»Magi – The Labyrinth of Magic« Band 5 – Manga-Test

Seit 6. Februar können Magi – The Labyrinth of Magic-Anhänger den fünften Band in der Buchhandlung ihres Vertrauens erwerben. Auch wir werfen für euch einen Blick in den neuen Teil, der bereits mit dem Cover bei manchem Leser sicher schon so einige Erwartungen weckt. Aladin und Morgiana sind in Begleitung von Sindbad in Balbadd angekommen. Schnell muss der junge Magi erkennen, dass sein Freund Ali Baba Anführer der gefürchteten Nebel-Bande geworden ist. Wie kam es dazu?

Ali Baba erzählt Aladin von seiner Kindheit im Elendsviertel und wie er als Sohn des Königs schließlich in den Palast kam. Während eines Überfalls, durchgeführt von seinem Freund Kassim, stirbt der geschwächte, kranke Regent. Ali Baba gibt sich die Schuld an diesem Unglück und flieht. Als er zurückkehrt, treibt die Nebel-Bande bereits ihr Unwesen. Kurzerhand nimmt der ehemalige Kutscher und drittgeborene Prinz des Landes die Rolle des Anführers ein, um für die Menschen aus den niederen Schichten einzustehen.

Zurück in der Gegenwart beschließt Sindbad, in der Gruppe einzusteigen. Gemeinsam treten er und Ali Baba vor König Ahbmad, um diesen die missliche Lage der verarmten Leute darzulegen. Dabei stoßen sie jedoch nicht nur auf taube Ohren, sondern auch auf den Magi Judar des Kou-Imperiums, der nur wenige Zeit später im Kampf gegen Aladin seine Fähigkeiten demonstriert.

Fast drei komplette Kapitel verwendet Shinobu Ohtaka für Ali Babas Rückblick. Wer den blonden Dungeon-Bezwinger schon immer einmal im Alter von sechs Jahren sehen wollte, hat hiermit seine Chance erhalten. Die Erinnerung ist ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Handlung, dennoch mag beim Lesen die Stimmung nicht so richtig hochkommen, weil Ali Baba durchwegs in die Opferrolle gedrängt wird und Kassim als Bösewicht dasteht. Da hilft es auch wenig, wenn Aladins Freund darauf beharrt, dass dem nicht so sei.

Durch böse Vorahnungen geprägt geschieht beim Gespräch mit König Ahbmad genau das, was wohl alle erwarten: Ali Babas Aufbegehren bleibt unbeachtet. Auch der Handel mit Sindria wird nicht wieder aufgenommen. Balbadd ist schon längst vom Kou-Imperium vereinnahmt, was keine allzu große Überraschung darstellt. Zwar sitzt der faule Ahbmad noch offiziell auf dem Thron und bohrt sich gelangweilt in der Nase, doch wichtige Entscheidungen trifft schon seit Längerem der Schatzmeister Marcchio im Namen der chinesisch angehauchten Weltmacht. Den Mann kennen Fans aus Band zwei, wo er mit Judar auf einem fliegenden Teppich gezeigt wird. Sein Gesicht konnte man damals nicht erkennen. Als dieses nun offenbart wird, lädt es den Betrachter kaum dazu ein, Sympathien für Marcchio zu entwickeln. Sindbad indes glaubt ihn zu kennen, merkt aber auch an, dass sich dessen Aussehen sowie Name verändert haben.

Mann der Stunde – oder besser gesagt des Volumes – ist Judar, der Magi des Kou-Imperiums, welcher dieses Mal einen großen Auftritt verzeichnet. Wer hätte gedacht, dass der schwarzhaarige Priester, der erstmals im zweiten Teil zu sehen war, so schnell auf Aladin treffen würde? Rätselhaft wirkte Judar bereits zuvor – wie auch meist sichtlich gelangweilt. Die Frage, was für ein Mensch er wohl sein mag, beantwortet sich schnell. Judar dürstet es nach Krieg. In dieser Hinsicht ähnelt er Ryosai, der in Band drei Prinzessin Hakuei Ren stürzen und die Generalsgewalt an sich reißen wollte. Das Kou-Imperium ist für Judar nur Mittel zum Zweck, da es eine starke Streitkraft mit einer eigenen Einheit voll von Dungeon-Bezwingern hat.

Judar gibt viel auf seine Kräfte als Magi. Dass er sich damit keinesfalls verstecken muss, beweist der Mann in den letzten drei Kapiteln. Der Betrachter bekommt ein erstes Bild davon, wozu ein Magi alles fähig ist. Zudem folgen weitere Erklärungen zu den Rukh, Magoi und Magie. Einen kleinen Vorgeschmack auf Zweiteres erhaschen Fans bereits davor im Kampf gegen die Banditen, wo sich Sindbad auch ohne metallene Gefäße problemlos schlägt. Sogar Ali Baba bietet er mühelos die Stirn, obwohl in dessen Dolch der Dschinn Amon haust.

Es sind zwei Extrema, die im fünften Band von Magi – The Labyrinth of Magic aufeinanderprallen. Einerseits haben wir da den friedliebenden Aladin, der bei den Koga gelernt hat, dass Blutvergießen keine Lösung ist, während andererseits Judar Kriege liebt und diese auch unterstützt, indem er dem Kou-Imperium dient. Wer aufmerksam liest, trifft auf die verschiedensten Charaktere, welche ihren Weg gehen, um Frieden und Freiheit zu erlangen. Manche wie Kassim wählen Gewalt als Mittel. König Ahbmad begegnet allem gleichgültig, als wäre die Krone auf seinem Kopf bloß Zierde, und überlässt anderen seine Aufgaben. Ali Baba dagegen steht zwischen den Stühlen. Unnötig Leben zu gefährden, will er nicht, weder die seiner Leute noch jene der Soldaten in der Armee. Doch was kann der Anführer der Nebel-Bande in diesen miserablen Zeiten voll Hunger und Armut tun, wenn ihm selbst der König kein Gehör schenkt?

Nach vier Bänden ist Shinobu Ohtakas Zeichenstil wohl jedem Leser bekannt. Auch in diesem Teil hält sie das Niveau hoch. Die Mangaka weiß, wie man Emotionen in die Gesichter der Charaktere zaubert und wirft damit dieses Mal nur so um sich. Ali Babas verzwickte Lage und der verzweifelte Versuch, seinen Bruder zur Vernunft zu bringen, regen das Herz des Lesers sowie dessen Mitgefühl. Judar scheint als einziger Spaß zu haben und die Situation zu genießen. Dessen ganzes oberflächiges Verhalten schreit förmlich, dass für ihn das Leben nur ein Spiel ist. Kühl und gelangweilt tritt er im Palast auf, höhnisch sieht Judar auf Aladin herab. Ebenso haben es die Kampfszenen in sich. Dynamische Posen und magische Attacken geben dem Betrachter leckeres Lesefutter. Hier ist wieder einmal Mitfiebern angesagt.

Der Rückblick zu Beginn des fünften Bandes lässt die Handlung ruhig und etwas monoton vor sich hinplätschern. Atemberaubende, neue Informationen dürfen sich Leser nicht erwarten. Erst danach kommt endlich wieder etwas Hektik ins Geschehen. Als Überraschungsknall hat auch Judar jetzt schon seinen Auftritt. Mit dem Kampf gegen Aladin wird dem Betrachter zudem ein spannender Abschluss präsentiert. Bei so einem Ende freut man sich schon auf das nächste Volume. Trotz der magischen Action-Einlagen inklusive Dschinn-Aufgebot gibt es auch immer noch das soziale Problem in Balbadd zu lösen. Ich bin schon gespannt, was für eine Antwort unsere Helden finden und ob diese wirklich kein Blut fordern wird.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magi – The Labyrinth of Magic, Band 5.

Details

Titel: Magi – The Labyrinth of Magic, Band 5
Originaltitel: マギ (Magi), Vol. 5
Mangaka: Shinobu Ohtaka
Erscheinungsdatum: 18.08.2010 (JP), 6.02.2014 (DE)
Verlag: Shogakukan (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy, Drama, Shonen, Comedy
Preis: 6,95 €
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MAGI © 2009 Shinobu Ohtaka, Shogakukan Inc.
Magi – The Labyrinth of Magic © 2014 VIZ Media Switzerland SA