»Magi – The Labyrinth of Magic« Band 9 – Manga-Test

Ende Mai ist die vierte und damit abschließende Box zur ersten Anime-Staffel von Shinobu Ohtakas Magi – The Labyrinth of Magic bei Kazé herausgekommen. Die nächste Season wurde bereits lizenziert. Genaue Erscheinungstermine sind dagegen noch unbekannt. Unbeirrt schreitet in der Zwischenzeit der Manga voran, auch wenn mit Band zehn der Monatsrhythmus endet und verdoppelt wird. Seit 5. Juni könnt ihr bei eurer Buchhandlung des Vertrauens Volume neun erwerben. Zuletzt fand der Balbadd-Arc einen Abschluss und Ali Baba musste in Sindbads Inselkönigreich Sindria fliehen, um nicht in die Fänge des Kou-Imperiums zu geraten. Neue Abenteuer erwarten unsere Helden.

Um in Zukunft der bösen Organisation Al Thamen die Stirn bieten zu können, müssen Aladin und Ali Baba stärker werden. Zum Glück verweilen unter Sindbads wichtigsten Gefolgsleuten, den acht Generälen, die passenden Lehrmeister für die beiden, nämlich die Magierin Yamraiha und der Schwertmeister Sharrkan. Neben der Arbeit darf aber auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Nach der Erlegung eines Meeres-Ungeheuers wird das freudige Fest »Maharaghan« gefeiert, bei dem selbst Morgiana eine neue Seite von sich offenbart.

Bei einem Gespräch mit dem Kaiser von Kou musste sich Sindbad auf einen Kompromiss einlassen, weswegen Sindria zwei neue Gäste begrüßt. Prinz Hakuyru ist zum Studium ins Inselreich gekommen und scheint einen netten Eindruck zu machen. Mehr Sorgen bereitet dagegen seine Begleitung: Unerwartet hat sich auch Prinzessin Kogyoku der Reise angeschlossen, um mit Sindbad ein Hühnchen zu rupfen. Der König steht nämlich unter der Anklage, sich während seines Aufenthalts in Kou an der jungen Frau vergangen zu haben. Sindbad beteuert seine Unschuld.

Nachdem im letzten Band der Balbadd-Arc abschloss, kehrt mit den Kapiteln auf Sindria wieder etwas Ruhe ins Geschehen ein, zumindest was Kämpfe betrifft. Dass in dem Königreich trotzdem alles drunter und drüber geht, ist bei einem unerschrockenen, aber gleichzeitig etwas leichtsinnigen Herrscher wie dem Herrn der sieben Meere keine allzu große Überraschung. Rekapitulieren wir kurz sein erstes Auftreten, welches mit Volume vier schon eine Weile zurückliegt. Die Szene wird sich dennoch den meisten ins Gedächtnis eingebrannt haben, wie er plötzlich im Adamskostüm vor Aladin und Morgiana auftaucht. Neben seiner Kleidung waren auch seine Dschinngefäße den Dieben zum Opfer gefallen. Das ist Sindbad, wie er leibt und lebt. Gleichzeitig bewies der mehrfache Dungeon-Bezwinger in Balbadd einen kühlen Kopf in der schweren Krise, und trotz fehlender Utensilien ließ Sindbad sich im Kampf nicht kleinkriegen. Die Mischung aus liebenswürdigem Abenteurer und ernst zu nehmendem Gegner lassen ihm die Sympathiepunkte nur so zufliegen. Wessen Fan-Herz jetzt schon für den Mann schlägt, freut sich sicherlich über die Einblicke in sein Reich und Volk. Der Band endet zudem mit zusätzlichen Informationen zum Insel- und Palastaufbau.

Bis auf die Steppenlandschaft des Koga-Klans im zweiten Volume und erzählerische Abstecher nach Kou waren die Szenarien in Magi – The Labyrinth of Magic hauptsächlich von Wüstengebieten geprägt. Für Sindria hat sich Shinobu Ohtaka dafür entschieden, ein exotisches Inselparadies aufzubauen. Im krassen Kontrast zur unterdrückten Bevölkerung in Balbadd leben die Menschen hier in Glück und Frieden. Unter Sindbads engsten Vertrauten, den acht Generälen, befinden sich Personen aus allerlei noch unbekannten Herren Länder, wobei sich wie gewohnt Parallelen zu reellen Kulturen in der Geschichtsschreibung auftun. Vielleicht wird es unsere Helden in ihren Reisen eines Tages in die Heimatorte dieser starken Kämpfer verschlagen. Ansonsten bietet auch das Spin-off Sinbad no Bouken eine interessante Informationsquelle zur Vergangenheit des Königs und seines Gefolges. Leider hat es die eben genannte Manga-Reihe noch nicht in den deutschen Raum geschafft, während in Japan zuletzt am 16. Mai der dritte Band herauskam.

Passend zur unterschiedlichen Herkunft der Generäle tobt sich Shinobu Ohtaka an deren Charakter-Design aus. Auch wenn die einzelnen Vorstellungen eher kurz sind, kann man schon erahnen, dass jeder einzelne von ihnen mit einer eigenen, tief greifenden Persönlichkeit ausgestattet wurde. Außer den bekannten Gesichtern Jafar und Masrur spielen ab sofort ebenfalls Sharrkan sowie Yamraiha eine wichtige Rolle, da sie, wie bereits erwähnt, als Lehrmeister fungieren. Dementsprechend haben es die beiden dieses Mal aufs Cover geschafft, wo sie im Gegensatz zu ihrem zänkischen Verhalten im Manga harmonisch beieinanderstehen.

Nach den actionreichen, aber auch dramatischen Ereignissen in Balbadd beginnt der Aufenthalt auf Sindria sehr humorvoll, wie Fans bereits aus dem letzten Teil wissen, wo es für Ali Baba und Aladin erst einmal galt, überflüssige Pfunde wieder abzuspecken. Nun steht dagegen Sindbad selbst im Visier, sich auf eine andere Art und Weise gehen gelassen zu haben. Leser dürfen sich darauf einstellen, köstlich unterhalten zu werden. Bedenkt man, dass Kou der Gruppe um Aladin vor wenigen Kapiteln noch feindlich gesinnt war, stellt das freundschaftliche Eintreffen von Hakuyru und Kogyoku eine Wendung um 180 Grad dar. Geschickt knüpft Shinobu Ohtaka neue Bande zwischen den Figuren. Mehr als je zuvor drängt sich die Frage auf, wer nun Freund und wer Feind ist.

Ein Abenteuer vorbei, schon kündigt sich das nächste an. Bevor sich Aladin mit seinen Freunden aber auf die nächste Reise begibt, erhalten sie mit dem neunten Volume erst einmal eine kleine Verschnaufpause und Zeit für frisches Krafttanken. Mit viel Humor heißt die Geschichte den Leser willkommen, und wer nicht schon dem paradiesischen Bann Sindrias erlegen ist, wird es bald sein. Neue, individuell designte Charaktere gliedern sich nahtlos in die Geschichte ein, während bereits bekannte Gesichter näher beleuchtet werden. Da die inkludierten Kapitel darin Verwendung finden, den neuen Handlungsbogen aufzubauen, hält sich die Spannung noch stark zurück. Dafür ist der Informationsgehalt umso höher und schraubt die Erwartungen für den kommenden Storyverlauf in die Höhe. Man darf gespannt sein, wie es im zehnten Band weitergeht, der ab 3. Juli erhältlich ist.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Magi – The Labyrinth of Magic, Band 9.

Details

Titel: Magi – The Labyrinth of Magic, Band 9
Originaltitel: マギ (Magi), Vol. 9
Mangaka: Shinobu Ohtaka
Erscheinungsdatum: 15.7.2011 (JP), 5.6.2014 (DE)
Verlag: Shogakukan (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy, Drama, Shonen, Comedy
Preis: 6,95 €
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889214680&chan=animey&asin=2889214680]

MAGI © 2009 Shinobu OHTAKA/SHOGAKUKAN
Magi – The Labyrinth of Magic © 2014 VIZ Media Switzerland SA