Sommer-Special: Strand-Episode Teil 1

Denkt man an den Sommer, denkt man unweigerlich auch an den Strand. Wer sich den Weg zum Strand sparen, aber dennoch ein gewisses Strand-Feeling haben möchte, der sollte vielleicht Anime schauen. Gefühlt kommt nämlich in fast jedem Anime eine Strand-Episode vor.

Hinweis: Bei diesen Artikel handelt es sich ausschließlich um die subjektive Meinung des Redakteurs.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es schon länger das Klischee gibt, jeder Anime hätte eine Strand-Episode. Hat der Anime keine Strand-Episode, dann vermutlich eine Pool- oder Onsen-Episode. Zwar beinhaltet nicht wirklich jeder einzelne Anime eine solche spezielle Episode, aber die große Masse eben schon. Gerade bei den Genres Ecchi oder Harem muss man schon regelrecht suchen, um einen Anime zu finden, der keine solche Episode hat.

Der Grund dafür, dass gerade bei den Genres Ecchi und Harem Strand-Episoden im Übermaß vorkommen, hängt mit dem Zweck einer solchen Folge zusammen. Die meisten Strand-Episoden dienen nämlich hauptsächlich als Fanservice. Das ist aber auch nicht der einzige Zweck, oft dient eine solche Episode auch einem Szeneriewechsel oder als Pause für die eigentliche Story.

Akuma no Riddle © Yun Kouga, Sunao Minakata / KADOKAWA / Akuma no Riddle Production Committee
Akuma no Riddle © Yun Kouga, Sunao Minakata / KADOKAWA / Akuma no Riddle Production Committee

Zu oft wird aber gerade bei Strand-Episoden zu viel Augenmerk auf erotischen Fanservice gelegt und so ist meistens nur eine 08/15-Strand-Episode zu sehen. (Erotik-)Fanservice an sich ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes, aber hier wird gern mal übertrieben. Auch deswegen sind solche Episoden meist sehr berechenbar. Es ist nichts Neues, dass gerade die weiblichen Charaktere eher mit zu wenig Stoff glänzen als zu viel und man sich auch mal fragt: “Ist das noch ein Badeoutfit oder eher eine Schnur mit ein bisschen Stoff dran?” Es ist auch nicht unvorhersehbar, dass mal wieder das Bikini-Oberteil oder ein anderes Teil vom Badeoutfit weggespült wird. Es wird auch nicht besser, wenn der nachfolgende Versuch, sich nicht entblößt zu zeigen, eher wie ein extra Posing wirkt.

Der Strand wird auch gern als Ort genutzt, um die Charaktere intensiver um das andere Geschlecht buhlen zu lassen. Dies ist aber durch die Atmosphäre, die ein Strand bietet, auch verständlich. Zu oft sieht man leider dabei immer wieder dasselbe. Allem voran der “versehentliche” Grapscher. Aber auch, dass ein Junge vor dem Mädchen den Helden spielen darf, bspw. als Schwimmlehrer oder Retter in der Not. Der Rettung aus einer Notsituation folgt dann gern auch mal eine Mund-zu-Mund-Beatmung, die dann als Kuss interpretiert wird. Ebenso werden oft ein Mädchen und ein Junge zusammen in peinliche Situationen gebracht.

To LOVE-Ru
To Love-Ru Darkness © Kentaro Yabuki, Saki Saki / Shueisha / To LOVE Ru Darkness Production Committee

Am Strand lassen sich immer wieder dieselben Stereotypen finden, nicht selten in spezifischen Badeoutfits. Zu nennen wäre da unter anderem:

  • die etwas ältere/reife Frau, die sich überwiegend sonnt; meist im sehr knappen einfarbig roten, schwarzen oder lila Bikini
  • die großbrüstige Amazone, die in der Regel, sehr aktiv am Strand ist und oft einen sexy Bikini in kräftigen Farben (oder Muster z. B. Leopard) trägt
  • das eher schüchterne Mädchen, das sich öfters (insbesondere aufgrund ihres Outfits) geniert; sie trägt meistens einen Ein- oder Zweiteiler mit hellen Farben und Mustern
  • die Streberin bzw. Introvertierte mit Buch am Strand, zu meist in einem schlichten Einteiler und manchmal noch mit einem Jäckchen darüber
  • das Kind mit einem Schwimmreifen oder aufblasbaren Tieren, fast immer mit Rüschen oder Schleifen am Badeoutfit und süßen Motiven
  • oft findet sich auch jemand im Schulbadeanzug – überwiegend wird einer Tsundere die zweifelhafte Ehre zu Teil
Nisekoi
Nisekoi © Naoshi Komi/SHUEISHA. ANIPLEX. SHAFT. MBS

Es ist aber nicht alles schlecht an Strand-Episoden. Sie sind auch mal eine nette Abwechslung zu einer gerade recht intensiven Story oder ermöglichen es, die Charaktere mal in einer entspannteren Atmosphäre und anderen Outfits zu sehen. Der Strand bietet außerdem einige romantische Möglichkeiten. Gerade in den Abendstunden verbunden mit einem Feuerwerk können besonders romantische Szenen erschaffen werden. Fanservice mag vielen zusagen und weiß in der richtigen Menge sowie gut platziert fantastisch zu unterhalten. Man sieht sogar in einigen Strand-Episoden, dass der Klischee-Anteil weitestgehend reduziert wurde.

Nicht zuletzt gibt es auch mehrere Strand-Episoden, die durch besondere Ideen oder eine besonders gute Umsetzung glänzen. Genauso gibt es aber auch ein paar Strandepisoden, die besonders schlecht sind, gerade wenn der Fanservice so deutlich überhandnimmt, dass man von einer Story überhaupt nicht mehr sprechen kann. Besonders schlimm ist es, wenn dadurch auch Zeit verloren geht, die für einen guten Storyabschluss am Ende schlichtweg fehlt. Vermutlich hängt es auch damit zusammen, wie man zu Strand-Episoden steht, wie viele man bisher gesehen hat. Als jemand, der viele Anime gesehen hat und daher auch zahllose Strand-Episoden, wird man wohl eher genervter auf eine weitere 08/15-Strand-Episode reagieren, als jemand, der erst eine Handvoll gesehen hat.

Dies war der erste Teil des Sommer-Specials über Strand-Episoden. Im zweiten Teil des Specials wird dann auf die Strandaktivitäten eingegangen.

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