Punch Up + Yaizu Brothers – Manga-Test

Nach Shiuko Kanos mit vier Volumes abgeschlossenen Punch Up-Manga folgte im Juli 2014 der Einzelband Punch Up + Yaizu Brothers. Die darin enthaltenen Geschichten gab Libre Shuppan 2013 in Japan heraus, sodass deutsche Fans dank TOKYOPOP ziemlich schnell in den Genuss von ihnen kamen. Der Band inkludiert Kapitel 13 und 14 zu Punch Up sowie zwei Erzählungen zu den Yaizu Brothers und mehrere Extras. Des Weiteren schenkt euch TOKYOPOP eine Farbseite. Was das Werk parat hält, lest selbst.

Die Punch Up-Kapitel starten mit Kota, der von einem Mädchen ein Pflaster auf die Backe bekommt, was Motoharu extrem eifersüchtig macht. Als Kota dann plötzlich krank wird, ist Motoharu sofort zur Stelle, um ihn zu pflegen, natürlich mit Hintergedanken. Beim Wachsen kann er sich dann endgültig nicht mehr zurückhalten. Seine Vorfreude auf die nächsten Pflegetage ist nach dem Techtelmechtel extrem groß. Doch dann dreht sich der Spieß auf einmal um …

Das nächste Problem lässt auch nicht lange auf sich warten: Als Motoharu eines Tages wieder nach Hause kommt und ein Geschenk für Kota dabei hat, wirft dieser ihm vor, er wäre nicht mehr wie früher. Motoharu ist daraufhin sehr geknickt, doch dem jungen Mann fällt schließlich etwas ein. So verkleidet er sich als Host und die Dinge nehmen ihren Lauf …

Es folgen drei doppelseitige Extras: Moe-Karten, schnapp Sie dir! widmet sich Motoharus Moe-Karten, welche bereits in den Punch Up-Bänden vorkamen. In Mein Bildverzeichnis von Kota zeigt Motoharu einem Freund einige Bilder, die er von Kota geschossen hat. Wattestäbchen ist wiederum ein Special in dem Motoharu präsentiert, für was man Wattestäbchen noch benutzen kann. Alle drei genannten Boni beschäftigen sich mit Fanservice im Sinne von freizügigen, erotischen oder sexuellen Inhalten.

Zu guter Letzt folgen zwei Kurzgeschichten der Yaizu Brothers: Erstklassiger mittlerer Sohn und Durchhalten. Erstere startet mit dem 25-jährigen Go Yaizu, dessen momentaner Bettfreund der 15-jährige Gaku Asahina ist. Go wurde schon sehr oft verlassen und hat jedes Mal Angst, dass dies wieder passiert. Gaku hatte eigentlich ein Auge auf Gos kleinem Bruder Ryusei geworfen. Nachdem dieser ihn abblitzen lies, endete Gaku mit Go und seine Gefühle für diesen wuchsen mit der Zeit immer mehr. Trotzdem ist in Gos Kopf stets der Gedanke vorhanden, dass Gaku ihn irgendwann fallen lässt und so gilt es, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Wie Gaku das wohl anstellt? In Durchhalten wiederum versucht Gaku seine Probleme zu bewältigen.

Shuiko Kanos Punch Up + Yaizu Brothers enthält zwei Erzählungen, die ihren Punch Up-Manga fortsetzen, demzufolge sollte man dieses Werk auch gelesen haben. Storytechnisch hat der Leser darin nicht viel zu erwarten. Eher künstlich tauchen hier zwei Problematiken auf, die die Protagonisten letztendlich nur dazu bewegen sollen, intimer zu werden. Die Erzählungen zu den Yaizu Brothers machen in dem Punkt ebenso keinen Unterschied. Zumal in diesem Fall die Beziehung zwischen einem 15- und 25-Jährigen gar nicht erst zum Problem wird, sondern – wie in vielen Boys-Love-Titeln – die Angst davor, verlassen zu werden. Konflikte verfliegen relativ schnell, damit es zur Sache gehen kann. Kurz gesagt, die Geschichten in Punch Up + Yaizu Brothers sind sehr oberflächlich gestaltet und die Protagonisten halten keine Überraschungen parat, sondern sind eher stereotypisch.

Dafür glänzt der Einzelband mit jede Menge erotischem Fanservice. Des Weiteren können sich Kano-senseis Zeichnung – zumindest was das Charakterdesign angeht – sehen lassen. Wer Punch Up gelesen hat, mit dem Werk auch zufrieden war, oder ein echter Hardcore-Boys-Love-Fan ist, dem kann ich Punch Up + Yaizu Brothers empfehlen. Da intime Tätigkeiten explizit dargestellt werden und auch die Dialoge sehr sexistisch sind, sollten erwachsene Leser zu dem Oneshot greifen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Punch Up + Yaizu Brothers.

Punch↑ + Jinan Joutou © 2013 by Shiuko Kano /LIBRE Publishing Co. Ltd.
Punch Up + Yaizu Brothers © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014