mei_chan_no_shitsuji_1Riko Miyagis Mei-chan no Shitsuji umfasst in Japan zwanzig Bände und die Einzelkapitel erscheinen seit 2006 in Kodanshas ARIA. Fakt ist, seit mehr als einem Jahr pausiert das Werk. Nichtsdestotrotz werfen wir einen Blick auf diesen in Japan erfolgreichen Shojo-Titel, der 2009 ebenso eine Live-Action-Serie inspirierte, in der Kenshin Schauspieler Takeru Sato die Rolle von Kento Shibata spielte. Wir haben uns Band 1 angeschaut. Was das Werk parat hält, lest ihr in folgendem Artikel.

Mei Shinonome ist eigentlich eine gewöhnliche Schülerin. Sie hat einen Traum, in dem ein Butler ihr im jungen Alter das Leben rettete, nachdem sich das Mädchen im Wald verlief. Doch keiner ihrer Mitschüler mag ihr diese Geschichte abkaufen.

Nichts ahnend lebt Mei mit ihrem Vater zusammen, der ein Nudelrestaurant führt. Als ihre Eltern sterben, bekommt sie ausgerechnet vom Großvater ihres Mitschülers Kento Shibata – mit dem sie sich stets in der Wolle hat – das Anbot, bei ihm zu bleiben. Dann taucht plötzlich ein Butler namens Rihito Shibata auf, der sich fortan um das Mädchen kümmern möchte und ihr erklärt, dass sie Mei Hongou sei, deren Familie steinreich ist und welcher er dienen würde. Wie sich später herausstellt, ist Rihito auch noch mit Kento verwandt. Aus der bescheidenen Mei wird nun eine wohlhabende junge Lady.

Meis Großvater schickt sie schließlich auf die St. Lucia-Akademie, die das Mädchen zu einer richtigen Dame erziehen soll. Kento wiederum unterzieht sich einer Butler-Ausbildung, damit er an ihrer Seite bleiben kann. Da frage man sich, ob der Junge nicht doch mehr für Mei empfindet. Diese wiederum beginnt Gefühle für Rihito zu entwickeln. Doch sind diese nur einseitig?

Riko Miyagis Mei-chan no Shitsuji dreht sich um das Liebesdreieck zwischen Mei, Kento und Rihito. Während Letzterer Mei aufgrund seiner Tätigkeit als Butler auf Händen trägt, kommt es zwischen der Schülerin und Kento häufig zu Streitereien. An Romantik und ein wenig Spaß fehlt es der Story absolut nicht. Diese Fakten schreien nach typischen Shojo-Beziehungen und tatsächlich enthält die Geschichte jede Menge klischeehafte Elemente – allein die Tatsache das Mei plötzlich zu einer Adelsfamilie gehört, spielt förmlich mit dem Wunschempfinden junger Mädchen und zeugt nicht gerade von Realismus. Die Protagonistin lässt sich von dem zuvorkommenden Rihito relativ leicht begeistern, verfügt allerdings auch über eine freche Klappe, passt aber dennoch in die naive Kategorie.

Miyagi-senseis Zeichnungen sind shojotypisch – süße Kleidung, attraktives Charakterdesign – heben sich aber keinerlei von anderen Serien des Genres ab. Während die Figuren fein ausgearbeitet sind, wurden die Hintergründe weiß oder wenig detailreich gestaltet.

Mei-chan no Shitsuji ist all jenen zu empfehlen, die sich von klischeehaften Shojo-Elementen nicht abschrecken lassen und eine einfache Lektüre bevorzugen. Eventuell sollte vor der Kaufentscheidung abgewartet werden, ob der Manga in Japan bald wieder fortgesetzt wird, bevor man zu diesem bereits 20-bändigen Werk greift. Wer der französischen Sprache mächtig ist, kann Mei-chan no Shitsuji unter dem Titel Mei’s Butler im europäischen Raum erwerben.

Mei-chan no Shitsuji © 2006 Riko Miyagi/Kodansha Ltd.

Gina
ich bin eine ziemlich durchgeknallt aber ruhige Manga-Leserin der 30+ Generation :3