»Inu Yasha New Edition« – Manga-Test

Fünf Jahre ist es her, dass Rumiko Takahashi uns in das mittelalterliche Japan entführt hat und nun geht die Reise erneut los – nur neu aufgelegt. Inu Yasha ist mit 56 Originalbänden die längste Serie von Takahashi-sensei und erschien ab 1996 zwölf Jahre lang in der Shonen Sunday. In Deutschland wurde die Serie bei Egmont Manga von 2002 bis 2009 veröffentlicht. Der Klassiker bekommt seit März 2014 einen neuen Glanz verpasst und wird voraussichtlich um die 28 Bände umfassen, die wesentlich dicker sind als die älteren Modelle und wieder von EMA herausgebracht werden.

Im mittelalterlichen Japan wimmelt es nur so vor Teufeln und Halbdämonen zwischen all den Menschen. Inu Yasha ist ein solcher gehört zur letztgenannten Sorte und stielt der Priesterin Kikyo das Juwel der vier Seelen. Diese bannt ihn mit einem magischen Pfeil an einem Baum fest, woraufhin er in einen ewigen Schlaf fallen soll. Kikyo stirbt allerdings an ihren Verletzungen und nimmt das Juwel mit in den Tod.

Viele Jahrhunderte später in der Gegenwart feiert Kagome ihren 15. Geburtstag. Doch genau an dem Tag wird sie in dem Schrein der Familie von dem Dämon Lady Tausendfuß in den Knochenfressenden gezogen, der das Juwel der vier Seelen verlangt. Durch ein merkwürdiges Phänomen kann sich Kagome aber befreien, doch muss nach dem Klettern aus dem Brunnen feststellen, dass sie im Mittelalter ist – 50 Jahre nach Kikyos Tod.

Im Wald trifft sie auf den schlafenden Inu Yasha, der immer noch an den Baum gebannt ist. Die Bewohner des kleinen Dorfes in der Nähe erwischen Kagome bei der Begegnung und nehmen das Mädchen sofort gefangen. Im Dorf angekommen stellt Kaede, die kleine Schwester von Kikyo, fest, dass Kagome deren Wiedergeburt ist. ist. Kurz darauf greift Lady Tausendfuß erneut Kagome und damit das Dorf an. Die Schülerin kann sich nur aus dieser Notsituation retten, indem sie in den Wald rennt und Inu Yasha wieder erweckt.

Dieser besiegt zwar den Dämon, doch will nun selbst das Juwel an sich bringen, was Kaede durch eine Halskette zu verhindern weiß. Kagome kann von nun an mit dem Spruch »Sitzt!« Inu Yasha bändigen. Doch nicht nur dieser ist hinter dem Juwel her, auch andere Dämonen und bösartige Menschen wollen ihn ergattern. Unter anderem eine Totentanzkrähe, der es auch gelingt, das gute Stück an sich zu bringen. Bei der Wiederbeschaffung trifft Kagome die Krähe mit einem Pfeil und das Juwel zerfällt in hundert Stücke, die sich quer über das gesamte Land verteilen. Nun ist es an Inu Yasha und Kagome diese wieder einzusammeln, und ihre lange Reise beginnt.

Die beiden Hauptcharaktere sind interessant gestaltet. Während Inu Yasha ein Einzelgänger ist, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, möchte Kagome  wieder in ihre Zeit zurückkehren. Inu Yasha ist sehr starrköpfig und hasst die Schülerin am Anfang, da sie seiner verflossenen Liebe Kikyo ähnlich sieht und auch ihre Wiedergeburt sein soll. Er nutzt Kagome nur aus, doch später merkt man, dass der Halbdämon sie beschützen möchte. Im Kampf gegen ihren zweiten Gegner Yura mit dem langen Haar, gibt er ihr sein geliebtes Gewand, welches ihr letztendlich oft das Leben rettet.

Kagome hat ebenfalls eine starke Persönlichkeit, da sie stur ist und sich nichts von Inu Yasha sagen lässt. Wenn das Mädchen sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es auch durch. Man merkt aber schnell, dass Kagome Interesse an den Halbdämon hat, auch wenn sie es ihm gegenüber nicht zeigt. Die Schwarzhaarige hat keine Angst vor Inu Yasha, denn das Halsband garantiert ihr den nötigen Schutz, mit einem einfachen »Sitz« zwingt sie ihn jedes Mal auf den Boden. Da beide Protagonisten oft aneinander prallen, entstehen humorvolle Situationen, die dem Leser ein Lachen entlocken.

Die Zeichnerin schafft es durch einfache aber präzise Liniensetzungen, Dynamik in die Charaktere und Handlung zu bringen. Ihre Hintergründe sind selten leer und meistens sehr dunkel gehalten. Typische Glanzeffekte werden auch selten eingesetzt. Die Charaktere sind vielseitig gestaltet und bieten immer wieder viel Raum für Lacher, aber auch jede Menge Action.

Die Neuauflage von Inu Yasha enthält zu Beginn eine Farbseite und im ersten Band 17 Kapitel. Sie fällt außerdem deutlich dicker als die ältere Edition aus als die ältere Edition und die Cover sind neu sowie veredelt. Außerdem ist der redaktionelle Teil mit einem Inu Yasha Lexikon und einem Interview mit Rumiko Takahashi stärker ausgeprägt. Allerdings werden mit Bildern in dem Erstem bestimmte Handlungen ein wenig vorweggenommen, was schade für den Leser ist, die Inu Yasha noch nicht gelesen haben und sich überraschen lassen möchten.

Die Abenteuer rund um das Juwel der vier Seelen mit Inu Yasha und seinen Kameraden sind sehr spannend, Action geladen, aber auch blutig anzusehen.  Allerdings bewegen sich die Kämpfe noch im durchschnittlichen Shonen-Bereich und somit nicht übermäßig gewalttätig. Inu Yasha hat viele witzige Momente, welche ebenso in spannenden und ernsten Situationen die Lage etwas auflockern. Mit einem Spritzer Romantik ist der Manga auch sicher etwas für Mädchen, wenn diese nicht vor Kämpfen zurückschrecken. Die New Edition bietet für echte Hardcore-Fans Interviews und zusätzliche Informationen. Für Leser, die Inu Yasha damals verpasst haben, ist es eine gute Gelegenheit sich die berühmte Reihe zu zulegen. Wer die Serie aber schon zu Hause hat, dem entgeht nichts, wenn er die  sie auslässt. 

Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Inu Yasha New Edition.

Details

Titel: Inu Yasha New Edition, Band 1
Originaltitel: 犬夜叉(Inu Yasha), Vol. 1
Mangaka: Rumiko Takahashi
Erscheinungsjahr: 1997 (JP), 2014 (DE)
Verlag: Shogakukan (JP), EMA (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Fantasy, Historie
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Preis: 12,99 Euro
Bestellen:ISBN 978-3-7704-8265-8

Inu Yasha © Rumiko Takahashi, Shogakukan Inc., 1997
Inu Yasha New Edition © 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH