Special: Mein Weg zu Manga – Mona-Lina

Es war vor langer Zeit. Noch vor Gameboys oder Internet.

Geboren bin ich 1977 und alles begann damit, dass mein Vater Comic-Sammler war. Als großer Fan und Sammler von Comics, Zeichentrick, Fantasy und Sci-Fi fütterte er seine Kinder mit allem was er so in die Finger bekam. Darunter fielen neben Captain Future, auch Nausicaä, Ultraman und viele andere, die irgendwie niemand mehr zu kennen scheint. Damals wusste ich zwar nicht dass es sich um Animes handelte, aber Rückblickend betrachtet, mochte ich tatsächlich fast nur Animes. Der Zeichenstil hat mich einfach von Anfang an begeistert. Besonders Nausicaä aus dem Studio Ghibli bewegte mich nachhaltig.

Später kamen dann Serien wie Mila Superstar, Königin der 1000 Jahre, Lady Oscar, Kickers, Fröhliche Familie,…, also alles was damals auf Tele5, (später RTL2) lief, hinzu. Um einiges später, Ende der 90er entdeckte ich dann auch noch Sailor Moon.

Am besten gefiel mir, dass die Serien fortlaufende Handlungen hatten, mit Carakteren, die ihre Schwächen haben, sich weiter entwickelten und sogar die Kleidung wechselten. Ganz im Gegensatz zu Comic-Serien aus den USA.

Im übrigen hat man zu der Zeit, als Teenager ,und als Erwachsene erst recht, nicht zugegeben, dass man sich gerne das “Kinderprogramm” ansieht. Zeichentrick im Allgemeinen war nur für Kinder gedacht, sagte die vorherrschende Meinung. Nicht nötig zu erwähnen, dass es außerdem auch noch extrem Uncool war.

Und ich wusste immer noch nicht, dass alle meine Lieblingsserien aus Japan kommen.

Geändert hat sich das, als ich Dank verschiedener Zufälle, anfing in einem Comicladen zu jobben. Neben meiner Ausbildung zur Köchin

Damit verdiente ich mir quasi meine Sammlung, da der Besitzer des Comic-Ladens mich der Einfachheit wegen, gleich mit Ware bezahlte 😉 .

Da “musste” ich mich natürlich mit Comics beschäftigen und so viele wie möglich lesen. Man soll ja wissen, was man verkauft.

Es gab zwar schon den ein oder anderen Manga, allerdings nur gespiegelt, teilweise sogar nachträglich coloriert (furchtbare Angewohnheiten damals…) und auch noch schlecht übersetzt, aber die Auswahl war dafür auch noch sehr gering. Es gab vieleicht nicht mal 10(!!!) übersetzte Serien in Deutschland.

Und dann kam Sailor Moon! Gefühlt zumindest. Immer mehr Manga-Serien kamen nach Deutschland, leider teilweise immer noch gespiegelt. Aber das war egal. Ich las alles was ich in die Finger bekam. Zur Erinnerung Job im Comic-Laden 😉 .

Shojo und Romance-Comedy waren sofort meine Favoriten. Takeuchi Naoko, Tanemura Arina, Watase Yuu und Clamp liebte ich besonders. Aber auch Fantasy und Sci-Fi zählten zu meinen Favoriten. Battle Angel Alita z.B. gehört auch heute noch zu meinen All time favorits.

1999 war ich dann auch auf meiner ersten Convention. Der Animagic.

Damals war alles etwas anders als heute. Erstens war alles irgendwie neu und zweitens war es wesentlich einfacher gleichgesinnte Irre kennen zu lernen. Dort erfuhr ich auch zum ersten Mal von Cosplay, war sofort begeistert, und habe, wieder zu Hause,  gleich mit meinem ersten Cosplay angefangen (Lina Inverse aus Slayers).

Das Erstellen von Cosplays und die Teilnahme an Cosplay- Wettbewerben füllte mich noch nicht aus, außerdem faszinierten mich auch die Show-Gruppen. Zu dem Zeitpunkt waren aber Gruppen in Berlin überfüllt und so kam ich leider in keiner der bestehenden Gruppen rein. Was macht man da? Man gründet seine eigene 😉 .

Ich schrieb ein Stück und sammelte ein paar andere Cosplayer um mich. Anime Crossover war geboren. Jetzt wurde eine Con für den ersten Auftritt in Berlin gebraucht. Ausgerechnet in diesem Jahr sollte allerdings die Mega Manga Con ausfallen. Praktischerweise fanden das auch andere Blöd und so schloss ich mich einer Gruppe an, die eine Ersatz-Convention plante. So wurde ich auch (nur für die erste) Animaco zum Orga-Mitglied, wo ich mich hauptsächlich mit dem Catering befasste.

Danach zogen wir mit unserer Show-Gruppe ein paar Jahre von Con zu Con, bis ich aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr hatte und leider aussteigen musste.

Manga und Anime haben mich durch mein ganzes Leben begleitet und mich ebenfalls beeinflusst. So kam es auch, dass ich immer mehr über das Herkunftsland und seine Bewohner wissen wollte. Also befasste ich mich mit der Geschichte und der Kultur Japans. Und irgendwann wird auch mein Traum wahr, einmal nach Japan zu reisen

Heute bin ich immer noch Fan und Sammler von Mangas und gehe auch noch hin und wieder zu Treffen und Conventions, falls ich zwischen Job, Sumikai, Zocken und Privatleben(?) die Zeit finde.

Mit knapp über 30 *hüstel* ist man noch lange nicht zu Alt zum Nerd sein. ^^

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