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Shonen Jump – Toriko, Kapitel 396 (Finale)

Heute endete Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Manga Toriko mit Kapitel 396 in Shueishas 51. Shonen Jump-Ausgabe. Was für ein Endresümee kann man zur Reihe ziehen?

TORIKO © 2016 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Achtung! Wer weiterlesen möchte, sollte sich der Spoiler im Klaren sein.

Darum geht es im finalen Kapitel

Ein paar Jahre sind seit Torikos und Rins Hochzeit vergangen. Ootake hat sich mittlerweile seinen Traum von einem Waisenhaus erfüllt, in dem Kinder GOTT essen können. Dank der IGO und den Wiederbelebern ist es nämlich nun möglich, die legendäre Speise künstlich zu kultivieren. Für Toriko und Komatsu geht die Reise indes weiter. Die beiden brechen nämlich auf, das Weltall und all seine kulinarischen Genüsse zu erkunden.

Was es nach acht Jahren Toriko zu sagen gibt

2008 startete Mitsutoshi Shimabukuro Toriko in Shueishas Shonen Jump. Wie jeder Manga-Titel erlebte auch diese Serie ihre Höhen und Tiefen. Der abschließende Handlungsbogen war vor allem von Letzterem betroffen. Der Grund dafür liegt aber nicht an der Story-Idee an sich. Wer die Reihe aufmerksam verfolgt hat, dem wird der plötzliche Anstieg in der Erzählgeschwindigkeit nicht entgangen sein, der im ANOTHER-Abschnitt startete und damit die letzten 70 bis 80 Kapitel betrifft.

Ersehnte Story-Elemente wurden anscheinend einfach gestrichen, um schneller zum finalen Kampf zu gelangen. Dabei verlor Toriko an Vielschichtigkeit, und die Story wirkte auf einmal platt und uninteressanter. Die Geschichte blieb weit unter ihrem möglichen Potential liegen. Ich erinnere an dieser Stelle daran, dass von Kapitel 263 auf 264 ein Zeitsprung von eineinhalb Jahren stattfand. Persönlich interpretierte ich diese Schnittstelle als Halbzeitmarkierung. Während die erste Hälfte in der Menschenwelt spielte, würde sich die zweite sicherlich mit den Abenteuern in der viel größeren, gefährlicheren und kulinarisch komplexeren Gourmetwelt abspielen. Nur dass diese Reise letztendlich gerade mal die Hälfte der geschätzten Zeit ausmachte.

Ich verstehe nicht, warum Toriko so einen plötzlichen Zerfall erleiden musste, da der Manga viele Pluspunkte besitzt. Diese wurden in der Menschenwelt-„Hälfte“ bereits unter Beweis gestellt und in der Gourmetwelt weiterverfolgt. Speziell der Beginn der ANOTHER-Story hatte mich bereits vollkommen für sich eingenommen, indem die Protagonisten-Truppe auf mehrere Teams gesplittet wurde, um vor allem in Zweierpärchen die restlichen Zutaten einzusammeln. Das hätte eine wunderschöne Dynamik gebildet, dort zwischen den verschiedenen Örtlichkeiten hin- und herzuwechseln und die verschiedenen Charaktere in den Fokus zu stellen.

So wie es aber nun mal gekommen ist, bin ich froh, dass Toriko seinen Abschluss gefunden hat. Selbst als großer Fan der Reihe war der Manga gegen Ende eher ein Trauerspiel, verglichen zu Mitsutoshi Shimabukuros storytechnischen Glanzleistungen in der Vergangenheit. Das finale Kapitel lässt nur noch erahnen, wo es den Mangaka ursprünglich hintrieb. Andeutungen auf einen Ausflug ins All gab es auch in früheren Handlungsmomenten. Eine Fortsetzung von Toriko à la Toriko Z (eine kleine Anspielung auf Dragon Ball, zu dem der Manga gerade gegen Ende hin Parallelen entwickelt hat) dürfte bei den gesunkenen Käuferzahlen wohl für verbliebene Fans Wunschdenken bleiben.

Jetzt nach dem Abschluss ist es schwer, eine Empfehlung für Toriko auszusprechen. Wer möchte auch schon gerne einen Manga lesen, dessen ersten 36 Bände gut bis grandios mit minimalen Schwächen sind, aber der in den restlichen sieben einen schmerzhaften Niedergang trotz kleiner Lichtblicke erlebt? Niemand möchte fast 400 Kapitel durchstöbern, um letztendlich ein enttäuschendes Finale präsentiert zu bekommen.

Trotz alledem lege ich Shonen-Fans nahe, sich ihre eigene Meinung über den Manga zu bilden und der Story eine Chance zu geben. Die Welt von Toriko besitzt einen bizarr-zauberhaften Charme, der durch viel Kreativität und ein facettenreiches Charakter-Aufgebot getragen wird. Vieles mag absurd wirken, aber gerade in diesen ausschweifenden und oftmals humorvollen Darstellungen verbirgt sich ein wichtiger Knackpunkt des Manga. Ich selbst vertrete die Meinung, dass es besser ist, diesen Gourmet-Epos tatsächlich erlebt und inklusive des eher dürftigen Endes in sich aufgenommen zu haben, anstatt nie in den Genuss all seiner erinnerungswürdigen Augenblicke gekommen zu sein.

In Japan zählt die Manga-Reihe seit dem 4. Oktober 41 Bände. Der nächste Teil folgt voraussichtlich am 2. Dezember.

Hierzulande startete Toriko im März 2012 bei Kazé Manga. Toriko Band 29 ist am 3. November 2016 erschienen. Für Band 30 muss man sich bis nächstes Jahr, bis zum 12. Januar 2017, gedulden.

Mehr zum Manga bei aniSearch

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