Special: Mein Weg zum Manga – Ranma

Mangas entdeckte ich erst, nachdem mir bewusst wurde, dass die Cartoons auf RTL II, die ich so mochte, Animes sind.

Anfang der Nullerjahre, zu einer Zeit als das Internet noch nicht so verbreitet war, gab es für mich wenig Möglichkeiten weitere Infos oder gar Bestellmöglichkeiten zu Anime und Mangas zu finden. Während ich bei Ersterem dank TV versorgt wurde, konnte ich in einer kleinen Gemeinde, mit nur einer Buchhandlung, keine dieser japanischen Comics endeckten. Doch eines Tages gab es plötzlich mehrere Taschenbücher von Dragon Ball dort, von denen einige sogar in einer Abverkaufsschütte landeten. Zwischen ein und drei Euro war dies auch mit einem geringen Taschengeld erschwinglich.

Nach und nach konnte ich mir die 42 Bände von Dragon Ball zusammentragen, einige fehlende dazwischen besorgte mir mein Stiefvater über das Internet. Da ich ab 2003 kein Satellitenfernsehen mehr hatte und mit nur drei österreichischen Sendern der Animenachschub abbrach, mussten Alternativen her. Zu Ranma ½ und One Piece fand ich zum Glück auch die Mangavariante. Da in meinem Ort sich nur selten ein Mangaband in die Regale verirrte und ich die Reihen, die ich kannte und mochte bereits besaß, kam es zu einer langen Pause bis ich mich wieder aktiv mit Mangas beschäftigte.

2009 lebte ich bereits eine Weile in meiner eigenen Wohnung und bekam nach meiner Ausbildung einen neuen Job in einer andeern Stadt. Und dort gab es tatsächlich eine ganze Mangadrehsäule, die immer wieder mit neuen Bänden befüllt wurde. Dadurch und dank dem größeren Budget als arbeitender Mensch, konnte ich es auch wagen, Mangas zu kaufen, deren Anime dazu ich nicht kannte. Im selben Jahr begann ich auch damit, auf Conventions zugehen, was mich wieder näher an die Szene führte.

Ultra Maniac und Cheeky Vampire gehörten zu den ersten Reihen die ich, ohne eine andere Adaption davon zu kennen, ins Herz schloss. Eine Sortimentsauflösung sorgte dafür, dass der Großteil der Mangas, die der Laden führte sowie die Mangadrehsäule selbst in meinen Besitz kamen. Leider gefielen mir nicht immer alle Geschichten, die ich nun in meiner Sammlung hatte. Manches davon wurde von mir verschenkt oder weiterverkauft. Ohne es vorher geahnt zu haben, schlichen sich auch Boy Love Mangas ein, als junger Mann der sich angewöhnen sollte vorher den Klappentext zu lesen, war ich sehr überrascht von dem was ich sah. Diese Bände gingen an eine Freundin die nun Fan des Genres ist.

Obwohl knapp 600 Bände und eine Mangadrehsäule in einer Wohnung zunächst etwas vermuten lässt, bin ich kein großer Mangaleser. Generell bevorzug ich meist den Anime. So kauf ich mir die Buchversion Großteils nur, wenn hierzulande keine animierte Variante davon auf Disc erhältlich ist. Beide Medien haben ihre eigenen Stärken und Schwächen, so kann man bei Anime schön abschalten was ideal nach der Arbeit ist. Bei Mangas bin ich jedoch aufmerksamer und kann weniger von anderen Dingen abgelenkt werden. Und wenn man so an die ganzen Filler bei Dragon Ball oder One Piece denkt, bleib ich die diesen Geschichten jedoch lieber beim Manga.

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