Sneak Peek: Gewinner des 62. Shogakukan Manga Awards

Seit 1956 werden die Shogakukan Manga Awards verliehen. Am Montag gab der japanische Verlag die neusten Gewinner sowie deren Titel in vier verschiedenen Kategorien bekannt. Doch weshalb haben diese Manga die Auszeichnung verdient? Sumikais Manga-Redaktion erklärt es euch.

37.5°C no Namida, Band 8
Vol. 8 © 2016 Chika Shiina/Shogakukan

Der Award als Bester Shōjo-Manga ging in diesem Jahr an den bisher acht Bände umfassenden Titel 37.5°C no Namida von Chika Shiina.

Erzählt wird die herzerwärmende Geschichte von Momoko Sugisaki, die kranke Kinder betreut. Sie muss sich täglich in die Lage jener und ihrer Eltern versetzen, was nicht immer einfach ist. Um Gutes zu bewegen, handelt Momoko manchmal auch entgegen der Regel und ihre Persönlichkeit wächst mit der Zeit über sich hinaus. Nebenbei stellt sich die junge Frau ihrem Arbeits- und Familiealltag, in dem sich ebenso eine Romanze anbahnt. Eine realistisch dargestellte und sensible Thematik, die Shiina in ihrem Manga bespricht, weshalb die Auszeichnung nicht gerade unerwartet kommt.

Mob Psycho 100 / © ONE

Der seit dem 18. April 2012 erscheinende Web-Manga Mob Psycho 100, japanischer Originaltitel Mobu Saiko Hyaku, vom Zeichner  erhielt die Auszeichnung als bester Shōnen-Manga.

Die Hauptfigur der Geschichte ist der Schüler Shigeo Kageyama, der nichts lieber möchte, als ein normales Leben. Dies gestaltet sich schwierig, denn der Junge besitzt außergewöhnlich starke Psi-Kräfte, die er versteckt. Shigeos Spitzname Mob, der so viel wie Hintergrundfigur bedeutet, kommt daher, dass er alles versucht, um nicht aufzufallen. Dies gelingt ihm wegen seiner Kräfte nur leidlich. Wenn er seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat, brechen seine Fähigkeiten immer wieder aus. Und das hat schlimme Folgen. ONEs Manga erzählte die Geschichte eines besonderen Jungen, der versucht, ein gewöhnliches Leben aufrechtzuerhalten und dabei zahlreiche Abenteuer erlebt. Dieses Setting dürfte das Herz jedes Shonen-Fans höher schlagen lassen und hat deswegen den Shogakukan Manga Award mehr als verdient.

Blue Giant
Vol. 8 © 2016 Shinichi Ishizuka

Der Shogakukan Award für den besten Manga in der Rubrik Allgemein geht unter anderem an Shinichi Ishizuka und dessen bisher 10 Bände umfassendes Werk Blue Giant.

Der Manga handelt von einem jungen Mann, der sich in den Kopf gesetzt hat, bester Saxophonist der Welt zu werden. Dai Miyamotos Herz gehört dem Jazz und dem Saxofone. Obwohl er von seiner Umgebung wenig Unterstützung erhält, bleibt er über viele Jahre seinem Instrument treu und versucht strebsam sein Ziel zu erreichen. Aber was braucht es, um in der Welt der Musik erfolgreich zu sein? Reichen Talent und der Glaube an sich selbst wirklich aus, um in der harten Welt der Musik nicht unter die Räder zu kommen? Diese Fragen sowie der musikalische Hintergrund sind sowohl für männliche als auch weibliche Leser ansprechend, sodass die Auszeichnung für den Geschlechter unabhängigen, allgemeinen Bereich durchaus gerechtfertigt ist.

Juhan Shuttai!
Juhan Shuttai! © 2013 Naoko Matsuda / Shogakukan

Ebenfalls eine Auszeichnung für den besten allgemeinen Manga erhielt Juhan Shuttai! von Naoko Matsuda. Der erste Band erschien 2013, nachdem die einzelnen Kapitel im Big Comic Spirit-Magazin von Shogakukan herausgegeben wurden. Inzwischen sind acht Bände sowie eine Drama-Serie erschienen.

Kokoro Kurosawa ist eine toughe Frau, schließlich hätte sie es fast in das olympische Judo-Team Japans geschafft. Jetzt beginnt für sie ein Kampf der besonderen Art, denn sie tritt ihren Job im Manga-Magazin “Baibusu” an. Als sie dann auch noch den Chefredakteur Iokibe kennen lernt, rückt ihr altes Leben in weite Ferne. Juhan Shuttai! bietet einen amüsanten Einblick in die Arbeit bei einem wöchentlich erscheinenden Magazin. Der Leser begleitet die Protagonistin dabei, wenn sie mit launischen Zeichnern verhandelt, neue Talente entdeckt und sich immer wieder mit ihrem Chef darum streitet, welche Storys man denn als Manga-Band herausbringen soll. Wie bei Blue Giant ist die Geschichte so angelegt, dass sie beide Geschlechter anspricht. Denn wer würde nicht gern einmal hinter die Kulissen eines japanischen Manga-Magazins schauen?

ijime
Ijime – Hitoribocchi no Tatakai © 2008 Kaoru igarashi/Shogakukan

Im Bereich Kinder-Manga triumphierte Kaoru Igarashis Serie Ijime, die im Mai 2016 mit zwölf Bänden ihren Abschluss fand. Die Reihe inspirierte 2011 eine Anime-DVD.

Igarashi stellt in ihrer Manga-Reihe mehrere Kinder in den Fokus, die mit dem Thema Mobbing kämpfen. Deshalb besitzt auch jeder der zwölf Volumes einen anderen Titel. Mobbing ist selbstverständlich ein weitverbreitetes Problem. Demzufolge ist Ijime sozialkritisch und für junge Leser lehrreich, was die Auszeichnung mit diesem Preis rechtfertigt, auch wenn die Meinungen zu dem ultraniedlichen Charakterdesigns wahrscheinlich auseinandergehen werden.

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