Sailor Moon Crystal Season III – Fazit nach drei Folgen

Vor 14 Tagen ging in Japan Sailor Moon Crystal Season III an den Start. Wir schilderten bereits erste Eindrücke zur Startepisode. Mittlerweile wurde die dritte Folge präsentiert – Zeit für ein weiteres Fazit!

Eines vorweg: Die Episoden sind prall gefüllt mit Ereignissen und Hintergrundinformationen. Auf Inhaltsangaben verzichte ich daher, schildere stattdessen gleich meine Eindrücke. 100% spoilerfrei geht das natürlich nicht.

Das schon Mal vorweg: In diesem Arc kristallisieren sich die Stärken von Sailor Moon Crystal heraus. Im Geschehen sind mittlerweile mehrere mysteriöse Figuren platziert, die Usagi, Mamoru und Co. Rätsel aufwerfen. Der Zuschauer lernt aufseiten der Feinde die Witch 5 kennen, welche der Magus Kaolinite untergeordnet sind, die wiederum unter Dr. Tomoe arbeitet. Dieser besitzt eine liebreizende aber kränklich wirkende Tochter namens Hotaru, die über mysteriöse Heilungskräfte verfügt, mit denen Chibi-Usa in Kontakt kommt. Auch ohne den Manga zu kennen, dürfte der Zuschauer feststellen, dass das Mädchen im Geschehen eine Schlüsselfigur spielt. Mit den Witch 5 scheint sich die Handlung künftig nicht lange aufhalten zu wollen: Von Eudial darf man sich bereits in Episode 28 verabschieden, ohne irgendetwas über die Figur an sich in Erfahrung gebracht zu haben. Apropos Feinde: Die Kontrahenten wirken von Folge zu Folge mächtiger, was ich sehr begrüße. Man bekommt also kein für Slapstick sorgendes, primitives Monster vorgesetzt.

Des Weiteren stellt sich heraus, dass die drei sogenannten Talismane das Ende des Pharao 90 bedeuten würden. Daher ist nicht nur die feindliche Organisation Death Busters auf der Suche nach ihnen, sondern auch Haruka und Michiru scheinen mehr über das Thema zu wissen. Die beiden werfen mit ihrem Verhalten allerlei Fragen auf – unter anderem, ob sie feindselig sind. Und das Auftauchen zweier neuer Sailor-Kriegerinnen, denen Haruka und Michiru sehr ähnlich sehen, ebenso. Ganz wichtig: Usagi hat keinen Scheuklappenblick! Sie erkennt die optischen Ähnlichkeiten, spricht Haruka gar mutig darauf an, wenngleich die Situation humorvoll endet. Natürlich denken immer noch alle, Haruka sei ein Mann, da passt eine weibliche Sailor-Kriegerin nicht ins Bild.

Auch lobenswert ist die Tatsache, dass den anderen Inner-Senshi mehr Platz gegeben wird, sich zu entfalten. Der Zuschauer bekommt dadurch einen besseren Draht zu Makoto, Rei, Ami und Minako, deren Persönlichkeit nun öfter zutage tritt. Der Zirkel dreht sich nicht mehr ausschließlich um Usagi.

Und nun muss ich tatsächlich enorm ins Schwärmen geraten: Denn besonders die zweite Hälfte von Episode 28 hält so einiges parat. Eine meiner Lieblingsszenen ist jene, in der Makoto kämpferisch gegen Haruka antritt. Diese geht mit voller Kraft auf Makoto los, was bei Usagi und Co. für Entsetzen sorgt – ala „wie kann ein Mann nur …“. Haruka kontert mit starken Dialogen zurück. Es sind Aussagen, welche Sailor Moon erneut damit in den Kontext bringen, die Rolle der starken Frau in den Vordergrund rücken zu wollen.

Sailor Moon Crystal‘: © Naoko Takeuchi/PNP/Kodansha/Toei Animation

Wo wir gerade beim Thema Mann und Frau sind: Michiru sowie Haruka sorgen im Geschehen auch für emotionale Konflikte zwischen Mamoru und Usagi. Natürlich reagiert Letztere mit Eifersucht, als sie ihren Liebsten mit der hübschen Michiru auf der Straße entdeckt, ohne zu ahnen, dass sie doch eigentlich nur Informationen austauschen und Michiru ihm zwei Tickets für eines ihrer Violinenkonzerte schenkt. Aber noch weitaus interessanter dürfte der Cliffhanger von Folge 28 sein. So offensichtliche Girls-Love-Momente kennt man aus dem Originalanime nicht. Wie reagiert wohl die gute Usagi auf die neue Situation, oder noch viel wichtiger Mamoru?

Toei Animation wollte in der dritten Staffel einiges besser machen, wenngleich ich auch Kritikpunkte in der Umsetzung äußern muss. Auf einige ging ich bereits im Artikel zum ersten Teil von Episode 27 ein. Diese bleiben auch bestehen. In Staffel 1 und 2 verzichtete man oft darauf, der Trend nach Folge 27 (Teil 1+2) und 28 geht dahin, dass dem Zuschauer nun öfters lange, zeitraubende Verwandlungssequenzen präsentiert werden. Was auch auffällig ist: Die Macher lehnten sich etwas mehr an dem Originalanime der 90er. Die Attacken und Verwandlungen der Sailor-Kriegerinnen sind ähnlich gestaltet worden. Selbst gewisse Slapstick-Szenen heitern das überwiegend dramatische Feeling der Serie ein wenig auf.

Um nun Schlussworte für diesen Artikel zu finden: Sailor Moon Crystal hat sicherlich weiterhin seine Schwächen in der Animation, wenngleich mir das Charakterdesign konstanter erscheint. Die Episoden kommen vollgepackt mit Informationen. Selbst die Standorte wechseln sehr zügig und die Zeit vergeht sprunghaft. Man muss allerdings dazu sagen, der Zuschauer verliert dadurch nicht den Überblick, muss aber dennoch konzentriert bei der Sache sein. Selbstverständlich hätte man dies etwas strecken können, aber dann würde die Serie ihr Ziel aus den Augen verlieren, nach der Manga-Vorlage zu gehen. Nichtsdestotrotz präsentiert sich Sailor Moon Crystal im Infinity-Handlungsbogen von seiner bisher besten Seite. In meinen Augen übertrumpft Episode 28 von den Ereignissen her alle vorangegangenen Folgen. Wo Haruka und Michiru eh schon verdächtig wirken, beginnt für Usagi sowie Mamoru auch ein emotionales Hin und Her. Seit Beginn der dritten Season werden allerlei mysteriöse Figuren ins Spiel gebracht, die einen spannenden Plot auslösen, der hier sogar etwas Tiefe verspricht.