Sonntags Anime-Special: Charakterentwicklung

Heute widmen wir uns in unserem Sonntags-Anime-Special mal den Charakteren in einem Anime. Wir haben uns zusammengesetzt und unsere 10 interessantesten Charaktere heraus gesucht.

Akane Tsunemori (Psycho-Pass)
Akane Tsunemori
Akane Tsunemori

Bei Akane erkennt man besonders gut, wie Charakterentwicklung sein sollte:

Zu Anfang vorsichtig und etwas chaotisch organisiert, entwickelt sie sich immer mehr zur Powerfrau und einem sehr guten Cop. Allerdings bleibt sie dabei ihren Prinzipien immer treu und auch wenn sie mal in Konflikt mit sich selbst gerät, findet sie immer eine Lösung, mit der sich ihr Gewissen anfreunden kann.

Ken Kaneki (Tokyo Ghoul)
Shueisha

Ken Kaneki ist die Hauptfigur der Serie Tokyo Ghoul und legt gezwungenermaßen eine krasse Charakterentwicklung hin.

Durch ziemlich unglückliche Umstände wird er zum Halb-Ghul. Zu Beginn ist er noch ziemlich verstört und ängstlich – klar, wer wäre das nicht, wenn man plötzlich Hunger auf Menschenfleisch entwickelt? Doch andere Ghule und Ghul-Ermittler entwickeln ein Interesse an dem Jungen, dass ihn in regelmäßige Schwierigkeiten und schließlich in die Folterkammer eines Ghuls bringt.

Unter tagelangen physischen und psychischen Qualen beschließt er endlich, die gute Erziehung seiner Mutter zu begraben und sich nicht mehr alles gefallen zu lassen. Denn was nützt es einem, immer nur einzustecken und am Ende trotzdem nichts davon zu haben? Von da an ist Ken abgehärtet, wird aktiv und schließt sich der Terrororganisation Phönixbaum an. Gegenüber Feinden ist er nicht mehr zimperlich, sondern brutal und eiskalt.

Dies ist allerdings nicht das Ende seiner krassen 360°-Wende. Unter der Identität Haise Sasaki lebt Kaneki bald darauf mit verlorenem Gedächtnis und ist wieder ein komplett anderer Mensch. Man darf gespannt sein, was der Mangaka noch alles mit ihm vorhat.

Retsu Unohana (Bleach)
Retsu Unohana / Bleach
© Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot

Unohana ist Kommandantin der 4. Kompanie in der Gotei 13.

Diese dient dazu, Heilungs- und Verpflegungsarbeiten zu leisten. Daher kümmert sich Unohana um sehr schwer Verletzte. Für mich persönlich war Unohana von Anfang an eine rätselhafte Figur – sie verhielt sich ruhig, man erwies ihr jedoch viel Respekt. Eigentlich ist Unohana im Bleach-Manga eine Nebenfigur. Kubo haut in der Story dennoch eine Charakterentwicklung hin, die der Leser nicht erwartet hätte.

So begann ihre Karriere in der Gotei 13 als Kommandantin der offensiven 11. Kompanie und sie war diejenige, die die Kunst des Tötens erschuf und damals als erster „Kenpachi“ die 11. Kompanie zu dem machte, was sie heute noch ist. In Unohana steckt demnach mehr Killerinstinkt, als man vermutet hat. Bevor Yamamoto ihre Reiatsu schmälerte, zählte Unohana zu den teuflischsten Kriminellen, die es je in der Soul Society gab. Unohana nannte sich „Yachiru“ (1000 Stile), da sie sämtliche Schwerttechniken und Überlebenskünste kennt.

Vegeta (Dragon Ball Z)
Dragon Ball Vegeta 140204
Vegeta

Vegeta lernt man in Dragon Ball Z als arroganten, hasserfüllten Saiyajin-Prinzen kennen.

Dessen Heimatplanet inklusive seines Volkes wurde von Freezer ausradiert, als er noch ein Kind war. Seitdem sinnt Vegeta auf Rache und lebt als versklavter, aber trotz allen stolzer Krieger für den Kampf. Er ist ein gefährlicher Mann, der keine Freundschaften schließt, sondern sogar seinen Kameraden Nappa tötet, als dieser nutzlos für ihn wird. Ihr seht schon: Vegetas Sozialkompetenzen lassen mächtig zu wünschen übrig.

Ich behaupte nicht, dass sich das Blatt um 180 Grad wendet, doch Vegeta verändert sich mit der Zeit. Aus dem gefährlichen Gegner wird ein wichtiger Verbündeter der Z-Krieger. Das liegt wohl vor allem an einer speziellen neuen Komponente in seinem Leben: seine Rolle als Partner und Familienvater. Es hat wohl so ziemlich jeder Zuschauer mit Son Goku im Anime mitfühlen können, als dieser vollkommen belämmert von Zukunfts-Trunks erfährt, dass dieser der Sohn von Vegeta und Bulma ist. Wer hätte auch beim ersten Auftritt des Saiyajin-Prinzen, der so viel auf seine Herkunft und Rasse hält, gedacht, dass er eines Tages mit so einer „schwachen Erdenfrau“ wie Bulma anbändeln würde? Wobei man zu ihrer Verteidigung sagen muss: Bulma legt zuweilen ein Temperament an den Tag, das durchaus mit dem Stolz des Saiyajin konkurrieren kann.

Auch wenn sich Vegeta nicht als typischer Vater präsentiert, ist ihm seine kleine Familie wichtig. So opfert er in der Boo-Saga sogar sein eigenes Leben, um das seines Sohnes zu beschützen – doch vorher gibt es noch eine emotionale Umarmung. Die erste, welche Trunks jemals von seinem Vater bekommen hat. Noch mehr Vater-Vegeta-Action gibt es dann in Dragon Ball GT, wo die Familie um Töchterchen Bra erweitert wird.

Oscar François de Jarjayes (Lady Oscar)
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Lady Oscar

Oscar François de Jarjayes ist die Protagonistin des Manga Die Rosen von Versailles beziehungsweise der Anime-Adaption Lady Oscar.

Obwohl sechste Tochter eines Generals wurde sie als Sohn erzogen und wird später Anführerin der königlichen Schlosswache zu Zeiten Ludwig XVI. und Marie-Antoinettes. Oscar ist tapfer, talentiert und loyal, verleugnet aber aufgrund ihrer Erziehung lange ihre weibliche Seite. Anfangs von ihren eigenen Untergebenen belächelt, will Oscar vor allem ihre Fähigkeiten als Anführer beweisen.

Jegliches Frausein verleugnet Oscar – bis schließlich auch sie die Liebe kennenlernt. Wenn auch schick in Uniform anzusehen, ist es doch ein vollkommen anderes Bild, als Oscar erstmals in einem Ballkleid auftritt und damit ihrer Weiblichkeit endlich die Freiheit schenkt.

Den noch größeren Sprung wagt sie jedoch zu Beginn der französischen Revolution. Entgegen aller Standesnormen verliebt sich Oscar nicht nur in den aus bescheidenen Verhältnissen stammenden André, sondern stellt sich auch auf die Seite der Bürger. Diesen plötzlichen Gesinnungswechsel verdankt sie einem näheren Einblick in die ärmliche, bürgerliche Welt, von der Lady Oscar zuvor vollkommen falsche Vorstellungen hatte. Desillusioniert muss sie ihr ganzes bisheriges Dasein und das Leben am Hofe hinterfragen. Die Antwort, wem denn nun tatsächlich ihre Loyalität gelten sollte, ist in dieser konfliktreichen Zeit eindeutig: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Yona (Akatsuki no Yona)

Als zunächst verwöhntes Gör entwickelt sich Yona zu einer willensstarken jungen Frau.

© Kusanagi Mizuho Hakusensha / Akatsuki no Yona/ Yona

Wir lernen Yona zunächst nicht wirklich positiv kennen. Schließlich ist sie stark auf sich fixiert und blendet andere Pflichten ganz gerne mal aus. Doch nachdem sich ihr Schicksal um 180° wendet, muss sie sich ändern. Sie möchte lernen zu kämpfen und nicht jedem ständig eine Last zu sein. Vor allem ihrem Kindheitsfreund, der sie von klein auf immer als Leibwächter beschützt hat. Auch wenn sie in der Serie trotzdem das ein oder andere Mal weint, finde ich, dass sie eine echte Besserung erfährt.

Atsushi Nakajima (Bungo Stray Dogs)

Ein Schwächling entdeckt seine verborgene Fähigkeit und strotzt voller Tatendrang.

© 2016 Kadokawa/ Bungo Stray Dogs/ Atsushi Nakajima

Am Anfang der Serie ist Atsushi recht ängstlich besonnen. Er verleugnet anfangs seine Gabe. Doch er lernt sie Schritt für Schritt zu beherrschen und das durch seine Willenskraft. Er hat einen starken Gerechtigkeitssinn, welchen immer größeren Anklang zu seiner Figur findet und ich fand es zur Abwechslung einfach auch mal ganz schön zu sehen, dass aus einem Schwächling ein wirklich ernst zu nehmender Gegner geworden ist.

 

Edward Elric (Full Metal Alchemist)
Edward Elric
Edward Elric

Seine Entwicklung ist für das Shounen-Genre schon extrem untypisch:

Während idR Kraft “aus sich selbst” gezogen wird und MCs stets stärker werden, muss Ed letztlich von seinen “Kräften”, seiner “Technik/Alchemie-Gläubigkeit” abrücken und Demut lernen.

Shinichi (Parasyte)
Shinichi
Shinichi

Der Durchschnittsdulli, der plötzlich Superkräfte erhält (okay, einen außerirdischen Parasiten^^) und so zum einen in die Situation geworfen ist, Verantwortung für die Menschheit zu übernehmen, gleichzeitig sich aber fragen muss, inwiefern er überhaupt noch Mensch ist und ob der Mensch überhaupt schützenswert ist.

Takuma Hirose (H2O: Footprints in the Sand)
Takuma Hirose
Takuma Hirose

Takuma ist ein durchwachsener Charakter.

Auf der einen Seite ein ganz normaler eher ruhiger Junge, entwickelt er sich im Laufe der Geschichte weiter zu einem Menschen, der durchaus den Mund aufmachen kann. Und das muss er auch in dieser Geschichte. Dazu kommt, dass er aus unbekannten Gründen erblindet ist und dieses Problem ebenfalls anpackt. Was bei seinem Umfeld alles andere als leicht ist.

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