Sailor Moon R – Box 3 – DVDonTest

Sailor Moon R ist die zweite Anime-Staffel von Naoko Takeuchis und Toei Animations Shojo-Klassiker. Nachdem Kazé zuvor die erste auf zwei DVD-Boxen herausbrachte, publizierte der Verlag Ende April die dritte, welche den Beginn eines neuen Handlungsbogens einläutet. Die Erzählung begeistert mit viel Romantik und Dramatik.

Doch Liebhaber der Manga-Serie von Naoko Takeuchi werden in diesem auch zahlreiche Änderungen, welche die Story betreffen, entdeckten. Für die einen ein Wermutstropfen, für die anderen nicht der Rede Wert. Mit was die dritte DVD-Box des Anime-Klassikers aufwartet, lest selbst.

Eine neue Bedrohung wartet auf Bunny und ihre Gefährtinnen, wofür sie ihr normales Leben wieder aufgeben müssen. Das Sailor-Team bekommt es dieses Mal mit sogenannten Kardianen zu tun, die es auf menschliche Energie abgesehen haben. Ail und Anne stecken hinter diesen Machenschaften. Bunny erhält neue Kräfte, obendrein taucht ein neuer Retter in der Not auf: der »Ritter des Mondlichts«.

Zunächst ahnen die Sailor-Kriegerinnen nicht, dass ihre neuen Mitschüler Natsumi Ginga und Seijuro Ginga dahinter stecken. Diese sammeln Energie für den »Baum der dunklen Macht«. Doch dessen Absichten wurden missverstanden, was es jedoch von Bunny und ihren Freundinnen ans Licht zu bringen gilt.

Kaum ist Frieden eingekehrt, wartet auch schon die nächste Gefahr auf die Sailor-Kriegerinnen: Während einer Verabredung von Bunny und Mamoru taucht plötzlich ein kleines Mädchen auf. Dieses fordert von unserer Heldin, ihr den Silberkristall auszuhändigen. Seit der Begegnung mit diesem Mädchen plagen Mamoru böse Illusionen, die Bunny betreffen. So beschließt er, ihrer Beziehung ein Ende zu setzen, um so seine Liebste zu beschützen.

Die nun ohnehin schon emotional angeschlagene Bunny muss sich jetzt mit neuen Feinden auseinandersetzen. Diese haben es sowohl auf das kleine Mädchen namens Chibi-Usa als auch auf die Ursprünge »Kristall Tokyos« abgesehen. Wird Bunny dieser Aufgabe gerecht?

Sailor Moon R basiert auf Naoko Takeuchis Shojo-Manga Pretty Guardian Sailor Moon. Die Anime-Fassung wurde jedoch in der Handlung verändert und kinderfreundlicher gestaltet. Der Start der zweiten Staffel um Ail und Anne ist eine komplette Filler-Story, die jedoch nötig war, da die erste Reihe einen anderen Ausgang hatte als in der Manga-Vorlage. Die Geschichte ist dieses Mal dramatischer und romantischer gestaltet – vielleicht einen Tick zu kitschig. So wird sowohl die Freundschaft zwischen den Sailor-Kriegerinnen als auch die Liebe zwischen Mamoru und Bunny auf eine harte Probe gestellt. Eine neue Hauptfigur kommt ebenso ins Geschehen – die kleine Chibi-Usa. Wie es sich für eine Magical-Girl-Serie gehört, wartet die zweite Staffel mit einer Form von »Kraftschub« auf. Die Sailor-Kriegerinnen wenden also neue Verwandlungs- und Angriffstechniken an – welche oftmals in Kombination recht lang ausfallen.

Für Sailor Moon R produzierte Toei Animation insgesamt 42 Episoden, welche 1993 erstmals in Japan ausgestrahlt wurden. Auf der dritten Box von Kazé ist die Hälfte an Folgen enthalten. Junichi Sato führte Regie in den ersten 14 Episoden – demzufolge die Filler-Staffel über Ail und Anne – Kunihiko Ikuhara übernahm die Leitung in den darauf folgenden. Musikalisch gesehen knüpft diese Serie an das Top-Level der vorherigen an. Die lustigen aber auch märchenhaften Hintergrundmelodien sind perfekt auf die emotionalen Höhepunkte abgestimmt. In der deutschen Fassung produzierte Andy Knote die Musik für das Opening und Ending. Erwähnenswert sind auch die im Hintergrund zu hörenden Theme-Songs – beispielsweise in Episode 69 – welche aus dem Japanischen in unsere Sprache übersetzt wurden.

Disc

Ende April 2014 veröffentlichte Kazé Sailor Moon R Box 3 mit den Episoden 47 bis 68 verteilt auf abermals sechs Discs. Die Folgen kommen wie bei den beiden Vorgängern in Dolby Digital 2.0 und im 4:3 Bildverhältnis. Im DVD-Menü hört ihr stets Moonlight Densetsu. Der Zuschauer kann die deutsche und japanische Tonspur auswählen, wobei euch hier wie in Box 1 sowie 2 eine unterschiedliche Qualität geboten wird. So kommt Erstere leider mit einer unveränderten Bild- und Tonverarbeitung. Beides befindet sich auf dem Stand der TV-Ausstrahlung in den 90er Jahren. Dies hat natürlich den Nachteil, dass sich auf große Bildschirme Unschärfe einschleicht und es treten häufig Störungen auf. Als Vor- und Abspannlied wurden die deutschen Titelsongs verwendet.

Die japanische Sprachfassung kommt dagegen mit einer verbesserten Bild- und Tonqualität. Störungen treten dennoch minimal auf, ist aber trotzdem die attraktivere Version. In der Eröffnung und im Abspann werden die originalen Theme-Songs abgespielt.

In der deutschen Stimmenbesetzung gab es zu Beginn von Sailor Moon R ebenfalls Veränderungen. So sprach von nun an Inez Günther die Heldin Sailor Moon, überzeugte aber anfangs noch nicht so recht in dieser Rolle, wächst aber mit der Zeit hinein. Selbiges trifft auf Tuxedo Masks neue Besetzung mit Dominik Auer zu, zumal dieser vielen noch als Nebencharakter Umino in den Ohren sitzt. Die nasale Interpretation von Mara Winzer alias Mondkatze Luna dürfte für manch einem nach Ulli Philipps rauchig, angenehmer Stimme ebenso eine ziemlich große Umstellung sein.

Defizite gibt es leider in den deutschen Dialogen, welche nicht exakt aus dem Originalanime adaptiert wurden. Namen wurden beispielsweise geändert und auch die Attacken- sowie Verwandlungssprüche. Härter klingende Formulierungen änderte man in kinderfreundlichere um. All diese Dinge bleiben in der deutschen Fassung natürlich enthalten.

Bonus

Wie in Box 1 und 2 ist auch hier ein Booklet beigefügt, das Charakterbeschreibungen enthält sowie Information rund um die Serie. Aber leider auch einen fehlerhaften Episodenguide. Mag eventuell nicht bei allen Exemplaren der Fall sein, bei dem mir vorliegenden hat der Publisher anscheinend vergessen, die Texte aus dem Booklet von Box 2 auszutauschen. Betroffene können sich allerdings an info@kaze-online.de melden. Der Publisher sendet demjenigen dann ein korrigiertes Booklet zu. Des Weiteren dürft ihr euch auf vier Sticker freuen.

Verpackung

Wie schon in den vorangegangenen Boxen befinden sich die sechs DVDs in einer breiten, aufklappbaren, diesmal in blau gehaltene Hülle aus Pappe. Als innere Motive erblickt man nun die Charaktere Sailor Jupiter und Sailor Merkur. Die CD-Hülse liegt wiederum in einem Schuber aus demselben Material. Beide genannten Verpackungen ziert die Protagonistin Sailor Moon, in zwei unterschiedlichen Posen mit ihrem neuen Mondstab. Der Schuber selbst wurde mit ein bisschen Glitzereffekt ausgestattet und macht einen sehr schicken Eindruck. Auf seiner Rückseite findet man die Zusammenfassung der Handlung und sämtliche technische Details. Die sechs Discs wiederum wurden mit verschiedenen Charaktermotiven bedruckt. Kazés Verpackungsmaterial ist leider wie gehabt etwas unvorteilhaft. Die Discs müssen mit Sorgfalt aus der Hülle geholt werden, damit sie keine Beschädigungen davontragen.

Sailor Moon R ist die zweite Staffel des Kult-Animes Sailor Moon. Die dritte DVD-Box setzt die Ereignisse nach der ersten Serie fort. Es bleibt romantisch und dramatisch – auch wenn sich der Zuschauer anfangs auf eine Filler-Geschichte einstellen muss, die aber nicht weniger unterhaltsam ausfällt und aufgrund der veränderten Story im Bezug zur Manga-Vorlage nötig war. Protagonisten sowie Nebenfiguren punkten weiterhin mit viel Witz und Charm. Die neuen deutschen Sprecher der Hauptfigur Sailor Moon, ihrem Liebhaber Tuxedo Mask und der Mondkatze Luna mögen für den Anfang allerdings noch gewöhnungsbedürftig sein. Leider muss man auch dieses Mal das Preis-Leistungs-Verhältnis von Kazé infrage stellen. Nichtsdestotrotz gehört der Sailor Moon-Anime in die Sammlung von Fans der Serie und jenen, die den Titel lieben gelernt haben und mit ihm aufgewachsen sind.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu  Sailor Moon R – Box 3 von Kazé zur Verfügung gestellt.

Film © 1992 Toei Animation Co.Ltd © Naoko Takeuchi/PNP
published by VIZ Media Switzerland SA (German Version)

1 KOMMENTAR

  1. Also das fehlerhafte Booklet habe ich ebenfalls bemerkt. Da wurde wohl zu schnell gearbeitet und nicht mehr korrektur gelesen – in meiner Firma würde das nie passieren (Rechtschreibfehler ok, aber komplett falsche Texte …)

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