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Der Beginn einer Suche

„Frieren – Nach dem Ende der Reise“: Die Erkenntnis über die Endlichkeit eines Menschenlebens

Im Manga „Frieren –  Nach dem Ende der Reise“ von Kanehito Yamada (Autor) und Tsukasa Abe (Illustrator), hierzulande im April erschienen bei Altraverse, geht es um die Elfe Frieren, die eine neue Reise antritt, um die Vergangenheit ihrer Kameraden zu ergründen.

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Unterwegs sammelt Freeze neue Zauberformeln, denn sie ist immer auf der Suche nach ihnen und kein Zauber kann ausgefallen genug sein. Auf ihrem Weg trifft sie die unterschiedlichsten Menschen und erlebt die verschiedensten Abenteuer.

Das Ende der Reise ist erst der Beginn

Frieren gehörte einst zu einer Heldengruppe, die in einer zehnjährigen Mission den Feind der Menschen, den Dämonenkönig, töteten. Für sie war dieser, wenn auch konfliktreicher Abschnitt, allerdings nur ein winziger Bruchteil ihres Lebens. Nach dem Ende der Heldenreise trennen sich ihr Weg und der der anderen Helden.

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Erst als der Held Himmel stirbt, trifft Frieren ihre alten Kameraden wieder und erkennt, dass sie eigentlich fast nichts über ihren verstorbenen Freund wusste.
Danach beschließt sie, eine neue Reise anzutreten, bei der sie mehr über ihre alten Kameraden erfahren will und gleichzeitig nach neuen Magieformeln sucht.

Magie, jedoch nicht weiter ausgeführt

Das Setting entspricht einer alternativen, mittelalterlichen Welt, in der Dinge wie Magie, magische Spezies (Elfen, Zwerge, Dämonen) und magische Wesen (wie Drachen) existieren. Zwar fügen sich diese natürlich in die Geschichte ein, aber wohl eher, weil man diese aus High- oder Low-Fantasy Geschichten schon lange kennt.

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Es wird leider nichts zum Magiesystem an sich erklärt, die Magie wird zwar angewandt, aber man erfährt nichts über die Funktionsweise der Zauberformeln. Gleiches gilt für den Ursprung der magischen Rassen, woher sie stammen und welche Besonderheiten sie besitzen. Denn abgesehen von Frierens Langlebigkeit erfahren wir genauso wenig, was die Rassen eher wie Beiwerk wirken lässt.

Schöne, detaillierte Zeichnungen, aber wenig Dynamik

Der Zeichenstil ist schön, sauber und detailliert, bedauerlicherweise wirken die Bilder dafür sehr statisch. In den wenigen Kampfszenen werden Bewegungsabläufe stark vereinfacht dargestellt und man bekommt das Gefühl, zwischen den Panels fehlen Szenen. So holt in dem einen Panel ein Charakter noch Anlauf für einen Angriff und im nächsten Panel wird der Gegner schon von der Waffe getroffen.

Die Zeichnungen sind teils sehr schön anzusehen und detailverliebt, nur wirken die Panels manchmal wie „Standbilder“ (Bild: Altraverse)

Insgesamt kann man sagen, dass vor allem die Hintergründe, Schattierungen und Landschaften schön anzusehen sind, während das Charakterdesign zwar gut ist, aber vor allem bei Frieren die Mimik auf der Strecke bleibt und die Dynamik in den Kampfszenen fehlt.

Viele Ortswechsel, wenig Handlungsfortschritt

Insgesamt reist Frieren zwar bereits in den ersten beiden Bänden viel umher, aber jeder Handlungsablauf umfasst nur ca. 15-20 Seiten, in denen handlungstechnisch nur sehr wenig Bedeutendes passiert. Beim Lesen wird man etwas an einen Slice-Of-Life Manga erinnert, nur dass der Humor kaum spürbar – wenn auch vorhanden –  ist.

Es gibt viele kleinere Missionen, die wohl die Entwicklung der Protagonistin Frieren vorantreiben sollen, aber für mich blieb sie zu unnahbar und schlichtweg langweilig. Im Gegensatz zu den anderen hatte sie für mich am wenigsten Persönlichkeit.

Erst gegen Ende des zweiten Bandes kommt etwas Spannung und Dramatik auf, während die Handlung im ersten Band nur so „dahinplätscherte“. Auch wenn der Band mit einem Cliffhanger endete, hätte ich als Leser rückblickend nicht genug Anreiz, die Geschichte weiterzuverfolgen.

Wenige Charaktere und leider dennoch kaum Tiefgang

Wie bereits angedeutet, besitzen alle Charaktere (noch) nicht besonders viel Tiefgang. Frieren wirkt fast emotionslos, zeigt nur selten Gefühle und es doch schwer zu glauben, dass sie erst so spät begreift, dass Menschen weitaus kürzer leben als sie. Und auch als sie dies erkennt, äußert sie immer wieder Dinge wie „für mich war es nur eine kurze Zeit“, wenn es um einen Zeitraum von mehreren Jahren geht. Auch wenn sie lange lebt, vergeht ein Zeitraum von 10 Jahren für sie doch auch nicht schneller.

Nur in wenigen Szenen zeigt Frieren tatsächlich Emotionen, wie hier zu Beginn (Bild: Altraverse)

Die Nebencharaktere wirken authentisch, waren mir aber nur bedingt sympathisch. Da nicht viel Dramatik vorhanden ist, konnte ich zu diesen ebenso wenig eine Beziehung aufbauen wie zu Frieren. Seltsamerweise fand ich die anderen Helden dafür interessanter und hätte dann doch lieber die Geschichte der eigentlichen Heldenreise gelesen.

Fazit

„Frieren –  Nach dem Ende der Reise“ ist ein zu Beginn sehr ruhiger Manga, der sich wohl erst später auf tatsächliche Charakterentwicklung und ein Fortschreiten der Handlung konzentrieren wird. Die einzelnen Kapitel sind nett zu lesen, aber sehr kurz und bringen weder wirklich Spannung noch Dramatik mit und auch die Charaktere bleiben etwas auf der Strecke.

Für alle, die Welten mit Magie lieben, ist es sicherlich dennoch ein Muss, den Manga zu lesen. Trotz der anderen Kritikpunkte ist der Manga schön und detailliert gezeichnet, hier sieht man eindeutig die Professionalität und Hingabe des Zeichners.

Info

Cover des 1. Bandes des Manga (Bild: Altraverse)

Titel: Frieren –  Nach dem Ende der Reise
Verlag: Altraverse
Erscheinungsjahr: 2022
Autor & Illustrationen: Kanehito YAMADA (Autor)/Tsukasa ABE (Illustrator)
Seiten: 192
Preis: 10 Euro
Genre: Fantasy
Bände: 7+
ISBN: 978-3-7539-0561-7 (Band 1)
Bei Amazon kaufen

Unsere Meinung

Story
60 %
Zeichnungen
80 %
Charakterdesign
60 %
Preis-Leistungs-Verhältnis
60 %

Fazit

„Frieren –  Nach dem Ende der Reise“  ist ein Manga mit einem zu Beginn ruhigerem Tempo, der uns in eine Welt mitnimmt, in der Magie angewandt wird und Spezies wie Elfen, Zwerge und Drachen existieren. Es dauert allerdings, bis Spannung aufkommt und man mehr über die Charaktere erfährt. Dafür sind die Zeichnungen umso detaillierter und schön anzusehen.
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"Frieren - Nach dem Ende der Reise": Die Erkenntnis über die Endlichkeit eines Menschenlebens„Frieren –  Nach dem Ende der Reise“  ist ein Manga mit einem zu Beginn ruhigerem Tempo, der uns in eine Welt mitnimmt, in der Magie angewandt wird und Spezies wie Elfen, Zwerge und Drachen existieren. Es dauert allerdings, bis Spannung aufkommt und man mehr über die Charaktere erfährt. Dafür sind die Zeichnungen umso detaillierter und schön anzusehen.