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Sailor Moon Crystal Season III – Das Staffelfinale!

Am Montag lief die abschließende Folge der dritten Staffel zu Sailor Moon Crystal im japanischen TV. Wir nehmen dies zum Anlass, ein Fazit zu dieser Season um den Infinity-Storyabschnitt von Naoko Takeuchis Manga zu verfassen.

Worum ging es denn kurz und knapp in diesem Arc?

Eine neue Bedrohung sucht die Erde und Menschheit heim. Die Organisation Death Busters pflanzt eine Saat in Menschen ein, die ihnen irgendwann die Seele raubt und sie zum Daimon werden lässt. Mit der Seele ernähren diese das mächtige Alien Pharao 90, welches die Erde invadieren möchte. Hauptquartier der Feinde ist die Infinity-Akademie. Pharao 90 hat mit Dr. Tomoe, Kaorinaid und weitere fünf Hexen seine Diener gefunden. Usagi und Co. stellen natürlich Nachforschungen über die neue Bedrohung an, stoßen in dem Zuge auf zwei mysteriöse neue Charaktere: Haruka Tenno und Michiru Kaioh. Des Weiteren wirft Dr. Tomoes Tochter Hotaru Rätsel auf. Und dann treten auch noch zwei neue Sailor-Kriegerinnen in Erscheinung …

Hotaru alias Sailor Saturn hat es in sich!

Es wurde bisher oft kritisiert, dass die Charaktere in Sailor Moon Crystal äußerst flach gestaltet sind und nur wenig Dramaturgie zu bieten haben. Dieser Fakt trifft leider immer noch zu, zumindest was die Inner Senshi angeht und selbst die eigentliche Heldin der Story glänzt nur mit Power Ups sowie innerer Stärke. Die Macher zeigen zwar mehr Interaktion – auch witzige – unter den Mädchen, dennoch wirken vor allem Venus, Merkury, Mars und Jupiter in der dritten Season wie unwichtige Anhängsel. Selbst die Romanze zwischen Mamoru und Usagi steht nur sehr kurzweilig im Fokus, weshalb eben auch Mamoru einer Randfigur gleicht.

Jetzt kommt das große Aber: Der Infinity-Storyabschnitt ist dazu ausgelegt, die Outer Senshi in den Vordergrund zu rücken. Der Plot um Sailor Saturn und die Talismane von Uranus, Neptune sowie Pluto sorgt in meinen Augen für Spannung. Dazu kommt Hotarus persönliches familiäres Schicksal, welches durchaus eine tragische Wendung nimmt. Auch neu, ist die doch sehr klar positionierte Yuri-Beziehung zwischen Haruka und Michiru. Hört sich heutzutage natürlich weniger spektakulär an, aber Sailor Moon Crystal basiert auf einen Manga der 90er Jahre, wo derartige Inhalte eigentlich ein Tabuthema waren und womit Takeuchi damals auch für Aufsehen sorgte. Was ich generell ebenso für gut heiße: Die Outer Senshi sind für Sailor Moon und die Inner Senshi nicht unnahbar, sondern man fühlt als Zuschauer ihre Verbundenheit.

Das Szenario bleibt holprig

Der Ablauf der Handlung gestaltet sich im Vergleich zu den vorangegangen beiden Storyabschnitten nicht strickt kapitelweise nach Naoko Takeuchis Manga. Der Cliffhanger wurde oftmals an einer anderen Stelle gesetzt, was durchaus zur Spannung beiträgt.

Ein Manko der Sailor Moon Crystal-Erzählung bleibt weiterhin die Tatsache, dass die Ereignisse sehr schnell wiedergegeben werden. Da passieren beispielsweise zwischendurch (Zeit)Sprünge, die der Zuschauer nicht sofort realisiert und sich dann eben wundert: Warum sind die Charaktere jetzt an diesem Ort? Oder es werden überzogene Aktionen dargestellt, die zum Stirnrunzeln einladen (Beispiel: Harukas und Michirus plötzlicher Auftritt im Helikopter). Man muss jedoch dazu sagen: Das alles ist großteils auch Part der Manga-Vorlage, nach welcher sich die Serie nahezu strikt hält.

Für Sailor Moon-Fans vielleicht ganz interessant: Episode 13 von Season III wartet mit einer Überleitung zum vierten Handlungsabschnitt des Manga auf. Eine Fortsetzung der Serie ist demnach sehr wahrscheinlich.

Die Animation begeistert nur wenig

Das all zu oft kritisierte Charakterdesign empfinde ich in der dritten Staffel als stabiler, wenn auch nach wie vor nicht immer schick anzusehen. Ist für mich persönlich aber weniger dramatisch.

Was jedoch nachgelassen hat: die Gesamtoptik – Kulissen, Hintergrundgrafiken etc.. Das sieht mir persönlich schon sehr einfallslos aus, wodurch die Serie leider nur wenig märchenhaften Charakter versprüht. Dies gelang dem Originalanime irgendwie besser, auch wenn dieser ebenso von einfachen Standbildern Gebrauch machte. Ich hoffe, dass die Umsetzung des vierten Storyabschnittes diesbezüglich Verbesserungen parat hält.

Titelsongs overloaded!

Sailor Moon ist natürlich ein populäres Franchise. Die dritte Staffel bekam drei verschiedene Interpretationen von einem Opening-Theme-Song und drei völlig unterschiedliche Abspannlieder. Daraus gingen schließlich drei Single-Releases hervor. Dem Fan freut´s! Das ist dennoch eine beachtliche Anzahl. Im Angesicht der Tatsache, dass in Japan generell der Merchandise-Bereich zum Thema Sailor Moon boomed, frage ich mich allmählich, warum bei der Umsetzung von Sailor Moon Crystal nicht doch etwas mehr Herzblut und Geld geflossen ist. An Sponsoren dürfte es doch eigentlich nicht fehlen (sollte man meinen)? Oder darf man etwa den Vorwurf in den Raum werfen, dass Sailor Moon Crystal nur den Verkauf des teils unnötigen Merchandise ankurbeln soll?

Toei Animations Sailor Moon Crystal-Anime mag weiterhin nicht makellos sein. Aber die dritte Season holt etwas mehr aus den Charakteren heraus und wartet in den Einzelepisoden mit spannenden Cliffhangern auf. Jener von der abschließenden Folge deutet bereits auf eine Serienfortsetzung mit Staffel 4 um den Dead Moon Circus hin. Eingefleischte Sailor Moon-Fans dürften sich handlungstechnisch weiterhin gut unterhalten fühlen, wenngleich die Macher hinsichtlich der Animation nicht das Optimum herausholen konnten. Dennoch freue ich mich auf die hoffentlich bald folgenden Umsetzungen der fehlenden beiden Handlungsbögen.

Meine Frage an euch: Wie fandet ihr die dritte Staffel?

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Kommentare

6 Kommentare

  1. Huhu…
    Glaubt Ihr,dass wir uns in naher Zukunft über eine vierte Staffel freuen können?
    Im Internet gibt es keinerlei Informationen dies bezüglich 🙁
    LG Andrea

  2. Wo schaut ihr denn die Serie? Ich habe Staffel 1 & 2 via Stream geschaut, der funktioniert nun aber nicht mehr und ich finde bisher keine brauchbare Seite..

    • Mit deutsche UT gibt es keine legale Variante. Es gibt im Netz allerdings Tools, um japanische TV-Sender auf dem PC anzuschauen :). Ist zwar eine sau Qualität aber besser als nichts. Einfach mal googlen ;).

  3. ich kann um ehrlich zu sein, die teils doch recht harsche Kritik nicht nachvollziehen. Natürlich müssen die Inners ein bisschen zurücktreten, wir haben es in dieser Staffel mit immer mehr Sailor-Kriegerinnen zu tun. Dennoch wird vor allem zu Beginn den Inners durchaus eine interessante Rolle zugedacht.

    Ich war an vielen Stellen völlig begeistert von der dritten Staffel wie mit Zeichnungen und Musik eine enorme Stimmung erzeugt wird, Nicht zu vergessen sind auch die nicht mehr 3D-Verwanndlungen, welche zudem jetzt so energiegeladen wirken, dass man als Zuschauer jetzt tatsächlich glaubt, dass die Kriegerinnen nicht nur hübsch aussehen, sondern ihren Gegnern Dampf machen können. Und am Ende einer jeden Folge fuhr mir quasi ein “Nein!” raus, weil die Folge schon zu ende war. Auch Slapstick-Einlagen konnte man jetzt einbauen, was aufgrund des flotten Tempos den der Manga nunmal vorgibt, sehr gut gemacht wurde.
    Tatsächlich fand ich es sehr schön, dass das Opening variiert hat, das ist übrigens auch optisch gesehen, bis sogar für die letzte Folge noch Sailor Saturn am Ende mit auf dem Gruppenbild zu sehen ist. Das hatte übrigens Tradition, Die Original-Serie hat für die ersten zwei Folgen ein Opening in dem Uranus und Neptun noch nicht zu sehen sind, ab der Mitte erscheint Super Sailor Moon und Pluto. Nur Saturn wurde hier nicht mit bedacht. Mit zunehmendem Fortschreiten der Story und der immer dichter und bedrohlicher wirkenden Kulisse wird nunmal auch das Opening immer fetziger. Am Anfang ganz ruhig gesungen, in der Mitte schon mit mehr Kraft (übrigens von der Synchronsprecherin von Sailor Galaxia aus der alten Serie) und am Schluss gibt’s Girl-Power (wenn auch stark autogetuned, weil diese Hupfdulen von Momoiro Clover Z wirklich nicht singen können)

    Nur in wenigen Szenen zum Ende der Staffel wirken einige Zeichnungen etwas seltsam (die Zeit wurde wohl knapp) Aber das wird entschuldigt, denn man präsentiert uns eine Sailor Saturn die man einfach nur als eiskalten Todesengel zeigt und diesen dabei auch überzeugend rüberbringt.

    Für mich war Staffel 3 nicht nur eine kleine Steigerung zu den ersten zwei Akt-Umsetzungen, sondern einfach nur ein enormes Erlebnis. Ich freue mich die Umsetzung auf deutsch zu sehen und werde bis dahin sicher mehr als einmal die Staffel 3 mit englischen Untertiteln geben um die Vorfreude zu steigern.

    Ich hoffe zwar dass auch Dream und Stars umgesetzt wird, aber (!) bei Stars wird es vermutlich richtig Kritik hageln, wenn man sich hier stark an die Manga-Vorlage hält. Denn dieser ist zum Teil sehr verwirrend und wirkt auf mich als hätte Naoko keine Lust mehr gehabt bzw. ihr sind die Ideen ausgegangen.

    • ich hoffe du hast meinen Artikel auch richtig gelesen ;). Von “harscher” Kritik kann da nämlich nicht die Rede sein, eher im Gegenteil. Aber als Kritikerin setze ich keine rosa Brille auf, sondern bin ehrlich. Ich bin selber großer Sailor-Moon-Fan und ja, Staffel 3 zeigt eine Steigerung. Was anderes sagt der Text auch nicht aus. Natürlich haben mir die Theme-Songs auch gefallen, aber im Endeffekt muss man das Ganze auch mal von der anderen Seite betrachten, als von der “Fanbegeisterung”.

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