Special: Die besten Storyabschnitte von Tite Kubos „Bleach“

Tite Kubos Bleach gehört zu den »Big Three« der Shonen Jump-Manga. Das Werk zählt aktuell mehr als 70 Bände und feiert international große Erfolge.

Wer Bleach noch nicht kennt, der sollte das eventuell nachholen, bevor er diesen Artikel liest. Das Werk erscheint hierzulande bei TOKYOPOP. Ein großer Wermutstropfen dürfte wohl für deutsche Fans sein, dass es die Anime-Adaption nicht vollständig zu uns schaffte.

Mittlerweile leidet der langjährige Manga an der »Shonen-Krankheit«, dass der Plot schwächer wird. Dies zahlt sich seit geraumer Zeit negativ auf die japanischen Verkaufszahlen aus. Doch Bleach hat ebenso richtig gute Storyabschnitte. Ich möchte euch in diesem Artikel kurz erläutern, welche Handlungsstränge in meinen Augen am besten beziehungsweise weniger attraktiv sind. Im Folgenden gehe ich die jeweiligen Storyabschnitte beginnend mit dem meiner Meinung nach schlechtesten bis hin zum besten durch.

The Lost Agent (Band 49 bis 54)

Der Arc fing in meinen Augen interessant an, endete jedoch zu abrupt, fast so als hätte der Mangaka hier mehr vorgehabt, als es ihm die Shonen Jump-Redaktion erlauben wollte. Es ist eine Vermutung, das sollte ich dazu erwähnen, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Verkaufszahlen von Bleach einfach stark am Sinken. Letztendlich setzte man nach diesem Arc ebenfalls die Anime-Adaption ab.

Ich oute mich als Fan der Fullbringer, insbesondere Ginjou sowie Tsukishima, und finde es absolut nicht verkehrt, sie im aktuellen Geschehen wieder zu platzieren. Nur irgendwo gingen die Beweggründe der Fullbringer – vor allem Ginjous – im »The Lost Agent«-Abschnitt unter, weil (möglicherweise) auf ein zu rasches Ende hingearbeitet wurde. Im Endeffekt war es dann doch »nur« ein kurzer Handlungsbogen, der Ichigo »irgendwie« seine Kräfte zurückgeben sollte.

Aushilfe-Shinigami (Band 1 bis 8)

Hier fing alles an – und dieser Storyabschnitt verlief sehr shonentypisch. So erlangen der Held und dessen Freunde zunächst einmal spezielle spirituelle Kräfte, mit denen sie die bösen Seelen – Hollow genannt – bekämpfen können, bekommen ebenfalls erste Einblicke, was der Sinn und Zweck hinter der Sache ist.

Wäre Bleach nach diesem Muster in der realen Welt fortgesetzt worden, dann hätte ich wahrscheinlich nach kurzer Zeit das Interesse verloren. Der Storyabschnitt diente jedoch als Einführung in die Welt der Seelen. Wie groß Kubo-sensei dieses Universum noch ausbauen würde, das hätte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen können.

The Thousand-Year Blood War (Band 55+)

An sich mag ich die Idee, den Quincys einen Handlungsstrang zu geben. Yhwachs Einfluss auf Ichigos Machtentwicklung und die Enthüllung um die familiäre Abstammung unseres Helden fand ich sehr gut erzählt. Selbst die Hintergrundgeschichten um Unohana sowie Zaraki und jene von Komamura sowie Ukitake waren aufschlussreich. Aber bei diesen Kleinigkeiten an positiven Dingen hört es (bislang) auch auf. Denn der Arc beginnt total überdramatisiert: Es fängt mit dem Tod von Yamamoto an, Yhwach sowie dessen Stern Ritter werden zunächst mehr als übermächtig präsentiert, sodass populäre Shinigamis im Nullkommanichts erledigt wurden. Das Auftauchen der Division Zero fand ich zwar für den ersten Moment interessant, im Endeffekt wirkten die Charaktere aber auch eher blass. Etwas rätselhaft erschien mir der Fakt, dass nur »bestimmte« Figuren – selbstverständlich Ichigo, Rukia, Renji und Byakuya – die Ehre bekamen, bei ihnen zu trainieren, wenn doch so viele Shinigamis ihre Probleme mit den Quincys hatten.

Des Weiteren verrennt sich der Handlungsbogen insgesamt betrachtet zu sehr in Kampfszenen, glänzt weniger mit interessanten Wendungen oder gar Charakteren. Es hat fast den Anschein, als würde Kubo-sensei keine Lust verspüren, seinen Lesern wenigstens ein paar wichtige Stern Ritter näher zu bringen. Immerhin gelang es ihm ein wenig mit Haschwalth und Bazz-B. Trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass all diese neu eingeführten Figuren eigentlich Null relevant sind. Dadurch geht leider der Sympathiefaktor für die viele Quincys verloren. Das gelang dem Mangaka mit den Arrancar und Shinigami einfach viel besser, welche untereinander Verbindungen miteinander hatten, auf die Kubo-sensei eingehen wollte (Beispiele: der Espada Aaroniero, welcher Rukias Senpei Kaien Shiba auf dem Gewissen hat, oder die Visoreds, welche einst angesehene Shinigami waren, dank Aizens Machenschaften aber lange Zeit als Abtrünnige galten).

Hueco Mundo (Band 27 bis 35)

Der Storyabschnitt um Hueco Mundo und Orihimes Rettungsaktion war an sich ganz Ordnung, weil Kubo-sensei die Geschichten der Espada und Privaron Espada in den Mittelpunkt stellte, sowie deren Verknüpfungen zu anderen Figuren, was mir sehr gut gefällt. Rein von der Idee dachte ich mir jedoch: Moment? Eine Rettungsaktion gab´s doch im Bleach-Universum schon einmal mit Rukia. Der Ablauf ist in diesem Handlungsstrang ähnlich: Der Protagonist und seine Gefährten hetzen hier von einem Gefecht ins nächste. Highlights sind hier durchaus die Auseinandersetzungen zwischen Rukia vs. Aaroniero, Ichigo vs. Grimmjow und Neriel beziehungsweise danach Zaraki vs. Nnoitra. Dabei erzielen die Charaktere nicht nur Siege, sondern auch Niederlagen (wie beispielsweise Ichigo bei seinem ersten Zusammenstoß mit Ulquiorra).

An der Stelle, wo Aizen Ichigo jedoch den Grund offenbarte, warum er Orihime entführt hat – nämlich damit dieser nach Hueco Mundo kommt – stellte sich mir ehrlich gesagt die Frage: Warum hat Kubo im Arrancar Arc so ein Fass um Orihimes Mächte gemacht, welche hier noch für Aizen von Interesse waren, wenn es ihm im Endeffekt gar nicht um ihre Fähigkeiten ging? Wozu diesen Faden aufbauen, wenn er letztendlich verworfen wird? Der Mangaka führt den Leser ein bisschen in die Irre. Der Aspekt weckte durchaus Neugier und man wird enttäuscht.

Turn Back the Pendulum (Band 36 bis 37)

Eine Nebengeschichte, welche die Vergangenheit der Visoreds erläutert und noch einigen Fakten mehr über die Geschichte der Soul Society sowie Aizens Machenschaften enthüllt. Ein kurzer aber sehr guter Storyabschnitt, welcher der Aufklärung dient. Negatives kann ich hier nicht ergänzen, der Arc ist im Vergleich nur weniger spektakulär.

Arrancar (Band 21 bis 27)

In diesem Handlungsbogen werden mit den Visoreds und Arrancar nicht nur viele neue attraktive Figuren eingeführt, sondern auch spannende Storyansätze für das künftige Geschehen geschaffen – beispielsweise Isshins Shinigami-Offenbarung, die Existenz des Soul-Society-Königs, dessen Dimension und des Oukens. Letzteren möchte Aizen in Karakura kreieren, um dorthin zu gelangen. Auch entpuppt sich das Zusammenspiel der Shinigami, welche zum Schutz nach Karakura geschickt werden, und der Menschen im Alltag als sehr amüsant. Des Weiteren empfand ich persönlich die romantischen Ansätze um Orihime – beziehungsweise die einseitige Zuneigung von ihr gegenüber Ichigo – sehr emotional. Besonders die Szenen, bevor sie mit Ulquiorra nach Hueco Mundo ging, um Ichigo mit ihrer Aufopferung zu beschützen.

Bei den noch verbliebenen beiden Arcs kann ich mich nicht entscheiden, welcher besser ist. Diese sind für mich ehrlich gesagt auf Augenhöhe.

Soul Society (Band 9 bis 20)

Hier beginnt Ichigos Rettungsaktion von Rukia und mit dieser zahlreiche Auseinandersetzungen in der Soul Society sowie die Einführung vieler interessanter neuer Charaktere.

Der überraschende »Mord« an Kommandant Sousuke Aizen sorgt in diesem Storyabschnitt für Mystery und Unruhe. Dass es hier um einen Komplott geht, das dürfte dem Leser wohl klar gewesen sein, aber dennoch war nicht abzusehen, welche Wendung Kubo-sensei hier parat hält. Im Vordergrund steht ganz nach Shonen-Manier, dass der Held der Geschichte durch die vielen Kämpfe an Macht sowie Erfahrung gewinnt.

Zu guter Letzt löst Tite Kubo das Geheimnis um Sousuke Aizens »Ermordung« – kreiert damit die wohl beste Wendung in dem Gesamtwerk überhaupt – und eröffnet somit die Pforten für den attraktivsten Antagonisten der Story sowie dessen gefährliches Vorhaben.

Schlacht in Karakura (Band 37 bis 48)

Neben den zahlreichen Auseinandersetzungen, in denen so gut wie alle Shinigami-Kommandanten und -Leutnants verwickelt waren, verfügt dieser Arc mehrere Highlights: Dazu gehören unter anderem der Kampf zwischen Ulquiorra und Ichigo, die überraschende Wendung um Gin Ichimaru sowie die damit verbundene Tragik und selbstverständlich auch der Endkampf gegen Sousuke Aizen.

Ich weiß, dass ich in meinem Bleach-Artikel vor fast zwei Jahren noch das Gegenteil behauptet habe, aber mittlerweile bin ich der Auffassung, dass der Manga nach der finalen Auseinandersetzung zwischen Ichigo und Aizen ein würdiges Ende gefunden hätte. Über irgendwelche Manga-Specials hätte Kubo immer noch nachdenken können, um gewisse offene Fragen zu beantworten. Diese Entscheidung liegt natürlich in der Hand des Mangakas und wohl ebenso des Verlags. Ich hoffe dennoch, dass die Serie bald einen passenden Abschluss findet.

So viel dazu, jetzt bin ich auf eure Meinungen gespannt. 🙂

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