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Takashi Miike zeigt erneut, was er als Regisseur kann

First Love – Ein schwarzhumoriges Gemetzel auf Leben und Tod

In Deutschland ist der Regisseur Takashi Miike kein Unbekannter. Nach „Ichi the Killer“, „13 Assassins“ und „Blade of Immortal“ kommt ein neuer abgefahrener brutaler Streifen in seine Chronik hinzu. Doch was hat „First Love“ zu bieten?

Wer bei dem Titel „First Love“ auf eine Romanze hofft, der wird sehr schwer enttäuscht werden. Denn der Film zeigt alles andere als die erste große Liebe, wie sie im Buche steht. Anfangs steht der Boxer Leo im Fokus, der nach einer schweren ärztlichen Diagnose nachts wie in Trance durch Tokyos Straßen schlendert.

Plötzlich trifft er auf die drogensüchtige Prostituierte Monica, die vollkommen durcheinander auf der Flucht ist und ihn um Hilfe bittet. Sie ist in einen brutalen und mörderischen Drogendeal mit den Yakuza, einem korrupten Polizisten und einer chinesischen Bande involviert, die hinter ihr her sind. Doch Monica plagen Entzugserscheinungen und Halluzinationen. Was folgt ist eine Verfolgungsjagd, in die Leo unfreiwillig hineingezogen wird. Ein Gemetzel auf Leben und Tod beginnt.

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Viel Action und viele Tote

Fans des Starregisseurs Takashi Miike kommen bei diesem Film erneut auf ihre Kosten. Es erwarten sie viele actiongeladene, brutal inszenierte Szenen, gemischt mit schwarzhumorigen Dialogen. Der erste Kopf rollt bereits in den ersten fünf Minuten des Films. Dabei scheut der Regisseur nicht bei dem einen oder andren Details zu übertreiben und mit viel Blut um sich zu schmeißen. Realismus bleibt da auch ein wenig auf der Strecke. Doch dafür gibt es viel Action, die die Spannung in diesem Bandenkrieg aufrechterhält.

Ein gieriger und brutaler Bandenkrieg

Die Geschichte braucht ein wenig Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen und der am Anfang augenscheinliche Hauptprotagonist Leo hatte lange gar nichts zu sagen. Allerdings verliert „First Love“ nicht den Fokus und findet immer wieder den Faden zu ihm und Monica. Um das junge hübsche Mädchen zu beschützen, wird die reinste Seele im Film in die mörderischen Yakuza-Machenschaften hineingezogen.

Masataka Kubota x Sakurako Konishi
Masataka Kubota & Sakurako Konishi, Bild: Toei

Der Storyaufbau scheint oftmals verwirrend zu sein, was allerdings kaum verwunderlich ist bei all den Charakteren, denen es nach Macht, Verrat, Korruption, Gier und Gewalt dürstet. Eine tiefgründige Beleuchtung der Charaktere bleibt dabei allerdings so ziemlich auf der Strecke. Der Zuschauer weiß zwar über die familiären Umstände der Hauptcharaktere Leo und Monica Bescheid, doch tiefer wollte man bei den Protagonisten dann doch nicht gehen. Zwischen all der Brutalität und dem Gemetzel fehlt ein wenig die Menschlichkeit in der Story.

Masataka Kubota tritt als Hauptprotagonist in den Ring

„First Love“ spart nicht mit Schauspieltalenten. Allen voran ist dabei Masataka Kubota zu sehen, der durch seine sehr vielfältige und ausdrucksstarke Schauspielerei in Japan bekannt ist. So beeindruckte er bereits seine Fans mit seiner Darbietung in den Filmen „Tokyo Ghoul“ oder in den Serien „Death Note“ und „The Last Cop“.

Auch in „First Love“ hat er wieder hervorragende Arbeit geleistet. Er wirkte kühl, aber an manchen Stellen doch etwas verunsichert, dennoch stark. Auch die Yakuza spiegelten die Ehrfurcht und Stärke wider, wie man es von den berühmten Gangstern Japans kennt. Einzig Sakurako Konishi zeigte als Monica nicht viel von ihrem Talent. Dafür punktete auf der weiblichen Seite Becky mit ihrer schroffen und wahnsinnigen Art.

Becky
Becky, Bild: Toei

Bezüglich der Synchronisation ist bei diesem Film nicht wirklich etwas auszusetzen. Bei dem einen oder anderen Charakter kommt die deutsche Stimme sogar recht nah an die Originalstimme heran, was Zeichen einer sorgfältigen Stimmenauswahl ist.

Keine Extras

Die DVD enthält neben einem Trailer und der Möglichkeit, den Film im Originalton mit deutschem Untertitel zu schauen, keine weiteren Extras. Daher ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in diesem Fall angemessen.

Fazit

Wer die Szenendarbietung von Takashi Miike liebt, wird von „First Love“ sicherlich nicht enttäuscht werden. Wer allerdings auf eine tiefgründige Story mit aufwändig gestalteten Charakteren hofft, wird hier vielleicht etwas enttäuscht werden. Es ist ein blutiger Kampf, bei dem es darum geht, wer siegreich und vor allem lebend aus dem Ring steigt.

First Love Cover
First Love Disc-Cover, Bild: Toei, EuroVideo Medien

Info
First Love
Original-Name: 初恋
Transkription: Hatsukoi
Studio: Toei
Deutscher Publisher: EuroVideo Medien
Regisseur: Takashi Miike
Produktionsjahr: 2019
Erscheint am: 5. Mai 2020
Freigegeben ab: 18 Jahren
Länge: DVD ca. 104 Minuten | Blu-Ray ca. 108 Minuten
Genre: Action
Medium: Disc, digital

REVIEW OVERVIEW

Story
75 %
Darsteller
85 %
Synchronisation
85 %
Preis
90 %

Unser Fazit

"First Love" ist ein Gangster- und Yakuza-Film guter Qualität, der durch schauspielerisches Talent überzeugen kann. Es ist ein brutales Gemetzel mit leichtem Schwarzhumor, der gut in Szene gesetzt wurde. Emotionale und sehr tiefgründige Handlungsstränge sind allerdings kaum zu finden.
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