Sonntags-Manga-Special: Top 15 Manga ohne 08/15-Einband (1)

Die meisten Manga haben echt einen irre lahmen 08/15-Einband, der nur so vor billiger Standardproduktion strotzt. Klar, irgendwo sind es Comics bzw. Leseartikel für ein eher kurzes Vergnügen. Doch dann ist der Weg zum digitalen E-Manga nicht mehr weit.

Wann habt ihr mit der Hand das letzte Mal erfürchtig über einen fast wertvoll erscheinenden Manga-Einband gestrichen?

Man kann ja schon froh sein, wenn die Klebung hält. Ich zucke jedes Mal innerlich zusammen, wenn ich einen Band von Black Butler öffne und es an der ersten Farbseite RATSCH macht. Wie will man aber unter zig Manga-Titeln auffallen, wenn man so ein Einheitsbrei-Cover und -Material vorweist? Natürlich versuchen Verlage damit, die Stückpreise für die Fans gering zu halten. Aber es gibt so viele Komponenten wie z. B. Haptik, Format oder besondere Effekte, mit denen man einen Band individuell gestalten und aufwerten kann.

Wir haben unsere bisher verlegten Favoriten einmal zusammengetragen. Die erste Hälfte präsentieren wir euch hier. (Mit freundlicher Unterstützung der Comic Combo, die beim Brainstorming und dem Fotomaterial maßgeblich beteiligt war. 🙂 )

Mystery mit Neon-Farbschnitt – Blood Lad
Blood Lad Farbschnitt
© Sumikai

Dunkles Charakterdesign. Tendenziell kalte Farben. Und dann dieser knallig bunte Farbschnitt! BÄMMM!

Die Bände von Blood Lad sind ein cooler Hingucker im Regal. Nicht die Story hat mich damals überzeugt, mir den ersten Sammelschuber zuzulegen. Zugegriffen habe ich hauptsächlich, weil mich dieses kreischig, düstere Design dazu verleitet hat. Und die Ähnlichkeit zu den Figuren von den Gorillaz.

Was ich (im Gegensatz zum gruseligen Knacksen der Klebebindung) tatsächlich auch liebe: das Geräusch, wenn man die verklebten Seiten beim ersten Lesen noch vorsichtig auseinanderzupfen muss. So ein krasser Farbschnitt passt nicht bei jedem Titel, aber hier saugut gewählt! Ein Making-of von Tokyopop gibt es übrigens hier.

Liebevoll mit viel Glitzerstaub – Aishite Knight
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© Sumikai

Der recht alte Romance-Manga, dessen Anime wir hierzulande unter dem Titel Rock’n’Roll Kids kennen, ist leider noch nicht in Deutschland erschienen.

Und sollte es jemals doch dazu kommen, dann bitte behaltet das schnuckelige Design bei, dass u. a. die französische Ausgabe bekommen hat.

Der Manga hat dort nicht nur eine schicke Klappenbroschur. Auf dem Cover befinden sich auch noch *KREISCH* mega kitschige Glitzerpartikel. Fässt sich total toll an! Wenn ich besser Französisch könnte, würde ich mir die Bände auch holen.

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© Sumikai

Ausgeklappt bildet der Umschlag ein gerahmtes Gesamtkunstwerk mit einigen wenigen Infos zur Mangaka Kaoru Tada. Hier sieht man, dass sich der Verlag wirklich Mühe gegeben hat, ungeachtet der bereits verteufelt süßen Motive ein ganz besonderes Schmankerl für die Fans zu produzieren. Besser kann ich mir einen Shojo-/Romance-Comedy-Manga nicht vorstellen!

 

Schlicht und edel – Gute Nacht, Punpun
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© Sumikai

Reduziertes Design bewährt sich überall. Auf Werbeplakaten, im Webdesign … und auch beim Einband von Printwerken.

Gute Nacht, Punpun ist einer dieser Titel, den ich erst spääät für mich entdeckt habe und trotzdem schon länger im Auge hatte. Und das nur wegen des seltsam andersartigen Covers. Warum so eine edle matte Klappenbroschur und gleichzeitig so ein banales, fast ausschließlich geprägtes (!) Motiv? Wer oder was ist dieses Strichmännchen?

Besonders spannend ist es, Punpuns teilweise sehr abstrakte Darstellungen aus seinen Lebensphasen und Stimmungen über die Manga-Cover hinweg zu verfolgen.

Cyberpunk mit Glow-Effekt-Cover – Dimension W
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© Sumikai

Eigentlich sind es recht schlichte Cover mit wenig Farbkontrast. Wäre da nicht das markante Gelb, das im Dunkeln leuchtet.

Auf das besondere Cover von Dimension W wurde ich erst aufmerksam, als ich den Manga in den Händen hielt. An den gelben Stellen hat es nämlich eine raue Oberfläche. Diese Partien lassen sich mit Licht aufladen und leuchten somit im Dunkeln. Da es in dem Manga inhaltlich vor allem um eine Energiequelle (Coils) geht, passt das Design einfach perfekt.

Auf der Rückseite befindet sich eine passende Silhouette von dem Charakter auf der Vorderseite. Das Gesamtdesign wirkt genauso, als würde man jemanden von vorne anstrahlen. Von vorn wäre die Person zu sehen mit Stellen, die das Licht vielleicht reflektieren, von hinten wäre hingegen nur eine Silhouette zu sehen.

Blumig und verträumt – ano hana
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© Sumikai

Der weiße Hintergrund mit den pastellfarbenen Blumen stach mir sofort ins Auge. Die Charaktere auf dem Cover sehen dementsprechend ein wenig verloren aus, doch das passt hier sehr gut zum Inhalt.

Nimmt man den Manga in die Hand, stellt man schnell fest, dass die Klappenbroschur noch weitere interessante Details zu bieten hat. Die Kaschierungen auf Forder- und Rückseite haben dafür gesorgt, dass ich ano hana nicht mehr aus der Hand geben wollte. Des Weiteren findet man auf der Innenseite der ausklappbaren Broschur jeweils eine monochrome Darstellung von Menma, die farblich zu den Blüten außen passt.

Insgesamt wirkt der Einband wunderbar stimmig und besticht durch seine Schlichtheit. Wen das bis hierhin nicht überzeugt hat, der sollte sich zumindest über das bunte Poster von Menma freuen, welches man mit jedem Band geschenkt bekommt.

Neonflecken als „Fremdkörper“ – TEN COUNT
© Sumikai
© Sumikai

TEN COUNT, die Boys-Love-Serie von Rihito Takarai, hat eigentlich ziemlich schlichte Cover-Motive.

Gezeigt werden immer die beiden Hauptcharaktere Kurose und Shirotani, die im Gegenlicht vor einem Fenster stehen. Dementsprechend sind die Figuren in gedeckten Farben gehalten, der Hintergrund dafür fast weiß.

Jedoch ist dies nicht der wirkliche Hingucker: Besonders an den matt kaschierten Covern sind der mit Glanzkaschierung hervorgehobene Titel und die ebenfalls glanzkaschierten Neonflecken, die wie ein Fremdkörper über die Figuren gespritzt wirken.

Das passt auch ganz gut zum Thema von TEN COUNT. Shirotani leidet nämlich an Mysophobie, der Angst vor Bakterien und Viren, die in ihm einen Waschzwang auslöst und ihn von anderen Menschen isoliert. Die Neonflecken durchbrechen somit seine Schutzwand und beflecken ihn wie einen Fremdkörper.

Transparenter Schutzumschlag, filigran verziert – Clover
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Kennt oder besitzt jemand von euch noch den Manga Clover von CLAMP?

Für mich der erste Titel in Deutschland, an den ich mich noch erinnern kann, der so richtig edel anmutete. Carlsen verlegte die kurze Serie 2001 – und mit was für einer schönen Aufmachung!

Der Manga erschien mit einem transparenten Schutzumschlag, der einzelne Elemente (wie florale Schnörkel oder Vögel) des Covers aufgreift. Die reflektierende Veredelung und die schwarze Schrift des Titels verleihen der Ausgabe etwas typisch clamp’sches mystisches. Der Manga besaß zusätzlich ein etwas größeres Format.

Verstecktes Sternenhologramm – Mistress Fortune
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Mistress Fortune ist eine einbändige Serie von Arina Tanemura, in der es um das zauberhafte Duo Fortune Quarz und Fortune Tiara – zusammen Mistress Fortune – geht, das für die Regierung allerhand Schurken das Handwerk legt.

Ich besitze den Manga seit Jahren und habe nie darüber nachgedacht, dass das Cover so besonders sein könnte. Doch dann sagte man mir, dass es eine Glanzkaschierung mit Sternenhologramm haben soll … und ich bin aus allen Wolken gefallen! Zum ersten Mal drehte ich das Buch in meinen Händen und siehe da: Regenbogenfarbene Sterne tanzten über das ganze Cover!

Da sich dies nur schwer fotografisch festhalten lässt, empfehle ich jedem, der den Manga hat und es noch nicht bemerkt hat, es selbst einmal auszuprobieren. So eine schöne Gestaltung wünsche ich mir ab jetzt für jeden Magical-Girl-Manga!

Jubiläumsband mit exklusivem Umschlag geehrt – Naruto
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© Sumikai

Viele werden sich jetzt wundern und sich vielleicht so was denken wie: Wo bitteschön hat denn der Manga von Naruto ein besonderes Cover?

An sich mag das auch stimmen. Um die Veröffentlichung von 50 Bänden von Naruto zu feiern, bekam der 50. Band ausnahmsweise einen besonderen Schutzumschlag.

Der Schutzumschlag erhielt zudem ein eigenes Motiv mit Naruto im Fuchs-Gewand, der von mehreren Ketten bewegungsunfähig gemacht wurde. Obwohl der Umschlag recht dünn ist, wirkt er sehr stabil. Man kann ihn auch problemlos vom Manga entfernen, um entweder das richtige Cover darunter zu sehen oder um den Schutzumschlag für einen anderen Manga zu nutzen.

Grapschen erlaubt – Sternensammler
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Die Erstauflage von Anna Backhausens und Sophie Schönhammers Boys-Love-Manga Sternensammler in kapitelweiser Heftform überzeugt nicht nur auf den Innenseiten, sondern auch mit dem Äußeren.

Sternensammler fällt schon allein durch sein Format von 17,4 x 25,9 cm auf – größer als A5, aber kleiner als A4. Das wirklich interessante an Tokyopops fünfteiliger Erstveröffentlichung ist jedoch die detaillierte Cover-Haptik. Für die Frontmotive wurde gleich mit zwei Arten von Materialien gearbeitet.

Während die abgebildeten Charaktere und Schriftzüge dank Folienkaschierung glatt und gummiartig im Griff sind, fühlen sich die kleinen Sternchen im Hintergrund rau und körnig an. Mal ganz abgesehen davon, dass sie bei naher Betrachtung auch glitzern. In Kombination ergibt sich bei so einer Oberflächenstruktur ein unglaubliches Tasterlebnis. Sternensammler ist damit definitiv ein Manga, der nahezu wortwörtlich zum Betatschen einlädt.

Reich bestückte Klappenbroschur – Die Braut des Magiers
Braut des Magiers Klappbroschur
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Kräftige Farben und ein Motiv, das immer eine gewisse Ruhe ausstrahlt – das sind die Merkmale der verschiedenen Cover von Die Braut des Magiers. Das ist jedoch noch nicht alles, womit der Einband zu überzeugen vermag.

Allgemein bietet sich das Verwenden von Klappenbroschuren gerade bei Manga im Großformat an und das ist auch hier der Fall. Wenn die Klappen geschlossen sind, ist auf der vorderen ein Kommentar von Kore Yamazaki mit ihrem Avatar zu finden. Auf der hinteren hingegen sieht man die Aufschrift „Die Braut des Magiers“ in einem kräftigen und schönen Design, das im krassen Gegensatz zu dem sehr schlichten Schriftzug auf dem Cover steht.

© Sumikai
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Klappt man die Seiten auf, entdeckt man außerdem zwei kleine Extras. Zum einen gibt es einen 4-Koma-Manga mit kleinen Geschichten aus dem Tagebuch der Haushälterin Silky. Zum anderen wird einem der Aufbau eines Zimmers anhand eines Bildes näher erläutert. Dadurch, dass die Extras in Rot auf weißem Untergrund erstrahlen, bleibt man direkt an den „zusätzlichen“ Seiten hängen.

Schimmernder Schriftzug – Bleach Character Books
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© Sumikai

Tokyopop schenkte den beiden Bleach Character Books ein größeres Buchformat und eine schicke Aufmachung.

Der Umschlag kommt in Hochglanz und der Schriftzug sowie die Haare der beiden Charaktere schimmern im Licht. Auch verzichtete der Publisher auf die in der japanischen Ausgabe enthaltenen Extras nicht. So erhält der hiesige Fan Sticker und ein Klappposter als Gimmick.

 

Burtonesques Design – kuro
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© Sumikai

Kurzgeschichten haben es immer etwas schwer. Einmal gelesen, binden sie in der Regel kein Publikum auf lange Zeit an sich.

Dafür haben sie einen entscheidenden Vorteil: Wenn drei Bände je 9,95 € kosten, kann man das verschmerzen. Ab zehn Bänden schreckt das ab.

Das wurde bei der kurzen Serie genutzt.kuro erscheint neben den Farbseiten der Story mit einer Klappenbroschur, die das Covermotiv mit dem mystisch schönen Setting erweitert. Das Mädchen Coco und sein Kater Kuro wurden mit Kaschierung veredelt. Mich erinnert der Titel an die guten alten Zeiten von Tim Burton und seine skurrilen Horrorgestalten.

Luxuriöses Hardcover – Another + Zero: Luxury Edition
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© Sumikai

Auf den ersten Blick ist kaum erkennbar, dass es sich bei dieser Ausgabe tatsächlich um einen Manga handelt, da Hardcover-Ausgaben leider viel zu selten sind.

Die Optik wirkt oberflächlich betrachtet sehr schlicht, sieht man mitunter nur ein normales Buch mit komplett schwarzem Einband. Nur der Titel und der Verlag glänzen auf der Vorderseite und dem Buchrücken in Gold veredelten Buchstaben. Zwar ist der Einband wirklich zum größten Teil schwarz, aber dahinter verbirgt sich ein sehr interessantes Design. Durch Folienkaschierung heben sich nämlich mehrere Teile farblich vom matten Untergrund ab und es entsteht so ein Motiv.

Der Manga mag für den ein oder anderen ein bisschen unhandlich sein. Da er aber „nur“ vier Bände enthält, ist er dennoch gut und problemlos lesbar. Die Luxury Edition besticht mit einem edlen schwarzen Design und trägt diesen Titel zurecht.

Goldene Runenverzierung – The Legend of Zelda – Hyrule Historia
The Legend of Zelda - Hyrule Historia
© Sumikai

Streng genommen ist es eigentlich kein Manga. Für dieses besondere Schmuckstück muss aber eine Ausnahme gemacht werden. So gesehen ist ja ein Manga zumindest mit enthalten. 😉

Die Hyrule Historia ist allein durch ihre Größe (23,5 x 31,0 x 2,5 cm) kaum zu übersehen. Auch die in Gold veredelten Zeichen und Buchstaben, die sich wunderbar auf dem matten dunkelgrünen Untergrund abheben, ziehen den Blick auf sich. Das Buch erinnert mit seiner Aufmachung schon sehr stark an ein Kompendium, als was man es grundsätzlich auch sehen kann.

Wegen der Größe und des Gewichts ist es ein Buch, das man sich im Normalfall nur gemütlich zu Hause anschaut. Das stört aber nicht. Gerne mehr solcher fantastischen und mit Mühe gestalteten Werke wie dieses!

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