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»Last Game« Band 4 – Manga-Test

Mitte Januar erfreute Kazé die Mangafans mit der Fortsetzung von Last Game, die dunkle Winterabende ein wenig erhellen sollte. Im letzten Teil wurden Mikoto und Kei spontan zu der Party von Naotos Schwester Ryoko mitgeschleift und dementsprechend angekleidet. In der schillernden Welt der Reichen und Schönen müssen sich die beiden behaupten.

Auf der Verlobungsfeier von Ryokos Erzfeindin herrscht eine merkwürdige Stimmung zwischen Mikoto und Naoto, nachdem Kei seiner Flamme geraten hatte, auf Abstand von ihrem engsten Freund zu gehen. Da aber die Schwarzhaarige mit zwischenmenschlichen Beziehungen nur wenig anfangen kann, nimmt sie seinen Rat wörtlich und weicht vor Naoto zurück. Aus dieser verzwickten Situation entsteht ein Missverständnis zwischen den Studenten, was beide glauben lässt, von dem jeweils anderen nicht mehr gemocht zu werden.

Die angespannte Atmosphäre bleibt auch in Keis Wohnung erhalten. Denn das Landei bekam von seinen Eltern eine große Kiste voller Gemüse zugeschickt, welche er nur mit seinen Clubmitgliedern teilen wollte. Aber wie man die heimliche Clubvorsitzende Shiori kennt, lädt sie sich selbst und die versammelte Mannschaft zum Eintopf-Kochen in seine Wohnung ein. Dort werden Mikoto und Kei zum Kochen abkommandiert – sehr zum Leidwesen von Naoto, der sich als völlig unbrauchbar herausstellt und einen Verweis aus der Küche erhält. In diesem Szenario bemerkt der Leser die keimenden Gefühle seitens Kei, welcher feststellt, dass Mikoto viele verschiedene Gesichtsausdrücke besitzt und nicht nur einen, wie zunächst angenommen. Beim leckeren Essen und dem ein oder anderen Bier wird seine Vergangenheit ans Licht gebracht.

Im Zug nach Hause rettet Mikoto ein fremdes Mädchen namens Momoka vor einer Belästigung. Es ist dem Dreiergespann schon auf der Verlobungsfeier begegnet und möchte sich nun bei seiner Retterin mit einem Essen bedanken. Zufällig treffen die Studentinnen auf dem Weg zum Restaurant Naoto und Kei, die gerade von einem Gruppendate kommen. Prompt begleiten die Jungs sie zum Essen. Dem Jungen vom Land fällt sofort die Niedlichkeit von Momoka auf und er will bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen, doch das Mädchen hat nur Augen für Naoto.

Momoka scheint eine neue Rivalin in der Liebesgeschichte zu werden, da sie sehr auf Naoto fixiert ist und betont niedlich wirkt. Auch Shiori riecht den Braten und dem aufmerksamen Leser scheint die Neue ein wenig zu elegant und fröhlich zu sein. Diese Annahme wird durch viele Glitzer- und Blumeneffekte um ihre Panels herum bekräftigt. Doch bisher fruchtet ihre Art nur bei allen anderen Jungen des Astronomieclubs, denn Naoto hat wie gewohnt nur Augen für Mikoto. Gerade die Treue von ihm lässt den Leser zunächst in einer Gewissheit, dass Momoka vielleicht nicht allzu großen Schaden hinterlassen kann. Doch ihre Wortwahl ist gegenüber der naiven Mikoto mit Bedacht ausgesucht. Dadurch wird Mikoto verunsichert und muss sich ihrer Gefühle klar werden. Was Momoka für den Verlauf der Geschichte bringt, werden wir wohl erst im nächsten Band erfahren.

Die Beziehung von Mikoto und Naoto entwickelt sich zwar langsam, aber die Tendenz ist klar zu erkennen, denn seit dem letzten Band ist sie sich seiner Anwesenheit bewusst und das ist bei ihr ein großer Fortschritt. So kommt es öfter zu unschuldigen, aber niedlichen Situationen, die allerdings für das Alter der Charaktere schon etwas zu naiv gestaltet sind. Dennoch empfinde ich persönlich Mikoto als drollig; gerade ihre Unsicherheit in Beziehungen macht ihre Persönlichkeit aus. Auf der emotionalen Ebene kommen sich die beiden im Band ein wenig näher und die Schwarzhaarige selbst gesteht sich öfters ein, dass ihr Herz auf unerklärliche Weise schneller schlägt. Zusätzlich unterstreichen nach solchen Momenten viele gezeichnete Blumen in den Panels ihre Laune.

Bei all dieser Naivität ist der Grad zwischen niedlich und nervig sehr schmal; Shinobu Amano versucht sich an einer Akrobatiknummer auf dem dünnen Seil. Bisher hat die Mangaka immer wieder die Kurve hin zu niedlich gekriegt. Wie lange das allerdings noch gut geht, bleibt abzuwarten.

An dem Zeichenstil hat sich in dem Band nicht viel verändert. Aber einige Punkte sind auffallend. So passen nicht immer die Proportionen der Arme zu der restlichen Gestalt und in manchen Bildern verschmilzt der Körperbau mit dem schwarzen Anzug ohne jedwede Konturen. Beides ist nicht schön anzusehen.

Der größte Kritikpunkt an dem Band ist allerdings bei der deutschen Übersetzung der starke Dialekt von Kei, wenn er mit seinen Eltern spricht oder in dem kurzen Einblick in seine Vergangenheit. Es ist am Anfang sehr anstrengend zu verstehen, was gesagt wird, und fordert viel Konzentration sowie ein Faible fürs Raten.

Der vierte Band von Last Game umfasst vier Kapitel und die Bonusstory Ninjaliebe, die mir gut gefallen hat. Außerdem erwarten uns auf den letzten Seiten sowohl ein Tagesablauf seitens Mikoto als auch ein Charakterquiz.

Der vierte Band ist wieder vollgestopft mit süßen Begegnungen zwischen den Protagonisten. Nachdem der Rivalitätsgedanke von Naoto gegenüber Mikoto abflacht, muss der Leser befürchten, dass die Handlung in einer 08/15-Story endet. Auch die Besonderheit einer Erzählperspektive des Jungen ist in diesem Band schon abgeschwächt, was ich als sehr schade empfinde, denn dieser Punkt besaß großes Potenzial. Das Auftauchen eines scheinbar weiteren Liebesrivalen schürt die Sorge weiterhin – auch wenn abzuwarten bleibt, was Momokas wahre Beweggründe sind. Diese schüchterne und naive Art der Annäherung der beiden Hauptakteure kann für einige Leser langweilig werden. Mich unterhält es noch. Ich kann diese Reihe immer noch Fans der Romantik empfehlen, denen ein langsamer und ruhiger Handlungsverlauf lieber ist. Auf den nächsten Band freue ich mich schon, da wir dort vermutlich etwas mehr über Momoka erfahren werden.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Details

Titel: Last Game, Band 4
Originaltitel: Last Game 4 (ラストゲーム 4)
Mangaka: Shinobu Amano
Erscheinungsjahr: 2013 (JP), 2015 (DE)
Verlag: HAKUSENSHA
Genre: Romance, Comedy
Preis: 6,95 €
Bestellen: [amazon text=Amazon&chan=animey&asin=2889212467]

Last Game, Band 4 © 2011 Shinobu Amano / HAKUSENSHA., Inc.
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

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