher gestellt hat, lassen einiges an weiterer Spannung erwarten. In Anbetracht der Tatsache, wie schnell die Folgen gefühlt aber vorbei sind, bleibt nicht mehr allzu viel Raum für die weiteren, hoffentlich vorhandenen, Höhepunkte im Ballroom.

Ein Crescendo aus Farben

Production I.G. weiß weiterhin die Geschichte von Mangaka Tomo Takeuchi in ansprechende bewegte Bilder zu übertragen. Die Bewegungen der Tänzer haben eine Ausdruckskraft, die denen echter Tanz-Sportler in nichts nachstehen. Mit Sport-Anime wie Haikyuu!! hat das Studio bereits bewiesen, dass es sich im Bereich der körperbetonten Bewegungen auskennt, was sich auch bei „Welcome to the Ballroom“ immer wieder zeigt.

Vor allem die Verwandlungen der Figuren wissen immer wieder zu überraschen. So wird aus dem Alltags-Schüler Tatara ein durchaus schicker Tänzer, während sich die kleine Mako in eine strahlende Ballkönigin verwandelt. Gerade diese Gegensätze machen die Anime immer wieder spannend und der Zuschauer wartet darauf, mit welcher Entwicklung der Junge jetzt wieder um die Ecke kommt. Für die weiblichen Zuschauer sind außerdem die Kleider der Tänzerinnen immer wieder ein echter Blickfang.

Die gesamte Story ist eher auf ein weibliches Publikum ausgerichtet, denn Tatara illustriert auf eindrückliche Weise, dass sich Jungen mit Gesellschaftstanz immer noch schwertun. Aber der Kampf auf dem Parkett zeigt auch einige Aspekte, die für männliche Zuschauer interessant sein könnten, denn neben seiner Fähigkeiten als Tänzer macht Tatara auch eine interessante charakterliche Entwicklung durch. Einige nette eingebrachte Slapstick-Elemente, die wie die Tänze grafisch ansprechend umgesetzt sind, lockern die Geschichte immer wieder ansprechend auf.

ahnungslose Familie
Geheimnisse unter Freunden Bild: T,K/ODS

Während sich das Team von Production I.G. viel Mühe bei der Darstellung der wichtigen Charaktere gibt, verschwinden die anderen Paare doch auch optisch irgendwie in der Bedeutungslosigkeit. Gerade in den Massen-Szenen lässt die Schärfe weiterhin zu wünschen übrig, sodass auch die ansonsten scharfen Kontraste in den Schritten irgendwie in den Weiten des Raums verschwimmen. Allerdings bleiben die Sequenzen kurz genug, sodass sie die ansonsten sehr ansprechende Animation nur bedingt stören.

Der Ballroom ist nicht genug

Mit Chinatsu und Sengokus Partnerin Chizuru Hongou kommen zur Mitte der Geschichte zwei starke weibliche Charaktere zum Cast dazu. Während Linda Fölster als Shizuku vorher schon eine eher ruhigere Rolle spielte, tritt sie jetzt stimmlich völlig in den Hintergrund. Leonie Landa leistet als Sprecherin für Chinatsu hervorragende Arbeit. Sie schafft es sehr gut, die innere stärke Chinatsus hervorzuheben, kann aber auch deren Selbstzweifel gut darstellen.

Timo R. Schouren gibt sich bei der Übertragung der Texte viel Mühe und legt auch viel Wert darauf, die Fachausdrücke aus der Welt des Turniertanzes für den deutschen Zuschauer verständlich zu machen, selbst wenn dies mitten im Tanz ist.

Bollroom mit Hindernissen
Ungleiche Partner Bild: T,K/ODS

Insgesamt macht die deutsche Umsetzung weiterhin viel Spaß. Die äußerst ansprechende Präsentation von Kazé unterstreicht diesen guten Eindruck noch. Jeder Disc liegt erneut ein Booklet bei, in dem die ursprünglichen Sprecher ihre Kommentare zu einigen Szenen mit den Zuschauern teilen, einige Dinge noch weiter erklären und ausführen. Die „Welcome to the Ballroom“ Volumen zwei und drei beiliegenden Tanzanleitungen erklären die richtigen Schritte für Quickstepp und Tango, jeweils für Männer und Frauen wieder getrennt.

Fazit

„Welcome tot he Ballroom“ weiß mit einer ansprechenden Animation zu punkten, bei der auch die Leidenschaft der Tänzer für ihre Tätigkeit gut zum Tragen kommt. Die abwechslungsreichen Charaktere sorgen dafür, dass man nie so genau weiß, wer sich was als nächstes einfallen lässt. Selbst wenn die Entwicklung der Handlung teilweise ein wenig vorhersehbar ist, sorgen immer wieder auftauchende Wendungen für Spannung.

Wer selbst gern tanzt, wird dem Anime mit Begeisterung folgen, aber auch für Bewegungs-Legastheniker und Couch-Potatos bietet die Reihe einige interessante Aspekte und überzeugende Charaktere. Die deutschen Sprecher geben sich alle Mühe mit den japanischen Stimmen mitzuhalten, sodass man auch die Übersetzung in Ruhe genießen kann.

Info

Welcome to the Ballroom Anime
Welcome to the Ballroom Anime

Welcome to the Ballroom
Original Name: Ballroom e yokoso
Studio: Production I.G
Deutscher Publisher: Kazè
Regisseur: Yoshimi Itazu
Drehbuch: Kenichi Suemitsu
Musik: Yuki Hayashi
Erschienen am: Juli 2017 (Japan)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH
Dialogregie: Detlef Klein / Yannik Raiss
Länge: 150 Minuten, jeweils 6 Episoden
Freigegeben ab: 6 Jahre
Genre: Sport, Drama
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray, DVD

REVIEW OVERVIEW

Story
82 %
Animation
90 %
Synchronisation
90 %
Preis
88 %

Unser Fazit

"Welcome to the Ballroom" entführt in eine Welt der schönen Körper, die sich überzeugend zu ebenso schöner Musik bewegen. Eine passende Animation, sowie nette Charaktere mit Ecken und Kanten schaffen Identifikationsfiguren, unter denen jeder seinen Liebling finden kann. Wessen große Träume sich letzten Endes erfüllen und wer in der Welt des Tanzes untergeht, wird das abschließende Volumen hoffentlich zeigen.
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