»Last Game« Band 1 – Manga-Test

Shinobu Amanos ist bei uns in Deutschland noch ein unbeschriebenes Blatt, doch in Japan hat sie bereits fünf Werke, darunter aber nur drei Serien, veröffentlicht. Endlich dürfen auch wir ihre momentan laufende Reihe Last Game in den Händen halten. Der Manga erscheint seit 2011 im Lala-Magazin und umfasst bisher sechs Volumes, bei uns fiel der Startschuss im Juli 2014. Wir haben den ersten Band auf Herz und Nieren geprüft und wollen euch nicht vorenthalten, worauf ihr euch gefasst machen müsst.

Naoto Yanagi ist ein klassischer Siegertyp, er sieht gut aus, seine Eltern sind steinreich und in der Schule ist Naoto ohne Konkurrenz der Beste in allen Kategorien. Seine Grundschulzeit könnte nicht großartiger verlaufen, da ihn nicht nur die Mädchen anhimmeln, sondern auch die Jungs bewundern. Doch eines Tages taucht aus heiterem Himmel Mikoto Kuji auf und ist in allem besser als er selbst. Das kann der junge Erbe nicht auf sich sitzen lassen und so erklärt er Mikoto zu seiner persönlichen Erzfeindin, die es von da an zu besiegen gilt. Seine Klassenkameradin nimmt ihn allerdings noch nicht einmal richtig wahr, geschweige denn ernst und lässt ihn regelrecht verzweifeln. Naoto setzt alles daran, das Mädchen aus eigener Kraft zu besiegen, doch scheitert eins ums andere Mal kläglich. Sein Stolz lässt es einfach nicht zu, sich geschlagen zu geben und so folgt er seiner Rivalin an eine staatliche Mittelschule, anstatt auf eine reiche Eliteeinrichtung zu gehen.

Die Jahre vergehen und Mikoto scheint Naoto schon längst vergessen zu haben, der zwar noch erfolgreicher bei den Mädchen ist, aber immer nur auf Platz zwei in der Schule landet. An der Highschool reicht es dem Schönling endgültig und er beginnt ein Spiel mit ihr, von dem die Schulbeste allerdings nichts weiß. Wer sich zuerst verliebt, hat verloren. So setzt Naoto alles daran, dass sich die trockene und ahnungslose Rivalin in ihn verliebt.  Doch bis zur Uni hat er damit wenig Erfolg.

Die Reise der beiden beginnt in der Grundschulzeit, wo Naoto von sich vollkommen überzeugt ist und weiß, wie er auf andere wirkt. Mikoto ist ein Mädchen, welches sich immer um ihre alleinerziehende Mutter sorgt und schon mit ihren jungen Jahren sehr selbstständig ist. Die Schülerin ist bodenständig sowie gewissenhaft, und zwischenmenschliche Beziehungen liegen ihr einfach nicht. Ihre Art ist sehr trocken und bringt Naoto immer wieder auf eine sehr unterhaltsame Art aus der Fassung. Mikotos Charakter ist nicht der einer typischen Shojo-Heldin, sondern durch ihr kühles Wesen einzigartig liebenswert. Naoto bildet zu ihr den geradezu perfekten Kontrast, da er sein Ziel immer fest vor Augen hat und das ist: Mikoto zu besiegen, koste es, was es wolle. Dass sich dieses Unterfangen bis zur Universität hinzieht, hätte Naoto wohl nicht in seinen kühnsten Träumen vermutet.

Den ersten Band kann man als eine Art Prolog beschreiben, denn er zeigt, wie die Protagonisten sich kennenlernen und miteinander erwachsen werden, wie aus Rivalität Freundschaft wird und vielleicht sogar noch mehr. Der Leser erlebt eine Geschichte mit den vier verschiedenen Hauptabschnitten eines heranwachsenden Kindes: Grundschule, Mittelschule, Oberschule und schließlich die Universität in nur einem Band. Es ist quasi ein Schnelldurchlauf, der den wichtigsten Ereignissen in ihrer besonderen Art von Freundschaft genug Aufmerksamkeit liefert und dabei nicht hastig wirkt. In der Uni sind wir wohl am Hauptschauspielplatz der Reihe angelangt. Mittlerweile ist Naoto 20 Jahre alt und möchte das letzte Mal mit Mikoto wetten.

Die Geschichte beinhaltet durch Slapstick und Situationskomik sehr viel Humor. Ein kleines Highlight für mich persönlich sind die weiblichen Fronten der Familien hinter den Hauptcharakteren. Denn diese würden Mikoto und Naoto schon lange gerne zusammen sehen. Besonders ist anzumerken, dass der Anfang des Mangas komplett aus der Sicht von unserem männlichen Hauptcharakter geschildert ist, was sich als sehr abwechslungsreich für einen Shojo-Manga herausstellt. Kleine Einblicke in Mikotos Gefühlswelt erhalten wir in den späteren Kapiteln. Ebenfalls erwähnenswert ist das ständig wiederkehrende Motiv des Spieles zwischen den beiden Kontrahenten, welches auch schon auf der ersten Seite aufgegriffen wird. Eben jene Szene finden wir ebenfalls am Ende des ersten Bandes wieder, welche nun viel mehr Sinn ergibt.

Der Manga ist in drei Kapitel unterteilt und beinhaltet zwei Kurzgeschichten der Zeichnerin sowie ein Bonusteil zu Last Game von gerade mal zwei Seiten. Die zusätzlichen Storys sind etwas älter und vom Zeichenstil auch viel skizzenhafter als die letztendliche Darstellung in dem Hauptblock.

Der ein oder andere hat es vielleicht bereits gemerkt: Ich habe mich in diesen Manga verliebt. Für eingefleischte Shojo-Fans ist Last Game ein Muss, aber auch Leser, die mal eine etwas andere Romanze lesen wollen, sind bei diesem Werk gut aufgehoben. Durch die andere Perspektive von dem männlichen Protagonisten kommt Abwechslung in die Geschichte, und wie ich schon erwähnt habe, ist der Charakter von Mikoto einzigartig komisch. Natürlich ist der Verlauf der Story vorhersehbar, aber der gute Schuss Humor entschuldigt diesen Makel. Ich kann den Manga allen ans Herz legen, die gerne lachen und nichts gegen eine süße Romanze haben, die doch ein wenig anders daher kommt.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Last Game, Band 1.

Details

Titel: Last Game, Band 1
Originaltitel: Last Game ラストゲーム, Band 1
Mangaka: Shinobu Amano
Erscheinungsjahr: 2011 (JP), 2014 (DE)
Verlag: HAKUSENSHA., Inc
Genre: Romance, Comedy
Preis: 6,95€ (DE), 7,20€ (AT)
Bestellen: [amazon text=Amazon&chan=animey&asin=2889212432]

Last Game, Band 1 © 2011 Shinobu Amano / HAKUSENSHA., Inc.
©2014 VIZ Media Switzerland SA