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Ten Count, Band 1 – Manga-Test

Rihito Takarai gehört inzwischen zu den bekannteren Größen im deutschsprachigen Raum. TOKYOPOP veröffentlichte bereits mehrere Titel der Zeichnerin, zuletzt ihr Gemeinschaftswerk mit Miryu Masaya Bride of the Fox Spirit. Des Weiteren erhält Takarai-senseis Manga Seven Days im Sommer 2015 zwei Realverfilmungen (wir berichteten). Im Mai 2015 folgte das erste Volume der bisher dreibändigen Serie Ten Count, deren Einzelkapitel seit 2013 in Shinshokans Dear+-Magazin laufen. Was dieser Boys-Love-Manga verspricht, dem gehen wir in dieser Review zu Band 1 auf dem Grund.

Shirotani Tadaomi hat ein Problem: Er leidet an einer ausgeprägten Mysophobie. In seinen Augen ist alles schmutzig. Der junge Mann kommt mit seiner Erkrankung sehr gut zurecht, bis seinem Chef Kuramoto ein Unfall passiert und Shirotani ihm aufgrund seiner Ängste nicht helfen kann. Gott sei Dank ist Riku Kurose gerade in der Nähe und bewahrt Kuramoto vor Schlimmerem. Kurose spricht Shirotani offen auf seine Mysophobie an und rät ihm, einen Arzt aufzusuchen.

Shirotani beschließt, sich seinen Problemen zu stellen und besucht eine Praxis. Dort begegnet er erneut Kurose und es stellt sich heraus, dass dieser Berater für psychosomatische Medizin ist. Sie setzen sich in ein Café und reden über Shirotanis Mysophobie. Kurose stellt ihm dabei allerlei Fragen und Shirotani soll zehn Dinge aufschreiben, die ihm dank der Krankheit nicht gelingen, wobei die zehnte Sache jene wäre, die er nie schaffen würde. Der junge Mann macht sich Gedanken und schreibt alles auf, was ihm einfällt. Nur die zehnte Sache bleibt offen. Shirotani möchte schließlich wissen, warum Kurose sich seinetwegen diese Mühe macht. Doch dieser verrät Shirotani den Grund nur dann, wenn er die Nummer 10 ergänzt hat. Für den jungen Mann beginnt mit dem Aufschreiben der Punkte die Problembewältigung. Wird es ihm gelingen, seine Ängste zu überwinden?

Rihito Takarai erzählt mit Ten Count die angehende Liebesgeschichte zwischen Shirotani, der sich aufgrund seiner ausgeprägten Mysophobie – sprich, Angst vor Schmutz, Bakterien beziehungsweise Keimen – in seinem Leben stark einschränken lässt, und Kurose, welcher den jungen Mann dazu motiviert, seine Phobie zu therapieren. Dank dessen Hilfe gelingen Shirotani erste Fortschritte, wie beispielsweise das Anfassen von Türklinken mit der bloßen Hand. Kurose verändert sein Leben demzufolge schlagartig und Shirotani öffnet sich seinen Mitmenschen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sein Interesse für Kurose nach und nach steigt. Über diesen erfährt der Leser noch relativ wenig. Dass er ein Auge auf Shirotani geworfen hat, ist offensichtlich. Nur nimmt Kurose seine eigenen Gefühle letztendlich zum Anlass, eine für Shirotani weniger schöne Entscheidung zu treffen, womit der Startband einen spannenden Abschluss findet.

Takarai-sensei gelingt es in ihrer Erzählung sehr gut, Shirotanis Gedankengänge sowie Emotionen beim Umgang mit seiner Mysophobie im Alltag zu durchleuchten und das Geschehen glaubhaft darzustellen. In langsamen Schritten macht der Protagonist Fortschritte und dadurch kommen sich die beiden männlichen Hauptfiguren etwas näher. Körperkontakt – im Sinne von sexuellen Akten – findet der Leser in Band 1 nicht vor, was aber aufgrund von Shirotanis Mysophobie auch plausibel erscheint. Dafür gibt es süße Knistermomente zwischen Shirotani und Kurose.

Rihito Takarais Charakterdesign weiß nach wie vor zu begeistern. Der Fokus liegt in ihren Zeichnungen auf die filigrane und detaillierte Ausarbeitung der Figuren sowie deren ausdrucksstarke Mimik und Gestik.

Die deutsche Publikation von TOKYOPOP kommt mit zwei matten Farbseiten, welche jeweils eine Illustration ziert. Neben Kapitel 1 bis 6 inkludiert der erste Band die Bonusstory Kurose, Shirotani und der Heuschnupfen.

Rihito Takarai spricht in Ten Count mit der Mysophobie ein sensibles Thema an, bei dem so manch einer mangels Einfühlungsvermögen oder Kenntnis ins Taumeln geraten könnte. Doch das trifft auf dieses Werk nicht zu: Glaubhaft schildert die Mangaka in Band 1 eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte aus dem Alltag zwischen einem jungen Mann mit einer phobischen Störung im Bezug auf Schmutz und einem Berater für Psychosomatik. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl widerspiegelt Takarai-sensei Shirotanis Umgang mit dieser Krankheit, welcher Dank Kurose die Mysophobie bekämpfen möchte und bereits in Band 1 Fortschritte macht, was im Slice-of-Life-Bereich geschieht. Sexszenen wird der hiesige Boys-Love-Fan im ersten Volume keine finden, dafür jedoch kleine romantische Situationen. Ten Count sei jenen zu empfehlen, die realistische Liebeserzählungen mit interessanten Protagonisten mögen und nicht vor Männerbeziehungen zurückschrecken. 

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Ten Count, Band 1.

Ten Count © 2013 by Rihito Takarai/Shinshokan
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2015

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