Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und Kazé versorgt uns im November mit dem dritten Band von Last Game, welcher uns wieder ein wenig aufwärmen soll. Ob ihm das auch gelingt, werden wir in diesem Manga-Test herausfinden.

Nach einem turbulenten Fest auf der Universität fährt der Astronomieclub übers Wochenende in den Urlaub und wo geht das besser als in dem Luxushaus von Naoto? Nachdem all die Mädchen aus der Gruppe aufgrund eines kleinen Zwischenfalls wieder ausgetreten sind, fahren die Studenten nur noch zu siebt aufs Land. Sogar Kei hat es sich nicht nehmen lassen und begleitet die Freunde, natürlich nur um zu sehen, wie sein selbst ernannter Erzfeind so lebt. Völlig fertig holt Naoto die Gruppe im Porsche vom Bahnhof ab. Denn der Wangenkuss von Mikoto macht ihm schwer zu schaffen, doch diese scheint sich ganz normal zu benehmen.  Als der Verliebte Shiori alles erzählt, gibt Kei nur zu bedenken, dass seine Angebetete ihn vielleicht nicht als Mann wahrnimmt.

Durch Naotos angespanntes Benehmen gegenüber seiner langjährigen Freundin grübelt auch diese, ob sie vielleicht etwas falsch gemacht hat, und holt sich ausgerechnet Rat bei Kei. Ehrlich und direkt sagt er Mikoto, was er von ihrem Verhalten hält, und das nicht gerade freundlich. Doch diese Offenheit führt nur zur Bewunderung seitens der Studentin und so vertraut sie sich noch oft dem Jungen vom Land an, was dieser versuchte zu vermeiden. Natürlich erwischt Naoto die beiden bei einer in seinen Augen romantischen Situation, was für jeden Außenstehenden eher nach einem Kampf aussieht. Das bringt die Situation zwischen Mikoto und ihm nicht gerade wieder auf die richtige Bahn.

Abends beim Beobachten der Sterne verlaufen sich die zwei Freunde und müssen aufgrund der Dunkelheit sowie des Regens die Nacht draußen verbringen. Kleine romantische Gesten sind vorprogrammiert und lassen jeden Romantikfan grinsen. Denn jetzt macht sich auch endlich Mikoto Gedanken um ihre Gefühle für ihren besten Freund, was dank Kei natürlich wieder in die völlig falsche Richtung geht.

Wieder zuhause muss Naoto aufgrund einer schweren Erkältung das Bett hüten, während Kei zurück in der Universität Mikoto weitere Flausen in den Kopf setzt. Zu seinem Leid entdeckt aber auch er Anflüge von Zuneigung gegenüber dem stillen und naiven Mädchen. Als die Studentin erfährt, dass Naoto krank ist, eilt sie zu ihm, um ihn gesund zu pflegen. Ob diese Handlung gut für sein Fieber ist, sei dahin gestellt. Der junge Mann, überrumpelt von ihrer Initiative, versucht vergeblich Herr der Lage und seiner Gefühle zu werden. Als er denkt, nichts kann ihn mehr erschüttern, tritt seine tyrannische Schwester in Erscheinung und ruiniert ihm nicht nur den Moment, sondern scheint noch viel mehr vorzuhaben.

In der dritten Ausgabe von Last Game lernen wir Kei noch besser kennen. Aus dem zweiten Band wissen wir bereits, dass er ein armer Schlucker vom Land war, der nach Tokio wollte, um, in seinen Worten, fesch zu werden. Manchmal scheint noch dieser Charakterzug des Jungen zwischen seinem coolen Image hervor und er sorgt mit seinem ländlichen Slang für Lacher. Mikoto bringt ihn immer wieder völlig aus der Fassung, auch weil er nicht glauben kann, wie einfältig ein Mädchen sein kann. Keis erklärter Rivale ist Naoto, den das nur wenig stört. Hier finden wir eine ähnliche Beziehung vor, wie schon zu Beginn der Reihe zwischen Mikoto und Naoto selbst. Die Schwarzhaarige nimmt ihre Gefühle viel bewusster wahr, aber kann sich diese einfach nicht erklären und vertraut sich ausgerechnet auch noch dem Landei Kei an. Der blonde Frauenschwarm ist sich seiner Gefühle schon länger bewusst, aber der Wechsel von den Andeutungen seitens Mikoto treiben Naoto in den Wahnsinn. Für Unterhaltung ist bei dieser Charaktermischung gesorgt.

Der Zeichenstil ist gewohnt zart und hübsch anzusehen. Die einzelnen Charaktere lassen sich sehr gut auseinanderhalten, selbst die Nebenfiguren. Auch auffällig ist, dass die Protagonisten niemals dasselbe tragen, was für Abwechslung in den Zeichnungen sorgt. Mit Hintergründen hält sich Shinobu Amano eher zurück, nur wenn ein Ortswechsel stattfindet, ist dieser ausgearbeitet.

Neben der Haupthandlung erwarten dem Leser eine Bonusstory aus der Oberschulzeit von Mikoto und Naoto, die noch einmal die Anfänge aus deren Freundschaft zeigt, sowie eine kurze Extraseite.

Zwischendurch befürchtet man, dass die Geschichte in eine normale Dreiecksbeziehung abdriftet, doch der weltfremde und naiv konstruierte Charakter von Mikoto lässt diese Angst verschwinden. Auch in diesem Band wird der Leser herrlich unterhalten, der Slapstick kommt nicht zu kurz und endlich lassen sich leise Gefühle andeuten – jedenfalls bei Mikoto. Bei Naoto wissen wir bereits, dass er starke Emotionen für seine Kindergartenfeindin hegt. Volumen drei treibt die Handlung voran und die Entwicklung der Hauptcharaktere zaubert jedem, der nur ein wenig Romantik mag, ein breites Grinsen auf die Lippen. Last Game ist immer noch eine klare Empfehlung von mir!

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Details

Titel: Last Game, Band 3
Originaltitel: Last Game 3 (ラストゲーム 3)
Mangaka: Shinobu Amano
Erscheinungsjahr: 2011 (JP), 2014 (DE)
Verlag: HAKUSENSHA., Inc
Genre: Romance, Comedy
Preis: 6,95€ (DE), 7,20€ (AT)
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Last Game, Band 3 © 2011 Shinobu Amano / HAKUSENSHA., Inc.
© 2014 VIZ Media Switzerland SA