Sonntags Anime-Special: Top 10 Anime zum Rewatchen

Ein Anime ist erst richtig gut, wenn man ihn mehrmals sehen möchte. Daher gibt es diesen Sonntag unsere Top 10 der Anime zum immer wieder Anschauen.

Die Reihenfolge der Beiträge ist nicht strikt nach Rang geordnet und eher lose zu verstehen. Die Auflistung spiegelt die subjektive Meinung verschiedener Sumikai-Redakteure wider.

Die nachfolgenden Titelvorstellungen enthalten Spoiler. Wer die Anime noch nicht gesehen hat und sich noch überraschen lassen will, sollte die jeweiligen Beiträge nicht lesen.

Das wandelnde Schloss
Das wandelnde Schloss Ghibli 142687
© 2004 Nibariki – GNDDDT

Unter den vielzähligen Animationsfilmen von Studio Ghibli lädt besonders Das wandelnde Schloss dazu ein, immer wieder mal angesehen zu werden.

Das unauffällige, in sich gekehrte Mädchen Sophie arbeitet als Hutmacherin im Familiengeschäft. Ihr ruhiges, beschauliches Leben nimmt jedoch eine jähe Wendung, als sie den Zauberer Hauro trifft. Dieser ist selbst auf der Flucht vor den Schergen der Hexe aus dem Niemandsland. Aus Eifersucht verflucht diese Sophie, die fortan im gebrechlichen Körper einer 90-Jährigen leben muss. Aus Scham verlässt sie ihre Heimat und stößt auf ihrer Wanderschaft auf Hauros wanderndes Schloss. Als Putzfrau hält sie nicht nur das gigantische vom Feuer-Teufel Calcifer gesteuerte Konstrukt sauber, sondern sorgt auch für das Wohl von Hauro und Assistent Markl. Um ihren eigenen Fluch zu brechen, muss Sophie hinter Hauros Geheimnis kommen, während die Welt im Krieg versinkt.

Das wandelnde Schloss umhüllt sich in ein regelrecht märchenhaftes Ambiente. Es gibt Hexen, Zauberer, hilfreiche Vogelscheuchen, Flüche und süße Dämonen. Gleichzeitig findet aber auch das moderne Zeitalter seinen Weg in die Welt. Schiffe, Automobile, Flugzeuge und Raketen fließen ins Gesamtbild ein. Speziell sei auch Hauros mobiles Schloss, ein Monstrum aus Metall und Dampf, erwähnt, das von Magie gehalten wird. So fassen diese beiden Komponenten des Alten und des Neuen nahtlos ineinander.

Die Atmosphäre im Film ist facettenreich, von lustigen über gefährliche bis hin zu düsteren Momenten. Der Krieg im Hintergrund trägt viel zur negativen Stimmung bei und wirft auch moralisch-philosophische Fragen auf, die vom pazifistischen Charakter Hauro verkörpert werden. Nicht zu vergessen ist Protagonistin Sophie, die als 90-Jährige überraschend selbstbewusster und willensstärker agiert als als junges Mädchen. Zuschauer können beobachten, wie der Fluch Sophie nicht nur physisch, sondern auch psychisch heranwachsen und die Liebe kennenlernen lässt.

Paprika
Paprika Satoshi Kon Madhouse 142687
Paprika © 2006 MADHOUSE/Sony Pictures Entertainment

Unter den Meisterwerken von Kult-Regisseur Satoshi Kon findet sich auch der imposante Film Paprika, in dem die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fantasie überschritten wird.

Das sogenannte DC Mini ist eine revolutionäre Erfindung auf dem Gebiet der psychotherapeutischen Behandlungsmethoden. Es ermöglicht den Therapeuten, in die Träume des Patienten einzutauchen und diese wie einen Film aufzuzeichnen und anzusehen. Das DC Mini befindet sich noch in der Entwicklungsphase, als drei Prototypen gestohlen werden. In den falschen Händen kann das Gerät unvorstellbaren Schaden anrichten, da es die Wahrnehmung manipuliert und eine falsche Wirklichkeit vorgaukelt. Therapeutin Chiba und ihr Traum-Alter-Ego Paprika müssen dem Diebstahl schleunigst aufklären, während sich bereits erste Opfer verzeichnen lassen.

Der auf den gleichnamigen Roman von Yasutaka Tsutsui basierende Film Paprika ist keine 90 Minuten lang. Der Zuschauer wird jedoch vom ersten bis zum letzten Moment in Atem gehalten, während eine bombastisch facettenreiche und Symbol lastige Bilderflut mit der passenden musikalischen Begleitung auf einen herniederprasselt. Gekonnt verschmelzen fantasievolle Traumsequenzen im wahrsten Sinne des Wortes mit der Wirklichkeit, sodass man sich selbst bald fragen muss: Was ist noch Realität?

Obwohl oftmals farbenfrohe Szenerien mit heiter-fröhlich anmutenden Attributen verwendet werden, gestaltet sich die Atmosphäre konträr mit einem mulmigen und immer stärker hervortretenden Unterton. Ebenso sei das perfekt ineinandergreifende Charakterspiel erwähnt. Geprägt von Genie und Wahnsinn, Liebe und Eifersucht, Freiheit und Gefangenschaft wird dem Leser ein emotionaler Schlagabtausch geboten, der das Meisterwerk von Regisseur Satoshi Kon abrundet.

So einen Film sieht man sich gerne immer wieder an.

5 Centimeters per Second

5 Centimeters per Second, ein Meisterwerk von Makoto Shinkai, der eigentlich aus drei Short-Anime besteht, allerdings weltweit als kompletter Film erschien.

5 Centimeters per Second
5 Centimeters per Second / © Kazé

Der erste Kurzfilm Ōkashō (Kirschblütenextrakt) handelt davon, dass Takaki Tōno nach dem Abschluss der Grundschule seine beste Freundin Akari Shinohara verlassen muss, da Takais Eltern der Arbeit wegen in die Präfektur Tochigi umziehen müssen. Trotzdem versuchen die beiden wenigstens eine Brieffreundschaft aufrechtzuerhalten. Als Takaki mitbekommt, dass seine Familie nach Kagoshima umziehen muss, verabredet er sich zu einem letzten Treffen mit Akari. Also macht er sich auf den Weg zu einer langen Zugreise, die durch einen Schneesturm erschwert wird.

Der zweite Film Kosumonauto (Kosmonaut) erzählt von Takaki, der nun im dritten Jahr die Oberschule in Tanegashima besucht. Seine Klassenkameradin Kanae Sumida hat Gefühle für Takaki, traut sich jedoch nicht, ihm diese Gefühle zu offenbaren. Sie bemerkt aber, dass Takaki ständig in die Ferne starrt, als ob er etwas suchen würde, das sehr weit weg zu sein scheint.

Der dritte Film Byōsoku 5 Centimeter spielt 2008, und alle drei Protagonisten haben sich auseinander gelebt und jeder seinen eigenen Weg eingeschlagen. Takaki arbeitet mittlerweile als Programmierer in Tokyo, und Akari bereitet sich auf ihre Hochzeit vor.

Der Film besticht durch eine sehr ruhige Story, die auch sehr langsam erzählt wird. Und zwar so gut, dass man im Kopf automatisch über diverse Szenen nachdenken muss, egal wie oft man sich den Film anschaut. Aber es ist nicht nur die Geschichte und die Art, wie sie erzählt wird,  Makoto Shinkai schafft es, eine eindrucksvolle und wunderschöne Bildersprache zu zaubern, die einen durch die Details immer wieder in ihren Bann zieht.

Summer Wars

Summer Wars ist ein mehrfach ausgezeichneter Film von Mamoru Hosoda, den man ruhig mehrmals schauen kann.

Platz 10. Summer Wars
Summer Wars © Kazé Deutschland

Die Geschichte handelt von Kenji, der vom hübschesten Mädchen der Schule gefragt wird, ob er sie zu ihrer Familie begleitet. Damit geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Doch der Traum wird schon bald zum Albtraum. Natsuki hat ihm verschwiegen, dass ihre Familie riesig ist und er sich vor allen als ihr Verlobter ausgeben soll. Außerdem hat jemand ein riesiges Chaos im Internet verursacht – mit seinem Internet-Zugang! Verkehrsleitsysteme, Behördendaten, die komplette öffentliche Infrastruktur bricht zusammen und bedroht damit auch die reale Welt. Der unschuldige Kenji wird als Krimineller verleumdet, und bevor er überhaupt weiß, was los ist, wird er in eine Schlacht um das Schicksal und das Gleichgewicht der Welt gezogen.

Der Film bietet einiges, viel Humor dank einer extrem verrückten, aber trotzdem liebenswürdigen Familie, natürlich ein wenig Drama und Romance. Aber der Film ist nicht so geradlinig gestrickt wie bei dem Genre oft üblich, sondern geht andere Wege. Ein großer Fokus liegt auf der Charakterenwicklung, die trotz der Tatsache, das es sich um einen Film handelt, auffällt.

Children Who Chase Lost Voices (Die Reise nach Agartha)
Children Who Chase Lost Voices
© Makoto Shinkai/CMMMY
© 2013 VIZ Media Switzerland SA

Makoto-Shinkai-Filme sind für mich generell Titel, die man immer und immer wieder ansehen kann. Children Who Chase Lost Voices, oder auch als Die Reise nach Agartha bekannt, ist da keine Ausnahme. Mit unglaublich schönen Bildern werden gefühlvolle und ergreifende Geschichten erzählt, die auf eine sehr realistische Art den Zuschauer in eine Fantasiewelt entführen.

Die junge Asuna verbringt ihre wenige freie Zeit damit, den Klängen eines Kristallradios zu lauschen, welches sie von ihrem verstorbenen Vater geschenkt bekam. Eines Tages empfängt sie darauf eine mysteriöse Melodie, die anders ist als alles, was sie jemals gehört hat. Kurz darauf geschehen seltsame Dinge rund um das Mädchen. Asuna steht auf einmal einer riesigen Bestie gegenüber, doch ein geheimnisvoller Junge namens Shun taucht plötzlich auf und kann sie vor einem Angriff bewahren. Shun erzählt ihr, dass er aus einem fremden Land namens Agartha stammt. Als der Junge am nächsten Tag spurlos verschwunden ist, macht sich Asuna sorgen und beginnt, nach ihm zu suchen. Dabei stößt sie auf eine geheimnisvolle fremde Welt, die seit Jahrtausenden vor den Augen neugieriger Menschen verborgen blieb. Ein Abenteuer voller Aufs und Abs der Gefühle breitet sich vor ihr aus.

Wie man von Makoto Shinkai ja schon gewohnt ist, erwartet einen eine Story, die gleich auf mehreren Arten besticht. Zum einen ist sie sehr langsam und ruhig erzählt, bleibt aber trotzdem durchwegs spannend. Auch wenn die Geschichte zunächst den Eindruck macht, vorhersehbar zu sein, überrascht sie mit der Zeit immer wieder. Es gibt einige interessante Wendungen und Momente, die man so nicht erwartet hätte. Ein perfekter Familienfilm den man gerne auch mal in Gesellschaft ansieht.

Rebuild of Evangelion
© Universum Film GmbH
© Universum Film GmbH

Bei Rebuild of Evangelion handelt es sich um eine Film-Reihe, die als modernere Neuinterpretation von Neon Genesis Evangelion gilt. Bisher sind drei Movies erschienen, ein vierter und finaler Teil folgt noch.

Shinji Ikari ist eigentlich ein gewöhnlicher 14-jähriger Schüler. Auf Wunsch seines Vaters zieht er in die Stadt Neo Tokyo-3, wo er jedoch bereits kurz nach seiner Ankunft in einen Kampf zwischen dem Militär und einem riesigen Ungeheuer, das als vierter Engel bezeichnet wird, gerät. Der Junge wird von der geheimen Organisation NERV in ein unterirdisches Hauptquartier verschleppt, wo er feststellen muss, dass sein Vater Gendo der Leiter eben dieser ist. Shinji soll als Pilot die Evangelion Einheit 01 steuern, welche für den Kampf gegen die auf der Erde auftauchenden Engel spezialisiert ist.

Zunächst weigert er sich, den humanoiden Kampfroboter zu steuern, wird dann aber von seinem Vater doch dazu gebracht EVA-01 einzusetzen. Shinji hat jedoch keinerlei Erfahrung im Kampf und kann nicht sonderlich viel gegen den Engel ausrichten. Als der Evangelion jedoch plötzlich außer Kontrolle gerät, zeigt dieser einen eigenen Willen und setzt ungewöhnliche Kräfte frei. Während der Kampfroboter selbstständig große Teile der Stadt vernichtet, gelingt es ihm, auch den Engel tödlich zu verwunden.

Der erste Film ist bereits 2010 mit dem Titel Evangelion:1.11 – You Are (Not) Alone bei Universum Anime in deutscher Ausgabe erschienen. Noch im gleichem Jahr folgte Evangelion:2.22 – You Can (Not) Advance und 2013 schließlich der dritte Teil Evangelion: 3.33 – You Can (Not) Redo ebenfalls bei Universum Anime. Die drei Movies kommen zwar nicht ganz an den philosophischen Aspekt und die grandios umgesetzte Charakterentwicklung der originalen TV-Serie heran, bieten aber eine interessante Neuinterpretation mit moderner Animationstechnik und einer actionreicheren Handlung, die ab dem dritten Film der Tiefgründigkeit des Originals in nichts nachsteht. Für mich ist diese Filmreihe ein Pflichttitel in jedem Film-Regal und kann immer wieder auch gemeinsam mit Freunden angesehen werden.

Blue Exorcist – The Movie
Blue Exorcist – The Movie
Blue Exorcist – The Movie

Bei dem Film handelt es sich um eine Nebenstory zum Manga Blue Exorcist von Kazue Kato. Der Part über Yukios, Rins und Shiemis Mission im Geisterzug wurde auch als Special Sidestory in Band 6 untergebracht.

Die Geschichte beginnt mit einem Flashback, der Rin, Yukio und ihren Ziehvater Shiro zeigt. Shiro liest den beiden Jungen eine alte Geschichte über einen Dämon vor, der mit den Menschen spielen wollte und die Erinnerungen eines ganzen Volkes ausgelöscht hat. Abschließend stellt Shiro Rin und Yukio die Frage, wie sie sich einem Dämon gegenüber verhalten würden.

Jener Dämon wird versehentlich Jahrhunderte später in einer Mission von Exorzisten aus seiner Versiegelung befreit. Es ist Rin, der sich als Bestrafung für seinen Ungehorsam vorläufig um den kleinen, scheinbar ungefährlichen Dämon Usamaro kümmern soll. Die beiden schließen bald Freundschaft und verbringen viel schöne und lustige Zeit zusammen. Damit der Spaß jedoch nie endet und gleichzeitig um Rin einen “Gefallen zu tun”, beginnt Usamaro, Rins Erinnerungen an Pflichten, Sorgen und andere negative Gedanken zu löschen. Das weitet sich schnell auch auf andere Charaktere aus und sorgt für reichlich Chaos. Schließlich bringt Rin dem Dämonen-Kind bei, dass zum Leben nicht nur Spaß und gute Erinnerungen, sondern auch Pflichten gehören und dass besonders traurige Erinnerungen sehr wertvoll sind.

Was mir besonders an Blue Exorcist – The Movie gefällt, ist, dass sich der Film mit der Beziehung zwischen Menschen und Dämonen beschäftigt. Im Gegensatz zur aktuellen Handlung im Manga trifft man hier seit Langem mal wieder auf ein Dämonen-Exemplar, dass im Grunde nicht böse ist. Mit “böse” meine ich, dass der Dämon absichtlich keinem der Menschen Schaden zufügt und nicht aus rein egoistischen Motiven handelt. Im Grunde hat Usamaro es nur gut gemeint. Diese Story hat mich sehr berührt und auch die Animation (vor allem das nächtliche Sommerfest) ist einfach fantastisch.

Code Geass: Lelouch of the Rebellion
Code Geass / © SUNRISE /
Code Geass / © SUNRISE /

Mit dem Original-Anime Code Geass: Lelouch of the Rebellion (Hangyaku no Lelouch) erschien 2006 einer der erfolgreichsten Titel von Studio Sunrise.

Am 20. August 2010 zerschmettert das Heilige Britannische Reich die japanischen Streitkräfte und erobert das Land im Handumdrehen. Durch die Niederlage verliert Japan seine Unabhängigkeit und wird zur 11. Kolonie des Britannischen Reiches. Die Japaner werden von nun an als „Elevens“ bezeichnet, leben eingepfercht in Ghettos und bekommen ihre Grundrechte aberkannt.

In dieser weltpolitisch und sozial explosiven Situation schwört der junge Student Lelouch Lamperouge, das Britannische Reich zu zerstören. Sein Ziel wird ihm durch das Geass ermöglicht, die Macht der Könige, die ihn befähigt, jedem seinen Willen aufzuzwingen, der seinen Blick kreuzt. Lelouch Lamperouge beginnt eine unglaubliche Schachpartie gegen das Reich, bei der die Elevens, die britannischen Soldaten und die Rebellen, die Figuren darstellen. Doch seine Vergangenheit und seine Ambitionen könnten die Welt ins Verderben führen!

Anfangs hört sich die Handlung fast schon ein wenig klischeehaft an, da der Protagonist eine Macht erlangt, die es ihm ermöglicht, weltbewegende Veränderungen herbeizuführen. Doch schnell wird einem beim Schauen klar, dass dieser Anime etwas besonderes ist. Nicht nur die Erzählweise, sondern auch die Charaktere, die psychologischen und philosophischen Aspekte sowie die unzähligen, unerwarteten Wendungen verblüffen die Zuschauer immer wieder aufs Neue.

Die Story steigert sich nicht nur in ihrer Spannung und Genialität, stattdessen dehnt sie sich zusätzlich auf dynamische Weise in alle Richtungen aus, sodass einem diverse Punkte komplett entgehen können. Das wiederum hat den positiven Effekt, dass einem bei fast jedem Rewatch neue Dinge klar werden, die einem vorher vielleicht gar nicht erst aufgefallen sind – so war es zumindest bei meinen bisherigen vier Durchgängen. Dadurch wird es so gesehen auch nie langweilig.

Ebenfalls interessant ist, dass bei Code Geass nicht strikt nach Gut und Böse unterteilt wird. Vielmehr bekommt man alle Meinungen, Weltbilder und Perspektiven zu sehen, wodurch man sich seine eigene Meinung bilden kann, da die unterschiedlichsten Philosophien internationaler Ausmaße aufeinandertreffen. So kann es schnell mal passieren, dass verhasste Charaktere einem plötzlich sympathisch werden und umgekehrt genauso.

Ich möchte allerdings nicht allzu viel vorwegnehmen. Wer diesen Anime von der Beschreibung oder der Tatsache her, dass mit Mechas gekämpft wird, uninteressant findet oder ihn sogar gedropt hat, sollte ihm wirklich noch eine Chance geben. Erfahrungsgemäß kommt es nicht selten vor, dass Neueinsteiger ihre Meinung bereits nach wenigen Episoden komplett ändern.

One Piece: Strong World
© Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation
© Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

Kazé gab das Kinospektakel One Piece: Strong World im Jahr 2012 im deutschsprachigen Raum heraus.

Die Strohhut-Bande befindet sich irgendwo verstreut auf einer Insel, die von gigantischen Insekten bewohnt wird. Was sie dort suchen ist leicht beantwortet: Der legendäre Pirat Shiki hat Nami entführt, weil er ihre Navigator-Fähigkeiten benötigt. Um die restlichen Strohhüte loszuwerden, katapultierte er sie auf seine schwebende Insel namens Merveille.

Nami erfährt schon bald, warum ihre Freunde so lange brauchen, um sie zu retten. Dank der Planze IQ erreichen die Tiere auf der Insel höhere Entwicklungsstufen. Um ihre Kampfbereitschaft zu steigern, haben Shikis Forscher ein spezielles Medikament entwickelt, das sie den Tieren regelmäßig verabreichen. So wird die Insel für Ruffy und seine Freunde zum reinsten Überlebenskampf.

Doch das ist noch nicht alles: Das East Blue – Ruffys, Sanjis, Namis und Lysops Heimat – steckt in großen Schwierigkeiten. Shiki entpuppt sich als Übeltäter. Natürlich kann es die Strohhut-Bande auf keinem Fall zu lassen, dass Nami in seinen Händen bleibt. Ebenso müssen sie verhindern, dass das East Blue zerstört wird und dass den Menschen, die auf Merveille leben, etwas zustößt. Da frage man sich, ob es ihnen gelingen wird, all die Probleme zu beseitigen.

Das Konzept für die Story von One Piece: Strong World steuerte Eichiiro Oda persönlich bei. Er greift dabei auf einen für das Shonen-Genre typischen Ablauf zurück: Der Oberbösewicht entführt einen Freund des Helden, welcher daraufhin natürlich sein Bestes gibt, ihn wieder zu erlösen. In diesem Fall ist Nami – wie schon allzu oft – das Opfer. Durch die Rettungsaktion geraten Ruffy und Co. von einem Abenteuer ins Nächste. Auch der Bosskampf entwickelt sich letztendlich nach einem typischen Muster: Der Held ist im ersten Kampf der Unterlegene wird beim zweiten jedoch zum Überlegenen. Besondere Tiefe wird der Zuschauer in der Handlung nicht finden. Warum der Streifen aber durchaus sehenswert ist: Euch erwarten Humor, actiongeladene Kämpfe und Dramatik. Allein die Einleitung des Movies ist mega unterhaltsam. Der Movie ist übrigens nicht nur für One Piece-Fans attraktiv. Auch Nichtkenner finden problemlos in die Story hinein.

Akira
Kodansha
© Kodansha

Oldie but Goldie oder so ähnlich. Akira ist der Klassiker.

Die Geschichte von Akira beginnt in den 1980ern. Dort vernichtet eine mysteriöse Explosion das alte Tokyo und beschwört den dritten Weltkrieg herauf. Jahrzehnte später ist der Wiederaufbau der Metropole beendet – doch der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahre gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Das Bild Neo-Tokios in den 2030ern wird von Demonstranten, Terroristen, der gewaltbereiten Polizei und nicht zuletzt der korrupten Regierung bestimmt.

Shotaro Kaneda, Tetsuo Shima und ihre Freunde tragen indessen inmitten dieses Chaos ihren ganz privaten Krieg aus. Die jugendlichen Biker liefern sich mit Brandbomben gespickte Straßenschlachten mit der rivalisierenden Gang „Clowns“. Eines Tages verunglückt Tetsuo bei einer der gefährlichen Verfolgungsjagden. Bevor der Verletzte vom Militär in Gewahrsam genommen wird, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung: Ein Junge mit greisenhaftem Gesicht erscheint und Tetsuo wird Zeuge paranormaler Fähigkeiten. Haben diese etwas mit der sagenumwobenen Kraft „Akira“ zu tun, von denen die zahlreichen Weltuntergangs-Prediger reden…?

Auch wenn der Film sehr stark vom Manga abweicht ist und bleibt der Film gut. Mit kurzer Pause kann man ihn immer und immer wieder anschauen. Die Geschichte ist einfach sehr gut erzählt, durchdacht und die Charaktere sind irgendwie sympathisch. Zugegeben, das Ende des Films ist ein wenig seltsam, aber das ist nicht so schlimm.

Außerdem besticht die Animation, denn die Effekte sind für damalige Zeit beeindruckend in Szene gesetzt worden.

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