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RiME – Ein Schal, ein Fuchs, ein Turm und viele Emotionen

Passend zum Neujahr gibt es von uns einen besonderen Leckerbissen von dem spanischen Entwicklerstudio Tequila Works. Bereits seit November ist der ungewöhnliche Puzzle-Platformer RiME erhältlich. Ob es sich bei der mysteriösen Insel wirklich um einen schönen Urlaubstrip handelt oder doch eher einen Albtraum, erfahrt ihr hier.

Ein kleiner Junge wird nach einem Sturm an den Strand einer mysteriösen Insel gespült. Während man die Insel allmählich erkundet, befreit man einen Fuchs, der einem den Weg zu einem riesigen Turm zeigt. Doch die beeindruckenden Ruinen und die schöne Insel bergen ein Geheimnis. Und wer ist die Person im roten Mantel, die einem manchmal beobachtet?

Was im ersten Moment wie ein noch sehr freies Spiel zum Abschalten wirkt, wird von Kapitel zu Kapitel verworrener. Je weiter man spielt, desto mehr merkt man, dass irgendetwas nicht stimmt und die Insel nicht das zu sein scheint, was sie ist. RiME ist nicht einfach nur ein netter Trip, hier wird eine Geschichte erzählt, die viel tiefgründiger und ernster ist, als dass man es eigentlich zu Beginn erwartet.

Auch wenn man versuchte die Geschichte abwechslungsreich zu gestalten, wird RiME nicht jedem gefallen. Kämpfe oder große Action gibt es nicht, dafür Rätsel und viel zu entdecken. Seinen Kopf sollte man bei all den schönen Bildern trotzdem nicht abschalten, denn erklärt wird nichts und man muss sich selber durch die Insel und Story arbeiten. Man muss sich auf das Ganze einlassen und sollte sich auf keinen Fall vorher über die Story informieren, weil das der Punkt ist, der den Titel so spielenswert macht.

Mein bester Freund der Fuchs

Das einzige menschliche Wesen, das sich auf der Insel befindet, ist man selber. Sprechen tut man kein Wort, dafür wird gesummt oder gerufen. Alleine ist man trotzdem nicht. An seiner Seite hat man einen Fuchs, an den Wänden verstecken sich Geckos, Wildschweine tummeln sich in den Wäldern und mechanische Wächter werden einem begegnen. Aber es gibt auch gefährliche Kreaturen, die einem ans Leder wollen und denen man lieber nicht zu nah kommen sollte.

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Bild: Tequila Works

So simpel die Geschichte des schiffbrüchigen Jungen ist, so ist auch das Gameplay. In jedem der vier Kapitel wird man von einer neuen Umgebung und Rätsel überrascht. Dabei ist es oft das Hauptziel, Letzteres zu lösen. Rätselprofis werden dabei wohl kaum überfordert. Neulinge könnten aber vor allem bei den Schattenrätseln ordentlich knabbern. Wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist, kann man sich relativ frei in den einzelnen Abschnitten bewegen und die Umgebung erforschen.

Als kleines Extra kann man zahlreiche Gegenstände oder Boni finden, die Sachen freischalten können. Sollte man in einem Kapitel mal nicht alle Dinge finden, ist das nur halb so schlimm. Nach Abschluss der Story kann man die einzelnen Abschnitte noch einmal separat spielen und alles einsammeln. Eine schöne Idee, die das erneute Spielen erhöht, manche werden das Wiederholen der Rätsel allerdings langweilig finden.

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Bild: Tequila Works

Der Kampf gegen die Framerate

Auch wenn RiME mit seiner Einzigartigkeit begeistert, gibt es ein sehr großes Problem. Man hat leider mit vielen Rucklern zu kämpfen und auch die Grafik lädt manchmal nicht schnell genug. Schade, den damit bekommt RiME einen wirklichen hässlichen Kratzer, der manche abschrecken wird. Auch wenn das Gameplay zumindest auf der PlayStation 4 nicht sehr drunter leidet, ist es sehr schade, dass man das Problem bisher nicht gelöst hat.

Was die Steuerung angeht, funktioniert sie hingegen gut und man hat mit keinen technischen Problemen zu kämpfen. Sprünge können genau ausgeführt werden und auch sonst reagiert der Junge schnell auf die Eingabe. RiME lässt sich angenehm mit dem Gamepad spielen und hat eine einfache und simple Steuerung, die niemanden überfordern sollte. Zu Beginn wird zusätzlich kurzzeitig angezeigt, welche Taste man bei welcher Aktion drücken muss.

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Bild: Tequila Works

Grafisch ist das Game eine Kategorie für sich. Während man an manchen Stellen eher simpel modellierte Objekte sieht, sprühen andere Dinge gerade vor Realismus und Details. So ist man regelrecht beeindruckt von den Metal-Texturen und starrt fasziniert in den Sternenhimmel. Auch was die Effekte, das Licht und den Schatten angeht, hat man mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet. Der Tag-Nacht-Wechsel ist ebenfalls gelungen und geschickt mit einigen Rätseln verbunden worden. Schade ist nur, dass man in den Ruinen davon oft nicht viel mitkriegt. Auch wenn das Game manchmal nicht schnell genug mit den Texturen im Hintergrund hinterher kommt, kann man nicht leugnen das RiME wunderschön ist, und zwar auf seine ganz eigene Art. Alleine das Design der Umgebung fordert auf, sich alles genau anzugucken und zu erforschen.

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Bild: Tequila Works

Perfekt abgestimmt

Musikalisch orientiert sich RiME an der Story und dem Gameplay. Zu Beginn plätschert die Musik nur leise vor sich hin. Je weiter man sich allerdings vorarbeitet, desto intensiver wird alles. Trotzdem hält sich die Musik zum größten Teil im Hintergrund. Nur bei wichtigen Aktionen oder Momenten drängelt sich der Soundtrack in den Vordergrund und das immer perfekt. Sonst wird man mit den Geräuschen der Umwelt beschallt. Von Wellenrauschen bis leises Knistern, man hat sich Mühe gegeben, eine dichte Soundkulisse zu schaffen.

Auch hier waren den Entwicklern Details wichtig und so sind die Schritte des Jungen je nach Untergrund oder Raum anderes. Da es, wie erwähnt, keine Dialoge oder viel Text gibt, hatte man bei der Lokalisierung nicht viel zu tun. Lediglich beim Abspann kann man etwas enttäuscht sein, da er weder komplett auf Deutsch noch Englisch ist und man nur mit Spanischkenntnissen die emotionalen Danksagungen komplett versteht. Etwas, was schade ist, aber dem Game insgesamt nicht viel schadet.

Fazit

RiME schafft es, auf seine ganz eigene Art und Weise zu verzaubern. Was als Schiffbruch eines kleinen Jungen anfängt, endet mit einem viel tieferen Ende, das man nicht erwartet hat. Eine verworrene, emotionale Geschichte, die mit Rätseln gespickt ist und zum Erforschen auffordert. Während man sich zusätzlich über einen perfekt abgestimmten Soundtrack freuen kann, muss man mit Rucklern und anderen technischen Problemen kämpfen. Das ist aber auch der einzige Kampf, den man führen wird. Denn RiME will einen fesseln, berühren und zum Nachdenken anregen und das auf eine friedliche wunderschöne Art, die man eigentlich nicht verpassen sollte. Trotzdem werden wohl nicht alle von der Story und dem Setting begeistert sein.

Info

Name: RiME
Publisher: Grey Box Games
Entwickler: Tequila Works, Tantalus Media
Plattform: Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC
Genre: Puzzle-Adventure
USK: ab 6 freigegeben
Release: 17. November 2017
Preis: 34,99 Euro (Playstation 4)

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