Kann das Rotkäppchen den Wolf fressen? Entsteht aus unterdrücktem Hass ein wahrhaftiges Monster? Müssen alle, die den roten Mond sehen, sterben? Diese Fragen klingen etwas verwirrend, was das aber mit Crimson Wolf zu tun hat und was euch im Manga erwartet, zeigt unser Test.

Yoichi lebt in einem Tempel und wurde von einem buddhistischen Mönch großgezogen. Dies und ein passend auf der Stirn platziertes Muttermal sorgen dafür, dass der Schüler gemobbt wird. Am liebsten würde er seinen Peinigern mit Gewalt antworten, jedoch soll er den Weg Buddhas gehen. So frisst der Junge seine bösen Gefühle in sich hinein und bleibt, zumindest nach außen hin, das nette Bübchen.

Eines Tages geschieht was Seltsames, nachdem Yoichi von Rowdies vermöbelt wird, bemerkt er, dass der Mond sich rot gefärbt hat. Noch bevor er das Phänomen genauer beobachten kann, schlägt ihn ein unbekanntes Mädchen. Danach wird es noch seltsamer, ein gigantisches Monster wächst aus Yoichis Körper und frisst die Angreiferin. Im nächsten Moment wacht Yoichi in seinem Zimmer auf, ob das nur ein komischer Albtraum war?

Die neue Schülerin in Yoichis Klasse, Ayame Akatsuki, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt direkt was sie denkt. Nachdem sie aufgrund ihrer geringen Körpergröße und den weißen Haaren als Oma aufgezogen wird, teilt sie auch ihre unschöne Meinung über die neue Schule. Yoichi kommt das Mädchen irgendwie bekannt vor, jedoch kann er sie nicht zuordnen. Auf dem Heimweg kommt wieder die Angreiferin, welche tatsächlich Ayame ist, auf Yoichi zugerannt. Doch diesmal gilt die Attacke einer Person, die sich in seiner Nähe befindet. Yoichi kann seinen Augen nicht trauen, als er den Kampf gegen ein gigantisches Monster miterlebt.

Da Yoichi während des Kämpfens erst die Infoformationen über die Hintergründe des Ganzen erfährt, will ich euch nicht allzu sehr spoilern. Die weiter oben erwähnten großen Monster entstehen durch aufgestaute negative Emotionen und werden durch einen sichtbaren roten Mond angekündigt. Ayames Aufgabe als »Rotkäppchen« ist die Bezwingung dieser Monster. Welchen Nutzen Yoichi für das rätselhafte Mädchen dahingehend hat erfahrt ihr in Crimson Wolf.

Für Seishi Kishimoto (Blazer Drive) ist es seine Premiere in Deutschland. Das Werk seines Zwillingsbruders Masashi Kishimoto, hingegen wird wohl jedem Fan ein Begriff sein. Dieser ist nämlich der Schöpfer von Naruto. Crimson Wolf ist mit vier Bänden abgeschlossen, welche in Japan von Ende 2011 bis Anfang 2013 publiziert wurden.

In Crimson Wolf werdet ihr Zeuge von eindrucksvollen sowie ausgiebigen Kämpfen. Direkt im ersten Band gibt es nur einen Richtigen, jedoch nimmt dieser, inklusive Erklärungen und etwas Handlung, circa ein Drittel des Buches ein. Das Duell wird nicht mit Waffen oder Fäusten ausgetragen, sondern mit übernatürlichen Kräften. Dabei kommen beider Heldin zusätzliche Arme zum Einsatz, welche auch etwas die Form ändern können. Gerade die vielen Augen am Körper erinnern dabei an Alucard aus Helsing. Jenseits der Action erwartet euch reichlich Humor sowie eine interessante Geschichte. Yoichi als sympathischer Loser und Ayame als skurrile Amazone ergeben ein unterhaltsames Duo. Auch die Nebencharaktere passen hervorragend in das Geschehen. Seishi Kishimoto braucht sich meiner Ansicht nach nicht hinter seinem bekannteren Bruder verstecken. Nach einer kurzen Aufbauzeit gelang es der Story mich mitzureisen, um mich am Ende mit einem netten Cliffhanger sitzen zu lassen. Action/Fantasy-Fans sollten unbedingt einen Blick riskieren.

Details

Titel: Crimson Wolf
Originaltitel: 紅の狼と足枷の羊
Mangaka: Seishi Kishimoto
Erscheinungsjahr: 2. Oktober 2014
Verlag: Kodansha (JP), Egmont (DE)
Genre: Action, Fantasy
Altersempfehlung: 16+
Preis: 6,50 (DE), 6,70 (AT)
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Wir bedanken uns bei Egmont Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Crimson Wolf.

©2012 Seishi Kishimoto/ Kodansha Ltd.
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