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Spannung bis zum letzten Step

Welcome to the Ballroom Finale – Die Tür öffnet sich

Mit dem vierten Volumen geht „Welcome to the Ballroom“ erst einmal zu Ende. Zum Ende hin lassen es Tatara, Chinatsu und ihre Freunde auf dem Parkett noch einmal richtig krachen. Das Ende der Staffel macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr.

Tatara und Chie kämpfen sich durch die Vorrunde und vor allem Chinatsu hat an verschiedenen Fronten ihre Kämpfe auszutragen. Auf der einen Seite stichelt ihre ehemalige Freundin Akira und gleichzeitig muss sie sich mit Tatara auseinandersetzen. Aber auch dieser beißt sich an der selbstbewussten Chie erst einmal die Zähne aus, weil es immer noch darum geht, wer beim Tanzen denn nun eigentlich die Führung innehat.

Allerdings sind die beiden nicht allein auf dem Parkett und schaffen es mit ihrer außergewöhnlichen Darbietung noch gerade so ins Finale. Hier allerdings werden die Tänze ohne große Pause durchgestanzt, was eine erhebliche Kraftanstrengung darstellt, wenn man zur gleichen Zeit immer noch mit sich und der eigenen Partnerin zu kämpfen hat. Tataras Freunde Kiyoharu, Gaju und auch Shizuku und Mako sind da, wobei erster mit seiner eigentlich gut gemeinten Hilfe eher wieder das Gegenteil erreicht.

Welcome to the Ballroom Bild: T,K/ODS

Auf der einen Seite ist es immer wieder amüsant, wie sich Chie und Tatara aneinander reiben und sich doch wieder zusammenraufen, mit der Zeit wird es allerdings auch ein wenig anstrengend. Letzten Endes schaffen es die beiden aber wieder sich zusammenzuraufen. Sie müssen das allerdings hinbekommen, bevor das Turnier vorbei ist und sie ihr Ziel, zu den großen Wettkämpfen zugelassen zu werden, nicht mehr erreichen können.

Freunde, Feinde und irgendwas dazwischen

Erneut stehen die aufeinanderprallenden Einstellungen von Tatara und Chinatsu im Fokus der Geschichte. Die beiden, die sich von Anfang an schwer miteinander getan haben, sind auch die meiste Zeit des Turniers damit beschäftigt, eher gegeneinander als miteinander zu tanzen, was es ihren Gegnern leichter macht als gedacht. Erst im Laufe der Zeit kommen sie auf einen Nenner und entscheiden sich, die Tür zur Zukunft gemeinsam aufzustoßen.

Während dieser Kampf viel Raum einnimmt, erhalten auch weitere Nebencharaktere Zeit, sich zu zeigen und sich und ihre Beweggründe darzustellen. Auf diese Weise gelingt es, „Welcome to the Ballroom“ noch interessanter zu machen, denn die Tanz-Rivalen werden nicht einfach als Gegner, sondern als abwechslungsreiche Figuren präsentiert, die ihre eigenen Kämpfe auszutragen und Beweggründe haben. Allerdings erweist sich die Geschichte des großen Rivalen von Tatara Masami als ziemlich schwere Kost, für die man ein wenig Zeit braucht, sie zu verdauen.

Miteinander gegeneinander
Zwischen Freunden und Feinden Bild: T,K/ODS

Wie bei einem Sport-Anime nicht anders zu erwarten, lernt man als Zuschauer auch gleichzeitig noch mehr über den Tanz-Sport und die Feinheiten der verschiedenen Tänze. Es wird immer wieder deutlich, dass Tanzen mehr ist als nur schöne Kleider zu tragen und hübsch übers Parkett zu schweben.

Opulent und elegant

Production I.G. weiß auch das Finale von „Welcome to the Ballroom“ facettenreich in Szene zu setzen, sodass die Tänze nicht nur schwungvoll, sondern auch scharf bleiben, auch wenn es mal wieder sehr rasant zugeht. Auch das zeitweise eingespielte Barock-Setting unterstreicht diese Szenen und sorgt für einen optisch äußerst ansprechenden Reiz. Insgesamt beweist das Studio wieder einmal zu welch schöner Animations-Arbeit es imstande ist.

Auch was das Charakter-Design angeht, legt das Studio noch einmal kräftig nach. Gerade weil einzelne Charaktere mehr Raum bekommen, wird die Geschichte interessanter und abwechslungsreicher. Durch den interessanten Einsatz von Licht und Schatten in einigen Szenen gelingt es zusätzlich, die Hauptfiguren auf andere, abwechslungsreiche Art und Weise in den Mittelpunkt zu stellen.

„Welcome to the Ballroom“ erweist sich in so ziemlich jeder Hinsicht bis zum Ende als Hingucker. Durch eine gute Balance aus Fortschreiten der Handlung und Vorstellung der Figuren, fällt es jedem leicht, einen persönlichen Liebling zu erwählen. Zugleich werden die Zuschauer inhaltlich nicht überfrachtet, indem die Informationen stückchenweise, passend zur Handlung, weitergegeben werden.

in dieselbe Richtung
Die Tür zur Zukunft auf dem Parkett Bild: T,K/ODS

Welcome to the Ballroom

Auch musikalisch bleibt der Anime auf einem sehr hohen Niveau. Die Musik weiß den Zuschauer mitzunehmen, selbst wenn man kein wirklicher Klassik-Fan ist. Yuki Hayashi setzt auf eine ansprechende Mischung aus bekannten Klassik-Stücken und einiger moderner Titel, um die Paare übers Parkett zu führen. Der gute Gesamteindruck wird durch ein passendes Opening und Ending abgerundet.

Der deutsche Sprecher-Cast bleibt seiner Linie treu und sorgt auch für einen deutschen Ton, der wenig zu beanstanden lässt. Yannik Raiss entwickelt sich zum heimlichen Favoriten bei den Sprechern, hat er mit dem wortkargen Kiyoharu aber nur wenig zu tun, denn seine Textanteile halten sich in der Regel sehr in Grenzen. Allerdings besteht bei ihm die Herausforderung die Mischung zwischen gepflegter Langeweile und einer Spur Wärme darzustellen.

Kiyoharus Art von Hilfeleistung
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht Bild: T,K/ODS

Das letzte Volumen „Welcome to the Ballroom“ erscheint bei Kazé Deutschland erneut in einem Digipack mit Schuber. Ein umfangreiches Booklet gewährt weitere Einblicke in die Arbeiten der japanischen Synchronsprecher und ihre Gedanken zu ihren Rollen. Ein beiliegendes Info-Blatt erklärt außerdem, wie jeder Slowfox selbst lernen kann.

Fazit

„Welcome to the Ballroom“ weiß mit individuellen Charakteren und einer mitreißenden Story zu überzeugen. Einschübe in den einzelnen Episoden gewähren Einblicke in die Geschichten, nicht nur die der Hauptfiguren, und machen die Charaktere so nahbarer und deren Handlungsweisen nachvollziehbarer. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Story bis zum Ende Spaß macht. Das Medium kommt der Geschichte allerdings auch sehr entgegen.

Was die optische Umsetzung angeht, kann man nur lobende Worte für die Umsetzung von Production I.G. finden. Die Bilder bleiben auch bei hohem Tempo scharf und eine passende musikalische Untermalung bringt weiteren Spaß in die Handlung. Da der Manga offiziell noch nicht abgeschlossen ist, besteht auch die Möglichkeit, sich in Zukunft über weitere Folgen freuen zu können.

Info

Welcome to the Ballroom
Welcome to the Ballroom Bild: T,K/ODS

Welcome to the Ballroom
Original Name: Ballroom e yokoso
Studio: Production I.G
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Yoshimi Itazu
Drehbuch: Kenichi Suemitsu
Musik: Yuki Hayashi
Erschienen am: Juli 2017 (Japan)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH
Dialogregie: Detlef Klein / Yannik Raiss
Länge: 150 Minuten, jeweils 6 Episoden
Freigegeben ab: 6 Jahre
Genre: Sport, Drama
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray, DVD

REVIEW OVERVIEW

Story
89 %
Animation
91 %
Synchronisation
91 %
Preis
90 %

Unser Fazit

"Welcome to the Ballroom" reißt den Zuschauer von Anfang bis Ende mit. Die Mischung aus tollen Charakteren, die eine umfassende Vorstellung erhalten, und abwechslungsreicher Musik sorgt für Spaß bis zum Schluss und macht Lust auf mehr. Ein ansprechendes deutsches Release sorgt für eine perfekte Abrundung für den Anime hierzulande. Fans von gut erzählten Sport-Anime werden ihre Freude haben.
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