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Master Z: IP Man Legacy – Die Legende lebt weiter

Diesmal ist IP Man der Mittelpunkt , sondern ein ursprünglicher Nebencharakter

Die Story rund um IP Man ist eigentlich mit den drei Kinofilmen als eine Reihe abgeschlossen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht noch mehr zu erzählen gibt. Mit „Master Z: IP Man Legacy“ geht die Geschichte nun einen etwas anderen Weg, ohne jedoch ihre Wurzeln zu vergessen. Wie gut das Spin-off funktioniert und ob es sich lohnt den Film zu sehen, erfahrt ihr nun hier.

Tin Chi Cheung ist nach seiner Niederlage gegen IP Man am Boden zerstört und beschließt, den Kampfsport aufzugeben. Stattdessen will er ein ganz normales Leben in Hongkong zusammen mit seinem Sohn führen. Doch der Frieden ist ihm leider nicht lange gegönnt. Nach Streitigkeiten mit der lokalen Triade brennt sein Haus nieder und Tin Chi kommt bei einem Barbesitzer und seiner Schwester unter, der er half.

Mit der Zeit stellt er dabei fest, dass die Triade ihren Einfluss ausbreitet und mehr Drogen unter die Menschen bringt, die daran sterben. Tin Chi sieht es als seine Pflicht an, etwas dagegen zu unternehmen und rutscht nur noch tiefer in den Konflikt rein, der viele Leben fordert. Drogenbaron Davidson mag es nämlich nicht, wenn sich jemand in seine Angelegenheiten einmischt.

Wie der Titel schon verrät, geht es in „Master Z: IP Man Legacy“ um das Erbe von IP Man und nicht unbedingt um ihn selbst. Trotzdem spielt er im Hintergrund eine große Rolle, denn niemand geringeres als Donnie Yen selbst ist als Producer dabei. An seiner Seite ist Raymond Wong, der ebenfalls an den anderen Filmen beteiligt war. Doch nicht nur hinter den Kulissen geht es hochwertig zu, die Darsteller-Liste sieht auch nicht schlecht aus.

Die Hauptrolle des Tin Chi Cheung übernimmt Max Zhang. Liu Yan spielt die Julua, David Bautista ist als Drogenlord Owen Davidson dabei und Michelle Yeoh spielt eine fragwürdige Unternehmerin. Alle drei und ebenfalls die restlichen Darsteller spielen mit viel Geschick und Emotionen ihre Rollen. Ab und zu gibt es kleine Probleme mit den Nebenrollen, die nicht immer so ernst herüberkommen wie sie eigentlich sollten. Zhang schafft es hingegen, den eigentlichen Antagonisten aus dem dritten „IP Man“-Teil zu einem der Guten umzufunktionieren, der durchaus für Sympathie sorgt.

Mal wieder das Rad neu erfinden

Emotionen spielen eine wichtige Rolle bei der Charakterwandlung und die Zuschauer bekommen nun eine ganz andere Sicht auf die Figur. Plötzlich ist da ein fast schon sanfter Mann mit seinem Sohn zu sehen, der zuvor noch als äußerst brutal und rücksichtslos präsentiert wurde. Die zweite Seite einer Medaille zu präsentieren ist zwar nicht neu, jedoch ein interessanter Ansatz für die Fans. Auf der anderen Seite geht viel Lob an Bautista, der den Bösewicht mit Bravour und Bösartigkeit meistert.

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Tin Chi Cheung bei einem kurzen Moment der Ruhe mit seinem Sohn. Bild: KSM

Obwohl die Darsteller größtenteils überzeugen und die Dialoge anständig geschrieben sind, bleibt die Story doch eher fade. Die Geschichte von dem Kriminellen und dem zerrissenen Kampfsportler, der doch für das Gute kämpft, ist nicht neu. Viele Dinge sind deswegen vorhersehbar und dadurch verfliegt eine ordentliche Portion an Spannung und Überraschung. Hier hätten die Macher ruhig etwas mehr riskieren und kreativer sein können. Trotzdem weiß der Film am Ende im Gesamtbild zu unterhalten und es ist definitiv Platz für eine mögliche Fortsetzung.

Erst kämpfen, dann reden

Obwohl gerne zu den Gefühlen gegriffen wird, darf bei einem Martial-Arts-Film natürlich nicht die Action fehlen. Davon gibt es bei „Master Z: IP Man Legacy“ genug und es fliegen manchmal gefühlt etwas zu oft die Fäuste. Wenn es dazu kommt, ist die Choreografie jedoch sauber und durchdacht. Hier bleibt der Standard genauso hoch wie schon bei den anderen Teilen und Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Zu den sehr großzügigen Kämpfen kommt eine hervorragende Kameraführung und perfekte Schnitte, die einen an manchen Stellen fast so atemlos zurücklassen wie die Darsteller. Zu der allgemeinen Kulisse lässt sich sagen, dass hier ebenfalls gute Arbeit geleistet wurde und eine triste, graue Stimmung entsteht, die genau zur Story passt.

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Dave Bautist zeigt als Bösewicht, dass er auch ordentlich zuschlagen kann. Bild: KSM

Musikalisch trumpft „Master Z: IP Man Legacy“ mit dem typischen heroischen und epischen Sound auf, der an den richtigen Stellen sanfter wird. Besonders aus der Reihe fällt er jedoch nicht und bleibt so in dem üblichen, bekannten Bereich.

Was vor allem den deutschen Fans wichtig sein wird, ist die Synchronisation. Hier wurde erneut ein gutes Händchen bewiesen und die Sprecher machen einen anständigen Job, lediglich die eine oder andere Nebenrolle hätte manchmal etwas besser sein können. Wer es lieber ganz stilecht haben will, kann zur originalen Tonspur auf Kantonesisch mit deutschen Untertiteln greifen. Wieder sind das die einzigen weiteren Spracheinstellungen, die auf der Disc zu finden sind.

Wir sind außerdem in den Genuss gekommen, die Special Mediabook Edition zu testen. Ein ganz besonderer Leckerbissen für Fans, da es von der Version in Deutschland nur eine Auflage von 500 Stück gibt. Die Version enthält dabei den Film einmal auf DVD und einmal auf Blu-ray. Als zusätzliches Extra ist ein 16-seitiges Booklet enthalten mit Details zum Film. Schade ist nur, dass es fest mit der Hülle verbunden ist und sich so nicht herausnehmen lässt. Dafür gibt es zusätzlich als digitale Extras Trailer, eine Bildgalerie und Behind the Scenes.

Fazit

„Master Z: IP Man Legacy“ geht mal einen etwas anderen Weg als die bisherigen Ableger, die wir bereits geprüft haben. Anders heißt jedoch nicht schlecht und der Film weiß durchaus zu überzeugen. Die Story mag zwar etwas holprig und dünn sein, trotzdem kommen Fans auf ihre Kosten. Besonders die dichte Atmosphäre und die Schauspieler sorgen für Stimmung, die über Makel hinwegsehen lässt.

Highlights sind natürlich die spektakulären Kämpfe, die sich wirklich nicht verstecken müssen. Vor allem Dave Bautista darf zeigen, dass westliche und östliche Kampfkunst eine interessante Kombination sind. Eine gute Synchronisation und passende Dialoge runden das ganze als Filmerlebnis ab, das „IP Man“-Fans sehen sollten. Sie sollten dabei jedoch nicht ganz so viel erwarten und vor allem keinen Donnie Yen, denn hier spielt der Großmeister mal nur die dritte Geige.

Info
Master Z – The IP Man Legacy
Original Name: 葉問外傳:張天志
Studio: Orange Sky Golden Harvest, Mandarin Motion Pictures, Enlight Pictures, Young Enlight Productions
Deutscher Publisher: New KSM Cinema
Regisseur: Yuen Woo-Ping
Erschienen am: 25. Juli 2019
Freigegeben ab: 16 Jahren
Länge: 107 Minuten
Genre: Action, Martial Arts, Drama
Medium: Disc, Video on Demand
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Unsere Meinung

Story
80 %
Darsteller
85 %
Bild
90 %
Synchronisation
85 %
Preis
85 %

Unser Fazit

Das Spin-off schafft es nicht ganz, Schritt mit der Hauptfilmreihe zu halten. In Sachen Story und Feinschliff wird zwar geschwächelt, die Darsteller machen jedoch einen guten Job und wissen mit Dialogen und Kämpfen zu unterhalten.
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