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Diese Welt ist nicht groß genug

Amulett – Die Steinhüterin wider Willen

Mit seiner Graphic-Novel-Reihe „Amulet“ gelang dem in Japan geborenen US-amerikanischen Zeichner Kazu Kibuishi ein Werk, das sowohl Kinder als auch ältere Leser anspricht. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass das Buch immer wieder in den Bestseller-Listen auftaucht.

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Die kleine Emily ist gerade mit ihren Eltern unterwegs, um ihren Bruder Navin abzuholen als sie einen schweren Unfall haben. Während sich Emily und ihre Mutter noch retten können, stürzt der Vater mit dem Auto eine Klippe hinunter und stirbt. Für die Familie beginnt eine schwere Zeit. Weil Emilys Mutter ihr Haus nicht mehr bezahlen kann, beschließen die drei in das alte Haus von Emilys Urgroßvater Silas Charnon zu ziehen.

Als Erstes muss das Haus aber wieder auf Vordermann gebracht werden. Beim Putzen stößt Emily auf die alte Bibliothek ihres Urgroßvaters und berührt dort eine Fläche mit ihrer Hand, die einen Mechanismus auslöst, woraufhin ein Amulett erscheint. Während Navin skeptisch ist, beschließt Emily, das Amulett zu tragen, es aber vor ihrer Mutter erst einmal geheim zu halten. Bereits in der ersten Nacht wecken Geräusche im Keller die Familie auf. Emilys Mutter sieht nach und wird von einem Monster attackiert und verschluckt. Als das Ungeheuer auch Emily angreift, beschützt das Amulett sie und sagt ihr, sie müsse jetzt ihre Familie beschützen.

Das Monster macht sich auf den Weg in eine andere Welt. Den Geschwistern bleibt nichts anderes übrig als ihm zu folgen. In dieser anderen Welt treffen sie auf ihren Urgroßvater, der von Wesen, die er erfunden und ihnen Leben eingehaucht hat, gepflegt wird. Nachdem er Emily von ihrem Schicksal als Steinhüterin berichtet, verstirbt er. Die Kinder machen sich auf, ihre Mutter zu retten und hinter das Geheimnis des Amuletts zu kommen …

Emily und Navin finden sich in einer Welt wieder, die sie nicht kennen, begleitet von Wesen, bei denen sie nicht einmal genau sagen können, wer sich als Freund und Feind entpuppt. Wohin diese Reise führt, bleibt abzuwarten. Die Reihe umfasst in den USA bereits acht Bände, wobei Kazu Kibuishi bereits die Arbeiten am neunten Teil aufgenommen hat.

Für Jung und Alt

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Der erste Band „Amulett“ bietet einen Einstieg in eine Geschichte, die gerade aufgrund der vielen Facetten mehrere Altersgruppen von Lesern anspricht. Auf der einen Seite die jungen Protagonisten, die es den jüngeren Lesern leicht machen, sich mit ihnen zu identifizieren. Auf der anderen Seite die emotionale Geschichte, die auch ältere Leser anspricht und in ihren Bann zieht.

Damit auch bei den jüngeren Lesern keine Langeweile aufkommt, hat sich der Autor für eine rasante Entwicklung seiner Handlung entschieden. Die Geschichte entwickelt sich schnell und führt gleichzeitig die wichtigsten Figuren ein. Gerade was die Funktionsweisen der neuen Welt, in der die Familie unabsichtlich landet, angeht, bleibt er aber noch einige Antworten schuldig, sodass auch noch genug Neugierde für die kommenden Bände übrig bleibt.

Auf was genau sich Emily als neue Steinhüterin eingelassen hat, wird ihr und dem Leser auch erst langsam bewusst. Will das Mädchen doch anfänglich nur ihre Mutter retten, sieht sie sich bald mit viel größeren Fragen konfrontiert, die für ein Kind wirklich nur schwer zu beantworten sind. Wohin genau diese Reise führt, ist ebenfalls noch nicht in Stein gemeißelt.

Die liebe Familie

Während Emily durch den Stein besondere Fähigkeiten erhält, erweist sich die Figuren-Konstellation als sehr gewöhnlich. Die beiden Geschwister sind durch den frühen Tod des Vaters näher zusammengerückt, auch wenn sie charakterlich sehr verschieden sind. Die manchmal mit der Situation leicht überforderte Mutter ist den beiden auch keine große Hilfe.

Sind es normalerweise die Mädchen, die eher zur Vorsicht mahnen, übernimmt dies in „Amulett“ Navin. Emily geht als ältere Schwester voran, wohingegen Navin eher kritisch bleibt und der Sache mit dem magischen Stein skeptisch gegenübersteht. Gleichzeitig wirkt der Junge für sein Alter sehr reif, was sich aber ebenfalls mit dem Tod des Vaters erklären lässt. Er ist jetzt der Mann im Haus, auch wenn er der Jüngste der Familie ist.

Dies führt immer wieder zu Konflikten mit Emily, da sie die ältere Schwester ist, gibt sie den Ton an, ohne sich jeden Schritt vorher genau zu überlegen. Sie wurde immerhin von ihrem Urgroßvater zur Steinhüterin bestimmt, auch wenn die Gründe dafür noch nicht eindeutig geklärt sind. Durch diese Rollenverteilung zwischen den Geschwistern sorgt Kazu Kibuishi aber auch immer wieder für gewöhnliche Situationen in einer außergewöhnlichen Welt.

Die Farben einer anderen Welt

Auch die grafische Umsetzung ist eher auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet. Der Künstler arbeitet mit einer festen Strichführung, was den Figuren leider nicht unbedingt zugutekommt. Diese wirken vor allem von Gesichtsausdruck her oft sehr starr, nur starke Emotionen werden in der Mimik zum Ausdruck gebracht.

Allerdings kommt die farbige Gestaltung der Grafic Novel dem Künstler entgegen, denn so kann er seine Fantasie-Welt entsprechend ausgestalten und darf auch bei den Monstern aus den Vollen schöpfen. So reicht die Palette von kleinen rosa sprechenden Hasen bis hin zu großen schleimigen Kreaturen, die gleich mal wieder die Bösen spielen dürfen. Auch an dieser Stelle darf ein wenig Klischee nicht fehlen.

Trotzdem wissen die Bilder die Geschichte zu transportieren, was sie auch müssen, denn auch die Texte fallen oft eher kurz aus, sodass der Leser sich voll auf die Grafik konzentrieren kann. Insgesamt liefert „Amulett“ eine spannende Fantasy-Geschichte, die Leser jeden Alters begeistern kann. Unerwartete Wendungen und ein interessantes Ensemble von Figuren sorgen für kurzweilige Unterhaltung.

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Fazit

„Amulett“ hat viele Preise eingeheimst, was für die Qualität der Reihe spricht. Im Einzelnen muss sich jeder selbst entscheiden, worauf er seinen Schwerpunkt legt. Die Geschichte an sich ist spannend erzählt und bietet einige interessante und skurrile Figuren. Weil die Story vor allem jüngere Leser ansprechen soll, ist sie auf diese entsprechend zugeschnitten.

Wer eine abwechslungsreiche Geschichte sehen möchte und bereit ist dafür bei der grafischen Umsetzung ein paar Abstriche in Kauf zu nehmen, ist an dieser Stelle genau richtig. Wer einen großen Wert auf die Grafik legt, wird wahrscheinlich eher enttäuscht werden, denn diese sticht nicht wirklich ins Auge.

Die Steinhüterin
Amulett – Die Steinhüterin Bild: Kazu Kibuishi / Adrian Verlag
InfoAmulett #1: Die Steinhüterin
Verlag: Adrian Verlag
Autor: Kazu Kibuishi
Seiten: 188
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3947188826
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Unsere Meinung

Story
92 %
Zeichnungen
85 %
Preis
88 %

Fazit

"Amulett- Die Steinhüterin" ist eine spannende Geschichte, die sich vor allem an jüngere Leser richtet, die darin in eine abwechslungsreiche Fantasy-Welt entführt werden. Die durchaus spannende Handlung weiß auch ältere Leser zu znterhalten. Die grafische Umsetzung hingegen ist eher Geschmackssache, wo sich jeder selbst entscheiden muss, inwieweit er bereit ist, an dieser Stelle seinen Fokus zu legen.
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"Amulett- Die Steinhüterin" ist eine spannende Geschichte, die sich vor allem an jüngere Leser richtet, die darin in eine abwechslungsreiche Fantasy-Welt entführt werden. Die durchaus spannende Handlung weiß auch ältere Leser zu znterhalten. Die grafische Umsetzung hingegen ist eher Geschmackssache, wo sich jeder selbst entscheiden muss, inwieweit er bereit ist, an dieser Stelle seinen Fokus zu legen. Amulett – Die Steinhüterin wider Willen