Popkultur Citrus, Band 1 - Manga-Test

Citrus, Band 1 – Manga-Test

Im Januar publizierte TOKYOPOP den Girls-Love-Manga Citrus aus der Feder von Saburouta. Somit gelangt erstmals ein Werk der Mangaka in den deutschsprachigen Raum. Citrus umfasst aktuell drei Bände in Japan und die Einzelkapitel erscheinen in Ichijinshas Comic Yuri Hime. Der Startband inkludiert die ersten vier Abschnitte zur Geschichte, des Weiteren darf sich der Leser im deutschen Release auf eine SHOCO CARD sowie drei Farbseiten freuen. Was Citrus sonst noch parat hält, das verrät euch dieser Artikel.

Die aufgeschlossene und gewöhnliche Yuzu Aihara träumt, wie jeder in ihrem Alter, von der großen Liebe und dem ersten Kuss. Sie besucht ab sofort eine Mädchenschule, was Yuzu dennoch nicht davon abhält, sich aufzubrezeln, um möglicherweise die Augen eines Mannes auf sich zu ziehen. Doch mit ihrer Aufmachung verstößt das Mädchen gegen die Schulregeln und so bekommt Yuzu es mit der strengen Schülersprecherin zu tun.

Wenig später erwischt Yuzu diese heimlich knutschend mit ihrem Lehrer Amamiya und sucht verwirrt das Weite. Daheim angekommen erfährt sie, dass es sich bei der Schülersprecherin um ihre Stiefschwester Mei handelt, von der Yuzu bisher keine Ahnung hatte. Frech konfrontiert Yuzu diese mit dem, was sie gesehen hat, woraufhin Mei ihr völlig unerwartet den ersten Kuss raubt …

Wirft der Leser einen Blick auf das Cover von Saburouta Citrus dann wird ihm sofort klar, dass er gerade zu einem Girls-Love-Manga greift. Hierzulande erscheinen nur sehr wenige Titel aus diesem Genre, deshalb dürften sich einige unter euch wahrscheinlich auf die Publikation freuen.

Wo das Werk optisch mit einem attraktiven Charakterdesign zu begeistern weiß, kommt die Story eher wie ein durchschnittlicher Romance-Titel daher und ist in vielen Punkten vorhersehbar sowie klischeehaft gestaltet – man erwähne hier zum Beispiel die Beweggründe des Lehrers Amamiya, sich an Mei ranzuschmeißen. Auch bringt die Mangaka das Geschehen durch völlig unbegründete Ereignisse ins Rollen. So nimmt Yuzus Mutter aus heiterem Himmel ihre Stieftochter auf, obwohl deren Familie wohlhabend ist und ihr Vater schon seit Jahren durch die Welt reist. Positiv empfand ich die Tatsache, dass der erste Band ohne sexuelle Handlungen auskommt, den Leser lediglich mit Girls-Love-Knistermomenten zwischen Yuzu und Mei bedient. Der Fokus liegt also durchaus auf die Konflikte der zwei Hauptfiguren und nicht darauf, sie schnellstmöglich an die Wäsche gehen zu lassen.

Die beiden weiblichen Protagonisten entpuppen sich als Stereotypen. Mei hat familiäre Probleme, benimmt sich meist eiskalt, ist aber anderseits offen genug, um Yuzus Emotionen durcheinanderzubringen. Mit Yuzu bekommt der Leser das heitere, freche und naive Mädchen, welches sich mit ihrer Art gerne in Schwierigkeiten katapultiert – hauptsächlich, um Mei zu beschützen. Yuzu fühlt sich recht schnell zu ihr hingezogen, was später zu einem Gewissenskonflikt führt – immerhin sind beide Stiefgeschwister. Wo ich Yuzu wegen ihrer frechen Art recht schnell lieb gewinnen konnte, fällt es mir persönlich schwer, Sympathie für Meis Charakter zu empfinden, da dieser noch sehr unnahbar wirkt.

Die Story von Saburoutas Citrus ist definitiv nett, sticht aber bisher nicht aus der Masse heraus. Teilweise baute die Mangaka unlogische sowie klischeehafte Ereignisse ins Geschehen ein, was das Ganze unglaubwürdig erscheinen lässt. Auch entpuppen sich die beiden weiblichen Protagonisten eher als Stereotypen. Saburoutas Charakterdesign ist wiederum ein absoluter Hingucker. Auch kann sich TOKYOPOPs Aufmachung sehen lassen. Wer Girls-Love-Titel im deutschsprachigen Raum unterstützen möchte, generell einen starken Fokus auf schöne Zeichnungen legt oder seichte Romanzen aus diesem Genre mag, dem sei Citrus zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Citrus, Band 1.

Citrus © 2013 Saburouta/ ICHIJINSHA
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2015

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