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Popkultur Space Dandy Vol. 3 – DVDonTest

Space Dandy Vol. 3 – DVDonTest

Volume 3 aus dem Dandy-Space wartet erneut mit drei abenteuerlichen Planeten auf, die verschiedener kaum sein könnten. Komische, bewegende und philosophische Storys tummeln sich auf der Disc zu Space Dandy. Außerdem beweisen sie zum wiederholten Mal, dass sogar der narzisstische Alienjäger mit der Schmalztolle ein Herz hat – auch wenn es nicht für seine Kameraden Meow und QT schlägt …

Folge 8: Einsamer Hunde-Planet

Die Crew der Aloha Oe hat es diesmal auf den Planeten Mechania verschlagen, der einem verlassenen Schrottplatz gleicht. Kaum vorstellbar, dass es dort noch Leben geben soll, geschweige denn eine nicht-registrierte Alienart, denken sie. Doch dann läuft ihnen ein ausgesetzter Hund in die Arme. Dandy hat Mitleid mit dem armen Tier und will es (nicht ganz uneigennützig) in die Crew aufnehmen. Was die drei bis dato nicht ahnen ist, dass sich die winzigen »Le-Floh-Brüder«, Graviton und Gravitino, die letzten beiden Mechanianer, direkt vor ihrer Nase befinden.

Folge 9: Auch Pflanzen sind Lebewesen

Laut Meows Space Adventure Magazine soll es ein seltenes Alien namens Code-D auf dem Planeten Planta geben. Doch während dort von Aliens jede Spur fehlt, finden Dandy und der Betelgeusianer nur lauter mutierte Pflanzen vor. Durch eine Verwechslung gelangt Dandy in das Forschungslabor von Dr. H, welcher seinen menschlichen Besucher über den gesuchten Code-D und dessen Gefahrenpotenzial aufklärt. Denn der seit Langem permanent abgesonderte Gestank ist es, der jenes unnatürliche sowie unkontrollierbare Pflanzenwachstum auf Planta verursacht.

Folge 10: Morgen ist ein neuer Tag

Aufgrund eines Schadens an ihrem Raumschiff steuern die drei Freunde den nächstgelegenen Planeten zur Reparatur an. Dass es sich dabei zufällig um Betelgeuse, den Heimatplaneten von Meow handelt, und sie sich auch noch bei dessen Familie einnisten, passt dem Betelgeusianer gar nicht. Dank einer Zeitschleife sitzen Dandy und Co. plötzlich in dem öden »Kaff« fest und erleben immer wieder denselben Tag. Gerade davor hatte sich Meow gefürchtet: Gefangen zu sein in einem eintönigen Leben ohne Aussicht auf eine spannende Zukunft. 

Umsetzung

Mit den Episoden von Volume 3 schlägt der Anime sehr bewegende und nachdenklich stimmende Töne an. Die Vorstellung, dass ein Hund – oder sagen wir generell ein soziales Lebewesen – allein auf einem Planeten ausgesetzt wurde und sich daher ungeliebt beziehungsweise abgelehnt fühlt, würde wohl in jedem Mitgefühl wecken. Der Erzähler ist in den Folgen von Disc 3 übrigens wieder sehr präsent und liefert häufig Erklärungen (die aber nicht immer extra nötig sind). So verweist er in Folge 8 auf die sowjetische Mission Sputnik 2 von 1957, bei der die Hündin Laika als erstes Lebewesen ins Weltall geschickt wurde.

Ihre Rückkehr wurde nicht eingeplant, war technisch auch noch nicht möglich und bereits wenige Stunden nach Raketenstart, war das Tier an Stress sowie Überhitzung in der Kapsel gestorben, was nach Bekanntwerden eine heftige Debatte über den Missbrauch von Tieren für wissenschaftliche Forschung ausgelöst hatte.

Die Episode spinnt demnach (unrealistisch versteht sich) das Schicksal der Hündin weiter, wenn sie überlebt hätte und auf einem Planeten gelandet wäre. Ungewöhnlicherweise beginnt die Folge narrativ gesehen deshalb schon recht traurig und holt dann im zweiten Teil aber humorvoll-actionreich aus, um wiedermal in einem Knall zu münden – was nicht pietätlos gemeint ist. Die Widmung an Laika ist kurz, aber sehr schön gelungen, da die Gefühle der Hündin im Mittelpunkt stehen.

Hinter Folge 9 verbirgt sich ein sehr weiser Gedanke. Es beginnt damit, dass die nördliche und südliche Bevölkerung in »intelligente« und »primitive« Lebewesen unterteilt ist. Die Pflanzen auf dem Planeten sind so weit entwickelt, dass sie unter anderem sprechen, laufen bis hin zu forschen können. Sie zeigen menschliche Verhaltensweisen und besitzen sogar ein Gesellschaftssystem. 

Das alles macht der geheimnisvolle, am Nordpol befindliche Code-D durch seine Energie möglich. Dr. H stellt aber absolut richtig fest, dass die Pflanzen, ihn eingeschlossen, ihre Intelligenz sowie die physische Entwicklung nicht aus eigener Kraft und auf natürliche Weise erlangt haben. Nun lässt sich über die Schädlichkeit oder Gefahr dieser extremen, unkontrollierbaren Mutation sicher diskutieren. Jedenfalls hat mich die Folge ins Grübeln über den Eingriff in die natürliche Entwicklung von Lebewesen gebracht.

Episode 10 berührte mich persönlich am meisten. Der Zuschauer lernt die Heimat des Betelgeusianers kennen, welcher der Abenteurer längst entwachsen ist. Vielleicht kennt es der ein oder andere auch von sich, wenn man als »Großstädter« mal wieder die »dörfische Heimat« besucht und nicht mehr so richtig dorthin passen will. Man trifft auf alte Bekannte, die vielleicht immer noch hier wohnen, so wie zum Beispiel Meows wunderschöne Klassenkameradin, welche jetzt als Kellnerin arbeitet. Die Eltern hätten so gern, dass man in ihre Fußstapfen tritt, aber man selbst hat ganz andere Träume.

Kurz gesagt: Meow zog es in den großen Weltraum zu Abenteuern, Freiheit und Action. Und sicherlich ging auch eine unweigerliche Entfremdung von der Heimat mit den Reisen einher. Dass man trotzdem irgendwo nicht den Draht zu seiner Familie verliert, rundete die Episode wunderbar positiv ab. Und schlussendlich ist der Ort, an dem man aufgewachsen ist, einfach für jeden mit tausenden Erinnerungen verbunden, die einen sentimental werden lassen – so wie Meow.

Disc

Die Landschaft von Betelgeuse sticht gegenüber den bisherigen Stationen der Aloha Oe durch ihre Ähnlichkeit zu unserer Welt heraus. Überall anders herrscht High Tech, Wüste oder eine Fabelwelt. Wobei sich auch die Welt von Planta auf ihre eigene Art von den anderen deutlich abhebt. Die Animatoren kreierten hier mit Farben, Licht sowie Formen diverse fantasievolle Kulissen und Dokakas Song Hey Wha verleiht der Pflanzenwelt einen ganz individuellen Klang.

Mit dem Cast wurden überaus charakteristische Stimmen gewählt. Beim Original hören wir Junichi Suwabe (bekannt als Fuma Monou in X, Undertaker in Black Butler oder Yamato Hotsuin in Devil Survivor 2) in der Rolle des Titelhelden Space Dandy. Dessen deutscher Sprecher Tobias Brecklinghaus ist vor allem als tiefe, vollmundige Werbestimme bekannt, aber auch beispielsweise als Dschinn Ugo in Magi – The Labyrinth of MagicMartin Bross übernahm den Part von Meow und sprach unter anderem Debito in Arcana Famiglia: La storia della Arcana Famiglia. Die Computerstimme von QT (Kirstin Hesse) wird man, denke ich, nicht sofort mit dem kleinen Dämon Usamaro aus Blue Exorcist – The Movie in Verbindung bringen. Dafür ist Rieke Werner als Honey wiederum recht bekannt durch Rollen in zum Beispiel Deadman Wonderland (Shiro), Blue Exorcist (Shiemi Moriyama) oder Nisekoi (Kosaki Onodera). Und auch Dr. Gels Stimme, Bernd Kuschmann, ist einem vertraut – in erster Linie wohl durch den Anime Death Note (Ryuk). Die Synchronisation von Space Dandy hierzulande übernahm das Kaarster Studio G&G.

Verpackung & Bonus

Das 12-seitige Booklet enthält ein Interview mit Thomas Romain (von Satelight), dem Designer der Aloha Oe sowie Dr. Gels Raumschiff. Dieses liefert Einblicke in die Kreation des Mechanik-Designs von Space Dandy. Ein paar mehr Bilder zur Veranschaulichung der Konstruktionen hätten hier nicht geschadet. Zusätzlich gibt es auch noch eine (leider viel zu) kurze Präsentation des BooBies. Das Bild, welches das DVD-Wendecover ziert, befindet sich als Mini-Poster nochmal ohne jegliche Beschriftung in der Heftmitte.

Fazit

An Space Dandys Welten mag man sich kaum sattsehen. Hinter jeder Folge, jeder Geschichte, jedem Ort sowie den Lebewesen stecken eine Menge Originalität. Das muss nicht immer heißen, dass der Schauplatz eine neu erfundene Fantasiewelt zeigt. Gerade die Idee, die Ödnis einer bekannten Umgebung (Betelgeuse) in einem Knallbonbon wie Space Dandy zu thematisieren und zu verarbeiten, wirkt erstmal schlicht aber ist eigentlich höchst interessant.

Den Episoden kommt es nach wie vor zugute, dass sie von verschiedenen Regisseuren inszeniert wurden. Die Crew der Aloha Oe hat man meiner Meinung nach längst liebgewonnen. Ich jedenfalls fiebere dem Ende der ersten Staffel entgegen – ein inhaltliches Ende erwarte ich allerdings nicht.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Space Dandy, Volume 3.

© BONES/Project SPACE DANDY
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

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2 Kommentare

  1. Ich liebe Space Dandy! <3 Es macht immer gute Laune, weswegen ich es vor allem dann anschau, wenn ich grad echt nicht gut drauf bin oder am nächsten Tag was Anstrengendes bevortseht. Schließlich gibs ja net soooo viele Folgen…sonst würd ich es jeden Tag guckn!!!

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