»Resist Destiny« Band 3 – Manga-Test

Im September 2013 erschien bei TOKYOPOP der Anfangsband von Shiro Yamadas Resist Destiny. Nun folgte im März 2014 mit Teil drei das abschließende Volume. Nach SKY LINK ist dies der zweite Titel, der beim Verlag erschienen ist, und die erste längere Serie der Zeichnerin. Zuletzt durften wir miterleben, wie die Protagonisten Jin sowie Hayato gemeinsam das geheime Jutsu meistern und so den Rang Jinkishi erlangen. Mit der neugewonnenen Kraft geht aber auch ein schweres Schicksal daher. Den beiden Oberhäuptern bleibt jedoch keine Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Noch immer ist das Siegel beschädigt, welches die Tengus vom Kurama-Berg bannen sollte, und als wäre das nicht genug, verschwindet der Mond vom Himmel.

Zu unseren drei Freunden gesellt sich mit Satoru Ichijoji ein vierter Taikishi, der gut darüber Bescheid weiß, was für ein Unheil vor 500 Jahren über die Menschen hereingebrochen ist und wie das damalige Jinkishi-Duo den Feind überwältigte: Einer von beiden opferte sein Leben, damit der andere die Yoki bannen konnte. Ist dies die einzige Möglichkeit, die Jin und Hayato bleibt? Zu allem Überfluss sind die beiden noch immer durch die Gebetsschnur verbunden. Wenn der eine stirbt, ergeht es dem zweiten genauso. Takumi beschließt, nach Hause zurückzukehren, um nach einer anderen Lösung zu suchen.

Statt des Wasser-Taikishi kämpft Ichijoji mit seinem Schlangen-Shinju Kagami, welches dem Element Erde zugeteilt ist, an der Seite unseres gegensätzlichen Duos. Die Unterstützung ist auch von Nöten. Yoki breiten sich in der Stadt aus und noch schlimmer: Temari verschwindet spurlos! Ihr Ziel scheint offensichtlich, sodass sich das Trio zum Kurama-Berg aufmacht, um sich Kuro zu stellen. Jin erwartet nicht nur ein harter Kampf, sondern auch eine grausame Wahrheit.

Mit drei Bänden ist Resist Destiny (im Original Kamitoki no Resist) bisher der längste Titel von Shiro Yamada, deren Portfolio an Werken noch sehr übersichtlich aussieht, wenn man eine größere Anzahl an Doujinshis außer Acht lässt. Zum Abschluss gibt es mit Satoru Ichijoji noch einen neuen Charakter. Nach den Elementen Wind, Feuer und Wasser ist es mehr als offenkundig, dass der Vierte in dem Taikishi-Quartett Erde für seine Angriffe verwendet. Mit einer Brille und der geheimnisvollen Ausstrahlung fallen einem schnell die Parallelen zum Tengu Kuro auf. Wirklich viel über Satorus Persönlichkeit erfährt der Leser jedoch wenig, da er, wie Takumi zuvor, in die Rolle des unterstützenden Begleiters und damit in den Hintergrund rutscht.

An Kampfszenen mangelt es dem dritten Band nicht. Für das Ende wartet Shiro Yamada mit einem langen Gefecht auf, welches knapp die Hälfte der Seiten beansprucht. Ein paar entscheidende Enthüllungen bringen zusätzliche Spannung in den finalen Abschnitt. Dennoch ist eine gewisse Unausgewogenheit kaum zu verschweigen, wenn man bedenkt, dass ein Jahrhunderte alter Dämon gegen zwei kürzlich ernannte Jinkishis antritt. Der vermutete Unterschied in der Kampferfahrung lässt sich leider in den Szenen nicht erkennen.

Schon in den ersten beiden Bänden von Resist Destiny macht sich bemerkbar, dass Shiro Yamada mühelos einen Bishonen-Charakter nach dem anderen aus der Hand schütteln kann. Da stellt auch Neuzugang Ichijoji keine Ausnahme dar. Im Großen und Ganzen treten ihre Figuren mit einem individuellen Design auf. Die Kampfszenen sind dynamisch und mit dramatischen Posen versehen, um den Spannungskitzel zu heben. Langweilig präsentieren sich dagegen die Hintergründe. Wenn erst einmal klargestellt ist, in was für einer Umgebung sich unsere Protagonisten gerade befinden, bleiben die Szenerien meistgehend leer. Eine schwungvolle Panelaufteilung und Abwechslung in der Gestaltung der Sprechblasen kaschieren die fehlenden Hintergründe bis zu einem gewissen Grad. Der Gebrauch von Rasterfolie verleiht den Zeichnungen zusätzliche Fülle. Resist Destiny, Band drei, kommt mit zwei Farbseiten daher. Bei einer mageren Seitenanzahl von knapp 160 und einem Preis von 6,95 Euro verbleibt die Serie auf einem teuren Niveau für den gebotenen Inhalt.

Der erste Band von Resist Destiny hat mit viel Potential begonnen. Im Laufe der Handlung bringt Mangaka Shiro Yamada viele gute Ideen ein und präsentiert diese in einem kompakten Rahmen. Gleichzeitig fehlt es der Geschichte an Platz, um sich vollkommen zu entfalten. Zu rasch wird auf den großen Endkampf hingearbeitet, sodass man kaum eine Verbindung zu den Helden aufbaut. Besonders die Taikishi Takumi und Satoru müssen darunter leiden, obwohl ihr aufwendiges Design durchaus für mehr hätte herhalten können. Die schnelle Entwicklung von Jin lässt den Jugendlichen mit einem bitteren Nachgeschmack beim Lesen zu mächtig erscheinen. Bei den Zeichnungen präsentiert Shiro Yamada Emotionen und dynamische Posen, vernachlässigt andererseits Details wie Hintergründe. Unterm Strich bietet die dreiteilige Serie gute Unterhaltung für zwischendurch und schöne Kerle, ist aber weit davon entfernt, die Spitze des Manga-Olymps zu erreichen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Resist Destiny, Band 3.

Details

Titel: Resist Destiny, Band 3
Originaltitel: 神解きのレジスト(Kamitoki no Resist), Vol. 3
Mangaka: Shiro Yamada
Erscheinungsjahr: 2012 (JP), 2014 (DE)
Verlag: Kadokawa Shoten (JP), TOKYOPOP (DE)
Genre: Fantasy, Shojo, Mystery, Supernatural
Altersempfehlung: ab 15
Preis: 6,95 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 3842008090&chan=animey&asin=3842008090]

KAMITOKI NO RESIST 3 © Shiro Yamada 2012 /KADOKAWA SHOTEN
RESIST DESTINY 3 © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014