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Popkultur Manga Special - Die ersten Manga in Deutschland Teil 1

Special – Die ersten Manga in Deutschland Teil 1

Manga kennt heute eigentlich jeder, aber kennt ihr auch die Geschichte der Manga in Deutschland? Das Wort ist bei uns schon etwas länger bekannt, wurde aber Mangwa geschrieben. In der Neuzeit wurde das Wort 1977 vom “stern” benutzt. Wie erwartet mit folgendem negativen Unterton: “Höchste Auflagen haben die „Mangas“, Strip-Magazine mit Sadismen, bei deren Anblick vermutlich gar der alte Marquis de Sade noch Neues hätte lernen können” (JAPAN, Sonderteil zu stern Nr. 28 1977).

Der erste Manga in Deutschland war Barfuß durch Hiroshima, allerdings war er ziemlich erfolglos. Mit Akira veröffentlichte Carlsen Manga dann die erste Manga-Reihe in Deutschland, allerdings stark an den westlichen Markt angepasst. Aber was war dazwischen? Wir haben euch mal die ersten Manga in Deutschland aufgelistet.

Barfuß durch Hiroshima

Barfuss durch Hiroshima, Cover der Neuauflage von Carlsen

Der Manga wurde 1982 vom Rowohlt Verlag in Deutschland veröffentlicht und ist damit der erste Manga, der in Deutschland erschien. Allerdings wurde die Veröffentlichung nach nur einem Band wieder eingestellt.

2004 erschien eine Neuauflage bei Carlsen.

Die Geschichte spielt kurz vor dem Abwurf der Atombombe in Hiroshima. Der Morgen des 6. August 1945 beginnt sonnig. Niemand ahnt, was Augenblicke später über die Bewohner der Stadt Hiroshima hereinbrechen wird… Keiji Nakazawa ist sechs Jahre alt, als die Atombombe über seiner Heimatstadt gezündet wird.

Heine in Japan

Heine in Japan
Heine in Japan / © Verlag der Goethe Buchhandlung

Der Manga erschien 1985, allerdings veröffentlichte der Verlag der Goethe Buchhandlung 1988 die restlichen Bände.

Der Manga erzählt die Lebensgeschichte von Heinrich Heine.
Heinrich Heine wird als Harry, Sohn jüdischer Kaufleute, 1797 in Düsseldorf geboren. Schon früh fühlt er sich dem anderen Geschlecht hingezogen. Seine erste Liebe gilt dem Waisenkind Josefa.

Japan GmbH

Der Manga erschien 1989 beim Verlag Norman Rentrop.

Japan GmbH stellt die japanische Wirtschaft anhand eines fiktiven japanischen Autoherstellers vor.

Der Wolf und sein Junges

Von “Der Wolf und sein Junges” erschien 1989 nur ein Kapitel vom Borchert & Querengässer. 2003 veröffentlichte Planet Manga eine vollständige Fassung.

Der Manga handelt von dem Rōnin Itto Ogami, dem ehemaligen Kaishaku-Nin des Shogunats, der die Aufgabe eines Scharfrichters innehatte. Durch eine Intrige des Yagyū-Clans wird er jedoch des Verrats am Shōgun verdächtigt. Er widersetzt sich dem Befehl, Seppuku zu begehen und zieht als Auftragsmörder Okami mit seinem kleinen Sohn Daigoro durch das Japan der Edo-Zeit.

Akira

1991 wagte Carlsen den Schritt in den Markt der Manga und veröffentlichte Akira.

In Deutschland erschien der Manga von April 1991 bis Januar 1996 beim Carlsen Verlag in Deutschland, allerdings handelte es sich dabei um eine bearbeitete US-Fassung. Diese Fassung war coloriert und in einem etwas größeren Format als normale Manga und umfasste neunzehn Bände und einen Sonderband. Akira war die erste Manga Reihe, die abgeschlossen in Deutschland erschienen ist.

Die Geschichte von Akira beginnt im Jahre 1988. Dort vernichtet eine mysteriöse Explosion das alte Tokio und beschwört den dritten Weltkrieg herauf. 31 Jahre später ist der Wiederaufbau der Metropole beendet ― doch der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahre gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Das Bild Neo-Tokios im Jahre 2019 wird von Demonstranten, Terroristen, der gewaltbereiten Polizei und nicht zuletzt der korrupten Regierung bestimmt. Shotaro Kaneda, „Kaneda“ genannt, Tetsuo Shima und ihre Freunde tragen indessen inmitten dieses Chaos’ ihren ganz privaten Krieg aus. Die jugendlichen Biker liefern sich mit Brandbomben gespickte Straßenschlachten mit der rivalisierenden Gang „Clowns“. Eines Tages verunglückt bei einer der gefährlichen Verfolgungsjagden Tetsuo. Bevor der Verletzte vom Militär in Gewahrsam genommen wird, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung.

Das Selbstmordparadies

Dank des großen Erfolgs von Akira veröffentlichte der Alpha Comic Verlag einen weiteren Manga von Katsuhiro Otomo. Das Selbstmordparadies wurde in Japan direkt vor Akira veröffentlicht.

Die Geschichte handelt von einer Reihe mysteriöser Todesfälle in einem japanischen Wohnkomplex.

Sanctuary

Sanctuary / &copy, Leser und Schreiber
Sanctuary / &copy, Leser und Schreiber

Der Manga erschien 1994 beim Leser und Schreiber Verlag. Leider wurde der Manga nie beendet, aber bis auf die Leserichtung wurde in der Deutschen Version nichts geändert.

Der Manga handelt von Akira Hojo und seinem Kindheitsfreund Chiaki Asami. Beide haben in ihrem Leben die Hölle durchgemacht und als sie zurück nach Japan kommen, merken sie, wie korrupt das Land doch geworden ist. Also versuchen die beiden diese Situation zu ändern. Der eine geht dafür zur Yakuza und der andere wird Politiker. Aber Beide arbeiten weiterhin gemeinsam an ihrem Ziel, das Land von Grund auf erneuern.

Version

1994 veröffentlichte der Verlag Thomas Tilsner den Manga Version.

Der Manga handelt von EGOS, einem künstlichen Wesen.

In einem Forschungslabor wird ein Biochip entwickelt, der die Leistungsfähigkeit herkömmlicher Silikonchips bei weitem übertreffen soll. Aber die Wissenschaftler erschaffen durch Zufall etwas ganz anderes – EGOS.

Ein künstliches Wesen, das sich durch Zellteilung selbst reproduzieren kann, und dessen Nahrung das Wissen der Menschheit ist. Ein Wesen, dessen potentielle Macht seine Schöpfer schon bald zu fürchten beginnen. Die Forschung wird gestoppt und das Wesen wird eingefroren. Dann wird EGOS gestohlen.

Appleseed

1994 veröffentlichte Egmont Manga (EMA) Appleseed.

Der Manga spielt Jahre nach einem großen Krieg. Jahre sind vergangen, seit die Flammen des Krieges fast gleichzeitig an allen Ecken der Welt ausgebrochen waren. Gewaltige Truppenbewegungen führten zur Ausbreitung von Konflikten, die ineinandergegriffen haben, wuchsen und schließlich zu einem Weltkrieg führten. Wissen ging verloren, und die Welt verfiel in Unordnung. Neue Mächte erwuchsen an den Stellen alter Nationen. Zwar kamen Nuklearwaffen niemals zum Einsatz, aber dennoch wurde es still auf der Erde.

Jiraishin

Jiraishin erschien 1995 bei Carlsen Manga.

Die Geschichte handelt von dem Hamburger Unterweltboss Alex, der in Tokyo unter dem Verdacht steht, seine Geliebte ermordet zu haben. Da ihm ein Mord aber nicht nachgewiesen werden kann, müssen die Behörden ihn wieder ausreisen lassen. Natsumis Schwester Harumi ist jedoch von Alex’ Schuld überzeugt und folgt ihm nach Hamburg. Als auch sie kurz darauf spurlos verschwindet, macht sich Kommissar Kyoya Iida auf eigene Faust nach Deutschland auf, um das Rätsel zu lösen, und setzt dabei sein Leben aufs Spiel.

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6 Kommentare

  1. Dann hoffen wir mal, dass auch das negative Image der NPD nicht mehr so lange anhält und man bald in den Medien positiv darüber berichtet! Blödes Fernsehn.

    • Wir? Von wegen! Du kannst ja gerne hoffen, wir aber nicht. Ganz klares Nein zu Fremendfeindlichkeit! und besonders ein ganz klares Nein zur NDP.

      Übrigens, die NPD sorgt schon selbst für ihr negatives Image

  2. Kleine Korrektur: Carlsen veröffentlichte zwar unter dem Namen “Okami” einige Bände von “Lone Wolf & Cub” ab 1996, aber die vollständige Ausgabe von 2003 erschien dann bei Planet Manga.

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